23. August 2026: Wenn es dich verlangen wird zu hören, will ich dir die großen Dichterinnen lesen. (Kaschnitz)
Foto: Seuffert Orgel Barockkirche Gerlachsheim
Der Orgelbauer Johann Philipp Seuffert stammte aus einfachen, bäuerlichen Verhältnissen und arbeitete sich hoch zum Würzburger Hoforgelmacher.
Er machte seine Lehre bei Johann Hoffmann, dessen Orgeln ich auch schon gespielt habe, zum Beispiel in Arnstein, Oberzell und Fulda. Der Würzburger Hoforgelmacher Hoffmann ist nicht zu verwechseln mit der Ostheimer Firma Hoffmann aus der Rhön.
Johann Hoffmann starb 1725 in Würzburg. Er begründete die Würzburger Orgelschule, das mainfränkische süddeutsche Erbe.
Besonders wichtig waren ihm hierbei die eng-mensurierten Streicherstimmen wie die Gambe. Ich liebe schöne Gamben-Sounds, die es ja nicht immer gibt.
Der junge Seuffert ging auf Wanderschaft nach der langen Lehre (6 Jahre) und lernt viel über Klang unterwegs, in Italien, Österreich und Ungarn besonders.
Seuffert und Hoffmann standen stets in enger Verbindung.
Die süddeutsche Orgellandschaft zeichnet sich durch prachtvolle kleine Instrumente in Barockkirchen aus. Je kleiner die Orgel, umso ausgewogener muss sie sein. Seuffert verkörperte den fränkisch-schönborn’schen Barock.
Die größte Pfeife ist hier in Gerlachsheim der Contrabaß 16′ mit ca. 5 m (Frequenz 33 Hz); die kleinste Pfeife ist die Cymbel 1′ mit ca. 1,9 cm ohne Fuß (Frequenz 8448 Hz).
Die Registerzüge sind aus Ebenholz gedrechselt, mit Porzellanplättchen handgeschrieben. Die Registertraktur besteht aus Eisen und Eiche. Die Seuffert-Pfeifen sind 1007, darunter 38 stumme Prospektpfeifen. Die Vleugels-Pfeifen sind 702 Pfeifen.
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