15. Juli 2025: Duftendes, knarzendes Holz. Eine Duftorgel wie ätherisches Öl, wie nach Honig duftender Baumharz. (AHS)
Foto: Ladegast Orgel Bachstadt Köthen 1872 Opus 60 ev. St. Jakob Kirche am Marktplatz
Es war sehr schön, hier zu spielen und zu konzertieren. Kurz vor der Pandemie war meine erste Orgel-Tour hier durch Thüringen und Sachsen-Anhalt, Anhalt und Sachsen.
Das Konzert war sehr schön und gut besucht, es kamen Fans viele Stunden angereist, auch aus Dresden, denen ich oben die Orgel vorgestellt habe. Ich verkaufte CDs und danach aßen wir Salat auf dem Balkon von Martina und ihrem Geiger-Ehemann. Unten pickten die Hühner Körner, während wir ihre Eier aßen.
Romantische, historische große F. Ladegast Orgel Bach-Stadt Köthen bei Halle, Sachsen-Anhalt, 3 M, 47 R, mechanisch, Schleifladen, 3000 Pfeifen
Dreischiffige gotische Hallenkirche mit 2 Türmen, hell und groß, von Johnny Bach besucht, dunkles neugotisches Gehäuse, das Instrument vom tollen Christian Scheffler umfassend rekonstruiert 1997.
Keine Sperrventile mehr, keinen Calcanten mehr, kein Tremulant nötig (und das will schon was heißen, wenn ich das sage), keine Setzeranlage, klar – nicht schwergängig aufgrund der Barkermaschine im HW II.
Ich habe oben wie immer alles allein gemacht, inklusive Blättern und Registrieren. Ich liebe es, alle Farben zu verwenden und sehr viel zu registrieren und aussergewöhnliche Mischungen zu finden.
Ich liebe es, Farben zu mischen und besondere Kombinationen zum Verschmelzen zu finden.
Ich finde generell interessante, widersprüchliche Kombinationen faszinierend: Dass die Orgel grob und zerbrechlich ist. Wenn Klänge schief und doch leuchtend sind. Wenn Farben singen und doch fast unhörbar sind etc. Solche Widerspruch-Kombis mag ich auch bei Menschen.
Große Orgel mit Schweller-Löffeltritt, dunkelbraune Schnitzereien, schöner süffig fetter Klang: Friedrich Ladegast Orgel St. Jakob Kirche Köthen (Sa.-Anhalt), erbaut 1872 Opus 860 durch F. Ladegast (Weißenfels). Seit 1928 bekam die Orgel einen Motor.
Zuvor war hier eine Zacharias Thayßner Orgel 1674 bis 1866. Diese erlebte J. S. Bach, auch wenn sie schon stark beschädigt war.
Johnny B war 6 Jahre lang am Hofe in Köthen tätig, von 1717-1723. Das Schloss Köthen beherbergt nun eine interessante Bach-Ausstellung.
Albert Schweitzer schrieb 1958 aus Lambarene an den Merseburger Domorganisten:
„Ich halte Friedrich Ladegast für den bedeutendsten Orgelbauer nach Silbermann, dessen Tradition er fortsetzt. Sowohl in technischer wie auch in klanglicher Hinsicht sind seine Schöpfungen in gewisser Hinsicht einzigartig. Ich selber war ergriffen von der Spielart und der Tonschönheit der Ladegast-Orgeln.“
So ist es! Ladegast ist (wenn man es überhaupt vergleichen und beurteilen möchte) vielleicht ein Ticken edler noch als die phantastischen, romantischen Sauer-Orgeln. Sauer 1878 Frankfurt (Oder) und Ladegast 1872 (Köthen) in meinem direkten Konzert-Vergleich (ich durfte nicht verwechseln, wo nun das HW ist: bei Sauer I, bei Ladegast II):
Die Klänge Ladegasts sind noch eine Spur weicher und „traditioneller“. Die Oboe im ersten Manual süffigt singend und ist ein Traum!
Zudem hat Friedrich Ladegast diese wunderbare Ladegast-Aeoline als Zunge, nicht als Streicher. Der Löffeltritt schwillt noch ein Ticken besser und die Sounds von Ladegast verschmelzen aussergewöhnlich gut miteinander.
Allerdings gefällt mir die Kegellade von Sauer unter den Fingern besser.
Ladegast war vielleicht nicht ganz so experimentell wie Wilhelm Sauer, der gleich durchstartete mit Kegellade und Pneumatik und immer weiter ging.
Ich bin auch auf den Turm geklettert und bewunderte die Reformationsstadt von oben.
In Köthen gibt es noch eine Feith Orgel im Steampunk-Style und eine der größten Rühlmann-Orgeln, Ladegast-Schüler. Meine 7. Rühlmann-Orgel.
Mehr Infos auf meiner Orgel-Information:


Muss ich mal Anne-Gaëlle Chanon fragen. Ich bin Wochenblatt-Reporter
Gott lebt in der Musik
Der Thomasorganist musste auch feilschen um jedes konzert dass er spielen wollte
Gut dass beim „Internationalen Orgelwettbewerb „Männerfaszination Männerorgel“ vom 10. – 13. Juli in Mannheim so viele Damen in der Jury saßen, so dass es wieder einen Schauer von Männer-Gewinnern gab
Finden Sie nicht auch dass non-binäre Menschen meist biologische Männer sind?
Beim männerorientierten Stefan Schmidt spielen zu 99 Prozent nur Männer. Als gäbe es in Würzburg keine Konzertorganistin.
Wo du überall spielst … toll
Bei dir ist Beruf und Berufung in einem
Hier in Köthen konzertierten auch Olivier Latry
Organindex verbreitet mal wieder Falsch-Informationen und behauptet, das HW in Köthen Ladegast sei auf Manual I – und keiner merkt die Fehler, die Organ Index verbreitet, falsche Opuszahlen, falsche Dispositionen…