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15. November 2021

Der Begriff Vaterunser wird ersetzt durch Elternteilunser. (Czech/Domzalski)

Es war ein sehr schönes Konzert gestern. Ich mag die Späth Orgel von 1932, von Gebrüder Späth (Ennetach-Mengen) erbaut: 28 Register, 1918 Pfeifen, 78 Pfeifen sind aus Holz, 390 Pfeifen aus Zink und 1450 Pfeifen aus einer Zinn-Blei-Legierung. Der nacktpfeifige Prospekt wirkt beinahe weiß, nicht silber. Freier Spieltisch. Süffiges Pedal. Leichtgängig. Trotz der Größe der katholischen Laurentiuskirche (Hauptkirche in Contwig, Pfalz) gibt es keine allzu starke Akustik.

Standing Ovations. Unten verbeugt. Und oben. CDs und Bücher verkauft. Fans von weiter weg gekommen. Die großen Werbebanner hat ein Autohaus finanziert. Manche Männer hielten mein Foto für „verkehrsgefährdend“, teilte mir Oliver mit. 

Sehr gefallen haben mir die silbernen Handhebel der Orgel (sehr mildes Registercrescendo). Man kommt sich vor wie in einer Cockpit-Zeitmaschine. In einer Zeit der alten Grammophone.

Presse: Saarbrückener Zeitung, Rheinpfalz.de, Zweibrückener Rundschau/Merkur. 

Es wurde geheizt. Es ist meine 5. Späth-Orgel. Sie ist ganz anders als die extrovertierte Rieger von meinem Konzert am Freitag, viel weicher. Die Orgel ist sehr kompakt und angenehm am Spieltisch, besonders das Pedal. Es war eine sehr begabte Orgelschülerin zum Blättern da. Es wurde wieder von Gerhard Schmidt gefilmt. Auszüge daraus erscheinen bald auf YouTube. Für einen Live-Stream war das Internet der Kirche nicht stark genug. Ich habe meine eigenen Werke gespielt, dazu Bach, Romantik, Himmelslieder mit Gesang. Hinterher ging ich mit dem Pfarrer etwas essen, denn ich wollte sehr gern mit ihm über den Glauben reden. Es ist ein sehr besonderer Pfarrer, da er ebenso ein „Spätberufener“ ist, sehr musikalisch und zuvor ein ganz normales Leben hatte als BWLer. Wir haben auch über Martin Luther gesprochen. Und über Heldinnen und Heilige. Und über Rom. Ich habe noch nie einen Pfarrer erlebt, der so gut singen kann. Es war auch schön in der Messe frühs, meine eigenen Lieder zu singen. Ich mag den katholischen Glauben, auch wenn ich evangelisch bin. Ich kann auch verstehen, welche Rolle Maria und die Sakramente spielen. Dass Bischöfe so viel verdienen, hat mich jedoch stutzig gemacht. 

Ich habe ein Präludienbuch, perfekt dafür, neue Orgeln damit zu bespielen (ich spiele meist von Blatt).
Sehr schön war es auch, am Abend zuvor in der Messe der kath. Kirche „Maria, Königin der Engel“ in Contwig Stammbach zu spielen, an der Hugo Mayer von 1966. Die ländliche Pfalz ist wirklich schön. Rote Sitzkissen, gut besuchte Messe, Kupferpfeifen im Prospekt, der Spieltisch direkt vor dem Prospekt. Es hat Spaß gemacht, hier in der Messe zu spielen und meine eigenen Lieder zu singen. Ein sehr musikalischer Pfarrer leitet die Gemeinden, Johannes Müller. Danke auch an Oliver Duymel, der alles organisiert hat. 
ps: Das Hotel & Restaurant Bärmann kann ich nur empfehlen. Sehr nette Leute. Sie haben mir sogar die Presseberichte hingelegt. 

 

Späth Orgel St. Laurentius Contwig, Pfalz

 

Neu: Orgel-Information: 

Oberlinger Orgel Ernstweiler

Späth Orgel

Mayer Orgel Contwig Stambach

7 Antworten auf “15. November 2021”

  1. Eine runde Sache,

    Durchdachtes Programm, Daten kann man am Handy googeln.

    Ideale Zusammenstellung für Pianistin, Organistin, Sängerin.

    Und herzliche Gemeinde/Pfarrer ohne viel Getue um die Person.
    Das geht ja am Aushang in deiner herrlichen Präsenz.

    Ich danke für das Konzerterlebnis.

  2. H. Schmidt

    Hervorragendes Konzert, Frau Schlüter, besonders Ihr Pandemic Dance! Und Leyding hat mir sehr gefallen, ein recht unbekannter Komponist. Sie haben die Standing Ovations verdient.

  3. Spannende und aufrichtige persönliche Darstellung deines äußerst Erlebnis trächtigen und erfolgreichen (sicher auch anstrengenden) Wochenendes im Saarland und in Rheinland-Pfalz, angereichert mit gelungenen Videos und Orgel-Informationen. Klasse!! Danke und weiter so!

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