11. April 2026: Kann ich nur bestätigen.
Foto: Mönch Orgel kath. Kirche Heerbrugg Schweiz 2026
Heute erinnere ich an Ricarda Huch, 1864.
Das Konzert in Heerbrugg gestern war sehr schön.
Ja, es gibt nicht nur die Enge der Heimat, zu der man immer gern zurückkehrt. Es gibt auch die Enge der eigenen Zeit. Deswegen finde ich jede Art von Geschichte so wichtig und spannend: Kirchen. Orgeln. Komponistinnen. Literaten. Das, was für andere nur alt, tot oder Geraffel ist, ist für mich eine enorme Erweiterung meiner Zeit und Persönlichkeit. Die Fingerabdrücke der Ewigkeit. Bereits gestorben Künstler sind für mich lebendig.
Eigentlich kann ich dankbar sein: Aufgrund der männerdominierten und sektenartig evangelisch-freikirchlichen Lobpreis-Szene habe ich meinen Wunsch, die Orgel zu lernen, wirklich verfolgt. Ich bin zwar vom Regen in die Traufe gekommen, aber ich bereue meine Entscheidung nicht. Es gibt vermutlich keine nicht-männerdominierte Kunst-Branche. Oder fällt euch eine ein? Selbst in der Koch-Szene sind die Helden plötzlich Männer.
Meine Beobachtung in der Freikirche war, dass dort das Thema „Leitung“ das Wichtigste war. Nur „die Leiter“ schienen etwas wert. Alle anderen hießen Publikum, Frau oder dumme Schäfchen. Im direkten Zusammenhang zu Leitung stand Demut. Und je begabter du warst, desto demütiger musstest du sein. In meinem Fall war die Kompass-Nadel der benötigten Demut niemals zu erreichen.
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