10. Dezember 2025: Bach ist keine entschwundene Persönlichkeit. Er ist immer noch da.
Heute erinnere ich an die Schriftstellerin Marie-Jeanne Riccoboni und an Cornelia Schlosser, die Schwester von Goethe, ebenfalls Autorin, die Goethe für begabter hielt als sich.
Ich finde Kunst auch deswegen so spannend, weil sich in ihr das wunderbare Doppelwesen in uns Menschen, in den Künstlerinnen und Künstlern zeigt: Geschöpf und zugleich Schöpfer sein, was das Prinzip Gottes ist, der sich in uns spiegelt. Es gibt wenig Schöneres im Leben. Obwohl man Gott nicht beweisen kann, ist es doch der Glaube, der mich das wissen lässt.
Und ich kann verstehen, dass J.S. Bach, der die Musik zur Spitze der Kunst führte, der (Musik)Wissenschaft nicht sehr entgegenkam, denn die Wissenschaft lehnt den Glauben methodisch ab – und damit im Grunde auch die Kunst. Kunst und Glauben sind eine Einheit. Da ist stets eine splitterzarte Verbindung.
Natürlich kann man sagen, dass der Glaube ihre Axiomen hat, ihre Grundannahmen ohne Beweise. Aber so auch die Wissenschaft, oder nicht? Sie geht selbst von Grundprinzipien aus, die angenommen werden, besonders, wenn sie versucht, die Welt und ihre Entstehung ohne Gott zu erklären.

Herr Brückner (Eigenbezeichnung bitte nachlesen) hat jetzt auch ein Diplom. Halt, nein, sogar zwei. Eines in schwarz/weiß und eines in weiß/schwarz
Nun, wenn Isaac Newton unter einer hohen Kokospalme geschlummert hätte statt unter einem Apfelbaum, dann hätten wir möglicherweise eine andere physikalische Axiomatik, eine „Grundfestlegung“.
Wenn Schüler erzählen, „Minus mal Minus ergibt Plus“: Das ist nicht zwingend, sondern angewandte Peano-Axiomatik. Selbstverständlich könnte „Minus mal Minus“ auch „Minus“ ergeben — wir hätten dann nur eine andere algebraische Struktur. Dadurch würde sich aber die Mathematik nicht ändern. Eine andere „Grundfestlegung“ sind die Winkelmaße, die wir typischerweise mit 400° (Vermessungswesen) oder 360° (Geometrie) angeben.
Spätestens, wenn man eine trigonometrische Funktion integrieren will, merkt man aber, was für ein Blödsinn das ist und landet bei dem „gottgegebenen“ Bogenmaß. Genau so könnten wir festlegen, daß von rechts nach links gelesen wird — dadurch ändert sich aber nicht der Sinn eines Textes.
Die „Glaubensaxiome“ sind aber anders entstanden. Sowas nennen aufgeklärte Kreise „Spatentheologie“.