7. November 2025: Meilenweit seewärts dem Licht entgegen. (Carola Krautz)
Heute erinnere ich an Cheryl Araujo, Opfer einer Gruppenvergewaltigung; das besonders Schlimme daran war, dass die weiteren Männer im Raum der Kneipe gegrölt, angestachelt, angefeuert haben. Sie haben ein Verbrechen begünstigt und taten nichts, zu helfen. Ich kann mir das sehr gut vorstellen. Die normalst wirkenden Männer werden in gewissen Gruppen (auch online) zu Monstern. Der Fall wurde in dem berühmten Film “Angeklagt” mit der super Jodie Foster aufgerollt. Den Film kann ich nur empfehlen.
Toll an dem Film ist, dass auch die, die angestachelt und gegrölt haben, angeklagt wurden. Entscheidend dafür war, dass ein Zeuge ausgesagt hat. Und dies war außerordentlich schwer, denn die meisten wollten schweigen. Auch dies kann ich mir gut vorstellen.
Die Vergewaltiger meinten, da das Mädchen einen “schlechten Ruf” hatte, sie hätte es verdient, es so gewollt oder es provoziert. Sie versuchten sogar, aus ihrem Opfer die Täterin zu machen. Es war auch für die Justiz ein Risiko, denn es waren sogenannte “angesehene” Männer in der Attacke dabei. Niemand wollte helfen. Sehr bezeichnend. In gewisser Weise habe ich Ähnliches erlebt, nur nicht in einer Vergewaltigung, sondern in Mobbing und Haß von Kirchenmusikern und ihren Semi-Kollegen und Hobbykollegen.
Ich würde mich sehr freuen, wenn auch mein Fall oder Leben irgendwann mal verfilmt wird.
Übrigens wurde damals, 1988, jede 6. Minute eine Vergewaltigung in den USA gemeldet. Gemeldet. Damals. Ich würde sagen, dass es heute viel schlimmer ist und die Dunkelziffer, also der nicht gemeldeten, viel höher. Man kann vermutlich sagen, dass jede Sekunde Vergewaltigungen passieren. Weltweit. Das ist unsere Erde. Sie dreht sich, mit unzähligen Vergewaltigungen jede Sekunde auf ihr.
Übrigens, bevor ich auf das Schiff gegangen bin, musste ich eine Sicherheitsschulung online machen, eine Security Training for Seafarers SDSD. Auf Englisch.
Weil es mich interessiert hat, habe ich auch einige weitere gemacht, die angeboten wurden, obwohl es Stunden gedauert hat. Ich weiß nun vieles über: Piraten, blinde Passagiere, Hygiene an Bord, sogar über Erste Hilfe, Verletzungen an Bord, Marine, Klima, Hafen, Motor und wie man ein Rettungsboot bedient und was man in diesem macht, während man im Ozean darauf sitzt. Am Schluss gab es zu allem eine Prüfung, die ich mit Note 1 bestand.
Es waren Multiple-Choice-Fragen mit 4 Antwortmöglichkeiten. Manche waren schwer, da sehr weit weg von meinem Leben; ich musste oft meinen Instinkt walten lassen. Wiederum andere waren sehr lustig, da trockener Humor, was man ja selten findet in einer Prüfungssituation.
Zum Beispiel zu (übersetzt): Was machen Sie, wenn Sie eine Bombe an Bord finden? a) “Ich werfe sie ins Meer”. Oder b) “Ich versuche, sie zu entschärfen.” Oder zu: Was machen Sie, wenn Piraten das Schiff attackieren? a) “Ich suche nach allen erdenklichen Waffen an Bord.” …

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