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Portrait Zeichnung Malerei Ann-Helena Schlüter

Macht nichts, denn das Lied der Zeit stimmt doch ins Halleluja der Ewigkeit. (Brandl)

7. September 2026: Die Orgel ist ein Ruhepunkt, das Nichtalltägliche. (AHS)

Heute waren wir im nahen schönen Hachenburg.

Schöne neobarocke, französisch angehauchte Breil Fleiter Orgel 1972 / 2003 / 2026 im historischen Prospekt kath. Maria Himmelfahrt Kirche in Hachenburg, Westerwald Sieg, 3 M, 47 R, elektrische Schleifladen

Es ist meine 12. Breil-Orgel.

Die Orgel wurde 2003 in die Pfarrkirche Hachenburg durch Dieter Schulte, Kürten, eingebaut. Dies war schwer, denn sie steht recht eng und zusammengepfercht und ist fast eine Qual, sie zu stimmen. Klais betreut die Orgel, da sie auch im nahen Marienstatt die Orgeln betreuen und nebenan in der Schlosskirche eine Klais-Orgel steht.

Jedoch: Der Einbau einer Konzertsaalorgel in ein historisches Kirchengehäuse ist ein echtes Meisterstück der Orgelbauer!

Ursprünglich wurde die Orgel für Recklinghausen gebaut. 2026 wird die Orgel gereinigt. Zuvor wird sie eingehaust, da die Kirche renoviert wird. Der Prospekt ist historisch.

Die technische Einpassung hinter die barocke Fassade war heikel.

Der Spieltisch ist freistehend und die Traktur elektrisch.

Der historische, barocke, apart dunkelrote Orgelprospekt stammt direkt aus der Pfarrkirche Maria Himmelfahrt selbst und gehört zur originalen, geschützten Innenausstattung des 18. Jahrhunderts.

Als die Breil-Orgel  2003 von Dieter Schulte nach Hachenburg versetzt wurde, hat man das Instrument hinter diesem bereits vorhandenen historischen Gehäuse eingebaut.

Vor dem Einbau der Breil-Orgel beherbergte das Gehäuse unter anderem ein Instrument der Firma Fleiter (1921). Beim Umbau 2003 wurden zwei Register dieser Fleiter-Orgel in das neue Breil-Werk integriert. Ich habe schon Fleiter-Orgeln gespielt.

Die schönen Schnitzarbeiten der Frauengesichter und Engeln hier werden Kunstwerkstätten aus Mainz zugeschrieben, die zu dieser Zeit für die feinsten Barockausstattungen im Westerwald verantwortlich waren.

Brillante Akustik in Hachenburg in der katholischen Kirche. Die Vorgängerorgel von Friedrich Fleiter aus dem Jahr 1921 besaß eine pneumatische Traktur und 32 Register. Da die alte Technik unzuverlässig geworden war, wurde sie komplett demontiert.

Man rettete jedoch die wertvollsten charakteristischen Holz- und Metallpfeifen von Fleiter , um sie in das neue Breil-Werk zu integrieren. Diese historischen Register füllen klangliche Lücken und geben dem sonst eher neobarocken Breil-Klangkörper eine warme, romantische Note.

Eine für eine Stadthalle konzipierte Orgel klingt in einem sakralen Raum oft zu scharf oder direkt. Daher wurden die Pfeifen vor Ort komplett neu intoniert, um einen runden, raumfüllenden Klang zu erzeugen, der zum barocken Kirchenraum passt.

Das historische Barockgehäuse war zu klein für die gewaltigen 47 Register der Breil-Orgel. Schulte musste das Pfeifenwerk und die Windladen extrem kompakt und teils tief gestaffelt hinter dem Prospekt und in den Wandnischen platzieren. Es ist eine Qual, diese Orgel zu stimmen, da so eng. 

Das Unternehmen Breil Orgelbau gibt es leider nicht mehr; nach genau 180 Jahren Unternehmensgeschichte wurde der Betrieb aus Dorsten zwischen 2013 und 2016 liquidiert und geschlossen.

Jedoch die Firmen Fleiter und Schulte gibt es noch. Der traditionsreiche Handwerksbetrieb Fleiter  mit Sitz in Münster-Nienberge wurde 1872 gegründet und feierte 2022 sein 150-jähriges Bestehen. Das Unternehmen ist weiterhin aktiv und auf den Neubau, die Restaurierung, Reinigung sowie Wartung von Orgeln spezialisiert. Die Orgel wird von Klais betreut. 



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