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Bechstein Möller Orgel Niederellenbach

Bechstein Möller Orgel Wehrkirche Niederellenbach Alheim Hessen

ev. Pfarrkirche (1589 / 1677)

Orgelbauer:

Friedrich Bechstein (Vater von Heinrich Bechstein) (Rotenburg an der Fulda)

Baujahr:

1849 / 2006

Datum des Erstbesuchs:

Juni 2026

Disposition und Spielhilfen

Historische romantische kleine pfeifenlose Bechstein Möller Orgel ev. Kirche Niederellenbach-Alheim Braach Hessen, 1 M, 9 klingende Register

Der kleine, gewestete Saalbau ist eine Augenweide. Die Atmosphäre in der Kirche ist friedlich mystisch und wundervoll. Innen ist es hell, gelb und rosa. Bibelsprüche stehen vorne an den Wänden. Sehr trockene Akustik.

Es gibt Stühle, keine Bänke. Die Flöten und Streicher singen. Die gold-glitzrige Orgel mit „Stummelpedal“ steht direkt unter der Decke. Man kommt mit den Knien an. Die Tasten sind etwas ungleichmäßig. Innen duftet es nach Holz.

Sie ist die älteste Wehrkirche im Rotenburger Land und steht unscheinbar, bescheiden und fast verborgen am Rande. Man könnte sie fast übersehen. Sie gehört zur Johanneskirchengemeinde Alheim in Hersfeld-Rotenburg. Ihre Anfänge sind aus ottonischer Zeit.

Die mechanische Orgel erinnert mich an Schulze-Orgeln: keine Pfeifen im Prospekt, Registerzüge 90 Grad zur Klaviatur. Ich denke, es sind Kegellade. Johann Friedrich Schultze, Orgelbauer aus Thüringen, gestorben 1858 in Paulinzella, habe 6 Orgeln von ihm gespielt.

Der westliche Teil ist romanisch, mit Fischgrätmauerwerk.

1589 wurde die alte Kirche umgebaut und 1677 zu jetziger Größe nach Osten hin verlängert. Bis 1852 wurde der Platz um die Kirche herum als Friedhof genutzt. 2006 wurden Kirche und Orgel saniert.

1845 wurde die Wehrkirche noch mal neu gestaltet und verändert mit Dachreiter und Rundbogenfenstern. Von dem gotischen Wehrkirchhof gibt es noch die Wehrmauer mit Schießscharten, bis zu 5 m hoch geschlossen erhalten.

Die kleine weiße Orgel mit pfeifenlosem Prospekt von 1849 von Vater Bechstein wurde von Möller etwas umgeändert.  

Es gibt auch ein Oberellenbach.

Es gibt einen Schöpfer und historische handgeschriebene Notizen mit Wartungen, Stimmungen und Rekonstruktionen von Orgelbauern im alten Holz, insbesondere von Bechstein und Möller, die das wohl oft so gemacht haben, was ich schön finde. Im Innen ist die Orgel mit ihren Pfeifenreihen sauber und gepflegt. Die Orgel wird betreut von Nöske / Orgelbau Rotenburg an der Fulda.

Die Disposition ist hier zum ersten Mal im Netz.

Links

Gedacht 8 Fuß

Octav 4 Fuß

Octav 2 Fuß

Octavbaß 8 Fuß

Pedal Koppelzug 

Rechts

Principal 8 Fuß

Viola di Gamba 8 Fuß

Flaute dia veis 4 Fuß

Gedact 4 Fuß et Sesquialtera

Subbaß 16 Fuß

Die schöne weiß-gelbe Kirche mit großem Kronleuchter ist innen schlicht und hell. Der weiße Prospekt passt perfekt hinein. Die Tasten sind schwarz. Die Orgel wurde 2006 saniert.

Die kleine weiße Orgel mit pfeifenlosem Prospekt von 1849 von Vater Bechstein wurde von Valentin Möller später etwas umgeändert.  Es ist meine zweite Vater Bechstein-Orgel und meine 7. Bechstein-Orgel insgesamt.

Klang und Akustik

Samtig trockene Akustik, eine, die kaum als Akustik existiert. Das Pedal ist gerade, die Registerzüge stehen seitlich wie bei vielen Knauf-Orgeln. Wunderschöne 8-Füße. Besonders ist, dass es keine Prospektpfeifen gibt in diesem Instrument. Die Pfeifen stehen alle hinten, hinter einem dunkelblauen Tuch in dem glitzernd-weißen Prospekt. Ich nenne die Orgel „Schlaforgel“ – weil sie aussieht wie ein Mobile mit Sternen zum Einschlafen.

Persönliche Note

Gespielt habe ich also fast 20 historische Orgeln in den Gebieten Knüllwald, Ludwigsau, Alheim und Hersfeld-Rotenburg in Hessen, zuvor im Odenwald. Eine malerische, idyllische Landschaft voll Fachwerkhäuser, Handarbeit und Wald.

Mit dabei waren Bechstein-Orgeln in Rohrbach, Gerterode und Sterkelshausen, Bechstein / Möller-Orgel in Niederellenbach, Möller-Orgel in Niedergude, Schmerbach Orgel in Niederbeisheim, Wegmann-Orgel in Ersrode, Nöske-Orgeln in Niederthalhausen, Rengshausen und Heinebach, Ott-Nöske-Orgel in Nenterode, Nöske-Orgeln in ganz Rotenburg, Dauphin-Orgel in Meckbach, Möller-Nöske-Orgel in Beenhausen, Wilhelm / Döring-Orgel in Friedlos, abklären muss ich noch Mecklar.

Insgesamt waren Friedrich und Heinrich Bechstein, Heinrich und Valentin Möller und Dieter Nöske hier schwer zugange. Betreut werden die meisten von Orgelbau Rotenburg an der Fulda; einige auch von Orgelbau Waltershausen.


Eine Antwort auf “Bechstein Möller Orgel Wehrkirche Niederellenbach Alheim Hessen”

  1. Bernd Genz

    Spannend! Johann Friedrich Schulze (1793–1858) war ein bedeutender deutscher Orgelbauer aus Thüringen. Er begründete die internationale Berühmtheit der Orgelbauerfamilie Schulze, die 1826 ihren Hauptsitz im thüringischen Paulinzella bezog.

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