10. Juni 2026: Wenn du sprichst, wacht mein buntes Herz auf. Alle Vögel üben sich auf deinen Lippen. Immerblau streut deine Stimme…Singen hängt überall an dir… (Else Lasker-Schüler)
Foto: Spieltisch Heinrich Bechstein Orgel Ober-Mossau Johanniterkirche Odenwald
Heute erinnere ich an Elisabeth Gräfin von Ysenburg-Ronneburg, geborene Gräfin von Gleichen-Tonna. Sie lebte im Hochadel vor und nach der Reformation in Thüringen. Die ehelichen Verbindungen waren politisch. – Und an Christine Lavant, 1915 geboren, Lyrikerin. Oft vergessen. Und doch so gut.
Ich las gerade von dem norwegischen Schriftsteller Trygve Gulbranssen die Heimat-Novelle Heimkehr nach Björndal von 1935. Es ist eine der vielen berührenden Variationen vom Gleichnis Der verlorene Sohn – diesmal eine alte nordische.
In den wirklich guten Gedichten und Geschichten ist immer von Farben, Gerüchen und Lauten die Rede, von inneren Dingen und von Musik, von Rhythmus. – Bei Georg Trakl besonders zu finden. Für mich ist das alles auch oft eins. Es ist die altbekannte Witterung nach richtigem Wald …
Nicht empfehlen kann ich die Einheitsübersetzung der Bibel, die frauenfeindlich ist: Die sprachliche Selbstoffenbarung Gottes und alle Gottesnamen ohne geschlechtliche Festlegung aus dem original hebräischen Text wurden fast komplett gestrichen und monoton in HERR verwandelt. Aus dem wichtigen hebräischen Gottesnamen Ich bin wurde einfach „Der Ich bin“ gemacht; Überschriften hinzuerfunden, die nur ein männliches Ich verorten. Frauen werden marginal und tauchen nur am Rande auf. Gott wird Mann. Ausschließlich Mann. Im Grunde ist es eine Irrlehre, in der Gott ausschließlich Mann ist oder eine Heilsgeschichte nur für Männer geschrieben oder eine Ideologie, in der nur eine einzige Frau von Wert und Bedeutung ist. Denn es ist falsch. Gott-los. Und wir sehen ja auch, wohin uns diese Irrlehre geführt hat: Kreuzzüge, Machtmissbrauch, Ablasshandel, Hexenverbrennungen, Misshandlungen, Mord, Gewaltstrukturen, Vergewaltigungen…
Wir sehnen uns nach dem richtigen Wald. Und so sehnen wir uns auch nach dem richtigen Glauben und nach der richtigen Übersetzung der Bibel. Das Modell des herrschenden weißen alten männlichen Menschen auf Gott aufzudrücken, ist bedenklich. In der Einheitsübersetzung werden männliche Begriffe patriarchal gebraucht, als ob Gott ein weißer alter feudaler Patriarch oder Sippenoberhaupt mit Bart wäre, der Frauen als „Nicht-Männer“ unterdrückt und ausgrenzt. Und das alles ist schon ganz normale Tradition geworden in und um Kirche, dass es kaum mehr auffällt.
Aber wenn Gott wirklich spricht, leuchten die Herzen; wir fühlen uns alle hingezogen; er lockt und ruft uns; es ist Jesus, die die Frauen am Grab trifft; er redet zu Marta und Maria, und sie sagen: Wenn du sprichst, wacht mein buntes Herz auf. Alle Vögel üben sich auf deinen Lippen. Immerblau streut deine Stimme…Singen hängt überall an dir…
Die Dispositionen, Akustik und Fotos sind hier zum ersten Mal im Netz:
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Ich bin Deep Fake
deep: na, so tief können nur wenige sinken
Kirchenmusik im Zwangsmodell einer untertänigen Gesellschaft: nach oben buckeln, zur Seite treten.
Bei L‘OREAL heißen die teilnehmenden Frauen „Probanden“.
Männer nennen sich auch selbst gern Herr … Selbst der dümmste. Wann wird das mal abgeschafft oder verboten?