4. Mai 2026: … Aber innerhalb der Stumm-Family tönt jede Orgel sehr individuell.
Foto: Konzertsaal CZR Reutlingen Piano Recital 2026, Yamaha C Flügel
Mein Klavierabend in Reutlingen gestern war schön und sehr gut besucht. Ich spielte im schönen Saal Schuberts Impromptus op. 90, seine Wanderer-Fantasie, Chopin, Bach, Beethoven Waldstein Sonata op. 53 und meine eigenen Kompositionen und meine Himmelslieder. Es hat mir viel Freude gemacht, zwischendurch mit dem Funk-Mikrofon etwas zu den Stücken und zu mir zu erzählen. Die Leute mögen meine, wie sie sagen, authentische, spontane, kindliche und erfrischende Art auf der Bühne gern. Eine Dame berichtete mir hinterher, sie hätte dadurch einen neuen Zugang zur sog. klassischen Musik bekommen.
Meine Hände nach einem Klavierabend sind heiß wie ein Backofen und erhitzen meine ganzen Körper.
Ich wohnte in Mähringen bei Tübingen; ich habe in Reutlingen schon oft gespielt; im Saal der CZR, u.a. in der Stadthalle und im Spitalhof-Saal. Die Menschen in Reutlingen hier sind sehr herzlich und gastfreundschaftlich, was eher aussergewöhnlich im oft knausrigen Baden-Württemberg ist. Es gehen jeden Sonntag 500 Leute in die Gottesdienste im CZR!
ps: Wie Stumm intoniert hat, wissen wir leider nicht. Die Orgel in Herrstein wurde von Rainer Müller restauriert. Müller hat die Orgel in Herrstein bis an die Grenzen intoniert; recht laut „aggressiv“; direkt und obertönig: die Akustik ist bei voller Kirche trocken. Die Orgel ist fast zu groß für die Kirche. Die Stumm-Orgel in Spabrücken ist viel weicher intoniert.
Die Stumms haben ab ca. 1780 große ein-manualige Orgeln gebaut, seitenspielig mit vielen geteilten Schleifen (zwei Züge für ein Register). Die Orgel in Herrstein ist ein Kind ihrer Zeit und eine der ersten ganz großen, aber ein-manualigen Orgeln. Sie ist so groß, dass aus ihr locker eine zweimanualige Orgel hätte gemacht werden können.
Für mich gibt es a keinen „typischen“ Stumm-Klang innerhalb. Alle Stumm-Orgeln klingen sehr unterschiedlich, auch in ihrer Direktheit und Obertönigkeit.
Allerdings ist der Stumm-Klang im Vergleich zu anderen Orgeln typisch und eine Marke: der typische Prinzipalklang, typischer Klang für die Gedackten (Hohlpfeife, Flöte…), typischer Klang der Gamba und der Trompeten.
Viele Orgelbauer haben diesen Vorreiter-Klang später ähnlich nachgemacht und sich an Stumm orientiert, bis im 19. Jahrhundert die Orgel-Romantik anbrach. Aber innerhalb der Stumm-Family tönt jede Orgel sehr individuell, allein schon wegen den unterschiedlichen Räumen.
Das wichtigste Register einer Orgel ist der Raum.
Der kleine Stummel-Notenständer in Herrstein ist sehr weit oben. Der mechanische Tremulant ging leider nicht.
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Ann Helena plays the Goldberg Variations with the greatest ease, very transparently and virtuosically.
Könnte ich nur Orgel spielen
Du bist Wissenselite
In Zweibrücken hat sie es nicht unter die 6 eingeladenen geschafft, berichtete mir Oliver Duymel unter der Hand, weil sie Heidelberg und einige Macht-Männer kritisiert hat. Woher weiß Duymel das eigentlich? Dabei wäre sie künstlerisch eindeutig die Beste gewesen. Jedenfalls viel besser als der Olli und als der Vorgänger dort.