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4. Januar 2020

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Kompass

Echte Kunst ist eigensinnig. (Gabriele Münter)

Potentiell sind alle Menschen Spitzenkönner. Man muss allerdings Könner mit viel Geduld “heran züchten”. Dazu gehören verschiedene Führungsstile. Erstaunlich ist, wie wenig Lehrende diagnostizieren wollen oder können. Die Kompetenz, Potential und Engagement nicht erkennen oder unterscheiden können. Die Kompetenz kontrollieren, die Engagement bestrafen, Potential hemmen, die keinen Respekt haben. Die Mischungsverhältnisse nicht sehen. Die Fehler und Feuereifer nicht zulassen. Die falsch führen und anleiten. Weil sie nur an sich und ihre eigene Karriere denken. Die selbstmotivierte und selbstsichere Frauen fürchten.

Wichtig ist dennoch, dass man selbst weiß und prüft, was man anstrebt, was einen treibt, inwiefern das eigene Handeln wesentlich ist, wie der eigene Kompass tickt, ob man aus dem Gleichgewicht geraten und ob man stimmig und aufgeschlossen ist.

Empfehlen kann ich heute die Krimis  von Arno Strobel, besonders Das Wesen, auch wenn ich schon nach wenigen Seiten weiß, wie es ausgehen wird. Ich mag Hörbücher. Manchmal höre ich sogar beim Üben Hörbücher.

Momentan höre ich u.a. gern Murray Perahia und Edgar Krapp.

Ich finde Silvesterböllerei und den Lärm und den Gestank schrecklich. Es sollte wirklich verboten werden. Natürlich war ich empört, dass das Affenhaus abgebrannt ist. Doch muss ich sagen, ich finde es sehr mutig von den Frauen, sich freiwillig gemeldet zu haben. Manchmal tröstet es mich, dass es eine Hölle gibt, wenn ich an die Menschen denke, die hintenrum viel Böses tun und nichts bereuen.

Digital?

Das Gesetz ändert sich. Das Gewissen nicht.

(Sophie Scholl)

Neues Jahr. 2020.

Unter meinen Konzert- Terminen kann jeder nun auch Datum und Jahr in die Suchfunktion eintragen.

Ich genieße die Zeit an meiner dreimanualigen Hauptwerkorgel; an dieser meiner digitalen Hauptwerkorgel spüre ich zwar nicht den Wind, nicht die Lade. Ich habe hier nicht das Gefühl für Wind und Lade und Ansprache und Mechanik. Die Lade spüre ich nur an realen Orgeln über die Tasten. So ist meine Übeorgel eine Art Simulator, aber ein sehr guter, und ich habe sie als Trainingsinstrument für Motorik, Analyse, Erarbeitung und Koordination. Meine Vorstellungskraft hilft, und ich spiele auch viel an realen Orgeln. Aber es ist gemütlich an ihr daheim, das Üben mit Kerze, Tee, Balkonaussicht und Licht und Wärme lässt mich mehr als dreimal so viel üben.

Empfehlen kann ich heute Menschen im Hotel von Vicki Baum, eine unglaublich zarte, kluge und intensive Sprache. Und den skandinavischen Film The Wave, auch wenn die Filmmusik nicht gut ist. Und den französischen, traurigen Film Liebe mich, wenn du dich traust – trotz eingefahrener Rollenbilder und auf der einen Seite sehr unrealistisch und auf der anderen Seite erschreckend realistisch. Was ich manchmal nicht verstehe ist, wie Männer Bart gut finden können – ich muss wirklich sagen, ich finde in den allerseltensten Fällen Bart gut. Bart ist ungefähr gleich gut wie Schnarchen.

Eisberg

Jede Gabe ist eine Aufgabe. (Käthe Kollwitz)

Tun. Loslassen. Aufgeben. Machen. Opfern. Erarbeiten. Angehen. 

Die Konzerte sind schön gewesen, wenn auch das Instrument einmal etwas bedenklich war. Silvester war lecker gewesen, ich liebe französischen Raclettekäse. Ich denke, man muss die Pfännchen oben und unten mit Käse belegen und dazwischen Gemüse legen. Das Wetter war wunderschön, neblig, sonnig, rötlich, farbig. Meine ersten Tasten 2020 waren im Konzert. Durch die Rhön zu fahren war herrlich. 

Empfehlen kann ich heute den berührenden Film Die Wildente (The Daugther), ein Drama nach einem skandinavischen Theaterstück von Ibsen.

Oft komme ich mir wie ein Eisberg vor: Die Spitze lugt hervor, aber der mächtige Eisberg ist unter Wasser. Ich versuche manchmal, ihn zu verbergen und zu tarnen. Aber gerade dadurch wird er noch mächtiger, wenn er dann gegen meinen Willen doch entdeckt und auf ihn gestoßen wird. Ich werde nicht erst ein Eisberg, da ist er schon. Ich komme mir vor wie ein Eisbrecher, der durch dickes Eis fährt, ein Kursschiff, mit festem Ziel, durchs Eis, eine Grenzgängerin, eine Tabubrecherin. Wie kann ein Eisberg ein Eisbrecher sein? Das Umfeld der Orgel ist in vieler Hinsicht Konservatismus. Die Welt der Pianisten, von denen ich komme, ist und war nie so konservativ. Introvertiert ja, aber nicht konservativ. Aber ich mache mir selbst Mut. Ohne Verpflichtung der Frauenquote hätten viele Führungsgilden von Firmen niemals freiwillig Frauen an der Spitze zugelassen. Es gibt zwar keine Frauenquoten an der Orgel. Aber es gibt Eisbrecher. Ich gehöre nicht zu den Frauen, die keine anderen Frauen wollen oder die die einzige sein und bleiben wollen. Ich will viele andere Frauen. Wir leben nicht mehr im Neandertal. Es können sicher Heerscharen von Menschen bestätigen, dass ich nicht die Bescheidenste bin, aber es ist ein Irrglaube, den Frauen bis heute haben: durch Bescheidenheit und durch Opfer, durch Zurücknehmen und Bravsein von Männern entdeckt zu  werden. Männer entdecken Männer, aber nicht Frauen. Daher: Volle Kraft voraus! 

1. Januar 2020

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Gesegnetes neues Jahr und 2020!

Manche wollen mir erzählen, die Ehe-Frau “sei eine Hilfe für den Mann” und wollen mir das Dienen und Helfen zu ihren Gunsten auch noch so schmackhaft wie möglich machen. Wenn ich ihnen dann sage, dass Frauen genauso viel Hilfe von Männern brauchen, schauen sie mich an, als hätten sie das noch nie gehört. Ja, gerade die begabten Frauen brauchen richtig viel Hilfe!

Ach, die arme Frau der Kirche. Ich hoffe, sie lässt sich von niemandem veräppeln.

Die Kennzeichen einer Bewegung seien Protest, Wertefixierung und normativer Anspruch, schreibt Eggebrecht. Das heisst, es gibt schon seit Anbeginn der Zeit eine Männerbewegung lange vor der Frauenbewegung. Die Frauenbewegung ist nur ein Protest zur Männerbewegung.

Sicher, die Frau hat die Frucht zuerst genommen, sie ist sicher gewiefter (wie sollte es auch anders sein). Aber deswegen die Frau zu unterdrücken wird nun gar keine Frucht bringen!

31. Dezember 2019

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Rückblick und Jahresende 2019 Teil 2

Vielen Dank für alles, was ihr mir Gutes 2019 getan habt, merci! Es war ein unglaublich spannendes und lehrreiches Jahr, etwas crazy auch hier und da.

Ohne Meditation wird die Lectio trocken, ohne Lesung die Meditation irrig, ohne Gebet die Meditation ängstlich, ohne Mediation das Gebet unfruchtbar. (Kartäuser Mönche 1083-1136)

Kontemplation.

Wenn ich Liszts B-A-C-H auf dem Flügel spiele, hat dies so wenig gemeinsam mit dem B-A-C-H auf der Orgel von Liszt, dass es mir immer mehr wie ein ganz und gar anderes Stück vorkommt, der Liszt auf der Orgel und der Liszt am Klavier. Manchmal blitzt eine Gemeinsamkeit von einer Sekunde auf – aber es ist motorisch und klanglich ein völlig anderes Werk. Und ich dachte, ich könnte Zeit sparen… Weit gefehlt. Allein das Auswendiglernen bedeutet eine andere Herangehensweise. Insgesamt bin ich nun viel lockerer beim Einstudieren geworden. Ich gebe nur noch die Hälfte an Kraft und Tempo und verlagere meine Spielfreude auf die Konzentration und das Verstehen. Die Orgel an sich ist meine Verlangsamungs-Therapie. Langsam ist mehr. Langsam ist der Königsweg. Ich fühle und spüre mehr.

Dann denke ich an die Hexachorde (Naturale, Molle, Durum), sieben, die das ganze Universum der Musik abdecken und Dur und Moll mit allen Vorzeichen und auch die Kirchentonarten festlegen. Sogar das weit entfernte und Pelegrine werden zusammengeführt, Plus und Minus, wie zwei Magnete, wie zwei Dreiecke, die sich kreuzen.

Schön finde ich, dass es doch ein weibliches Buch in der Bibel gibt: Das Hohe Lied der Liebe. Schön, erotisch.

Insgesamt wünsche ich mir, dass klassische Musiker*innen mehr Öffentlichkeitsarbeit starten, damit junge Leute auf klassische Musik aufmerksam werden und auf den Geschmack kommen. Im Grunde ist dies auch schon Musikvermittlung. Gut, dass ich Freunde in der Jazz- und Songwelt habe, für die Werbung und Marketing normal sind. Deswegen sind sie keineswegs eingebildet, dagegen bin ich noch völlig harmlos und gesittet.

30. Dezember 2019

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Rückblick und Jahresende 2019 Teil 1

Es kommt mir manchmal beim Üben so vor, als wäre meine Wirbelsäule mit meiner Nase verbunden.

Es war spannend, mit Roland Kunz die Beethoven-Abende Saarbrücken und Kaiserslautern Musik für junge Ohren zu planen. Das Buch der BUGA Heilbronn mit den Konzerten Klavier ist ebenfalls angekommen. Freue mich auf die nächsten Bundesgartenschaus.

Mozart an der Orgel ist spannend, weil man ihn nicht nur üben, sondern auch bearbeiten muss.

Es wundert mich, dass Beethoven keine Orgelwerke schrieb. Seine Musik hat so viel Grave und Gravität.

Unter eingefleischten, herkömmlichen Organisten steht das Wort Pianistin oft für zweierlei: Einmal für Ehre, Respekt und Achtung, und einmal für: eben keine Organistin (und wird hoffentlich nie eine werden).

Anbei mein neues Interview:

Neues Interview

Heute einmal Gesundheitstipps:

  1. Lecker und gut gegen Entzündung sind Zink, Zimt, Curry, Kurkuma, Bananen, Zwiebeln, Ingwer, Brokkoliwasser, grüner Tee
  2. Lecker und gesund statt Fleisch sind Buttergemüse, Spinat, Brokkoli und Kohlrabi
  3. Wenn man Reis erneut anbrät, dann etwas Wasser dazu, schmeckt saftiger

Die Orgelbewegung Teil 3

“Das uferlose Nachahmen alter Aufführungspraktiken”, “Stilgetreuheit” und “Klangstil-Thesen” (Eggebrecht) sind wirklich nicht die wahre Musik. Es gibt keine wahre Orgel oder wahre Musik. Alles lebt von Verzicht, das hat Eggebrecht sehr gut dargestellt. Es ist Heuchelei und tatsächlich normativ, dass “im Namen Bachs” oder “im Namen Luthers” die Orgelbewegung agierte (um die “wahre Musik” zurückzuhaben und darzustellen), denn wohl Bach als auch Martin Luther haben abgelehnt, was zum Dogma erhoben wurde und haben beide neue Wege beschritten, waren eher Rebellen. 

Es kann nicht nur neobarocke Orgeln geben. Es geht um Transformation, denn auch perfekt notierte Musik ist lebendig und nicht starr und fixiert. Karl Straube selbst spielte Regers Musik. Warum sollte er sich gegen Reger gewandt haben? Ich verstehe, um was es Schweitzer, Jahnn, Gurlitt etc. ging: Um Werte und die Schönheit und Einfachheit der gottesdienstlichen Musik, um ungemischte Eigenfarben, um die Suche nach Inbegriffen und Symbolen für die Wahrheit – doch Wahrheit ist Liebe und keine Kontrolle und Fixierung. Ich glaube, die Kirche und die Kirchenmusik haben in weiten Teilen Gott nicht erkannt. Unter anderem die Orgelbewegung zeigt dies mehr als deutlich. Sie erinnert mich an die Kreuzzüge. 

29. Dezember 2019

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Ungleiche Wesen gleich zu behandeln ist nicht Gerechtigkeit, sondern Gleichmacherei.

Die Orgelbewegung Teil 2

“Der Endzweck der Musica  sei darum die Ehre Gottes, die Anreizung zur Tugend und eine zulässige Ergötzung des Gemüts.” (Andreas Werckmeister 1686)

Natürlich geht/ging es wie bei allen musikalischen Bewegungen um Klangschönheit und in der Orgelbewegung auch um Tugend. Diese Bewegung zerstörte jedoch in dem “Wahn”, nur noch den Verfall und die Entartung der Musik des 19. Jahrhunderts zu sehen, viele wertvolle Orgeln. Und zwar Orgeln, die keineswegs Fabrikorgeln waren. Aus unerklärlichem Grund war diese Bewegung und ihre Anhänger gegen die singende und gefühlvolle Orgel. Als wäre die sogenannte Alte Musik oder gar Bachs Musik nicht singend und gefühlvoll. Bach hat doch sein Leben lang gesungen von frühester Kindheit an.

Hier ist etwas so missverstanden worden, dass ich mich frage, ob künstlerische Menschen hinter der Orgelbewegung standen oder eben das herkömmliche Patriarchat der Kontrolle und der sogenannten “Kirchenmusik”, gegen die schon Bach aufbegehrte. J.S., der stets neue Orgeln schätzte, muss sich bei der Orgelbewegung im Grabe umdrehen.

Ich kann doch die Symphonieorgel und auch die alten historischen Orgeln sehr schätzen. Warum sollte ich gegen Streicherklang oder Hochdruckregister protestieren? Solange eine Orgel ein wunderschönes Plenum hat, warme Prinzipale, Grundtönigkeit, Tiefe und brillante Flöten, darf sie doch auch Streicher und Koppeln und viele Register haben. Natürlich sind die alten Orgeln anders, aber deswegen müssen und dürfen diese nicht verkannt oder abgewehrt werden.

Es mag genug Organisten geben, die nur dicke Gegenwarts-Orgeln mögen, aber doch nur, weil sie überfordert wären, an historischen (kleinen) Orgeln ohne Kombinationen, Setzern, Lärm und Koppeln schön zu spielen. Es gibt leider zu viele Organisten, die historische, feine Orgeln gar nicht kennen. Die 18 Jahre lang nur ihre eigene (große) kennen. Oder die tatsächlich nur an Apparat und Technik denken. Jedoch auch die brillanten Saalorgeln ächzen doch nicht dahin, wenn sie man gut spielt?

Zu denken, dass in Alter Musik oder Barockmusik alles gleich und gleich gültig sei, als ob nicht schon Händel ganz und gar anders war als Bach menschlich, geistlich und musikalisch…

Kein Wunder, dass eine Art “Parisbewegung” als Gegenbewegung entstanden ist, da die eigenen schönen (romantischen) Orgeln in Deutschland nicht erkannt und gefeiert wurden: Süddeutschland, Walcker, Ruhrgebiet… nur noch französisch, französisch…

Empfehlen kann ich heute Der Weg zum Wesentlichen von Covey über Zeitmanagement. Gerade bei vielen Talenten ist dieses Buch sehr gut, damit man sich nicht verzettelt. 

28. Dezember 2019

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Ausländerin in der Orgelwelt

Geschlechterrollen nicht wechseln, sondern sprengen!

Bedenklich und traurig finde ich, dass es keine Domorganistinnen gibt, keine Orgelprofessorinnen, kaum weibliche Dozenten und weibliche Instrumentalisten in den Kirchenmusikabteilungen (Ausnahme Sängerinnen), kaum weibliche Orgelsachverständige, dass die Zeitschrift Ors Organi in vieler Hinsicht eine reine Männerzeitschrift ist, als würde man eine Heimwerkbroschüre von OBI von 2006 lesen (selbst OBI etc. sind modern geworden und haben das Rollenklischee verlassen), dass einige Domorganisten bewusst zusammenhalten gegen Frauen, Frauen ausschließen, sich gar von talentierten Frauen bedroht fühlen. Nur die ganz lieblichen, schüchternen, angepassten Frauen finden sie nicht “gefährlich”. Wenn Frauen überhaupt mal spielen dürfen, dann sind es extra “Frauenkonzertreihen”.

Ich selbst bin Ausländerin in der Orgelwelt, komme (Gott sei Dank) aus einer anderen Welt.

In vielen Kirchen sind seit Jahrzehnten nur Maenner an den Orgeln angestellt. Vor allem in katholischen Kirchen (“It’s a Guy’s Club”), jedoch auch in Frankreich oder in evangelischen Kirchen (“Who has the bigger organ?”). Manche bruesten sich auf einer Tafel, auf der nur Maenner-Namen stehen. Man sagte mir, Kirchen waeren noch das totale Patriarchat, Maenner “halten hier gegen Frauen zusammen”. Und da wundern sich Kirchen, dass keiner mehr Zeit, Interesse und Geld fuer den Guy-Club oder Orgelkonzerte hat, da alles langweilig, immer das Gleiche fern von Gott ist. Manche beruehmten Organisten haben Ehefrauen, die bessere Organistinnen sind als sie selbst, aber lassen die eigenen Frauen sind ran. Was sind das fuer Ehemaenner?

Bedenklich und traurig finde ich, dass in (akademischen) Kommissionen Rangordnungen eingehalten werden, um gewissen Männern “diplomatisch” nicht auf den Schlips zu treten. Das ist die sogenannte hidden agenda laut Modler. Egal, was offiziell vermittelt wird, die hidden agenda zählt. Für Männer sind es oft Macht-Ego-Spielchen um Statussymbole. Für viele Frauen aber geht es ums Ganze. Wichtig: Gerade die, die einen lächelnd angreifen, sind besonders gefährlich.

Frauen stecken oft aus Furcht zurück, weil sie gefallen und Konflikte vermeiden wollen. Dadurch werden hochbegabte Künstlerinnen oft in den Schatten getreten. Deswegen Modler hat Recht: Diese Spielchen von Männern mitzuspielen ist für Frauen unerlässlich, auch wenn sie nicht wollen. Auch wenn es nervig ist, da Frauen nicht an Rangordnung,  sondern an Inhalte interessiert sind.

Auch wenn ich dieses offensichtliche Machtgerangel nicht mag, kann ich nicht erwarten, mich in dieser Welt nur aufgrund von Begabung und Leistung gegen vertikale Kollegen leicht durchsetzen zu können. Man kann sich nicht heraushalten. So ist diese Welt. Und: Männer sind keine verkleideten Frauen. Als Frau ist es daher wichtig, beide Sprachen genau zu kennen und hervorragend zu sprechen: vertikal und horizontal. Und dies besonders deutlich. Zweisprachig sozusagen. Es gibt vertikale Männer, die sind taub, wenn Frauen horizontal mit ihnen sprechen. Sie reagieren nicht auf Klären, Begründungen, Gefühle, Inhalte, sondern nur auf vertikales Kommunizieren: non verbal, kurz, territorial, kühl. Dieses Vertikale ist oft noch eine Fremdsprache für mich und für viele Frauen. Doch sie muss wie jede andere Sprache trainiert werden. Denn das rein Horizontale ist auch nicht immer gut. Sie zwingt zu einer Art Teamideologie, in der Andersartige oder Herausstechende bestraft werden. Ich bin froh, dass es auch lustige, nette, höfliche, gutmütige und kluge Menschen gibt in beiden Systemen.

Wir sind kein Produkt des gesellschaftlichen Spiegels. Charakter ist der Preis für wahren Erfolg. Frauen dürfen nicht vergessen: Männer, die sich sexistisch verhalten, können dennoch sehr charmant sein; Frauen sollen zum Flirten, für Dienstleitungen und Vergnügungen gern zur Verfügung stehen. Jedoch sehen diese Männer Frauen nicht auf der selben beruflichen “Mensch-Stufe”. Sie erwarten oft, dass Frauen beruflich scheitern. Daher: Meide die Auseinandersetzung nicht. Jedoch die höchste Kommunikation ist eine echte Win/Win-Situation für alle. Das ist das Ziel. Leider gibt es sehr viele, die ihren Gewinn nur im Verlust für den anderen sehen.

Ich frage mich manchmal, wie wohl Marilyn Monroe gewesen ist. Als Mensch.

27. Dezember 2019

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Cuxhaven Teil 2

Warum müssen Frösche beim Schlucken die Augen schließen? Weil sie keine Schluckmuskeln haben.

Tidestieg und Tidefall:

Ich finde es spannend, dass auch die Elbe Gezeitengewässer ist, weil die Flut vom Meer herein drückt. Der Tidenhub (Unterschied Wasserstand zwischen Ebbe und Flut) in Hamburg ist 3,60 m! Erst hinter dem Sperrwerk in Gesthacht ist der Gezeiten-Einfluss vorbei. Für die Elbphilharmonie elbaufwärts wurde extra ein Puffer eingebaut, um auch Sturmfluten zu berücksichtigen. In den USA und Kanada gibt es einen Tidenhub von über 13 Meter (Bay of Fundy, Kanada)! Die Ostsee misst nur einen Tidenhub von ca. 30 cm. Es sind mindestens 3 Meter an der Nordsee hier in Cuxhaven (3,40 m).

“Ham-mer nich’. Stade drum.”

Je nachdem, mit was für Gedanken oder Geschichten ich mich beschäftige, verwandeln sich die Töne beim Üben in Vögel oder Menschen oder Engel… Das Auswendiglernen braucht am meisten Zeit.

Heute besuchten wir die Alte Liebe, den Hafen, die Fischkutter, Leuchtturm und Wasserturm (zuständig für den Wasserdruck), das Semaphor Cuxhaven (Windstärke anhand Borkum und Helgoland, heute war Windstärke 4) bei der Alten Liebe, das Schloss Ritzebüttel und den Weihnachtsmarkt um den Schlossgraben. Ich mag die roten Backsteinkirchen. Vom Hafen aus kann man nach Sylt, Neuwerk, Helgoland und zu den Seehundbänken fahren, jeweils Tagesausflüge. Wenn ich auf Sylt spiele und in Bremerhaven, versuche ich dies einzurichten.

Ich sammle übrigens gern: Briefmarken (besonders Tiere und Musiker), Münzen, Schallplatten, Badeenten (besonders Musiker), Tiere zum Aufstellen, Noten, Filme, Bücher, CDs und Instrumente.

Empfehlen kann ich heute Lynn Austins Luisas Töchter und Bücher von Elizabeth Musser. Zudem das Kartenspiel Elfer raus! und den Film Music of the heart – ein Film, den ich schon mehrmals gesehen habe. Auch ich würde sehr gern in der Carnegie Hall spielen, wo auch Rachmaninov und Tschaikowski gespielt haben.

Übrigens: Nur zwei Prozent der Weltbevölkerung sind echt blond, habe ich heute gelesen.

26. Dezember 2019

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“Wir bekommen immer das, was wir belohnen.” (Stehen Covey)

Sind Frauen wirklich nicht dafür gemacht, die Nummer Eins sein zu wollen?

Was ich von Yoga halten soll, weiß ich noch nicht. Mir gefallen die gelenkigen Bewegungen, Pflug, Brücke, jedoch singe ich keine Mantras mit. Vielleicht denken andere, ich sei unmusikalisch oder kann nicht singen. Aber ich kann ja nicht das Vaterunser singen, während die anderen laut die Sonne anbeten. Auch wenn angeblich alles christlich sein soll, auch Sonne, Mantra und Pflug.

Was mich wundert ist, dass von manchen guten Freunden von mir die Ehefrauen aus absurden Gründen eifersüchtig sind. Dadurch ist es schwer, Freundschaften und künstlerische Gespräche mit manchen Männern zu halten, die ansonsten sehr fruchtbar waren.