20. September 2026
Foto: Kemper Orgel ev. Kirche Peitz Spreewald Brandenburg Niederlausitz
Große schöne Kemper Orgel 1956 / 2006 ev. Kirche Peitz Spreewald Niederlausitz Brandenburg, 3 M, 47 R, über 3500 Pfeifen, Walze, elektrische Trakturen, Glocken, Horizontale
Willkommen im Spreewald!
Diese große, raumbeherrschende Orgel mit freiem Spieltisch ist etwas Besonderes. Sie steht im Landkreis Spree-Neiße, Brandenburg, in der roten Stüler-Kirche im historischen Peitz und ist klanggewaltig und bedeutend. Ursprünglich konzipierte man das Instrument für die ev. Nikolaikirche in Berlin–Spandau, wo sie damals als die bedeutendste Nachkriegsorgel Berlins galt.
Da die Spandauer Gemeinde einen Neubau plante und die Orgel dort nicht mehr optimal in den Raum passte, wurde sie 1995 an die Kirche in Peitz verschenkt und zog nach Brandenburg. Sie hat eine bewegende Geschichte.
Der Transport und Wiederaufbau in Peitz erfolgte 1995/1996 in rein ehrenamtlicher Arbeit durch lokale Orgelfreunde um Orgelbauer Dirk Redies. Zu Pfingsten 1996 wurde sie hier wieder eingeweiht. Sie gehört zu den kirchenmusikalisch wertvollsten und größten Orgeln im Süden Brandenburgs.
Beim Aufbau in der Niederlausitz wurde das ehemalige Rückpositiv als Fernwerk auf der Südempore aufgestellt und eine Spanische Trompete ergänzt – eine für die Region eher ungewöhnliche und klanglich reizvolle Besonderheit. Sie besitzt Schleif – und Kegelladen.
Durch Orgelbauer um Dirk Redies wurde die Kemper Orgel umfangreich umgebaut. Seit dem Umzug wurden viele klangliche Anpassungen und Registeranpassungen vorgenommen, um den Charakter des Instruments stetig zu verfeinern und mit romantischen und historischen Klängen und Zungen zu erweitern. Die ursprüngliche Kemper-Orgel wurde im Geist der „Orgelbewegung“ erbaut, die sich an barocken Klangidealen orientierte. Nun hat sie viele warme Klangfarben, strahlend und edel. Die Akustik ist phantastisch!
Das große sakrale rote Backstein-Gebäude selbst ist das Wahrzeichen der Stadt und ein Meisterwerk des Historismus in der Niederlausitz. Es wurde von 1854 bis 1860 nach Plänen des berühmten preußischen Architekten Friedrich August Stüler im oberitalienischen Rundbogenstil errichtet.
Es ist meine 5. Kemper-Orgel. Sie ist nun eine Art universale Orgel, eine kreative, freie Patchwork-Orgel. Das größte Register misst 5 Meter, der neue Prinzipal 16, welcher aus Holz links an der Orgel seitwärts angebracht wurde und aus dem Dom zu Bergen stammt. Die Westempore ist sehr breit und ausladend, mit Fotos der Jazz-Konzerte und Tischen und Stühlen für Meetings.

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