8. Oktober 2026: Kann man voraussetzen, dass der Mensch im Ganzen das Rechte will?
Foto: Nocturne 2026
Berufliches Musikmachen auf hohem und höchstem Niveau ist immer auch große körperliche Arbeit. Daher sind Musik-Wettbewerbe und Prüfungen, bei denen Frauen und Männer gegeneinander für Punkte spielen, eine große Ungerechtigkeit. Das wissen Männer auch. Aber es interessiert sie nicht. Das habe ich auch schon jeweils im Studium gemerkt. Jeder körperliche Vorteil kann auf höchstem Niveau das Zünglein an der Waage sein. Es macht natürlich einen Unterschied, ob Männer dreimal so dicke Unterarme und dreimal so große Hände haben. Es ist natürlich ein Unterschied, ob sie viel mehr Kraft und Ausdauer haben, denn mensch spielt mit Rücken, Armen, Beinen, Muskeln, Sehnen…
Ich habe zwar oft das Gefühl, ich spiele auf den Schwingen meiner Musikalität. Und das ist auch eine echte Realität. Aber nicht nur. Nicht auf der Erde.
Musikmachen ist kein sinnlich unsichtbarer Stoff, der wie ein Seidentuch durch den Raum schwebt. Musik ist harte körperliche Arbeit, wenn sie auf höchstem Niveau gemacht wird und competitive ist oder wird: in Prüfung, Beruf, Wettbewerben…
Ein großer Faktor dabei ist die Ausdauer. Und Ausdauer hat direkt mit körperlicher Kraft zu tun; ist Kraft. Oft werden in Wettbewerben die langsamen Sätze von Sonaten oder Konzerten aus Zeitgründen einfach weggelassen. Denn es wird die Musikalität nicht mal in erster Linie „geprüft“; das, was geprüft wird, ist sehr oft die Virtuosität und die körperliche Kapazität und Technik, die damit einhergeht. Daher sind die meisten Trompeter Männer, die meisten Pianisten Männer, die meisten Organisten Männer usw. Es ist unbegreiflich, dass Frauen (körperliche) Hürden, die Männer gar nicht kennen, zusätzlich meistern müssen, wenn sie gegen Männer antreten – auch in der Musik, 2026.
Im Männer-Business Musik ist Musikalität nur ein nettes Beiwerk; nichts, was zwingend nötig wäre. Manchmal sogar störend, da verletzlich.
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Mir gefällt dein Lachen, leichte silberne Glöckchen