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Deutsche Kirche Lissabon Organistin

Die Kunst der Menschwerdung besteht darin, Wunden in Perlen zu verwandeln. (nach v. Bingen)

13. Januar 2026

Foto: Deutsche Kirche Lissabon, Igreja Evangélica Alemã de Lisboa, Portugal

Die Hauptstadt Portugals, Lissabon, mit in ihrem Kern der Stadt über einer halben Million Einwohnerinnen, ist eine der schönsten Städte dieser Erde. Warum? Ich erzähle von meinen Erlebnissen. Zunächst nur eine kleine Liste von Vorzügen:

  1. Die Portugiesinnen und Portugiesen sind nette, offene, gastfreundschaftliche Menschen.
  2. Die Stadt ist nicht gefährlich, auch abends nicht.
  3. Es gibt sehr viele sehr schöne Restaurants und Cafés mit genialem, lokalen Essen.
  4. Unzählige Kirchen, Museen und (sakrale) historische Bauten faszinieren mit Kultur und Geschichte.
  5. Die Stadt liegt am Fluss und am Meer, sogar am Atlantik. Boote, Schiffe, Brücken, Luft, Möwen, Fisch, Meeresfrüchte…
  6. Die verschiedenen Aussichtspunkte sind eine Augenweide.
  7. Man hat auch Hügel und Berge, alles ist spannend und inspirierend; vor allem, mit den alten Straßenbahnen die engen Hügel hinaufzufahren.
  8. Es gibt wunderschöne große Plätze und kleine, süße, märchenhafte Gassen.
  9. Man findet sich schnell gut zurecht, sowohl zu Fuß als auch via Metro und Straßenbahn.
  10. Taxis und Uber sind viel erschwinglicher als in Deutschland.
  11. Wein, Hotels, Essen usw. sind viel günstiger als in vielen anderen Teilen Europas.
  12. Es gibt die wunderschöne Fado-Musik.

Besonders die kleinen lokalen Restaurants sind ein echtes Erlebnis. Sie sind im Gegensatz zu den Tourist Traps, die ihre Gäste in die großen Lokale locken und mit riesigen Essensbildern werben, die nicht mit der Realität übereinstimmen, alá Mecces, unscheinbar, klein und versteckt. Sie befinden sich meist uphill, das heißt, oben, auf den Hügeln, nicht unten downtown. Sie haben niemanden, der sie ins Lokal zerrt, keine Fotos. Das haben sie auch gar nicht nötig.
Manchmal gibt es nicht mal eine Klinke an der Tür, nur eine Art Draht, an dem man ziehen muss, um die Tür zu öffnen. Innen ist es klein, voller Einheimischer, laut, lustig, duftend nach Fisch. Frauen lachen. Die Wände sind voll bunter oder blauer Keramikkacheln.

In einer Ecke wird frischer Fisch gebraten. Männer in weißen Schürzen bereiten den Fisch zu. In einer anderen gibt es Fleisch. Irgendwo läuft ein Fernseher. Auf den Tischen stehen Oliven und halbe-Liter-Karaffen grüner Wein, eine Art frischer, trockener, kühler, etwas säuerlicher Weißwein, oft mit Wasser gemischt (aber mir schmeckt sogar Reiswein); oder portugiesischer Rotwein; oder Rose. Dazwischen sitzen ein paar “mutige” Touristen, u.a. Koreaner, die mit staunenden, großen Augen umherblicken.

Der frische gegrillte Fisch wird mächtig im Ganzen gebracht, mit Gräten, Kopf, Salat, Brot und Kartoffeln. Es gibt alle Arten von Fisch. Ich aß einmal Lachs, einmal Seebarsch. Im Sommer sollen die berühmten portugiesischen Sardinen ganz frisch serviert sein. Danach gibt es Honigmelone. Man ist pappsatt und berauscht.

Natürlich bieten auch die Touristen-Fallen kein schlechtes Essen an. Ich habe dort auch gegessen, an den schönen Marktplätzen, Paella zum Beispiel, das typische spanische Reisgericht, oder cremiges Risotto. Dennoch ist es nicht dasselbe.

Mein Hotel ist auch zu empfehlen: Es liegt uphill, ist 24/7, und zum Frühstück gibt es u.a. selbstgemachte Marmelade, selbst gemachte Quiche, Croissants (gefüllt) und Saft. Nur: Der Fahrer des Hotels hat mich abgeholt vom Flughafen, der etwas außerhalb liegt, und es kostete 4 x so viel wie ein normales Taxi, aber der Fahrer konnte Englisch und hat mir während der Fahrt viel über die Stadt berichtet.

Ich bin mit Lufthansa geflogen, non stop, ca. 3 Stunden, und man gewinnt eine Stunde auf der Reise nach Lissabon.

Sehr empfehlen kann ich die “Bootsfahrt bei Sonnenuntergang” mit einem kleinen, lokalen, offenen Segelschiff. Ich hatte Glück, dass es mild und sonnig war. Überhaupt ist es im Januar sanft und leer und nicht so überlaufen mit Touris wie im heißen Sommer.

Man fährt mit dem Boot unter der der donnernden Ponte 25 de Abril-Brücke hindurch, die früher nach einem männlichen Diktator benannt wurde, eine berühmte rote Hängebrücke wie die Golden Gate Bridge, über die ich auch schon gefahren bin – die hier Alcântara mit Almada verbindet. Hier fährt unter den Autos auch der Zug. In der Ferne sieht man die große Statue des segnenden Jesus (die ChristoRei Statue, die Christusstatue) und die Brücke Ponte Vasco da Gama, die nach Spanien führt, die längste Brücke Europas. Entlang der Graffiti-Mauer kommt man zu berühmten Restaurants auf der anderen Seite. Nach der 25. April-Brücke beginnt dann der offene Atlantik. Zuvor ist es der sehr große Fluss Tejo, geboren in Spanien.

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