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J.S. Bach – Präludium B-Dur BWV 866 WTK I Nr. XXI 21 in St. Petri Hohenmölsen, Ladegast Orgel, AHS
Mein Weg mit der Orgel (12): – kleiner Ausflug zwischendurch – morgen geht es weiter –
Heute war ein schöner, voller Tag, daher komme ich erst jetzt dazu, weiter zu schreiben. Denn heute hatte ich das Interview für den Wochenspiegel hier in Hohenmölsen in St. Petri – auch mit Video und Orgelspiel an der wunderbaren Ladegast Orgel, die ich ja schon kenne. Zudem habe ich auch eigene Videos dort gemacht, siehe oben. Es kommen noch mehr Videos.
Es war eine schöne Ladegast-Zeit, diese drei Tage hier, mit vier wunderbaren Ladegast-Orgeln. Morgen fahre ich heim.
Besonders schön war das Spielen heute an der wundervollen Ladegast Orgel in Braunsbedra in Sachsen-Anhalt in der Erlöserkirche im Burgenlandkreis/Saalekreis zwischen Weißenfels und Naumburg, bei Merseburg. Meine erste Begegnung mit dieser wunderbaren Ladegast Orgel! Meine 13. Ladegast. Ich sammle sie sozusagen. Braunsbedra ist mit 10.000 Einwohnern ungefähr so groß wie Hohenmölsen. Die schöne alte graue Steinkirche in Braunsbedra ist stark mit Wein und Efeu bewachsen und besitzt einen schönen Turm. Auch das benachbarte Roßbach hat zwei wunderschöne solche Kirchen (aber ohne Ladegast). Ich mag demütige Kirchen dieser Art ohne Werbung und Shop: einfach, duftend nach Holz, sauber, gepflegt, ohne viel Theater und Gedöns, einfach für Gott und die Menschen. Echte Kirchen. Und inmitten bzw. oben steht ein Wonneproppen an Orgel, edel, kompakt, frisch renoviert, liebevoll für sie gespendet, und niemand hängt sich selbst dafür an die große Glocke oder in den Mittelpunkt und lässt sich feiern und andere nicht ran. Kantoren, die nur ihre Spezis an die Orgel lassen, nehmen die Hölle mit in die Kirche.
Die Ladegast Orgel in Braunsbedra ist optisch anders als die weiße Ladegast Orgel in Hohenmölsen, sie ist rund, gewölbt, braun – und dennoch ähnlich, will sagen, die Anordnung der Pfeifen, das Gesicht der Orgel, die Gesichtszüge sind ähnlich. Man merkt die Verwandtschaft: Die edlen, markanten, geschmackvollen Gesichtszüge. Und spätestens oben am Spieltisch sieht frau sofort, mit was und wem sie es zu tun hat: Mit Ladegast: (HERZ) Der charakteristische Lackspieltisch, der mich so an Steinway erinnert, mit weißen Elfenbeintasten (oder Holz), die dicken, sinnlichen schwarzweißen Registerknöpfe. Und dann natürlich der charakteristische Klang: warm, süffig, mit duftigen Flöten, samtenen Achtfüßen, grundtönig, maskulin im positiven Sinne. Tragend in sprechender, samtig-trockener Akustik (niedrige, schöne Holzdecke). Wunderbare Doppelflöte, Zartflöte, Nasard. Zwei Manuale, Pedalkoppel, Manualkoppel, Traversflöte, schöne Vierfüße, dunkle Schokolade in der Mixtur und im Pedal. Das HW ist meist schwergängig. Stört mich nicht. Im Gegenteil. Umso fluffiger ist das OW, leicht zu spielen. Das Pedal ist schlicht, gerade, klar.
Ich nahm etwas Bach auf, dann fuhren wir zum Fußballspiel. Leider konnte ich das Schwedenspiel nicht sehen wegen meinem Interview, aber es freut mich sehr, dass Schweden Gruppensieger geworden und weiter gekommen ist. Das Spiel der Deutschen gegen Ungarn konnte ich sehen, und ich freue mich, dass auch Deutschland weitergekommen ist. Die Ungarn waren sehr gut. Dennoch: Fußball kommt mir vor wie das Spiel von und für kleine Jungs. Etwas kindisch. Doch dass Fußball für manche Fans wie der Sinn des Lebens zu sein scheint, ist… Zudem: Nirgendwo auch nur der Hauch von Weiblichkeit (Kommentatoren Männer, Männergesang, auf dem Platz nur Männer usw., die Diskussionen hinterher nur Männer usw.) PUUUUH! Winnie the Puh.
Ich nahm Bach auch an der wundervollen Ladegast Orgel in Weißenfels in der St. Laurentius auf. Hier ebenfalls das Charakteristische, wie oben erwähnt. Die Orgel ist optisch der Hohenmölsener ähnlicher, spitz zulaufend, doch braun. Alle drei eben erwähnten haben in der Mitte den weißen Schmuck, wie eine Kette oder geschmückte Einkerbung. Ladegast ist für mich ein echter Künstler.
Mittags tranken wir Bibop, das gibt es nur hier: Cola mit Schwarzbier, und zwar Köstritzer. In Bad Köstritz (Thüringen) ist Heinrich Schütz geboren. Daher mag ich dieses Bier, auch wenn ich Bier nicht mag. Weil ich Schütz mag.
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Natürlich war das Verhalten der Dozenten in Heidelberg deswegen so, weil ich erstens außerhalb des Systems war (bewusst) (siehe Teil 1 und 2). Und zweitens, weil ich mich beschwert hatte über Machtmissbrauch, was sicher noch niemand zuvor gewagt hatte. Sie hatten wahrscheinlich Sorge, dass ich zu viel mitbekommen, aufdecken und mich wehren würde. Ich war froh, dass das WS 2019 losging und ich endlich in einer staatlichen Hochschule sein würde. Dort war das Klüngeln und Mauscheln nicht ganz so schlimm wie in Heidelberg (Kirchenmusikhochschule). Doch für welche Hochschule sollte ich mich entscheiden? Ich beschloss, diesmal eine „geheime Fährte“ zu legen, die Carsten Wiebusch und Stefan Viegelahn oder andere nicht so schnell finden konnten. (Heidelberg hatte Bände genug gesprochen. Und dass sie auch in anderen Hochschulen über mich gesprochen hatten und der Machtmissbrauch nicht gering war, ahnte ich und wurde mir berichtet.) So meldete ich mich nach außen offiziell in Würzburg bei Christoph Bossert an und ließ HfMT Hamburg bei Pieter van Dijk gleichzeitig nach außen verborgen, um mich zu schützen. Ich ahnte, dass es nur eine Frage der Zeit war, dass das Lästern nach Würzburg schwappen würde. So fühlte ich mich wesentlich sicherer, zwei Wege haben zu können. Außerdem konnte ich mich eh nicht entscheiden zwischen Würzburg und Hamburg. Ich komme damit sicher ins Guinness Buch der Rekorde (Wahnsinn, dass das ein Bier gesponsert hat!). Zudem würde ich doppelt so viel lernen und mein Turbo-Studium würde ein Mega-Triplet-Studium werden neben der Promotion, die ich am Laufen hatte. Und das alles rief Hater und Neider auf den Plan. Hätte ich mir eigentlich denken können. Aber ich liebe Abenteuer und Geheimnisse. Es würde zwar sehr anstrengend und etwas verrückt werden. Aber ich war voller Motivation, Feuer und Eifer. Vor allem wollte ich alles über Orgel aufsaugen. Und das tat ich auch. Es war geradezu eine Erleichterung und ein Aufatmen, regelmäßig in Hamburg sein zu können, ohne dass Haifische hinter mir her waren. Irgendwie war Hamburg außerhalb deren Blick. Ein blinder Fleck. Gott schenkte mir eine keimfreie Zone. Einen sicheren Bereich, wo ich ohne Vorurteile sein konnte. Währenddessen wurde Würzburg immer mehr ein Ort des Feuers, aber auch hier lernte ich enorm viel. Seltsam, ich bin bereit, für meine Berufungen sehr viel in Kauf zu nehmen. Ich folge hier meinem Herzen. Da das System ohnehin kein nettes und männliches ist, warum sollte ich nicht außerhalb des engen Beckens wie ein Delphin meine Sprünge und Hüpfer machen? Und ich tat meine Saltos, im Meer, ausgelassen, frei, in der Abendsonne, wohl wissend, immer irgendwie bedroht zu sein und dennoch glücklich über jedes neue Land (Stück, Repertoire, Technik, Orgel)… Stellt euch vor, ich hätte nur das Feuer (Würzburg) gehabt? Dann hatte ich auch noch meine vielen Konzerte. Ich war fast gar nicht mehr daheim. Im ICE schlief ich. Teilweise fuhr ich morgens nach Hamburg (Unterricht) und abends zurück nach Würzburg (Unterricht). Überall war ich emsig. Und am WE Konzerte. Dass ich das alles überhaupt geschafft habe, ist ein Wunder! Morgen berichte ich weiter. ps: Ich komme mir von der Orgel und Musik „besessen“ vor. Wer denkt das noch? Obsession!?
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Von manchen Orgeln bin ich die erste im Netz mit der neuesten Disposition und Video: Zb Steinmeyer Lukaskirche Mannheim, Weigle Mannheim…
Ich freue mich auf die Orgel Radtour mit Thorsten, Archiv Musik und Frau, Interview Zeitzeichen. Fortsetzung 10 kommt morgen im Laufe des Tages.
Mein Weg mit der Orgel (10):
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Durch diese Prüfungsvorbereitung lernte ich meine Liebe zum Dirigieren kennen. Aber wenn man auch noch so begabt ist, man kann nicht alles machen. Es geht zeitlich nicht. Es war dennoch wundervoll und spannend, sich damit zu beschäftigen. Ich merkte bald, dass ich hier genauso begabt war.
Bernd Stegmann, der (ohne je auch nur ein persönliches Wort oder Gruß an mich gerichtet zu haben) sehr voreingenommen gegen mich wirkte aufgrund der Gerüchte von Wiebusch und Viegelahn aus Frankfurt (und das am Ende seines Berufslebens, wo ich mich fragte: Was hat dieser Mensch in seinem Beruf bezüglich Lästern und Gerüchte eigentlich gelernt?) gab mir (durch andere) zwei Wochen zuvor ein „überteuertes“ Stück zum Dirigieren, also eines, das fast jeden Takt Taktwechsel hatte, komplex und schwer war, obwohl ich noch nie zuvor Chordirigieren studiert hatte, was er wusste. Er sprach mit mir über das Stück keinen Ton. Auf was ich achten sollte, was ihm wichtig war, zu sehen oder wer er ist etc. Nichts. Er sprach überhaupt keinen Ton mit mir. Er wirkte auf mich völlig unpädagogisch. Viele Leute sagten mir, das Stück war schwerer als normale Zwischenprüfungsstücke, die jahrelang vorbereitet werden. Man fragte mich: „Haßt der dich?“
Ich ließ mich noch nie von Gemeinheit abhalten oder einschüchtern. Auf diese Weise lernte ich alle Taktarten im Dirigieren kennen und war wirklich entzückt, den Chor dann vor mir zu haben (auch wenn er fast nur aus lästernden Studenten bestand). Es machte mir dennoch erstaunlich Spaß (wieviel mehr unter anderen Umständen) – und ich bekam ein berauschendes Gefühl, so als hätte ich Alkohol getrunken. Ich war im Rausch, so wunderbar war es, menschlich-musikalisches Feedback umgesetzt auf mein Dirigieren zu bekommen. Es war ganz neu für mich. Als würde ich zum ersten Mal einen Salto direkt vom 50-Meter-Brett machen. Vor Leuten, die mich fallen sehen wollten. Für mich wurde der Chor ein Instrument. Irgendwie harmonierte es. Ich sah neugierige Blicke und wollte mich ganz auf die Musik konzentrieren. 40 Minuten vergingen wie im Flug, wie 4 Minuten. Bernd Stegmann aber blieb meiner Meinung nach ungerührt und kalt trotz meines offensichtlichen Potentials, Mutes und Leidenschaft, die ich in der Extremsituation bewiesen hatte. Nach nur 14 Tagen als Neuling so ein Stück zu dirigieren. Sein Versuch, mich reinzureiten, war misslungen. Was ich jedoch schockierend fand: Jemanden nicht mögen wollen, ist eine Sache. Aber Talent bewusst nicht honorieren, ansprechen oder sehen wollen, noch dazu als alter, erfahrener Lehrer, ist eine ganz andere Sache in meinen Augen. Das ist für mich menschlich schwach, armselig, Machtmissbrauch und unmusikalisch. Jan Wilke schien mir wie Stegmanns Hündchen, der, obwohl er zuvor mein Potential mehrfach mir gegenüber erwähnt hatte im Unterricht, plötzlich den Schwanz einkniff, schwieg und sich in keiner Weise traute, gegen Stegmann etwas zu sagen. Er schwieg auch zum ganzen Verlauf, obwohl er mir zuvor und auch hinterher gesagt hatte, wie unfassbar er das Ganze fand, wie es abgelaufen war und dass Menschen bewusst ihre Macht gegen mich eingesetzt hatten. Dass er alles von vorneherein bedenklich fand. Er teilte mir auch hinterher bedenkliche Insider mit. Dennoch war er meiner Meinung nach zu feige, auch nur den Mund aufzumachen gegen das System, weil ihm sein eigener Stand dort das Wichtigste war und er seinen Job behalten wollte.
Fazit bisher (morgen berichte ich weiter): Der Machtmissbrauch an vielen Musikhochschulen in Deutschland erscheint mir immens, besonders gegen Frauen. Sehr junge Studierende können sich meist gar nicht dagegen wehren. Vieles wird unter den Teppich gekehrt und totgeschwiegen. Mitarbeiter, besonders im unteren Bereich, wagen meist nicht, gegen Vorgesetzte auszusagen oder überhaupt etwas zu sagen. Sie schauen auch jahrelang zu, wenn diese mit Mädchen und Studierenden ins Bett gehen. Zudem gibt es starke Männer-Seilschaften, die zusammenhalten.
Wenn frau in eine Männer-Domäne eindringt, Komponistin, Konzertorganistin, Orgelsachverständige oder alles drei, gibt es Attacken von Männern geistlicher Art, weil neues Land eingenommen wird. (AHS)
Heute erinnere ich an Eva Menasse, Ursula Herking, Donna Hay, Lena Dunham.
Das Weiterblättern der OrgeI-lnfo wird noch verbessert. 12 Orgeln sind schon drin. Es folgen noch mind. 441.
Die Fortsetzung Nr 9 folgt im Laufe des Tages.
Neu:
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Das Hochstufen ins 5. Semester KiMu Kirchenmusik sah in Heidelberg nicht so aus wie meine bisherigen Hochstufungen (bis zu sechs Semester), an die ich mittlerweile gewohnt war, die klappten und die ich gemeint hatte: Dass ich hochgestuft werde und in der Zeit danach mich in Ruhe akklimatisieren konnte. Das funktionierte prima. Wie in Frankfurt und später in Würzburg und Hamburg. Dass mir meine Leistungen anerkannt wurden. Doch Gerhard Luchterhand, eng verbunden mit Viegelahn und Wiebusch, und Martin Mautner gedachten es so, dass es unmöglich war, es zu schaffen: innerhalb von 2-3 Wochen (!) sollte ich zwei Jahre bereits nachgeholt haben und in einer Zwischenprüfung vorweisen. Das war natürlich absurd und eine Falle. So hatte ich das nicht gemeint. Das konnte niemand schaffen. Und es ging auch nicht darum, dass ich es schaffen sollte: Im Gegenteil. Es sollte gar nicht funktionieren. Ich war Mautner und Luchterhand ein Dorn im Auge, sie waren unfreundlich, grüßten mich nie, und Luchterhand lehnte mir ab (ohne dass ich ihn je zuvor gesehen hatte), antwortend auf meine private freundliche Mail auf hochoffizielle und unfreundliche Art und Weise mit zig Leuten in Kopie gesetzt, „seine“ Walcker Orgel nebenan kennenzulernen. (Da mutierte aus einer kleinen Frage ein Staatsakt, woran man immer erkennen kann, dass es um andere Dinge geht.) Als mich dann jemand anderes dort hinein- und spielen ließ, war er sauer. Dass ich sowieso längst woanders hin wollte und Aufnahmeprüfungen bestanden hatte, wussten sie nicht. Ihre Angst, dass ich bleiben könnte, war unberechtigt. Gutgläubig ging ich davon aus, dass Menschen nicht so böse und unprofessionell sein würden, mir bewusst eine Falle zu stellen, damit ich scheitern musste. Ein Fehler. Ich bin der Typ Mensch, der jede Herausforderung annimmt und es spannend findet, auch wenn ich etwas Angst hatte. Dass ich einem Männermobb ausgeliefert sein würde, das von vorneherein genau wusste, dass es nicht zu schaffen war und das auch deswegen so geplant hatte, daran dachte ich nicht, das wusste ich nicht. Trotz Jan Wilkes Gespräch mit Martin Mautner eine Woche vorher, dass es nicht zu schaffen sei, ob es nicht andere Wege gäbe, mich hochzustufen, beharrte Martin Mautner dennoch stur auf diesem absurden, meiner Meinung nach rechtswidrigen Vorgehen. Welche Hochschule mit Verstand und Gewissen lässt jemanden ernsthaft und bewusst in zwei Wochen zwei Jahre nachholen und dann zur Prüfung antreten und damit als Lamm zum Schlachter? Mit Fächern, die ich teilweise vorher noch nie hatte? Ich ahnte, wer dahinter steckte, denn Eugen Polus hörte nicht auf, von „Wiebusch und Frankfurt“ zu reden. Dennoch nahm ich die Herausforderung an und machte meine Sache unter diesen Umständen so gut, dass ich es sogar geschafft hätte, wenn man mir wohlgesonnen gewesen wäre. Was man mir jedoch hier eindeutig nicht war. Ich lernte dennoch sehr viel, auch menschlich. Mautner saß mit Grabesmiene in fast jeder meiner Prüfungen (warum?), ohne zu grüßen oder zu lächeln. Er ist ja kein Musiker. Er ist – unfassbar genug – Pfarrer! (Und fährt einen Kleinwagen mit einem Fisch drauf. Dem christlichen Symbol.) Dennoch war er bei mir überall in jeder Prüfung dabei. Da ich hochsensibel bin, irritierte mich sein Verhalten. Später fragte er mich mitten in der Prüfung, von was ich eigentlich leben würde. Er wirkte auf mich neugierig, irritierend, unfreundlich, kalt und siegesgewiss, dass ich es auf keinen Fall schaffen würde/dürfte. Morgen berichte ich weiter. Tatsache ist, sie mussten sich ganz schön anstrengen, damit ich es nicht schaffe. Später machten sie mir sogar noch den Vorwurf, warum ich angetreten sei und gar, es wäre ja meine Idee gewesen.
Und der Tag war Hellas Beerdigung. Sie hatten nichts dazu gelernt.
Grundsätzlich finde ich es befremdlich, wenn verheiratete Dozenten mit Studentinnen Affären haben und Machtpositionen ausgenutzt werden. Wie man so etwas jahrelang tolerieren kann, ist mir schleierhaft.
Nun war ich also in Heidelberg und berichte nun von meiner Zeit dort. 2017 mit der Orgel begonnen, 2019 schon im Konzertexamen KE-Programm. 😊
Was ich in Heidelberg an der HfK (alle hauptamtlichen Professoren Männer, und es gibt keine Frauenbeauftragte) gehört und gesehen habe, fand ich schlimm.
Wenn man in diesem Umfeld jahrelang tätig war wie Wiebusch und Viegelahn, so wundert mich deren Clique und Verhalten im Nachhinein nicht mehr. Stefan Viegelahn holte seinen Buddy aus früheren Zeiten mal gleich ins Boot. Es wundert mich daher nicht, dass deren Abteilung in HfMDK Frankfurt, wo ich studierte, genauso männerdominiert und vervettert war und wurde wie in HfK Heidelberg.
In Heidelberg war es zudem erlaubt, Studierenden Konzerte, CDs und damit deren Erfolg und Lebensunterhalt zu verbieten, was Carsten Wiebusch nach HfMDK übertragen wollte. Es ist ein starkes Machtgefälle. Heidelberg, Frankfurt und die Christuskirche Karlsruhe scheinen eng miteinander vervettert (Nepotismus) und cliquenverflochten, wie man auch an Peter Gortner sehen kann. Es ist Männer-Politik.
Die Hochschule Heidelberg wirkte auf mich wie mit einem „Sekten-Charakter“ versehen, denn es gab starke Cliquenbildungen, Streit… Martin Mautner schien in meinen Augen nichts zu unternehmen, dass diese Dinge an der Hochschule besser wurden, im Gegenteil. Auf meine Kritik reagierte er ungehalten. Wie aus diesem Haus gläubige Kirchenmusiker in den Beruf gehen sollen, ist mir schleierhaft.
Ich verstehe jetzt das Verhalten einiger Kirchenmusiker: Es scheint oft schon in der Ausbildung loszugehen mit Neid, Falschheit, Lästern, Ausschließen, Verurteilen, Kleinhalten etc. Sie kennen es wohl gar nicht anders. Auch Dirigieren wird meiner Meinung nach autoritär gehandhabt.
Dirigieren ist nichts Autoritäres!
Dennoch oder gerade deswegen lernte ich viel für mich dazu.
Negativ in Erinnerung habe ich Eugen Polus, bei dem es mir unverständlich ist, wie man sein menschliches Verhalten jahrzehntelang akzeptieren konnte, das hinterfrage ich; und Bernd Stegmann, bei dem es mir ebenfalls unverständlich ist, wie man sein menschliches, unprofessionelles Verhalten jahrzehntelang akzeptieren konnte. Hier möchte ich lieber keine weiteren Ausführungen machen, so schlimm ist es.
Die Betroffenen wissen genau, was ich meine. Es scheint mir, es gibt gewisses Männer-Verhalten, das als „normal“ gegenüber Frauen angesehen und wo weggeguckt wird. Aber wehe, eine Frau hat „ein Verhalten.“ Da wird darauf herumgehackt.
Menschen, die schweigen und wegschauen und gute Miene zum bösen Spiel machen, nur um auf der Karriereleiter weiter aufzusteigen, sind für mich genauso Täter.
Die Studentin, die sich erhängt hatte, wird mir auch immer in Erinnerung bleiben. Sie muss sehr gelitten haben. Sie erhängte sich impulsiv noch mit Jacke und Schuhe im Kleiderschrank. Ich persönlich kann mir vorstellen, wen bzw. was sie vorher gesehen hat.
Man legte mir dennoch von mehreren Seiten ans Herz, Kirchenmusik zu studieren, um einen Unterschied zu machen. Die meisten sind ja völlig unchristlich in diesem Terrain. Wie es weitergeht, berichte ich morgen.
Orgel und Summen:
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Sie ist noch neu, wenn euch Fehler auffallen, mir gleich sagen 🙂
Finde deine Favoriten-Orgel, jeden Tag kommt eine neue hinzu. Dispositionen, Spielhilfen, meine persönliche Note, Klang, Fotos und Videos.
Mein Weg mit der Orgel (7):
Nun, da meine Prüfung (Gesamtnote Zeugnis sehr gut) auf diese Weise so mitten außerhalb der normalen Prüfungszeit gefallen und ich mit dieser ausgelastet gewesen war, waren alle Deadlines für das Sommersemester bereits abgelaufen. Mir blieb nur, mit Ausnahmeregelung, die HfK Heidelberg für das SS 2019, da Carsten Klomp einen netten Eindruck auf mich gemacht hatte. Er war der externe Prüfer gewesen. Zum WS wollte ich dann aber auf jeden Fall zu einem bekannten Prof. an eine staatliche Hochschule wechseln und machte dafür einige Aufnahmeprüfungen. Dass ich zu KE Konzertexamen in Heidelberg eingestuft wurde dieses Sommersemester lang, war mir eine Ehre, denn ich war somit von Bachelor direkt zu KE Konzertexamen gesprungen, was es so zuvor sicher auch nie gegeben hatte.
Ich hatte für das Semester ein externes Stipendium. Und anfangs war es nett in Heidelberg: Die Kirchen, die Orgeln, die Stadt, Unterricht bei Klomp. Es gab einen Gottesdienst mit Abendmahl in der Hochschule. War mir neu so. Alle waren nett, dass ich mich fragte: Wo ist der Haken? Den fand ich dann auch: Diese Hochschule für Kirchenmusik Heidelberg kam mir schnell wie ein enger, kleiner Lästerpfuhl vor, denn nichts konnte wohl für sich behalten werden. Jeder schien alles wissen zu wollen und auch im Leben der anderen, vor allem in meinem herumschnüffeln zu wollen, aus meiner Sicht. Jedes Gespräch im Sekretariat fand bei weit geöffneten Türen statt. Ich kam mir vor wie in einem Internat. Manche schienen in der Hochschule zu wohnen. Ich erwähnte Frankfurt einmal gegenüber einer Studentin. Am nächsten Tag wussten alle Bescheid. Ich wurde ständig neugierig darauf angesprochen. So erfuhr ich auch, dass und wie Wiebusch und Viegelahn beide hier zuvor unterrichtet hatten. Ich konnte mir vorstellen, dass es diesen nicht recht war, dass ich in Heidelberg gelandet war. Würde ich denn nie von diesen frei kommen? War ich vom Regen in die Traufe gekommen? Oder besser, von der Traufe in den Regen. Christlich kam mir diese meine erste Kirchenmusikhochschule in keiner Weise vor. Im Gegenteil. Dazu morgen.
Wie erfolgreich ein Geschäft auch immer zu sein scheint, es wird noch erfolgreicher sein, wenn es die weibliche Sichtweise berücksichtigt. (Olive Dennis)
Ich freue mich über die vielen Gratulationen zu meinem HH-Master. Hunderte! Danke! 🙂
Ob ich manchmal „orgelweltunwissend“ bin? Aber das ist auch besser so. Natürlich sind Kritiker keine Hater. Das kann ich differenzieren. Das ist ein großer Unterschied.
Ich freue mich, dass es wieder mit den Konzerten normal wird.
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Sorry, dass ich etwas spät dran bin mit der Fortsetzung, aber es ist gerade sehr viel mit der Promotion… Heute wieder Seminar online.
Ich spielte also eine sehr gute Prüfung, und das, obwohl ich am Tag zuvor noch einen Klavierabend hatte (schaut in meinen Termin-Kalender 2019) und ich in der Kirche auf dem Sofa übernachtete, neben der Prüfungsorgel.
Dennoch versuchten wohl gewisse Männer noch immer mit einem letzten Versuch, so meine Sicht der Dinge, mein Zeugnis zu verhindern.
Obwohl ich zu diesem Zeitpunkt bereits promovierte und meine Magisterarbeit, Masterarbeit und Diplomarbeit geschrieben hatte, bestand Ernst August Klötzke darauf, dass ich meine Bachelorarbeit schreiben solle, es sei ja nur ein erweitertes CD-Cover. Da müsse mir nichts anerkannt werden. Perfekt, dachte ich, immerhin bin ich wahrscheinlich die Einzige, die zu ihrer eigenen zu diesem Zeitpunkt real existierenden Orgel-CD (siehe in meinem Shop) ein “erweitertes Cover” zu meinem real existierenden Cover als Bachelor-Arbeit schreiben kann. So würde ich die CD gleich mit vorlegen. Das Corpus Delicti.
Und es kam, wie es kommen musste: Ernst August Klötzke, in Kontakt mit Riemer, Wiebusch und Viegelahn, fand mein erweitertes Cover nicht gut genug. Immerhin ging es hier ja um das Brennstoffmaterial, meine CD, an der sich alles entzündet hatte (zumindest von außen). Ich hatte das Gefühl, ich hätte auch doppel-promoviert sein können, meine Bachelorarbeit wäre nie gut genug gewesen. So mussten zwei (!) weitere Gutachter prüfen, die diese meine Bachelorarbeit dann auch absegneten. Eine Note brauchte es hier nicht. Als ich dann endlich mein erstes sehr gutes Orgelzeugnis in Händen halten konnte, dachte ich, wtf, und dann gab es erst mal eine Party. 🙂 Her mit der Whisky-Flasche!
Insgesamt wurden wirklich bisher Hebel in Bewegung gesetzt, um mich zu stoppen. Scheint also irgendwie sehr wichtig zu sein. Sonst hätte man sich nicht solche Mühe gegeben, mich aufzuhalten. Also dachte ich: Jetzt erst recht. Und wie es weitergeht: Morgen.
Wenn die Welt gerettet werden kann, dann nur von den Widerspenstigen. (Gide)
Wunderschöne Hey Orgel St. Matthäus Markt Einersheim
Mein Weg mit der Orgel (5):
Nun begann ein spannendes halbes Jahr mit guten Lehrenden. Ich nahm an Meisterkursen teil bei Hans-Ola Ericsson in Stockholm und Regensburg, durch den ich sehr viel lernte, der mich versteht und ein Herz wie Butter hat. Ich bekam auch viele private Stunden von ihm via Zoom.
Ich war so eifrig, dass ich oft das Gefühl hatte, ich bin eine Frucht, die gleich aufplatzt, wie ein Granatapfel, der überall seine Kerne versprüht. Ich wurde von mindestens 10 Professoren unterrichtet, also jede Woche woanders, und überall lernte ich Neues, in diesem halben Jahr so viel wie andere in 3 Jahren. Es war für mich ein großer Gewinn; ich verstand mehr und mehr, was Orgel ist.
Auch wenn ich teilweise Konträres, Komplimentäres lernte, öffnete gerade dies die wichtigsten Erkenntnisse. Ich reiste überall begeistert, konzertierte weiter, meine erste Orgel-CD kam heraus (Bach zwischen Lübeck und Paris), und ich bekam überall die Unterschriften, die ich für mein Zeugnis brauchte. (Eigentlich hätte die CD: Bach in Spanien heißen sollen 😊)
Was mir auffiel: Bevor Wiebusch und Viegelahn nicht wussten, dass und wo ich war, waren alle diese anderen Lehrer sehr nett zu mir, interessiert, sogar begeistert. Sobald sie aber erfuhren, wo ich unterrichtet worden war… Carsten Wiebusch wollte mir Videos, Konzerte und CD verbieten und nötigte mich sogar, mich sonst nicht mehr zu unterrichten.
Doch kaum hatten Wiebusch und Viegelahn erfahren, wo ich war, veränderten sich einige diese Lehrer im Nachhinein mir gegenüber, besonders deutlich zu sehen bei Martin Schmeding in Leipzig und Gerhard Gnann in Mainz.
Eine der größten Hilfen und ein wunderbarer Lehrer war Frank Scheffler, der mir für meine Bachelor-Prüfung blätterte, Tee mitbrachte und absolut verlässlich war. So hatte die HfMDK jedenfalls eine große Anzahl der besten Unterschriften des Landes (und darüber hinaus). Ich hatte das, was ich vorweisen musste, um ein Vielfaches überschritten.
Die Professoren schrieben mir wunderbare Dinge, unter anderem, dass es eine Ehre war, mich zu unterrichten. Aber am meisten bin ich, wie gesagt, dankbar für Frank Scheffler. Ich bekam den Prüfungstermin Februar 2019, es wurde ein externer Prüfer eingeladen aus Heidelberg: Carsten Klomp. Wiebusch und Viegelahn versuchten wohl noch alles, dass ich im Saal spielen muss, obwohl alle andern Prüflinge in einer der besseren Kirchen in Frankfurt spielen.
Auch dafür musste ich kämpfen, die gleichen Bedingungen zu erhalten wie alle anderen. An einem sonnigen Tag spielte ich meine Prüfung sehr gut nach zwei Semestern Turbo-Studium, Note 1,4. Als ich zurückkam in die Hochschule, gratulierten mir wildfremde Menschen, und die Frauenbeauftragte, die zuvor noch nie in einem solchen Konzert war, hatte Tränen in den Augen. Danke, Gott, dass du mir im Angesicht von Diskriminierung und Frauenfeindlichkeit geholfen hast!
Wunderschöne Hey Orgel St. Matthäus Markt Einersheim
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Um die Orgel sind meine Kränze des Klangs und Haars geschlungen. (AHS)
Ich verfolge nur die Fußballspiele Schweden und Deutschland, zumindest frage ich nach den Ergebnissen hier.
Meine Lieblingscreme ist zur Zeit Dr. Grandel.
Anbei die wunderschöne Steinmeyer Hey Orgel in Hüttenheim Franken: Zwei Werke aus dem WTK I: Das Wohltemperierte Klavier.
Die Johanneskirche in Hüttenheim ist eine wunderschöne Kirchburg, gepflegt, inmitten Fachwerkhäuser und Felder in der Sonne, trockene schöne Akustik; ich bekam einen wunderschönen Blumenstrauß nach dem Konzert. Ich bin immer enttäuscht, wenn es nach einem Konzert keine Blumen gibt.
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Nachdem ich merkte, dass Wiebusch mich schnitt und ich die Hochschulleitung in meiner Not um Hilfe bat, musste ich bis Oktober warten, um zu erfahren, was los ist. Es ist nicht so leicht, gegen ein System anzugehen. (Zudem fiel ich so dermaßen aus der Norm, was für manche ein Problem ist: Sicher gab es in der ganzen Hochschule niemand, der so viel studiert hatte wie ich – und zudem dennoch immer noch aussah “wie 17”, laut Manfred Gerhardt.) Obwohl ich bemüht war, mich so gut es ging an die Norm anzupassen, nervte mich die Norm auch. Was hat Kunst mit zu viel Norm zu tun? Warum muss ich beispielsweise Angst haben, mein Alter zu nennen, aufgrund von Diskriminierung? Warum wurde ich trotz meines Könnens von Menschen unterdrückt, die bei weitem nicht so viel geleistet haben wie ich? Ich hatte in meiner Hochstufung nicht nur wahnsinnig schnell zu lernen (in einem Haifischbecken), nicht nur zwei Instrumente professionell zu konzertieren, ich habe in der Zeit weiter promoviert und einen Roman, ein Auftragswerk (Frei wie die Vögel) in drei Monaten geschrieben und veröffentlicht. Wenn Wiebusch und Viegelahn mangelnden Respekt sich gegenüber beklagten, so sollten sie, wie ich finde, doch die Ersten sein, Respekt zu zeigen. Stefan Viegelahn ist auf YouTube kaum vertreten. Da ist es leicht, zu kritisieren. Es war mir persönlich klar, dass ich Wiebusch zu unbequem geworden war und er meiner Meinung nach Gründe suchte. Zudem wollte ich dringend weg von ihm, aber meine Hochstufung nicht verlieren. Es gab aber im Haus keinen anderen Professor. Ich schlug vor, meine Prüfung noch weiter vorzuziehen und selbst Professoren zu suchen, die mich unterstützten. So beschlossen wir es. Ich muss hier betonen, dass die Kanzlerin Kathrin Schwalb trotz allem nett war – und wirklich Rettung in der Not war die Frauenbeauftragte Sabine Rosenberger. So erlebte ich endlich, dass Frauen anderen Frauen in einem Männer-Haifischbecken nichts Böses wollen. Aber was ich vor allem deutlich spürte: Gott würde mir helfen. Ich wusste es, als ich das Zimmer der Kanzlerin verließ. Es ist ein enormes Gefühl, wie in Psalm 23, inmitten von Feinden gefüttert zu werden von Gott. Zu leiden und dennoch wie auf Wolken zu schweben, weil der Größte aller Künstler alles under control hat? Ich berichte morgen weiter. ps: Kennt ihr die Tier-Videos auf YouTube, in denen Tiermütter ihre Babys verteidigen? Wie süß das ist? So kam ich mir vor mit Gott. Er zog mit seiner großen Schnauze die Decke über mich und bellte jeden an, der mir böse zunahe kam. Oder wie sagte Einstein zu schön: Gott ist raffiniert.
Eure Orgeline
Von Daniel Kunert, die schöne Seite: Meine heiß umneidete Vita:
Blaue Blume, die leise tönt in vergilbtem Gestein. (Georg Trakl)
Ach, den lieb ich. Die verborgene, zärtliche Trauer.
Diesmal ein Vormittags-Blog. Sehr schönes Konzert gestern, sonniges Wetter. Wunderschöne Steinmeyer 1855, klein, aber fein, von Hey restauriert. Ich hatte nackte Füße und musste zum Verbeugen um die Kirche herum, auf den Steinen. Am Flügel: Aufstehen. Verbeugen. An der Orgel: Sprint um die Kirche herum.
Fotos an der Orgel sende ich morgen. Aber auf facebook habe ich sie schon gepostet.
Ich habe an dieser Orgel auch meine Lieder gesungen. Das war neu. Danach waren wir etwas essen. Mit lieben Menschen. Auch im Garten. Manche sind 4 Stunden angereist. Franken lag friedlich inmitten sonniger Felder. Und die schöne Hey in Einersheim. Kleinod. Unvorstellbar, dass so viele alte schöne Orgel-Gehäuse unbekannt und anonym sind.
Mein Weg mit der Orgel (3):
Ich beschloss, zu prüfen, ob es Carsten Wiebusch um mein Wohl ging oder um meinen Schaden, als er meine künstlerischen Tätigkeiten an der Orgel inklusive CD zu verbieten versuchte. Er wollte zudem, dass ich meine damaligen YouTube Videos Orgel löschte. Dass dieses Verbieten nicht rechtens und respektlos war, ahnte ich – und hätte sofort Hilfe holen müssen, aber ich appellierte in mir an das letzte bisschen Vertrauen, dass ich ihm gegenüber hatte, und dachte: „Ich schaff das schon alleine mit ihm. Er ist mein erster Orgel-Prof und hat bei mir einen Stein im Brett!“ Außerdem riet mir Manfred Gerhardt zum Durchhalten.
Ein Fehler.
Ich beschloss, ich würde Wiebusch die CD-Aufnahme senden. Er könnte mir dann ja Feedback geben, wie er es fand, ob es zum Veröffentlichen gut sei oder nicht. Aufnehmen an sich könne er ja nicht verbieten. Dass er mir „seine“ Orgel zur Aufnahme nicht geben wollte, kam mir schon bedrückend vor, denn ich spielte Liszt B-A-C-H bereits sehr gut und hatte mit CD-Aufnahmen bei Hänssler Classic seit Jahren Erfahrung. Aber er wollte mich nicht fördern.
Mein erstes Youtube Orgel-Video im ersten Semester wurde von den Männern der Orgelklasse angefeindet: „Wie kannst du schon ein Video machen im ersten Semester?“ Dies:
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Die letzte Stunde vor den Sommerferien kam. Theoretisch war ich nun gerade erst am Ende des zweiten Semesters, jedoch hochgestuft ins sechste. Wiebusch sagte während der Stunde kaum einen Ton, ließ mich spielen, wirkte auf mich beleidigt, stur und abgelenkt. Meine Fragen beantwortete er nicht, sondern sagte: „Einfach machen.“ Und grinste.
Ein klärendes Gespräch mit ihm war völlig unmöglich. Das, was unter Männern so einfach geht, nämlich reden, wenn es einen Konflikt gibt, ist für eine Frau wie mich schier unmöglich. Er reckte das Kinn weit in die Höhe und wurde noch viel größer als ich. Dennoch schien er Angst vor mir zu haben. Wie sollte ich hier zu einem normalen Gespräch kommen? Ich versuchte es zweimal vergeblich.
Ich wandte mich schließlich an Stefan Viegelahn. Keine Reaktion. Die beiden waren hier aus meiner Sicht keine zwei voneinander unabhängige Personen, sondern eine recht geschlossene (und zudem auch aus meiner Sicht ungute) Seil- oder Kollegschaft. Von Viegelahn war keine Hilfe zu erwarten. Im Gegenteil. Er schwieg oder wiegelte mich ab. Mir kam der Gedanke, dass das Verbieten vielleicht von ihm ausgegangen war, denn mit Wiebusch war etwas völlig anderes ausgemacht gewesen, woran er sich auch 7 Monate hielt. Viegelahn aber war der Boss der Abteilung, der Wiebusch ins Haus geholt hatte.
Um das freiwillige Wahlfach Hammerklavier versuchte ich noch am Tag der Deadline vor den Ferien zu kämpfen, da ich wunderbare Stunden bei Christensen gehabt hatte und er mich weiter fördern wollte. Aber Wiebusch hatte längst Kontakte zum Riemer-Verwaltungs-Büro geknüpft. Er weigerte sich, mir das Fach zu erlauben. Wie er ja zudem bereits angekündigt hatte, er würde mir nichts mehr unterschreiben oder mich unterrichten, wenn ich weiter konzertierte. Aber Konzertieren ist ja mein Beruf, und die Orgel mein neues Metier. (Für jedes Wahlfach braucht man die Unterschrift des Hauptfach-Lehrers.) Ich hatte dem Büro davon berichtet.
Aber mir wurde dort nicht zugehört, sondern noch ein Strick daraus gedreht, dass ich dennoch dieses Fach Hammerklavier richtig wollte und darum bat, Wiebusch zu kontaktieren. Anatol Riemer wollte gar nicht groß mit mir sprechen. Die Männer-Hierarchie in den Hochschulen ist in meinen Augen stark. (Dass Anatol Riemer eigentlich Musikwissenschaftler ist, habe ich heute erst gelesen. Wahrscheinlich ist es nicht sonderlich erfüllend, als promovierter Musikwissenschaftler in einer Verwaltung zu sitzen, die Wahlfächer zuteilt und Buchhaltung macht, was wann wie finanziert werden kann. Zudem hatten wir einen Rocky Start, von dem Wiebusch wusste: Riemer wollte mir keinen Wahlfach Gesangsunterricht zuteilen lassen, außer ich würde am Chor teilnehmen. Aber ich hatte schon zig Semester Chor gehabt – gefühlt 199 – , was ich vorlegte.)
Dass ausgerechnet in einer Musikhochschule nicht verstanden wird, dass es Künstlerinnen gibt, die tatsächlich (!) von und für ihrer Kunst leben (wozu Künstlerische Orgel studieren, wenn ich nicht konzertieren darf?) (und Konzertieren ist für mich so normal wie Atmen) kam mir spanisch vor. Apropos Spanien:
In den Ferien reiste ich nach Spanien und nahm auf. Es war wundervoll. 44 Grad, Meer, Salz, Sand, Sonnenbrand, und täglich 5 Stunden Aufnahme in schweißtriefender Hitze. Ich lernte sehr viel. Spanische Orgeln in Valencia sind toll! 7 Tage! Julian Bewig war super! Top Lehrer! Ich kam nach Hause und sandte Wiebusch begeistert den Aufnahme-Link. Grünes Licht für die CD?
Keine Reaktion. Ich bekam nie mehr eine Antwort von ihm bis heute.
Im September erfuhr ich zufällig von anderen, dass ich nicht auf der Liste des Sommerferien-Unterrichts stand.
Wie sollte es nur im Semester weitergehen? Wie weit würde er noch gehen? Alle Deadlines zum Wechsel waren längst abgelaufen. Und wie würde er meine Prüfung benoten?
Was nun? Das berichte ich morgen.
Bisheriges Fazit: Professoren sollten nicht so handeln und ihre Macht nicht ausnutzen dürfen. Es sollte Studierenden leichter gemacht werden, angehört und ernst genommen zu werden und sich zu wehren.
Musik (auch nicht das Gebiet der Profi-Musik) ist allgemein kein Feld der Eitelkeiten, Zwang, Angst, Verbote, Macht, Abhängigkeiten, Konkurrenz, Seilschaften und Neid! Musik ist nicht nur Business!