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Tur Blogg

Die Kunst und die Bühne zeigen, erwecken zum Leben, was die Historie (bewusst) in der “realen Geschichte” außen vor lässt: Das Wirken von Frauen. (AHS)

Daher sollen auch meine Kunst und Webseite zeigen, was sonst oft ausgespart wird.

Gestern und heute waren sehr volle Tage. Nach dem Live-Stream in der Kirchenburg Walldorf fuhren wir direkt nach Rohr in Südthüringen zur ältesten Kirche Thüringens: St. Michaelis. Es ist eine sehr schöne, sehr gut erhaltene Dorf-Kloster-Kirche in einem gepflegten Hof, einem Tor-Turm mit schwarzem Schiefer (Wehranlage), die Kirche selbst mit rotem Dach. Wir haben für die drei Tage Orgelfahrt einen großen Renault-Bus zur Verfügung, da neben der Film-Ausrüstung auch Hunde dabei sind. Überall sind wunderschöne, teilweise schiefe Fachwerkhäuser. Die Dörfer und riesigen duftenden Rapsfelder sind malerisch und eine Zierde. Die Reliefbilder und Doppelemporen und vor allem die hölzerne Kassettendecke der Kirche gefielen mir sehr. Ich liebe schöne Kirchendecken, vor allem Holzfelder, schön bemalt. Die jetzige wunderschöne Rühlmann-Orgel (1914) wurde wegen mir extra geputzt, da sie wegen Bauarbeiten in der Kirche längere Zeit nicht gespielt und daher eingepackt gewesen war. Dennoch hinterließen meine Pedalschuhe Spuren im Staub auf den Pedaltasten.

Die Orgel in Rohr erhebt sich wie ein geschmückter Berg in Wellen hinter dem Altar. Ich liebe Orgeln, die hinter dem Altar und also vorne sind. Sie ist geschmückt mit Blumen, Früchten und Zimbeln. 1965 wurde die Orgel von Heinze aus Stadtilm umdisponiert. Sie ist, da ich direkt zuvor aus der Kirchenburg Walldorf von der neuen Voigt-Orgel kam, völlig anders im Spielen, was ich so interessant finde an Orgeln: Sie heißen zwar alle Orgeln, sind aber unterschiedlich wie Tag und Nacht. Diese Orgel war „unbequemer“ zu spielen, rustikal und griffig, aber das mag ich. Ich musste sie mehr erobern, vor allem in den Bach Trio-Sonaten. Der MDR war da und filmte. Ich habe meist keine 5 Minuten, die Orgel kennenzulernen. Es geht sofort los. Wegen Corona sehen die Filmer wie Mars-Menschen aus. Es war ein sehr nettes Ehepaar. Zudem wurde es von der Hiob Stiftung Schop live gestreamt (Youtube und Facebook). Ich konnte noch gar nicht hineinhören, habe aber den schönen MDR-Beitrag gesehen. Vielen Dank an Pfarrerin Carola Beck. Wilhelm Rühlmann wurde 1842 geboren, Geselle bei Ladegast, war auch in Paris.

Ich liebe diese Luther- und Storch-Gegend, fast alles evangelisch, überall scheint Luther gewesen zu sein, und Land und Luft, dazu diese tollen Kirchen mit schwarzen Schieferdächern (siehe auch Weißenfels). Fotos sind schon auf Facebook und kommen bald auch hier in den Tourblog. Den MDR-Link und von MKD Thüringen gebe ich noch durch. Der MDR wies auch auf mein Orgeltagebuch, also meinen Blog hier, hin. Manchmal korrigiere ich auch zwischendurch mal etwas oder ergänze.

Anschließend ging es direkt weiter nach Meiningen an die Reger-Orgel: Wieder eine völlig andere Orgel. Dazu morgen.
Ich weiß, ich bin etwas hinterher, zu erzählen, aber 14 Orgeln in 3 Tagen zu spielen ist selbst für mich heftig. Es wird sofort gestreamt, daher muss ich direkt mit der jeweiligen Orgel warm werden. Ich bin froh, wenn ich nachkomme, aber es macht Spaß!

Weißenfels, kIeine Ladegast, frisch restauriert

Was wir zu fürchten haben ist nicht nur die Unmoral der “großen” Männer, sondern dass Unmoral oft zu “Größe” führt. (de Tocqueville)

(Anführungsstrichchen von mir.) Und genau das zeigt, wie viele Männer “Größe” definieren: Es ist das Gegenteil von dem, was Größe wirklich ist.

Heute war ein unglaublich voller Tag. Ich bin zu müde, das jetzt zu berichten. Bin im Hotel Zella Mehlis in Thüringen. Morgen früh berichte ich.

Guten Morgen!

zu gestern:

Zuerst habe ich den Zug verpasst, fuhr dann mit dem Auto, es war sehr regnerisch, ich habe die Ausfahrt verpasst, kam dann doch noch an mit Verspätung zur musikalischen Andacht. Und es war gleich schön! Es ist eine Kirchenburg Walldorf, eine Biotop-Kirche hier in Walldorf in Thüringen. Mit Bienen, Dohlen, Fledermäusen… 2012 brannte die schöne Kirche ab, wurde aber gleich erneuert. Die Böhm-Orgel mit ihrem schönen weißen alten Gehäuse wurde verbrannt, sie war über dem Altar. Jedoch nun gibt es eine ganz neue Voigt-Orgel 2019 (das i wird nicht gesprochen), sie steht hinten und ist wegen des Fensters geteilt. Es ist ein buntes Fenster, und die Farben fallen elegant auf die glänzenden Pfeifen der ebenerdigen Orgel mit zwei Manualen mit dunklen Tasten. Sie ist klein, aber oho, angenehm zu spielen und duftet neu nach Holz und hat Zungen und Flöten. Die Kirche hat herrliche Fensterbilder von Julian Plodek, ähnlich und doch völlig anders als in Tholey, das Besondere: das verbrannte Holz und die Balken wurden in die Fensterbilder mit integriert und eingedruckt, auch das vom Kreuz, das in der Asche lag. Der verbrannte Turm wurde aus den alten Balken wieder zusammengesetzt (ebenso der Altar), die hierfür extra nummeriert wurden. Die Dohlen kamen schon einen Tag nach dem Brand zurück. Das hat die Leute motiviert. Nun ist sie schöner als zuvor. Aber ganz anders. Die bunten Fenster leuchten wie in Tholey nach außen. Toller Künstler! Die Andacht wurde vom MDR, Hiob Stiftung Schop und MKD Thüringen aufgezeichnet. Ich sende euch dann die Links.

Sie haben auf mich gewartet, während ich mit meinem Beetle im Regen herumirrte. Ich bringe es selbst mit Navi fertig, mich zu verfahren.
Ich parkte den Beetle entnervt ins Gras und sprang in die Kirche. Ich kann mit Orgeln blitzschnell zurecht kommen. Wie mache ich das? Darüber kommt noch ein Video.
Ich spielte mit Socken in der Eile. Ebenerdige Orgel. 🙂

ps: viele Gedankensprünge

Bach-OrgeI Lüneburg

was ist spiel? spiel ist arbeit. arbeit (gern getan) ist spiel. (Alma Siedhoff-Buscher)

Ich freue mich, morgen Orgeltour Thüringen: Meiningen, Rohr, Walldorf, Suhl, Zella Mehlis und noch mehr. Christi Himmelfahrt!

Mein Lied/Bearbeitung „Geh aus mein Herz“ (Youtube) wird oft für Trauerfeiern ausgesucht.

Ist Komposition nicht etwas Verrücktes! Die einen wollen gar keine Melodie, sonst ist es keine Neue Musik. Die anderen wollen keine Musik, sondern eher Philosophie. Die nächsten wollen immer einen Höhepunkt, die nächsten keinen und keinerlei Takte, wieder die nächsten immer Takte oder immer Elekronik. Die einen sagen, es dürfe niemals gut klingen, sonst wäre es keine Neue Musik, die nächsten verachten alles, was nicht „gut“ klingt. GEMA definiert E-Musik/Neue Musik, wenn sie nicht gut klingt, und wiederum andere ertragen nichts, was nicht wohlig klingt und wohl wie zuvor etliches andere klingt. Und die meisten ahmen einfach nur nach, nach mit unzähligen Quartvorhalten. Der Rest bearbeitet. Oder schreibt U. Und die, die am meisten motzen, schreiben gar nichts.

Und ich? Ich spüre und kenne und suche ein wenig meinen eigenen Sound. Und ich möchte meine Farben für – großes Orchester. Ich bin unglaublich gespannt.

Und dennoch kann ich auch Lieder und Songs schreiben. U und E.

Ich befinde mich als Frau in einer Ausnahmesituation und habe Seltenheitswert. Eine Frau, die sich einzumischen weiß, die es versteht, ihre Meinung kundzutun, außerhalb der weiblichen Norm – was als Verurteilungssgrund für manche dient. Aber ich möchte einen Grundstein für die Rechte für Frauen legen, selbst noch 2021, zu meiner heutigen Lebzeit. Für mich ist es selbstverständlich. Die Namen von Frauen sind bewusst selten in Geschichtsbüchern zu finden. Gerade dann, wenn es danach schreit. Frauenfiguren werden in der Historie oft ausgespart, besonders bei bestimmten Weltanschauungen.

Geh aus mein Herz und suche Freud – Lied Paul Gerhardt Klavier Ann-Helena Schlüter Piano Mai

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Musik ist Literatur, Sprache, Farbe und Gefühl. Jede Note trägt eine Botschaft. (AHS)

Ich durfte heute die große schöne Ladegast-Orgel in der wunderbaren Marienkirche Weißenfels kennenlernen. Sie wird von Eule restauriert für ca. 600.000 €. Der nette Mitarbeiter hatte alles Werkzeug auf langen Bänken aufgebahrt. Früher war die Orgel weiß, die Pfeifen aus Zink. Nun ist die Orgel braun, die Pfeifen aus Zinn-Blei. Völlig neues wunderschönes Pedal. Drei Manuale aus Elfenbein, wie die Tasten eines Flügels. Mensur und Disposition von Ladegast. Einige Register sind noch da. Die Orgel war lange nicht da gewesen und lag zunächst wie ein Marienkäfer auf dem Rücken. Nun ist sie zwar noch eingerüstet, aber schon fast fertig. Sie ist ein Geheimnis und wurde noch nicht von vielen gesehen. Sie wird ein Wunderwerk. Rechts ist der steile Schweller in der Ecke, der mich an meinen Vespa-Spiegel erinnert.

Ich bin stolz, dass ich sie schon jetzt gesehen habe. Die typischen Königsspitzen ragten in den Himmel. Nur der Turm muss dringend gemacht werden. Und was ich Wundervolles erfuhr: Endlich endlich wird Buttstädt gemacht, die einmalige Orgel dort!

Anschließend besuchten wir die kleine Ladegast in St. Laurentius. Sie ist schon fertig restauriert und einfach perfekt. Sie musste einen langen steinigen Weg gehen bis zu ihrer Restaurierung. Zweimal verstarb kurzfristig eine wichtige verantwortliche Person, was stets zu finanziellen Engpässen führte. Doch nun: Ihre drei Königsspitzen leuchten nun. Die kleine Kirche ist ein Orgelmuseum. Ein Ladegastmuseum. Ich bin dankbar, dass wir durch die Vordertür hineindurften und nicht von hinten durch das Seniorenheim. Denn dann hätten wir einen Test machen müssen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass mir jemand Stäbchen in die Kehle schiebt. Ich weiß nicht, ob ich es für Ladegast geschafft hätte. Ich bekomme ja schon beim Zahnarzt einen Würgereiz. Meine Zunge ist extrem empfindlich und wölbt sich sofort auf. Es wäre sonst ein Drama geworden. So aber war alles in Ordnung. Ich durfte die Orgel spielen, noch bevor es ein Eröffnungskonzert gab. Ich liebte es.

Nun bin ich wieder zuhause.

Dies verbindet meine Werke und Kompositionen: der schwedische Teil, das Luftige, Harrende, Wilde, und der deutsche Teil in mir, das Genaue, Starke. Der schwedische Traum und der deutsche. Mit meinen Kompositionen habe ich die Stimmung Schwedens eingefangen, Weite, Ruhe, Seen, nordische Melancholie. Meine Mutter kommt aus Småland, Südschweden, Jönköping, Vättern-See – aus dem Astrid-Lindgren-Schweden. Schon als Kind war ich oft dort, im Herbst, auch zu Weihnachten. Es gab so viel Schnee, dass wir kaum aus dem Haus kamen.

Die dunklen Wälder und Seen, die singende Sprache Schwedens, die lange frühe Dunkelheit im Winter, die unschuldig verspielten Beerensommer und ihre Farben und Sehnsucht – nach einerseits Freiheit, andererseits Geborgenheit. Meine pianistischen Fähigkeiten und Klangvorstellungen vom Flügel her sind auch in meinen Orgelwerken eingefangen und aufgefangen. Das virtuose Moment und Herausforderung kommen nicht zu kurz.

Schnee wiederzugeben, wie klingt er? Wie klingt Sehnsucht? Licht, Schmerz, helle und dunkle Sehnsucht und Stille, wie ausgedrückt? (AHS)

Heute waren wir in Weißenfels in Sachsen-Anhalt. Sachsen-Anhalt ist zwar ein unkünstlerischer Name. Aber die Gegend ist eine WUCHT. Ich liebe Ostdeutschland. Alles. Was für eine wunderschöne Stadt, eine Stadt Bachs, Telemanns, Händels, Ladegasts, Schützs. Ich liebe vor allem Bach und Schütz. Händel ist nicht so meine Welt, war er noch nie.

Wunderschönes  Wetter. Einen solch blauen Himmel gibt es nur im Mai, solch ein Grün, ein Rosa der Kirschbäume, solch ein Gelb, solch glitzernde Farben, und ich liebe es vor allem, wenn an gestutzten, kahlen Bäumen dicke Knospen aufbrechen. Und die Vögel singen, und alles ist leer und frei, das schätze ich besonders bei Reisen in Coronazeiten, man hat alles für sich, es gibt keine Touristen, keinen Lärm.

Nur Vögel, Sonne, Himmel und Duft des Frühlings. Heute war der erste warme Tag im Jahr. Und ich habe mir gleich einen Sonnenbrand geholt und es nicht mal gemerkt. Die uralte evangelische Marienkirche 1465 ist genau nach meinem Geschmack, solche Kirchen liebe ich, spätgotisch, ein helles Schmuckstück mit weißem Turm und dunklem Dach, und genau in dieser Gasse an der Kirche vorbei zum Markt, wo auch das Rathaus steht, lief Schütz, der hier seinen Lebensabend verbrachte, lief Bach. Leider wird die Ladegastorgel noch restauriert.

Wir besuchten das Schütz-Haus, die Jüdenstrasse, die weiße Schlosskirche. Rechts ist das besondere Latrinenhaus, und durch den Torborgen tritt man in das Schloss Augustusburg, zunächst in den Schlosshof.

Versteckt und in das Schloss integriert ist die Kirche, wunderschön verziert mit Terracotta und Apfelgrün, frühbarock, alles erhalten wie damals. Auf der dritten Empore steht oben die schöne kleine Christian-Förner-Orgel mit zwei Manualen.

Das Gehäuse ist noch genau erhalten wie damals, jedoch innen ist es nun eine moderne, elektro-pneumatische Voigt-Orgel mit Compressor, was ein wenig schade ist. Doch die Klänge sind dennoch sehr schön. Ich durfte sie spielen.

Wir nahmen am evangelischen Rogate-Gottesdienst mit Abendmahl teil. Ich war die erste, die vorging und kannte das Ritual dort nicht. Der Pfarrer legte nur bei mir segnend die Hand auf den Kopf. Die Decke ist voll Engel, der Altar geschmückt.

Draußen: ein Schild angebracht, dass Johann Sebastian Bach sich um die Orgel kümmerte, und dazu steht, er sei der bedeutendste Musiker des 18. Jahrhunderts. Das ist falsch.

Er ist der bedeutendste Musiker überhaupt. Das Schild muss dringend geändert werden.
Wir liefen an Novalis’ Haus vorbei, durch den Stadtpark mit seinen alten Gräbern und schönen Bäumen, an dem Musikerbrunnen in der Jüdenstraße, an dem ich mit Bach und seinen Kollegen vierhändig spielte.

Dort, wo Ladegasts Wohnhaus stand, ist leider kein Schild angebracht. Das ist eine Schande. Es wird immer wieder vergessen, dass es Orgelbauer gibt, die absolut geniale KÜNSTLER waren/sind; es ist mehr als nur ein Kunsthandwerk.

Dann besuchten wir die kleine Laurentiuskirche, die ebenfalls eine Ladegast-Orgel besitzt. (Wir lagen später auf der Wiese mit Spargel und Wein, und ich holte mir endgültig einen Sonnenbrand.) Wir fuhren nach Heidelberg.

Das Konzert heute wurde verlegt auf Ende Mai.

Mir kommt es so vor: Je kleiner eine Orgel von unten, desto größer wirkt sie oben. Je größer eine Orgel von unten, desto zerbrechlicher oben.

Stille och Snö. (AHS)

Heute besuchte und spielte ich einige Stunden die wundervolle historische Orgel in Lüneburg. Sie hat ca. 60 Register, soweit ich mich erinnere, 3 Manuale, ein bezauberndes Rückpositiv und Pedalpfeifen und Rückpositivpfeifen mit gelben Blumen bemalt. Ich beschreibe die Orgel aus meiner persönlichen Wahrnehmung und Erinnerung, nicht als Orgel-Abhandlung. Die Böhm-Bach-Orgel in St. Johannis wurde 1551-1553 erschaffen von dem Holländer Hendrik Niehoff. Es ist die letzte große erhaltene Niehoff-Orgel. Und das in Norddeutschland.

Die Pedaltürme an den Seiten kamen nachträglich hinzu. Sie sind wunderschön. Die großen Flügeltüren, auch zum Rückpositiv, sind leider verloren. Ich liebe Flügeltüren an Orgeln! Für mich sind diese nicht nur einfach „Schutz vor Schmutz und Vögel“, sondern wahre Kunstwerke, atemberaubend schön! Ein Jammer, dass diese verloren gingen! Ich habe ein großes Buch über Flügeltüren. Ich denke an die herrlichen Flügeltüren in Alkmaar! Holland hat noch viele solche! Deutschland hat sich zu wenig um die Erhaltung solcher gekümmert. Vor allem um die Bemalung und ihre Motive.


Die Pedaltürme und die untere Empore kamen also nachträglich. Niehoff, Stellwagen, Dropa und Beckerath (1951) bauten an der Orgel. Der große Mittelteil ist ein Quadrat und stellt damit die Größe Gottes dar. Über Sonne und Mond steht ganz oben Jahwe. Es stimmt, dass die Orgel optisch die Herrlichkeit darstellt, was die Musik sinnlich zum Hören und Klingen bringt: die Herrlichkeit Jahwes. Drei große Engel spielen Zinke und Posaune. Der arme Matthias Dropa wurde so bitter heruntergehandelt, dass seine arme Witwe später kaum leben konnte. Die Orgel kostete anfangs 1000 Joachimstaler. Lüneburg wollte damit seinen Reichtum beweisen. Die Prinzipale (HW in der Mitte) klingen wunderbar in dieser einmalig tollen Akustik. Eine solch glitzernde Akustik habe ich fast noch nie erlebt. Es gibt keine Bänke, nur rotes Gestein. Eigentlich hatte ich mir die Orgel viel größer vorgestellt. Sie ist nicht wahnsinnig riesig, auch eher tief gebaut, aber man könnte den Prospekt mit seinen weißen Schleiern stundenlang anstarren, da er einmalig ist. Die gekürzten Pfeifen stehen luftig in den mächtigen Schleiern.

Dazu schmücken Menschenköpfe, schöne Frauen und Engel die Orgel. Die Orgel wurde stets von Sponsoren bezahlt. Beckerath hat ein Radialpedal und eine Bärpfeife eingebaut. Der Dulzian im HW ist von Dropa. Die herrlichen Flöten im 3. M. von Niehoff. Bach war hier, oft. Und das war für mich mit das Wichtigste! Er ist dieselbe Treppe hochgelaufen wie ich, oder besser, ich bin dieselbe Treppe hochgelaufen wie er. Ich bin die Treppe mehrmals gelaufen. Er sicher auch. Die Bank leider ist oben nicht mehr original. Ich spielte nur Bach. Die Leute haben geklatscht. An der linken Seitenwand waren Fotos von Männern aufgehängt. Erneut: An dieser Orgel war noch nie eine Frau angestellt. Warum wird der Dienst an einer Orgel bis heute vermännlicht? Es geht nicht um das Spiel, sondern um die Angelegenheiten rundum Orgel, die bis heute vermännlicht werden. „Die Orgel. Der Organist“. Viele (oder alle) verbinden Orgel mit Männern. Bis heute. Ich scheine eine Exotin zu sein. Und wenn ich dies anspreche, wie vermännlicht der Dienst um die Orgel wird, gibt es gar manche, die mich dann als „männerfeindlich“ darstellen. „Ja, die Männerhasserin war wieder am Werk.“ Weil es so normal ist, dass da 20 Männerfotos hängen und keine Frau. Es ist nicht eine generelle Frauenfeindlichkeit, eher eine Revier-Frauenfeindlichkeit. Solange Frauen nicht ins Revier eindringen, ist alles in Ordnung. Solange sie unten Postkarten verkaufen und nicht wissen, wie es zur Orgel hochgeht, alles kein Problem. Männer handeln untereinander Revier schnell aus. Frauen aber sind andere Geschöpfe. Ich gehe anders mit Revier um. Das scheint zu irritieren. Mir fällt auf, dass die gröbsten Hater meist Katholiken sind. 

Aber wie gesagt, es gibt auch top Männer!

Es gibt auch eine nette Kuhn Chororgel. Anschließend bummelten wir durch die hübsche kleine Stadt, aßen Eis und atmeten die Luft Bachs. Bach hat bei Böhm gelebt und hier bei ihm Noten abgeschrieben, u.a. Reincken. Das ist eine tolle Verbindung, über die ich bisher noch nicht nachdachte.

Der Weg zwischen Uelzen und Lüneburg ist wunderschön mit Tulpen, Maigrün, Hofläden, Raps, Wald, Rot, Grün, Gelb.

Ich muss eines Tages eine virtuelle Landkarte mit meinen besuchten gespielten Orgeln herstellen. Fotos folgen. Siehe facebook. 

Trost-Orgel

J.S. Bach – 2. Satz Trio-Sonate d-Moll Nr. 3 BWV 527 St. Katharinen Hamburg, Ann-Helena Schlüter

https://youtu.be/aRnvP6IqoFU

Hamburg Flentrop

Bachvermittlung! (AHS)

Den Begriff habe ich gegründet. Künstlerische Bachvermittlung.

Meine neue Musik als Komponistin macht aus, Empfindung und Dramatik im weiblichen, impulsiven, hellen Duktus auszudrücken, helle Stimmen, hohe Dissonanzen und Spice an der Orgel, die trotz Königin der Instrumente oft dunkelstimmig ist. Eine Musik hinter dem Spiegel, wie Alice im Wunderland – das kindliche, unschuldige, reine, emotionale Gefühl wagen, eine neue Form der Kindlichkeit, frei, vielfältig und expressiv, ohne aggressiv zu sein. Das Ungeprägte berühren und erklingen lassen. Das Nachahmen verlassen und im Amen enden. Im Atmen enden. Eine Musik urtümlich in unserer Zeit im Sinne von wild, ohne bedrohlich zu sein, gefühlsbejahend. Eingefangene Flüchtigkeit, auf Messers Schneide. Fragil und dennoch in Noten gegossen. Weiblich, hell und zart ausgedrückter Schmerz und Lebensfreude. Das weibliche Sein kommt in der Klassik, in der Kunstmusik, in der sogenannten E-Musik viel zu kurz. Es wird oft schon männlich definiert, wie Form, Regeln, Struktur, Bautechnik, wie es gewünscht, erwartet, definiert, geduldet wird. Es geht darum, das Komplette des Lebens abzubilden, nicht nur den männlichen Teil, und offen für Neues zu sein. Gezeiten und Wellen von Kompositionen. Stille och Snö.

Bald die Konzerte in München und Interviews/Glaubensgespräche dort (Stream auch).

Interview Deutschlandfunk:

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7. Mai 2021

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Kein Mensch wählt das Übel, weil es das Übel ist, sondern verwechselt es mit dem Guten, das er sucht. (Mary Shelley)

Ach, ich freue mich auf den Tag, wo ich zum ersten Mal meine Orchesterwerke live hören werde – selbst wenn es vom Himmel aus ist (Bach und andere konnten auch viele ihrer Werke nie auf Erden hören). Neue Noten im Shop.

Ist das unser Highway to Heaven? Ein steiniger Weg. Ich muss sagen, ich bin sehr dankbar und froh über meine Mitarbeiter, mein Webseiten-Team, die Programmierer, mein Physioteam, mein Lektorat Noten, mein Lektorat Bücher, mein Steuerberater, Verlage, mein Finanzamt, meine Anwälte, Freunde, Unterstützer, Fans, Beter, Fürbitter, Lehrer, Hauskreis, und auch meine Stadt, meine Bank, meine Post, meine Kollegen, Veranstalter, Filmer, denn allein wäre das alles nicht möglich. Man lernt auch viel von den anderen, denn manche denken ganz anders als man selbst, was ganz toll ist. Sie können mir nur helfen und mich weiterbringen, wenn sie anders sind als ich. Was nützen mir Mitarbeiter, die sind wie ich? Nichts. Meist können sie genau das, was ich nicht kann, das hilft mir sehr, ihr seid meine Ratgeber. Wenn ihr das lest:

DANKE

Ich weiß, ich sage es zu selten. Ohne euch könnte ich vieles nicht tun.

NEU:

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Das Nachahmen verlassen und im Amen enden. Gezeiten und Wellen. (AHS)

Mein Interview war ganz schön im Deutschlandfunk. Ich war erst 22:30 dran, danach Julius Berger. Drei Stücke waren von mir gespielt. Meine Stimme klingt so anders immer wieder, in jedem Interview. Findet ihr nicht? Mal sehr hell, dann wieder tief. Was mir besonders gefiel war mein Satz: Bach hat gefunden. Seine Musik hat gefunden. So ist es.

Wehmut im Shop. Noten.

Ich mag es nicht, wenn bei Bachs Passacaglia die Fuge in manchen Aufnahmen plötzlich ein völlig neues Tempo bekommt (meist doppelt so schnell) – ich finde das oberflächlich.

Heute kam mein Stirnband Shakti an. Für mich sind Matte und Stirnband noch immer Folterinstrumente. Während andere damit und darauf einschlafen, zähle ich Sekunden des Durchhaltens.

Freue mich auf Samstag.

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Bach Air

Don’t worry, spiel weiter. (Ludger Böckenhoff)

Am WE neue Orgeln, freue mich.

Ich fühle mich und werde von Rochus Schmitz belästigt seit Oktober 2020, und er schreibt mir selbst jetzt noch. Er schreibt beispielsweise, meine Fans, wie zB. Maximilian Nicolaus, würden gar nicht wirklich existieren. Was war das Leben vorher doch so schön… bevor Schmitz und die „Wutbengel“ mit und ohne Kropf und Kluck seit Oktober 2020 in mein Leben traten, um mich dauerzubelästigen. Zum ersten Mal kann ich mitempfinden, wie Politiker sich fühlen müssen, oder Stars, Menschen im massiven Rampenlicht. Zum ersten Mal habe ich keine Lust mehr, berühmt zu werden. Was lebt es sich doch schön gewöhnlich und versteckt. Dann hat man keine Belästiger.

(Ich weiß, für Ironie braucht man Intelligenz, was manche meiner Leser leider nicht besitzen.)

Was mir auch auffällt: Wenn jemand wie ich eine außergewöhnliche Vita hat, dann ist diese für manche kaum zu ertragen. Dann schauen manche, dass sie bei 10.000 Worten eines nicht ganz griffig finden, damit sie 9.999 Worte, die sie selbst nie erreicht haben, schlecht und unglaubwürdig machen können. Salvatorische Klausel? 🙂

Und diese sind Männer, die mich attackieren, und immer Durchschnitt: Der arme Landpfarrer Daniel Seel wurde vom Durchschnitt Benedikt Schwarz negativ  beeinflusst. Vermutlich, um Oliver Duymel eines auszuwischen, der mich eingeladen hat. Ich habe das Konzert nun abgesagt.

Menschen wie Benedikt Schwarz, der Konzerte anderer verhindern möchte und Gerüchte weiterträgt, und Daniel Seel, der solchen glaubt, sind mir ein Gräuel. Das alles steht natürlich im Zusammenhang mit Bornheimer und Wilke. Bornheimer droht mir, dass er Gerüchte über mich “publik machen möchte”.

Wirklich nicht empfehlen kann ich die Kirchenmusikhochschule Heidelberg. Was ich dort persönlich erlebt habe, auch von Martin Mautner, ist unfassbar. Kirche – wirklich nicht.

Ich war dort nur zur Sommer-Überbrückung, weil ich für das Sommersemester zu spät dran war für jede andere Hochschule, da meine Prüfung zuvor in Frankfurt wegen 6 Semestern Hochstufung außerhalb der Reihe stattgefunden hatte. Ich bin dann sofort zum Wintersemester an eine renommierte Hochschule gewechselt, weg von Heidelberg, ich hatte viele Plätze zur Auswahl.

Achso, das Interview Deutschlandfunk 22:05 ist natürlich heute. Am 5.5.

Freue mich auf München.