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Muhleisen Orgel Harsewinkel

Während ich nach dem Konzert die Orgeltreppe zum Publikum hinuntersprang, zog ich mir rasch das Kleidchen über die Jogginghose…

8. April 2026: Die Schutzengel unseres Lebens fliegen manchmal so hoch … blabla (Jean Paul) – wozu einen Schutzengel, wenn wir Jesus haben?

Foto: Französische Muhleisen-Orgel 2004 St. Paulus Kirche Harsewinkel 2026

Ich finde es schön, nach dem Konzert, wenn alle Menschen stehen und nach oben schauen, plötzlich unten zu erscheinen. Viele sind sehr verblüfft, mich zu sehen.

Neue französisch-symphonische Mühleisen Orgel kath. St. Paulus Kirche Harsewinkel Ostwestfalen, 3 M, 35 R (45 R durch Transmissionen), Glockenspiel

Das mechanische schöne Schleifladen-Instrument hier im Norden besitzt eine elektropneumatische Doppelregistratur, Transmissionen und eine Setzeranlage. Die Setzeranlage mit 18000 Kombinationen und Sequenzern lässt sich komplett verstecken. Man muss sie also nicht verwenden. Dann kann man das Instrument rein mechanisch spielen.

Ich finde es sinnlicher, ohne Setzeranlage zu spielen – auch weil man dann spontan und flexibel bleiben kann. Manche sind sonst total festgelegt auf ihre Programmierungen und können nicht mehr auf ein Gefühl, einen Eindruck im Konzert reagieren. Es wird nur noch runtergespult, was man zuvor festgelegt und festgetackert hat, außerhalb des Konzertes. Und drückt dann nur noch Knöpfe und Nummern. Manche agieren nur so.

Wir besuchten die Muhleisen Orgel nach meinem Konzert in Marienfeld. Es ist eine ebenerdige Altarorgel.

Obwohl Harsewinkel in Ostwestfalen im Münsterland nur ca. 25.000 EW besitzt, hat sie gleich drei große, dreimanualige Orgeln, die sehr unterschiedlich sind: Die Klosterorgel Marienfeld, diese Muhleisen-Orgel und die Klais-Orgel in St. Lucia.

Die rote Kirche St. Paulus ist eine moderne Kirche aus den 60iger Jahren, groß, hell und sehr angenehm, was nicht bei allen modernen Kirchen der Fall ist. Harsewinkel ist ein reicher Ort.

Die schicke französische Orgel, die von Spenden finanziert wurde, steht links vorne am Altar. Es ist meine 5. Mühleisen-Orgel. Es war schön, sie zu spielen.

Diese französische Orgel mit romantischen Stimmen ist ganz anders als die Barockorgel im Kloster Marienfeld. Es war hochinteressant, die Mühleisen Orgel direkt im Anschluss an mein Konzert zu spielen.

Transmissionen haben oft keinen guten Ruf, sind eher „verpönt“. Aber wenn man Transmissionen in einer Orgel verwendet, muss man genau wissen, wie, und wenn sie sind sehr gut gemacht sind, wie hier, können sie super sein. Sie „vergrößern“ die Orgel, was bedeutet, dass Farben, die es schon in einem anderen Werk gibt, auf ein anderes Werk übertragen werden, so zum Beispiel in das Pedal, wie hier. Und dann die Kunst der Intonation!

Sehr schöne, singende Akustik. Die Orgel klingt sehr direkt, ohne übergriffig zu sein. Der Klang ist weich, sonor, füllig:


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9 Antworten auf “Während ich nach dem Konzert die Orgeltreppe zum Publikum hinuntersprang, zog ich mir rasch das Kleidchen über die Jogginghose…”

  1. Andreas

    In der Neuen Westfälischen Zeitung: von Burkhard Hoeltzenbein:

    IM ANDEREN KLANGKOSMOS
    Die Spielfreude ist Ann-Helena Schlüter in jedem Akkord anzumerken

    … Ihre mit dem schwedischen Wort LÄNGTAN (Sehnsucht) überschrieben Kompositionen bilden das Herzstück ihres Solospiels, das in der langen, herausragenden Reihe der Auftritte in dem historischen Gotteshaus eine Sonderstellung einnimmt.

  2. Labialpfeife

    Wolfgang Seifen weiß seine Setzer-Nummern – wann wie – angeblich sogar auswendig. Ob er ohne spielen kann? #“improvisation“

    • Roland

      Wir passt das eigentlich zusammen? Setzeranlage bis ins kleinste programmiert und dann „improvisieren“?

      • Ann-Helena Schlüter

        Am Klavier undenkbar. Da definieren wir Pianistin den Klang immer wieder neu. Obwohl es auch Pianisten gibt, die so spielen, als hätten sie eine Setzeranlage eingebaut. Da klingt es immer wieder gleich. Jedenfalls ist eine freie Improvisation weit entfernt von einer Vor-Programmierung.

        • Albert Scheitzer

          Ja, wie kann es Improvisation sein, wenn die Setzeranlage, zwar keine Programmierung des Orgelspiels abrufbar macht, aber die vorher getroffene Registerauswahl. Habe ich dann beim Registrieren improvisiert? Und später nicht mehr?
          Oder wird ein halbes Dutzend Registrierungen per Knopfdruck in beliebiger Folge abgerufen? Auch das spricht nicht für Improvisation.
          Steinway und Bösendorfer haben ja ein System, das Anschläge und Anschlagstärke speichert und hinterher wieder automatisch abspielen kann.
          Finde ich doof, dann kann man ja gleich das ganze Klavier synthetisch nachempfinden, wie bei der „Hauptwerk“-Orgel. Oder, viel einfacher, eine CD abspielen.

          Die „elektronische Beaufschlagung“ scheint mir so eine seelenloser Trend zu sein. Ähnlich wie ein E-Bike statt richtigem Fahrrad.
          .
          Das „Pirates of the Caribbean“ schreit nach aktuellen Piraten.

    • Du improvisierst wirklich. Du weißt nicht mal eine Sekunde bevor es losgeht was du improvisierst. Geschweige denn, wie es klingt. Und es ist dein eigener Stil.

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