18. Mai 2026: … sondern zu meinen, musikalisch zu sein, wenn man es nicht ist. (AHS)
Foto: Voltmann Stumm Orgel Simmern St. Josef Konzert 2026
Viele Menschen meinen, unmusikalisch zu sein. Oft aber haben sie als Kind keine Chance oder nicht genug Support bekommen. Oder kein Interesse gezeigt. Doch im Grunde ist niemand, kein Kind unmusikalisch. Das Gegenteil von musikalisch ist jedoch eine andere Art: Das ist, zu meinen, musikalisch zu sein. Ohne es zu sein. In der Orgelszene trifft man häufig solche Leute an. Sie drücken Tutti oder Knöpfe, dann wird es laut und sie sind selbstverliebt. Die Orgel macht es ihnen leicht: Je größer die Orgel, desto leichter ist sie „zu spielen“.
Und was meine ich mit weißem Sexismus (siehe weiße Magie)? Das ist zum Beispiel, wenn Männer Frauen in einem Zusammenhang loben oder herausstellen, der eigentlich Männermacht definiert oder subtil betonen soll. Zum Beispiel, wenn der Audio Guide im Prado betont, wie aussergewöhnlich es doch sei, als Männer begannen, auch Prostituierte zu malen.
Damit wird auf vielen Ebenen ein Weltbild impliziert, das „ganz normal“ Macht über Frauen ausdrückt.
Ich werde noch mehr Beispiele nennen, wenn sie mir auffallen. Weißer (verborgener) Sexismus ist in the long run viel schädlicher und gefährlicher als offensichtlicher = schwarzer Sexismus, da er sich unterbewusst und versteckt auswirkt.
Das Konzert gestern in Simmern war sehr schön:
Mechanische spätromantische, seitenspielige Voltmann Stumm Orgel 1895/1753 kath. St. Josef Kirche Simmern, Hunsrück, 2 M, 21 R
Das schöne Schleifladen-Instrument hier in Rheinhessen, im schicken, goldblaugrünen Stumm-Gehäuse von 1753 ist eine Augenweide und linksseitenspielig. Viele Stumm-Orgeln sind rechtsspielig. Es gibt noch über 400 (!) Stumm-Orgeln weltweit!
1982 wurde die romantische Voltmann-Orgel von Mayer Orgelbau leicht neobarock verändert und nach hinten gesetzt, da es einen großen Chor gab, doch all dies wurde 2018 von Raab & Plenz Orgelbau, die auch um Spabrücken viel restauriert haben, Gott sei Dank wieder rückgängig gemacht. Den (100köpfigen) Chor gibt es leider gar nicht mehr.
Es ist meine erste Voltmann-Orgel. Die Kirche ist hell, edel geschmückt mit großem Deckengemälde und wertvollem Altar.
Die ev. Stephanskirche in Simmern war lange simultan. Als dann die eigene katholische Kirche St. Josef erlaubt wurde, durfte sie dennoch lange nicht geweiht und daher nicht genutzt werden, weil der Heilige Geist als nackter Jüngling gemalt wurde.
Die Gebr. Johann Philipp und Johann Heinrich Stumm (früher hießen gefühlt alle Johann oder Maria) haben die Orgel 1753 erbaut, von der nur noch Gehäuse, Pedalwerk und 5 Register erhalten geblieben sind, u.a. die Posaune.
Johannes Schlaad, den ich auf meiner Konzertreise um Spabrücken kennengelernt habe, hat die Stumm-Orgel 1865 nach dem neuen klanglichen Zeitgeist konservativ-romantisch umgebaut. 1895 dann hat Heinrich Voltmann im alten seitenspieligen Barock-Gehäuse ein neues romantisches Werk erschaffen, das heutige.
Anbei meine neue CD bei Naxos:
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Ja stimmt, große Orgeln kann jeder spielen. Aber für die kleineren braucht man Fingerfertigkeit. Haben die meisten nicht.
Was ist eigentlich eine Orgel?
Könnte ich nur Orgel spielen.
Es war wunderschön
Wäre ich doch nicht so unmusikalisch