17. April 2026
Foto: Konzert Spabrücken Wallfahrtskirche 2026
Ich freue mich auf zwei wunderbare Orgeln an diesem WE.
Heute wurde mein Gotrian Steinweg Klavier gestimmt. Ein Klavier sollte immer im April nach der Heizperiode gestimmt werden. Ein Upright Klavier ist etwas völlig anderes als ein Flügel. Es erinnert mich sehr an meine Kindheit: Intime, gemütliche Übezeiten. Ein Klavier zu stimmen ist ganz verschieden zum Orgelstimmen.
Beim Klavierstimmen geht es um die Spannung der Saiten: An den Stimm-Nägeln, den Stimm-Wirbeln am Stimmstock werden die Saitenspannung und Dehnung mit einem (modernen) Stimmhammer reguliert, was viel Erfahrung und Gefühl braucht. Und Gehör sowieso.
Bei der Stimmung der Lippenpfeifen der Orgel aber spielt die Stärke und Größe der Luftsäule die Rolle, ähnlich wie bei der Trompete. Mit Spannung und Dehnung hat dies hier nichts zu tun. Es sind ja auch keine Saiten da.
Bei der Stimmung der Zungenpfeifen dagegen spielen die Größe und Länge der Zunge selbst die Rolle, ähnlich dem Blatt eines Holzblasinstruments.
Die wichtigsten Sing-Oktaven sind am schwersten zu stimmen am Klavier; da oben wird es eng; es ist sicher kein Zufall, dass ausgerechnet hier die größte Herausforderung ist und das Instrument an seine Grenzen kommt.
Ein Klavier zu stimmen, ist allerdings nicht automatisch „leichter“, als eine Orgel zu stimmen. Es ist einfach ganz anders. Ein Klavier hat zum Beispiel den Kosmos von dynamischen Nebengeräuschen, wo eine Orgel viel klarer ist.
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