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Organistin Burghaun Orgel Kirche

Liturgik und Musik sind manchmal nicht grün miteinander.

22. Januar 2026

Foto: Organistin Burghaun Fulda Kirche 2026

Liturgik und Musik sind nicht immer grün miteinander. Woran liegt das? Warum widersprechen sich beide sogar manchmal? Ich habe Priester und Pfarrer in verschiedenen Denominationen und Glaubensstilen sagen hören, dass „sich die Musiker nicht selbst darstellen sollen“. Gleichzeitig habe ich erlebt, dass sich Priester, Pfarrer und Prediger massiv selbst dargestellt haben.

Ich habe erlebt, dass sie weniger Musik wollten, weil es angeblich keine Zeit oder kein Geld gab, aber es gab stets genug Zeit und Geld, dass Prediger, Pfarrer und Priester ihre (politischen) Meinungen, Geschichten und Witze (aus ihrer Kindheit) und anderes unheiliges Geplapper während Predigt und in Abkündigungen von sich geben.

Gute oder virtuose oder gut präsentierte oder gut geübte und wunderschöne Musik ist keine Selbstdarstellung. Erst recht nicht von Profimusikerinnen und Profimusikern. Es ist heilig.

Es ist eher der Neid oder die Sorge mancher Geistlicher, dass ein Teil ihrer eigenen Selbstdarstellung durch Musik eingeschränkt wird. Dies drückt sich dann so aus, dass Regeln und „liturgische“ Regeln aufgestellt werden. Regeln die Kunstmusik einschränken und begrenzen sollen. Es ist also nicht die Schuld von Liturgik. Denn es müsste hier kein Problem geben. Es ist wie immer ein menschengemachtes Problem. Oder besser, ein oft männergemachtes Problem.

Musik ist immer mächtiger als Geschwätz.
Natürlich kann aber auch Musik Geschwätz sein.

Ich bin froh und dankbar, dass es aber noch Kirchgemeinden gibt, in denen Musik und Kunst gewollt, genährt, gepflegt und gewünscht sind. Dies zeigt sich an der Auswahl der Lieder und Instrumente, an Budget und Möglichkeiten, an Freiheit und am Umgang mit „absoluter Musik“ und Literatur. Und natürlich an Bildung und gesittetem, höflichen Verhalten. Das Rumgeschwätz beim Schlussstück im Gottesdienst in manchen Kirchen ist eine Unsitte, die ich nicht ertragen würde auf Dauer. Aber der Fisch stinkt vom Kopf her.

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