10. Juli 2025: So auch die Orgel!
Foto: Pedal, Walze und Löffeltritt Sauer Orgel 1878 Opus 348 St. Gertraud Frankfurt (Oder) 2025
Heute erinnere ich an Roslyn Langlois.
Mein Konzert an der teilpneumatischen Lady Sauer war sehr schön und gut besucht. 10 € Eintritt. Sie spielt sich butterweich (Barker Maschine). Nur das Pedal ist extrem breit und gestretched, vor allem die Außenkanten, ein echtes „Bauernpedal“, wie man mir sagte. Und ich bin ja eher klein.
Das poetische Instrument hier in der Gubener Vorstadt klingt berauschend. Die Akustik ist edel und brillant.
Ich mag das Prinzipal 8 sehr im HW, es klingt wie eine helle kleine Trompete im Diskant. Manche Register blühen erst nach oben hin auf. Ich spielte die Flötenuhren im SW mit dem Löffeltritt (der nach unten eingehängt am lautesten ist), die Klänge waren so leise, kaum zu hören. Das Krummhorn mit dem Salicional ergibt eine schöne Klarinette.
Die Colletiv-Pistons sind Tutti-Tritte, die schmale Walze ist mechanisch, hier sollte man die Koppeln ziehen und im Fluss bleiben, damit sich nichts verstimmt anhört. Wichtig ist, alle Registerzüge ordentlich durchzuziehen, da sie auf der Hälfte „stecken bleiben“ können.
Das Singend Cornett im Pedal gehört nicht zur ursprünglichen Disposition und wurde leider stillgelegt.
Es war interessant, die Barker Maschine in der Orgel zu sehen, dazu die großen Bälge und den Motor.
Man darf die Orgel jedoch zurückhaltend spielen, da der Raum ja im Grunde „halb so klein“ geworden ist, denn es wurde eine Zwischendecke eingezogen. Die Kirche ist jetzt nur noch durch eine steile Treppe bzw. durch einen Fahrstuhl zu erreichen, was aussergewöhnlich ist.
Dadurch wurde die Kirche heller. Es geschah aber deswegen, weil in der DDR-Zeit Grundstücke der Kirche enteignet wurden. Um Gemeinderäume zu haben, wurde die Kirche sozusagen geteilt. Unten treffen sich die Chöre, Kinder und Gruppen, oben ist die Kirche und ganz oben sind Orgel und Glocken.
Kurz vor dem Konzert haben wir die Zungen gestimmt, die Posaune, die Trompete und das Krummhorn. Christian Scheffler brachte mir noch Cola und einen Burger hoch die letzten Minuten davor. Ich kletterte sogar in die Orgel – zumindest teilweise (Höhenangst). Nach dem Konzert waren wir alle im Blesses Royal etwas trinken, da bereits die Bürgersteige hochgeklappt waren.
Ich besuchte auch die wunderschöne große Sauer Orgel 1901 in der katholischen Kirche in Frankfurt (Oder), die saniert werden muss. Wilhelm Sauer & Co, der ja lange seine Werkstatt in dieser schönen Hansestadt hatte und auch ein guter Organist war (mit dem Wegzug schien die Firma langsam unter zu gehen), baute tolle Orgeln wie verrückt in dieser Gegend.
Zudem besuchten wir die schicke kleine Sauer Orgel in Sieversdorf samt Orgelwerkstatt Scheffler und die neue Silbermann-Kopie von Wegscheider in Güldendorf.

für Evangelische reichen halbe Kirchen ja völlig aus .
Wie war das eigentlich in dieser verzichtbaren Tratschhochschule Heidelberg. Da hatte sich doch eine Studentin erhängt. Wurde das aufgearbeitet?
Da gibt es doch dieses Bild von Francesco (Francisco?) Goya. Schlafende Frau, aus deren Kopf Ungeheuer steigen.
„El sueño de razón produce monstruos“, also frei:
Wenn der weibliche Verstand abdriftet, gebiert er Monster“.
Bei Dir ist es noch schlimmer: Du gebierst Geniales.
Du bist der größte weibliche Orgel Nerd den ich kenne
Die einzige Frau die Ruben Sturm einlädt ist … Kirsten Sturm. Muhaha. Unterdessen in enger Zusammenarbeit mit Christian Bischof ihre männlichen Tausch-Organisten. Die Kumpels per Du „aus aller Welt“
München heißt Männchen
Manchmal spielst du mit Orgelschuhen, mal mit Socken mal barfuß. Wie entscheidest du das? Kommt es auf die orgel an?
Vielen Dank, es war spannend
Ihr Programm ist wie eine Spiegelung: zwischen den feinen Flötenuhren immer wieder die Virtuosen Brecher.
Ich verstehe ihre Kompositionen nicht