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Tur Blogg

29. Juni 2010

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Manila

Kamusta! Draussen im Garten wachsen hier in Greenhills in Metro Manila, wo ich lebe, Kokusnuss-Baeume, Palmen, Mangobaeume, Hibiskus, Bananenpflanzen, kleine Zitronenbaeume und Avokadobaeume. Ich finde, die afrikanischen Avocados in Uganda haben besser geschmeckt. Insgesamt bin ich wieder in einem tropischen Land, das kann ich spueren, wieder nah am Aequator. Es gibt hier Malaria, aber ich hoffe nicht, dass ich es bekomme. In Uganda war ich auch beschuetzt.

Die Moskitos moegen mein Blut, ich bin schon oft gebissen worden. Es gibt hier kein Winter, sondern nur Sommer bis ungefaehr Maerz, April, wo es sehr heiss ist, und dann beginnt statt „Winter“ die Regenzeit. Sie begann, als ich hier ankam. Warmer, weicher Regen kommt vom Himmel, es ist schwuel und feucht, ohne Klimaanlage laesst es sich kaum leben, auf der anderen Seite sind diese wieder viel zu kalt eingestellt. Insgesamt erinnert mich Manila an eine Mischung aus Afrika und USA. Aber eigentlich hat es auch sehr viele spanische Einfluesse. Die Strasse, in der wir leben, wird rund um die Uhr von Waechtern bewacht. Ohne Vorzeigen des Fuehrerscheins kann man nicht hinein. Es ist eine reiche Gegend, in der viele Chinesen wohnen, die Businessmaenner sind. Es gibt hier auch viele Thailaender, Japaner und Koreaner. Manchmal ist es schwer, sie alle auseinander zu halten.

Manila und Früchte

Wir waren auf dem Markt und haben viele besondere Fruechte gekauft: Pakwan (lokale Wassermelone, davon gibt es verschiedenfarbige), Patola, ein gruenes, langes Gemuese, Papaya in vielen Formen und Farben, indische Mango und Carabao Mango, die unglaublich suess sind, Dragon Fruit, Upo, ein nationales Gemuese, Pinya (Ananas), koreanische Birnen, Mata de Coco, Bayabas, auch Gemuese, Lychees, Santol, Singkamas und noch viele andere kleine und grosse Fruechte, die ich mir nicht merken konnte, dazu salziger Ziegenkaese in Kokusnussblaetter eingepackt. Es gibt keine wirkliche Milch hier in Manila, die lokalen Kuehe heissen Carabao oder Tamarow. Die Konzerte stehen bald an, ich freue mich, in Manila zu spielen.

Die Frucht Pomelo sieht von innen aus wie eine Blutorange, aber schmeckt ganz anders. Am Montag, wenn ich die Improvisationsklasse leite, werden auch nationale philippinische Instrumente dabei sein, aehnlich wie auch in Riga nationale Instrumente dabei waren: Kulintang, das sind die Gongs, und die Tongatong, das sind Staebe aus Bambus. Es gibt auch ganz seltsames Essen hier, wie Entenbabies, die erst 16 Tage alt sind, die man als Foetus in der Eierschale isst oder ein Gericht aus Schweineblut namens Dinuguan.

Aber meistens gibt es Haehnchen und Reis und Mangokekse, bis auf letzteres sehr spicy. Der thailaendische Fisch Cream Dory, den ich vor ein paar Tagen ass, war lecker. Reis wird hier auf unterschiedlichste Weise gekocht. Die Kueche hier ist gross und gemuetlich, und es ist bei weitem westlicher hier als in Uganda. Auch in Schweden sind Gerichte aus Schweineblut eine Delikatesse. Ahhh.

Macchia

Das Wetter auf Korsika ist wundervoll, ich liebe die Berge hier und die verborgenen Buchten. Es ist nun das dritte Mal, dass ich hier bin und spiele. Es geht schnell, dass man tiefbraun wird, auf den Wanderungen, am Strand, auf der Fähre, auf dem Mountainbike. Es ist manchmal anstrengend, zwischen Urlaub und Dienst, den Andachten und Vorträgen hin und her zu wechseln. Heute abend ist mein zweites Konzert. Vor ein paar Tagen habe ich einen Vortrag mit Musik über Psalme, Klage, Moll und Kunst gegeben. Gestern habe ich ein neues Lied geschrieben. Es tut mir gut, kreativ zu sein. Ohne bin ich wirklich unruhig, als staue sich die Kreativität schmerzhaft in mir an. Morgen fliege ich zurück nach Köln, von dort nach Frankfurt, von dort nach Bangkok und von dort nach Manila.

Ich habe meinen Reisepass nicht mitgenommen, da ich nicht wusste, ob ich vorher noch mal nach Hause nach Würzburg komme. Nun wird mir der Reisepass per Eilpost nach Köln gesendet und dann an den Flughafen Köln/Bonn gebracht. Ohne Reisepass kann ich nicht nach Asien fliegen. Ich hoffe, es klappt alles, da auch meine CDs per Post kommen und mein Flug schon gegen 21 Uhr geht. Ich fliege mindestens 16 Stunden und verpasse einen ganzen Tag und damit auch das Fussballspiel Deutschland gegen England. Den Tag bekomme ich zurück auf dem Rückflug. Ich spiele am Tag nach meiner Ankunft in Manila Konzerte in der Universität Manila. Ich bin gespannt auf die Studenten dort. Ich gebe Meisterklassen in Klavier solo und Improvisation.

20. Juni 2010

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Konzerte in Italien

Auf dem Rueckweg fuhr ich mit dem Zug ueber Bologna und Firenze und Pisa, um die Faehre von Livorno aus zu nehmen. Diesmal war es die Sardinien-Faehre, nicht die Moby-Faehre, die ja wie ein Hochhaus durch das Meer faehrt. Der Hafen von Genova war eine Mischung aus gewaltig, schmutzig, beeindruckend, schoen und gruselig. Durch Italien mit dem Zug reisen, ist ein Chaos, ich habe da Stories erlebt. Auf diese Weise lernt man Italien ganz anders kennen. Bald spiele ich in Sardinien, Kalabrien und Sizilien.

18. Juni 2010

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Von Bastia nach Piacenza, von Korsika nach Italien

Pianello und Piano-Meisterkurse, es ist gut hier, in Emilia Romagna, ca. 100 km von Milano entfernt, in der Naehe von Piacenza, im Rathaus des kleines Ortes mit einem riesigen, offenen Schimmelfluegel — hier findet das Konzert in Pianello Val Tidone statt. Es war ein langer, anstrengender Weg von Bastia nach Piacenza ueber Genova, und die Zuege sind unglaublich chaotisch, man kann sich kaum vorstellen, dass Deutschland und Italien auf einem Kontinent zuhause sind oder zu einer EU gehoeren.

16. Juni 2010

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Calvi Pinea

Das Konzert in Calvi auf Korsika ist gut gelaufen, die Gäste der Pinea sind nett. Ich werde morgen um 5 Uhr früh nach Bastia gefahren und von dort mit der Fähre nach Genua und weiter nach Piacenza. Ich bin gespannt, wie die italienischen Konzerte sein werden Es kann sein, dass ich erst am Samstag wieder in Calvi zurück sein werde. Es regnet, ist heiß und schwül. Ich bin dennoch einige Stunden am Strand heute eingeschlafen. Ich liebe das Geräusch der Wellen und den warmen Sommerregen.

12. Juni 2010

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Korsika, Corse

Fliege in einer paar Stunden nach Calvi, dort zu spielen, und anschließend mit der Fähre von Bastia nach Savona und von dort Richtung Mailand, nach Piacenza für Konzerte. Leider kann ich wegen all dem Ausland nicht zurückfliegen, um beim Umsonst & Draußen-Festival zu spielen. Das finde ich sehr schade. Ich wäre dort gern aufgetreten, musste aber absagen. Anschließend habe ich Konzerte und Meisterklassen in Manila, auf den Philippinen, und anschließend ein Konzert mit Duo Klavier und Violine in Mannheim. Leider ist alles so vollgepackt, dass ich mich frage, ob ich die Fußball WM genießen kann. Aber ich habe sowieso erst mal genug zu schreiben an der Magisterarbeit, 100 Seiten über Bach, eigentlich etwas sehr Schönes.

Karlstadt am Main

Das Konzert in Karlstadt ist sehr gut verlaufen, Presse war da, schöne Blumen, trotz Sonne sehr gut besucht, ich musste zwei Zugaben geben, eine gesungen, eine dritte war mir dann zu viel. Heute fahre ich nach Neubrandenburg und spiele heute abend, eine weite Reise. Magisterarbeit über Bachs Goldberg-Variationen fertig.

Ich halte mich mittlerweile gern in Bibliotheken auf für das wissenschaftliche Studium, obwohl mich manchmal die vielen Bücher erdrücken.

Stuttgart in Baden-Württemberg

Es hat großen Spaß gemacht, in Stuttgart aufzunehmen. Der brillante Flügel mit 6 Mikrofonen bestückt, einem davon türkis und zwei schwere Doppelhänger, stand in einem Winkel des großen Saales, und mit Pausen nahmen wir auf von 16 Uhr bis halb zwei morgens. Richtig dunkel wurde es leider nie, da es so viele Straßenlaternen draußen und keine Rollos gab, aber der Regen prasselte gemütlich und manchmal unheimlich auf das Dach, es blitzte, die Sträucher zitterten im Wind vor den großen Fensterscheiben, ich ließ mich von Farben inspirieren, von den Farben der roten Stühle vor der blauen Wand, von einem bunten Tuch, von Kerzen und einer kleinen Lampe, von der Dunkelheit, wenn wir alles löschten. Ein paar Mal war ich so tief versunken, dass ich alles um mich herum vergaß, mir fast schwindlig wurde, so konzentriert war ich. Es war angenehm, so zu versinken.