24. Mai 2026: Gesegnete Pfingsten!
Foto: Steinmeyer Orgel Darmstadt Johanneskirche Konzert 2026
Große symphonische historische Steinmeyer Orgel op. 1831 von 1959, ev. Johanneskirche Darmstadt, 3 M, 45 R, Denkmal-Orgel, elektropneumatische Taschenladen, Walze, Schweller, großes Rückpositiv
Das mächtige, wellenförmige Nacktpfeifen-Instrument steht auf der breiten Westempore in der hellen großen Kirche.
Mein Konzert gestern hier in Darmstadt war sehr schön. Ich habe alles autark gemacht, geblättert, registriert, manuell. Die Setzeranlage kommt 2028, da die Orgel bald von Orgelbau Fleiter saniert, erweitert und mit einem neuen Spieltisch versehen wird, evtl. auch unten mit einem mobilen. Ich freue mich, noch auf dem alten, rechts freistehenden weißen Denkmal-Cockpit-Spieltisch konzertiert zu haben.
Die nackten Pfeifen sind so schwer auf dem roten Sockel, dass sich dieser beinahe neigt.
Besonders gefallen mir die beiden Tremulanten, einer im SW oben und einer im Rückpositiv unten, der einem Kino-Synthesizer-Tremulant gleicht, da sehr schnell. Der im SW ist sehr langsam und zart. Jemand fragte mich nach dem Konzert, ob ich einen Synthesizer zusätzlich benutzt hätte, denn vor allem mit dem Krummhorn klingt der Tremulant wundervoll heftig.
Genial ist auch die Trompete, die ich solo zu Pfingsten in Scheidemanns „Komm, Heiliger Geist“ verwendet habe. Manche dachten, ich hätte einen realen Trompeter dabei. Der Choral klingt wunderbar nach Renaissance.
Alle Zungen waren top gestimmt von Ben und seinem Vater. Das Pedal ist intensiv bestückt. Ich ging richtig auf in der Fuge BWV 542. Mit dieser Orgel macht es Spaß, alles richtig aufzubrezeln. Allerdings schätze ich auch hier die zarten Flötenuhr-Klänge. Überall gab es singende 4- und 8-Füße.
Die Orgel hat sowohl romantische (französische) als auch neobarocke Facetten. Das ist schön bei Steinmeyer-Orgeln. Man weiß, was man bekommt. Sie haben einen stabilen Typus.
Die Bank stand auf Holzbrettern; was ich spät „registrierte“; beim Versuch, diese zu verschieben, stand die Bank kurzzeitig schief, während ich spielte. Ich hatte den Eindruck, das Pedal schien dadurch schief.
Ich wurde mit einem Beamer nach unten gebeamt. Vorher waren wir lecker beim Italiener, ich bekam danach Wein und Erdbeeren. Nun bin ich unterwegs zum nächsten Konzert in Olpe.
Ich habe schon viele Steinmeyer Orgeln gespielt, aber diese hat mir mit am besten gefallen.
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Ist schon ein tolles Instrument aber etwas weich gespült, eine Orgel muss dominieren und einschüchtern!