18. Oktober 2025
Heute erinnere ich an Erna Lincke, 1899, Malerin.
Nach Stuttgart mit dem Zug zu fahren, ist eine Katastrophe. Es gibt von Franken und Bayern aus gesehen keine Direktverbindung, sogar Schienenersatzverkehr. Man braucht mehr als doppelt so lang als mit dem Auto, muss wirre Umwege fahren, und wenn man endlich in Stuttgart angekommen ist, soll man um einen ellenlangen Bauzaun herumlaufen, um überhaupt irgendwo hinzukommen. Überall ist Hässlichkeit, Lärm, Schmutz und Gewusel. Es hat sich über die Jahre hinweg nicht verbessert, sondern verschlimmert.
Im Bahnhofsgebäude selbst, wenn man es überhaupt so nennen kann, wird (und das ist das Schlimmste von allem) Schuberts Unvollendete gespielt, in all dem Dreck und Müll, und Bachs h-Moll, um Menschen fernzuhalten, die nicht willkommen sind und die trotzdem da sind: Betrunkene, Drogenabhängige, mit Schaum vor dem Mund und Rentner, die in Papierkörben wühlen, während die Geigen aus schlechten lauten Boxen spielen wie die Hintergrundmusik zu einem Horrorfilm. Ich stand mit offenem Mund da. Was ist aus den Großstädten und Bahnhöfen der Bundesrepublik Deutschland geworden? Was ist aus dem Stadtbild unserer Städte oder besser, aus unseren Städten und Menschen geworden?

Findet noch jemand die Orgelinfotafeln so cool? Da kann jeder das Handy aufdrehen und mal ein bisschen Leben in die Kirche bringen. Außerdem spielen endlich mal Halblaien und nicht nur Vollaien Orgel. Dem Staat hat es auch gefallen und er hat Kohle gegeben. Das sollte ich mir gleich noch patentieren lassen. Leben per Handysound in der Kirche gibt es eben nur mit mir. Rentner haben oft die besten Ideen
Münchner Dom bietet 19.5 h Wo kurze Probezeit Assi Stelle b. Domorgannist. Das wird wieder ein junger Mann bei Ruben Sturm und der Männerwelt rings um Bischof und Co.
Und der Mann wird dann der neue nächste Domorganist, der „jüngste aller Zeiten“, was Daniel Beckmann wieder loben wird?
Der wirkliche Skandal ist nicht die Kulturverschandelung.
Das Schlimme ist, daß es außer Dir anscheinend keinem aufgestoßen ist.
Vielleicht 1% der Bevölkerung wird Bachs „Messe in H-Moll“ erkennen (sogar ich), aber selbst dem einen Prozent ist es scheiß-egal.
Da hat die Frau Ösoguz leider recht, „Merkmale deutscher Kultur lassen sich hier nicht mehr finden“.
Orgeln sollten teuer restauriert werden und dann dumm herumstehen. #laie
Eigentlich heiße ich doch Markus ….