29. Februar 2026
Foto: Konzert Hohenmölsen 2026
Es gibt auch Museen, die die Zeit und die Personen, um die es geht, nicht widerspiegeln. Im Schubert-Museum in Hohenems geschieht leider genau dies – im Vergleich und Gegensatz zum Jüdischen Museum nur ein paar Häuser weiter. Es mag auch daran liegen, dass Schubert nie in Hohenems war und dadurch schon ein wichtiger Teil der Möglichkeit eines historischen Treffpunkts genommen ist.
Aber vor allem liegt es daran, dass das Museum ein Ort der zusätzlichen Unterhaltung für die älteren, wohlhabenden Konzertbesuchenden der Schubertiade darstellt. Ja, die Villa ist auch sehr schön: hell, voll Holz, mit schönen Böden und Räumen, einem kleinen Saal mit Stuckdecke, und ausgestellt werden viele alte Noten und Informationen. Aber Franz, dem Komponisten, kommt man kein Stück näher hier. Und das mag man vielleicht noch stehen lassen. Doch man kommt Schubert nicht nur nicht näher, er wird verzerrt und oberflächlich als jemand dargestellt, der er nicht war; als jemand anderer dargestellt, als er war.
Und dabei habe ich mich so gefreut, dass mir das Museum eigens und nur für mich geöffnet wurde. Meist ist das Museum geschlossen und nur für Konzertbesucher im Sommer geöffnet.
Es geht auch nicht darum, wie fancy oder groß oder schön oder reich ein Museum bestückt ist. Und auch nicht um Geschmackssache. Sondern darum, ob das Thema des Museums verfehlt wurde oder nicht. Denn wenn das Thema, sehr einfach gesagt, ein roter Stein ist und man stellt blaue Steine aus, dann ist das Thema verfehlt, egal, wie hübsch das Museum oder die Schmuckschatulle an sich ist und egal, wieviele Informationen über Steine allgemein gegeben werden.
Lieber etwas weniger Informationen, Fotos, Entertainment und Sachen hinter Glas, dafür aber das Thema pfeilgenau getroffen, und zwar so, dass man auch als Besucherin und Besucher getroffen und berührt wird, weil man dem besonderen Menschen über die Zeiten hindurch vorgestellt wird. Hier im Schubert-Museum hatte ich das Gefühl, Franz wird als Superstar ausgestellt, als junger, wohlhabender Beatle des 19. Jahrhunderts, in postromantischer Manier und in bester, sauberer Kleidung. Das ist aber völlig falsch. Schubert hatte ein schweres Leben in einer Zeit, die für uns heute kaum vorstellbar ist, arm, ignoriert, emotional leidend, später krank, nur von seinen besten Freunden gehalten. Und dass er in genau in einem solchen Leben seine diese Werke schrieb – das ist doch das Wunder. Die Winterreise hat doch mit dem in Hohenems ausgestellten Franz Schubert nichts zu tun. Ich habe Gott sei Dank schon Schubert-Museen besucht, wo ich meinem Franz begegnet war, in Wien.
Das Museum irritierte mich. Ich lief unruhig umher und hatte das Gefühl, eine Wirklichkeit sei ausradiert und in eine andere, fremde Wirklichkeit ausgesetzt worden. Ich suchte sie verzweifelt, tigerte von Raum zu Raum. Vielleicht hatte sie sich versteckt?
In der Wirklichkeit versteckt, die kreiert worden war, um einen Schubert zu präsentieren, der den Konzertbesuchern angepasst und angenehm gemacht worden war. Wie schrecklich! Was sagt das über die Konzertbesucher aus! Sie hätten den wahren Franz genauso abgelehnt wie die reichen Leute seiner Zeit.
Meine neue CD ist da: Bach berühren
Ihr könnt sie nun bei mir oder Ambiente oder jpc bestellen und bekommt sie (bei mir signiert) gleich zugeschickt:
VÖ 2026 neue CD BACH BERÜHREN J.S. Bach Goldberg Variationen BWV 988 G-Dur, Ambiente Audio 2026

Ich kann leider keine Orgel oder Klavier spielen oder irgendwas
Ich kann leider nicht Orgel spielen.
Wie ist das eigentlich mit den Musikern wie du, sind die mathematisch begabt? Sind Mathematik und Musik nicht sehr verbunden? Harmonik und Melodik nicht wie Sinuskurven? Oder hast du einen poetischen Zugang? Nicht so Naturwissenschaft?
Das verstehe ich nicht. Obwohl mein IQ garnicht so klein ist. Das sollte in Einfacher Sprache geschrieben sein
Das verstehe ich, dass dich das verstört. Aber Schubert ist nicht so meins. „So sehr das Zeug auch gefällt, es macht noch lang keine Welt“.
Es sind eben die Bildungsbürger, denen sich nichts erschließt … sagt Böll.
Was wiederum der Besuch eines Schubert-Konzertes über den Besucher selbst aussagt?
Ob ich die Einweihung meiner neuen hässlichen Chororgel noch mitbekomme ? Ich bin ja auch einer der vielen Fastrentner
geil 29.2 witzig….
schade man durfte bei der Vorführung des neuen Spieitisches St. Michael Saarbrücken keine Fotos oder Aufnahmen machen, Thomas Kitzig fühlt sich da als Hausherr. Und ich will da nicht auch noch Hausverbot bekommen.
Tastenfessel und interessante 16 ‚ 8′ 4‘ Koppeln und tolle 3 mal größere runde Registerschilder als im Original, die da auch stehen . Und natürlich die Playback Funktion …
Sind Sie betrunken ?