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Keine ist so wie Trost.

(AHS über Trost-Orgeln)

Die kleine hübsche Schuke Orgel hier in Berlin Heiligensee gefällt mir sehr. Sie ist von 2011 und feierte mit meinem Konzert heute ihren 10jährigen Geburtstag. Karl Schuke opus 559 anno 2011. Das Konzert war für mich ein dreistündiger Marathon, da wegen Corona nur eine gewisse Anzahl an Besuchern in die Kirche durften, mit Anmeldung und Liste. Nebendran eine Teststation. Schon seltsam. Das Gesundheitsamt ist einfach 24-7 in die Räume des Gemeindezentrums “eingezogen”. Ich kann leider weder genesen sein (zuvor mit Quarantäne verbunden) noch dass “Testen” für mich groß in Frage kommt, und Impfen? Nun, erst, wenn man mir Dinge sonst verbietet. Es ist schon tragisch, dass man ohne Test keine Museen besuchen kann. Ich lieb Museen. Da kann man wohl nicht lange ohne Impfen durchhalten. Bis jetzt ging es noch ganz gut.

Einen solchen Marathon hab ich noch nie gespielt. Es wurde auch gefilmt.

Heiligensee ist grün und eine Villengegend direkt hinter Tegel und dem Wald am Fluss Havel. Die Havel fliesst bei Spandau in die Spree und weiter in die Elbe. Die Havel war hier früher die Grenze zur DDR. Es ist Großstadt und dennoch Dorf und Ausflugsziel, eine perfekte Mischung. Berlin und doch nicht Berlin. Ich war noch nie zuvor hier in diesem Teil. Alleen und schöne Gärten, alles gepflegt. Nah an dem mir noch recht unbekannten Bundesland Brandenburg. Ich kam nachts in “Berlin tief” an gestern, da der ICE mal wieder sehr verspätet war und ich in Bamberg festsaß. Ich nahm dann ein Taxi bis nach Heiligensee, liegt ganz im Norden. Der Taxifahrer war sehr nett, und ich mochte es, im Halbschlaf redend vorne zu sitzen und durch die berlinische Nacht zu düsen. Ich übernachte eine zweite Nacht (da die Orgelnacht bei München ausfällt wegen Corona) und wir morgen eine Radl-Tour an der Havel entlang machen wollen und die große Schuke in Frohnau besuchen. Ich fahre daheim ja nie Fahrrad mehr, weil ich noch kein Holland-Fahrrad habe und alle anderen Räder meinen Handgelenken wehtun. Aber hier ist alles geteert und eben. Da geht das mal. Corina Rochlitz ist super!

Ich habe hier ein sehr nettes Journalisten-Ehepaar getroffen. Karl-Heinz Baum hat früher für die Frankfurter Rundschau geschrieben und pendelte zwischen Ost und West hin und her. Spannend.

Die Kirche ist gelb und süß und liegt in einem hübschen Friedhof. Die Decke ist niedrig. Schuke hat das Beste herausgeholt. Das muss man sagen.

Erstaunlich, wie die Reaktionen zur Woehl Orgel waren in München-Neuried, von „hässlich“ bis zu „faszinierend“. Warum haben Menschen Angst vor Dingen, die nicht der Norm entsprechen? Ich finde die Orgel extrem und ästhetisch und passend zum Runden des Tabernakels als Gegensatz. Auch Gegensätze passen. Eine Orgel mit 32 Fuß, Koppeln und Farben, die blau und kalt und dennoch gerade toll sind!
Kubisch. Es ist eben mal ein anderes Kirchenschiff.

Freue mich! Von München nach Berlin.

Ich höre Johann Christian Bach. Die Söhne. Aber JSB – oh, der ist es!
Ich mag auch Massenet.

Ich mag sehr den Klang von Barockoboe! Die Orgel im Off hat mir neue Klänge gezeigt.
Am Flügel schwitzt man. An der Orgel friert man. Ist das nicht schon Kulturschock? Wie sagte mir jemand: Die größte Furcht des Organisten ist die Pianistin.

Gesegnete Pfingsten! 

Staunen ist meine Superwomanpower. (AHS)

Förundran.

Unterwegs nach Berlin! Morgen Konzert an der Schuke Orgel!

Gesegnete Pfingsten!

Glaubensgespräch München – Schloss Fürstenried Exerzitienhaus, Musikpädagogin Ann-Helena Schlüter:

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Existenz ist manchmal ein Akt der Rebellion. (AHS)

Heute spielte ich die hochinteressante Gerhard Schmid Orgel (1975) in Mariahilf München. Meine erste Schmid Orgel. Sie hat 4 Manuale, Rückpositiv, von unten würde man denken, ca. 45 Register – sie hat 70! Sehr eng gebaut. Aber gut. Einen akustischen 64-Fuß, spanische Trompeten, 32-Fuß-Posaune! Früher gab es gar 5 Manuale! Der Spieltisch ist neu und sollte der Erleichterung dienen. Die Pedalpfeifen sind rot bemalt. Die Orgel hat oben eine Art Klangloch. Unten gibt es auch eine Schmid-Chororgel, klein, aber mit spanischen Trompeten! Und Mariahilf, nah an der Isar, besitzt das drittgrößte Carillon Deutschlands. (Carillon ist nicht Glockenspiel, ist chromatisch aufgebaut und braucht mind. 23 Töne.)

Die Orgel an sich ist oft ein völlig anderes Wesen als ich mit Wesen aufgewachsen bin: Sie ist meist hoch oben, weit weg vom Publikum; versteckt; gibt es ein RP, ist man komplett abgeschirmt. Ist es eine große, langgezogene Kirche, ist man gefühlt noch mehr im Off. Ist es oben dunkel und kalt, gibt es keine Fenster, dann ist man nicht nur im Off, sondern sitzt auch noch im Düsteren und Kalten, in gewisser Weise im Keller, nur oben. Einsam. (Von Älte und Weihrauchduft umgeben.) Ich bin ganz anderes gewöhnt: Spotlight. Licht. Bühne. Gesehen werden. Fenster. Saal. Präsent sein. Es ist heiss. Schwitzig. Grell.
Es ist nicht nur typabhängig, sondern auch instrumentenabhängig, wie und wer man ist, wer man geworden ist. Und jetzt taucht eine Bühnenfrau, eine Lichtfrau wie ich in die kalte Dunkelheit der Abgeschirmten, der Rückpositiv-Leute auf. Kein Wunder, dass sich da manche auf den Schlips getreten fühlen. Zudem: In der Kirche ist man oft „berufsdemütig“. Sich präsentieren? Geht gar nicht! Aber ich liebe es, präsent zu sein. Für mich ist das normal. Völlig normal. Es gehört sogar dazu! Aber jemand, der im Off sitzt, warum und wie sollte er sich präsentieren? Wie das gelernt haben? Er hat das Gegenteil gelernt. Wie soll er zum Verbeugen rechtzeitig die Stufen runter kommen zum Publikum? Er hat trainiert, versteckt zu sein. Es spielt ja nur „die Orgel“. „Wir hören noch mal die Orgel“. Undenkbar, dass jemals jemand sagen würde: „Wir hören noch mal den Flügel!“ DAS ist eben der Unterschied. Wenn ich das Off also betrete, dann nehme ich das Lichtdenken mit hoch. Ich kann nicht anders. 

Schmid Orgel München

Bei mir sitzt die Orgel oft Gewehr bei Fuß. (AHS)

Es war ein sehr schöner Tag in München. Das Konzert um 20 Uhr an der dreimanualigen, schönen Peter van den Heuvel Orgel hat Spaß gemacht. Eine Orgel mit warmem Klang. Ohne scharfe Spitzen. Eine farblich orange-gelbe, wenn ich den Klang in Farbe wiedergeben müsste. Ich habe Mendelssohn, Brahms, Chopin und Schlüter gespielt. Als Zugabe Bach. Die katholische Kirche St. Franziskus ist groß und außen weiss, ein Hauch von Überakustik, aber nicht störend. Die rot geschmückte Orgel mit Walze liegt warm und weich in der Akustik. Jedes Werk mit anderem Winddruck. Tasten wie am Klavier. Der Schweller anders herum. Ich habe wie gewünscht meine beiden Pandemic Dance‘ gespielt. Am Schluss. Danach war minutenlang Schweigen. Das habe ich auch noch nie erlebt. Keiner bewegte sich. Alle saßen da, tief versunken. Auch der Pfarrer. Dann habe ich einfach noch Bach gespielt. In das Schweigen hinein. Ohne dass es auf dem Programm stand. Das war gut. Passte. Ich habe gespürt: Die Leute wollen noch mehr. Alle sind ausgehungert nach Musik. 45 Minuten ist zu wenig. Mehr!
Es waren auch einige Facebook-Fans da.

Der Priester oder Pfarrer war sehr sensibel in seiner Art gewesen. Elisabeth und ihr Mann Toni sind spitze, das Kirchenmusikerehepaar hier. Hinterher aßen wir alle leckere Pizza im Besprechungszimmer des Pfarrers, Johannes Hagl war auch dabei. Zum Ausgehen war es zu kalt.

Pandemic Dance I hat den meisten am besten gefallen. „Sehr farbig.“ Meine eigenen Stücke relaxen mich. Ich suche die Farben der Orgel.

Heute Vormittag zeigte mir Johannes Hagl die moderne Kirche St. Nikolaus in Neuried München. Ein hochmoderner Meditationsraum ist die Kirche. Fliehende Wände, entleert, nackt, zwei Lichtschachte, ein Tabernakel aus einer riesigen silbernen Traube, ein edler, beinahe kahler Altar, ein besonders gestaltetes schlichtes Kreuz an der Seite. Überakustik. Transzendenz. Und hinten, an der einzig geraden Wand die silberne Woehl-Orgel, zwei Manuale, offen gelegte Pfeifen, ebenfalls nackt. Sie passt vom Konzept her absolut in diesen Raum. Von Andreas Meck gestaltet. Sie ist der Tonschacht. Wenn ich ihren Klang in Farbe wiedergeben müsste: Bläulich. Ich fand sie WUNDERVOLL. Eine Orgel zum Experimentieren. Ganz intensive Farben. Walze. Völlig anderes Spielgefühl, keine Ähnlichkeit mit Klavier. Sie kommuniziert hervorragend mit der Überakustik. Ich habe mich gleich verliebt.
Unten rechts befindet sich das einzige Bild: Maria mit Jesus. Von einer Frau gemalt.

Nun bin ich im Gästehaus der Pfarrei Mariahilf gegenüber der großen roten Kirche Mariahilf. Der Dom auf der anderen Seite der Isar. Morgen lerne ich diese Orgel hier kennen, eine viermanualige Orgel aus Kaufbeuren.
Auf der gleichen Etage schlafen Pfarrer und Kirchenmusiker. Hoffentlich kommt nicht wieder ein Securitymann, der nachts in mein Zimmer möchte.

Und eine dritte Orgel lernte ich heute kennen: Die entzückende kleine Jann-Orgel in der Kapelle im Schloß Fürstenried. Ein Manual, mit Regal. Schwarze Tasten. 

Die Orgel ist Zeitreisenkatapult ins All der Ewigkeit, schafft es, vergangene Zeiten musikalisch lebendig zeitlos zu machen. (AHS)

Das Schloss Fürstenried ist sehr schön, gelb-weiß, groß, Exerzitienhaus. Ich bin die einzige Schlossdame, die einzige Frau, die hier übernachtet. Aber nicht das einzige Schlossgespenst. Ein Pater lebt hier noch. Und es gibt den Securitymann, der mich nachts zu Tode erschreckt hat.
Ist es nicht traurig: Er geht bald, und wer wird dann noch hier wohnen? Alle Schwestern und Mönche sind alt geworden. Es gibt keinen Nachwuchs? Was wird aus dem Exerzitienhaus?

Wegen Corona und Kurzarbeit ist auch der Park nicht blühend, aber dennoch schön. Und der Kirche fehlt Geld wegen Corona.
Die Küche ist zu, aber frühstücken darf ich dennoch. Es gibt sogar eine Kapelle mit einem Örglein. Der Goldene Saal mit dem Flügel, den großen Fenstern, von wo live aufgezeichnet wurde, gefällt mir. Vom Flügel aus konnte ich die Autobahn sehen. Ich konnte noch nie von einem Flügel aus im Konzert eine Autobahn sehen. So nah. Da es dunkel war, sah sie draußen vor dem Schloss beinahe schön aus, mit den Rücklichtern der Autos. Es ist die Garmische Autobahn, die hier kurvt, die ehemalige Olympiastrasse, die „Naziautobahn“. Früher gab es hier Wiese und Wege für Pferdekutschen. Nun ist von hier, vom Flügel aus, mitten durch die Autobahn hindurch in 7 km Luftlinie der Dom zu sehen. Autos dürfen hier nur 60 fahren. Wegen dem Regen oder nein, wegen den dicken Fenstern hörte ich sie nicht.
Vor dem Schloss (ehemaliges Jagdschloss) stehen seltene Gurken-Magnolien. Früher lebte hier Otto (Klaus Kinski), der „wahnsinnige“ Bruder von Ludwig dem Zweiten.
Das Schlossgespräch war sehr schön, es durften neben dem Stream sogar Live-Gäste dabei sein, das erste Mal wieder im Saal mit Gästen seit der Krise. Es war sehr tiefgründig und dennoch lustig. Johannes Hagl hat es gut gemacht, trotz Mikro, Maske, Live-Stream. Ich bekam auch viel Lob: Dass ich hinreißend meine Liebe zu Bach geäußert hätte. Dass es super wäre, dass ich weniger Privilegierten Bachs Musik näher bringe. Und dass Musik die Ökumene voranbringe. Ich Evangelische schwärmte im katholischen Exerzitienhaus von Bach und Luther, aber niemand war mir böse. Wenn jemand meine Gedichte vorliest, bin ich immer ganz überrascht, dass dies meine Texte sind. Natürlich kamen auch Fragen zu meinem Privatleben, ob da Platz für einen Mann wäre, denen ich wie immer schüchtern auswich.

Noch lustiger war es danach. Es gab in dem sonst so gastlichen Haus aufgrund von Corona keinen Wein und keine Gläser. Alles zu. (Das bayerische Abendessen hatten wir von der Gaststätte nebenan erhalten.) Aber die Männer besorgten in der Bibliothek heimlich etwas. Wir kamen uns wie „partners in crime“ vor. Ich liebe Streiche und Schabernack und lache mich immer scheps. Noch netter ist es, wenn Jesuiten und Diakone und Mönche zu Streichen aufgelegt sind. Dennoch waren unsere Gespräche immer tiefsinnig: Was passiert nach dem Tod? Wer ist Gott?
Morgen werde ich abgeholt und besuche die neue Orgel in St. Nikolaus Neuried. Woehl, drei Manuale. Dann geht es zur „van den Heuvel“ Orgel, selten in Bayern und meine erste. Abends ist mit mir dort das erste Konzert nach der Krise. Ich übernachte im Gästehaus Mariahilf.

In meiner Schulzeit hatten wir viel Streiche und Schabernack. Ich genoss es so sehr! Ich hatte oft Gänsehaut vor Genuss. Und jetzt? Die meisten, die ich kenne, betreiben keinen Schabernack mehr.

Da ich gefragt wurde wegen der Aufnahmetechnik der Hiob Stiftung Schop in Thüringen: Zoom H6, Samsung C02, Shure Kugel, Samsung A51, Panasonic HCW 570.

Ich stelle mir vor, ich wäre eine ganz normale Mitarbeiterin. Und ich arbeite für meine Chefin. Und was für eine Chefin. Dauernd treibt sie mich an.

Glaubensgespräche Fürstenried

Konzert St. Franziskus München

Konzert Fürstenrieder Schloss München

 

Die Orgel ist ein himmlisches Farb- und Klangwunder.

Kommt Zeit, kommt Orgel. (AHS)

Morgen / heute fahre ich zum Fürstenrieder Schloss München, dort übernachte ich auch. Am Tag drauf Orgelkonzert. Ich werde morgen abgeholt und freue mich auf Flügel und Orgel.

Anbei die Schlösser, wo ich bisher spielte:

Schloss Elmau, Schloss Kranzbach, Schloss Gohlis Leipzig, Schloss Röhrsdorf Dohna, Schloss Weitenburg, Schloss Augustusburg Weißenfels, Schloss Halberg Funkhaus Saarbrücken, Wasserschloss Herrnhut, Schloss Schwanberg, Schloss Langenselbold, Schloss Dottenwil, Schloss Hurlach, Wasserschloss Ruppersdorf, Schlosskapelle Solitude Stuttgart, Heidecksburger Schloss, Schloss Werneck, Schloss Wusterhausen Berlin, Schloss Frohnburg Salzburg, Schloss Moritzburg Tafelsaal, Schloss Langenselbold, Residenzschloss Oettingen, Schloss Craheim, Schloss Gracht Köln, Schloss Büdingen, Orangerie Museum Schloss Hofgarten Wertheim, Schloss Raitelbach, Schloss Imbshausen, Schloss Sondershausen, Schloss Fürstenried München, Burg Wernfels Nürnberg.

Ich liebe Schlösser.

Dies ist auch hier auf der Seite Pianistin aufgelistet.

Von den Impressionisten mag ich am meisten Monet, Boudin, Mary Cassatt, Pissarro und Camille Corot. Manet mag ich nicht; seine direkte Art und Motive haben etwas Ordinäres. Kein Vergleich mit Monet. Seine Motive sind schüchtern, zurückhaltend, zart, beinahe scheu. Das liebe ich.

Sehr empfehlen kann ich das Buch „Bachs Pilgerfahrt nach Lübeck“ von Franck. Ich hatte Gänsehaut auf den letzten Seiten. Ich freue mich auf mein Konzert in Dornheim, wo der ledige Bach seine Maria Barbara heiratete (in Arnstadt hatte er es sich für immer mit den Geistlichen verdorben). Ob Bach romantisch war? Ich glaube schon.

Sehr empfehlen kann ich die Dichterin Gioconda Belli (spanisch). Und Meg Whitman, top Managerin. Und Carmen Thomas, Autorin cool und klug.

Früher, als Frischling in der Szene der Kirchenmusik, fand ich vieles seltsam, aber man sagte mir: Du kannst das noch nicht beurteilen, du musst da erst dies und jenes gemacht haben und können und wissen …

Nun habe ich diese und jene Dinge gemacht, gekonnt und gewusst, und ich bin noch der gleichen Meinung wie am Anfang: viele Männer haben Hornhaut auf der Seele. Viele dieser Männer meinen, es sei nicht bescheiden, wenn eine Frau auf sich aufmerksam macht und zeigt, was sie kann.

Aber die meisten dieser Männer erkennen den Wert begabter Frauen sowieso nicht. Ich bin eine der wenigen, die diese verkrustete Kirchenmusik durcheinander wirbelt und eindeutig anders und selten ist. Alle, die ich liebe und verehre, waren anders. Ich verstehe die, die anders sind als die Masse.

Es ist einfach seltsam, mit Kirchenmusikern zu tun zu haben, die den Unterschied zwischen Klais, Rieger, Ahrend, Schnitger, Walcker… nicht kennen wollen und kein Interesse an Orgeln haben, die nicht gläubig sind, die nicht wirklich spielen können.

18. Mai 2021

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Unsere Weltkugel ist so zerbrechlich wie die Orgel: Papierdünne Atmosphäre. Die Werke sind Kontinente. (AHS)

Nach 14 Orgeln in 3 Tagen bin ich wieder zuhause. Noch etwas erschöpft. Ich freue mich auf meine Konzerte in Berlin und München und die Glaubensgespräche in München. Ab Mittwoch bin ich wieder unterwegs. Zum ersten Mal konnte man gestern wieder draußen essen gehen. 

 Es ist schön, als Künstlerin auf Wanderschaft zu sein. Viele meinen, sie seien Meister, sie müssten nicht mehr auf Wanderschaft gehen. War Bach denn ein Leben lang nur Geselle, weil er stets auf Wanderschaft war? Nein, Meister gehen auf künstlerische Wanderschaft mit starker Sehnsucht nach mehr. Die Faulen bleiben zuhause. Diese Faulen interessieren sich nicht über den eigenen Tellerrand hinaus. Diese kennen nicht mal die Orgeln ihrer Umgebung. Geschweige denn die Orgeln im Umkreis von 200 km. Geschweige denn die Orgeln im Land. Manche können nicht mal die „eigene“ Orgel richtig beschreiben. Auch wenn sie schon 12 Jahre da sind. Sie arbeiten nur an ihrem Betrieb. Dieser heißt Kantorei. Sie kennen nicht die Orgel ihrer Nachbarschaft, aber reden von Paris. Das ist so dumm und oberflächlich, dass mir die Worte fehlen. Man sollte Bach als Vorbild nehmen. Er hat sich immer zuerst um das gekümmert, was direkt vor seiner Nase war, und das bestens, bevor er weiterschaute. Aber viele kennen kaum den Unterschied zwischen Trost, Ladegast, Beckerath und Sauer. Sie wollen auch nicht, dass es irgendwo anders interessanter sein könnte. Nichts außer dem eigenen Betrieb Aufmerksamkeit schenken. An diesen fällt mir auf: Sie wollen gar nichts mehr lernen. Sie sind abgestumpft. Sie waren nie Künstler. Bach selbst könnte ihren Betrieb besuchen, sie würden es nicht mal merken. Es ist keine Künstlergilde, eher sehr robust down to earth, wo das Skifahren und die Lederjacke wichtiger sind als Üben. Ich sehne mich nach Vorbildern in dieser Szene.

Ich mag Melchior Schildt (1592-1667). Und Joseph Kelemen.

Merci, dass ihr meine Kunstwerke, besonders Achtelnote, mögt, kommentiert und bestellt.

Anbei die Seite meiner live-streams von Thüringen: live-Streams Ann-Helena – noch ein ganz neuer Kanal, von Hiob Stiftung Schop.

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Demokratie besteht nicht nur einer Wahl, sie ist unser tägliches Leben. (Tsai Ing-wen)

Oder eben leider nicht, wie man auf unserer Erde sehen kann.

Die vorletzte Orgel auf unserer Orgel-Tour Thüringen Tag 3 war die unglaublich schöne große Eilert-Köhler-Orgel, die letzte ihrer Art, sein Meisterstück, in der Kreuzkirche Suhl. Sie ist besonders. Die schöne gelbe Bürgerkirche aus der Barockzeit von 1739, evangelisch, groß, innen schlicht, lang, weiße Decke mit Decken-Uhr, mit einem gewaltigen Altar mit riesiger Heilig-Geist-Sonne, hinter dem die Orgel hervorbricht, beinahe verdeckt vom Altar und ihrer Sonne, ist beeindruckend. Man muss weit hinten bleiben unten, um sie zu sehen. In voller Pracht ist sie nur direkt oder oben zu sehen. Eilert Köhler stammt aus der norddeutschen Orgellandschaft, aus der Tradition Arp Schnitger. Es ist eine norddeutsch-mitteldeutsche Orgel, eine feine, besondere, spezielle Kombination (Symbiose): Das Pastellfarbene des Mitteldeutschen und das Durchdringende, Selbstbewusste des Norddeutschen. Das weite Pedal erinnert mich an die Trost-Orgel in Waltershausen. Ich spürte, dass Eilert Köhler von Trost inspiriert worden sein muss farblich. Zudem die langen Flammen an den Pedaltürmen. Typisch Trost. Wunderbare Barockorgel. Erneut.

Die mächtige Köhler-Orgel mit dem wunderschönen Spieltisch hat tatsächlich nur zwei Manuale. Aber durch die grundtönige Wärme und die schönen 8-Füße wirkt sie wie eine Orgel mit vier Manualen. Sie hat 39 klingende Stimmen, Glockenspiel, Koppeln (MK oben mittig), dicke schwarz umrandete Knöpfe mit dunkelrotem Schriftzug, die mich an meine Arnstadt-Orgel-Tour vom letzten Jahr erinnerten. Das Klang-Fundament ist süffig, reich und warm, volle Prinzipalpyramide, kraftvolle Zungen, Mixtur mit Terz und auf 16-Fuß-Basis, dennoch strahlend, thüringisch. Nach Waltershausen erneut eine wunderbare Barockorgel aus Thüringen, beinahe einen Ganzton nach oben gestimmt, glaube ich.

Gewölbtes braunes Holz und glänzende Holzeinlegearbeiten, Intarsien, rotbraun Nußbaum und Mahagoni über dem Spieltisch. Pedal, Gesicht (Prospekt), Disposition, Spieltisch (Manuale) sind mir neben dem aktuellen Klang das Wichtigste an einer Orgel.

Schuke Potsdam hat die Orgel 2007 restauriert.
Danke an Philipp Christ und Hiob Stiftung Schop. Die Orgel taucht hier in meinem Orgel-Verzeichnis auf meiner Webseite auf. Stream ging hier leider nicht, denn diese Orgel ist nicht leicht aufzunehmen.

Ein absolutes Überraschungs-Geschenk war meine 12. Ladegast-Orgel, hier in der Kreuzkirche in Suhl. Sie steht auf der Empore darunter in der Winterkirche. Zwar nur ein Manual, aber Power ohne Ende und das typische Ladegast-Manual in glänzend Schwarz und Lack, sein Markenzeichen. Ladegast ist lieblich, besonders seine Flöten, aber die Kraft insgesamt dahinter ist immer wieder berührend. Klein, aber oho. Fehlt nur noch Tiefthal.

Danach noch rasch zur Magdalenenkirche (Schönefeld).

Wir hatten den Windhund Fly  dabei, ein scheuer, süßer Rumäne mit Miepfaktor, der immer genau weiß, wann wir ankommen und dann natürlich mitmöchte. Die Straßen mit Basalt, Granit, siehe Vulkaneifel, Häuser mit Fachwerk und Schiefer (verschieferte Dächer). Ausschlagende Bäume, Kirchen mit Schiefer-Zwiebeltürmen und innen Stuck. Die H I O B Stiftung SCHOP hat eine beeindruckende Covid-19-Kerzen-Wiese angelegt, für die noch nicht genügend Spenden eingegangen sind. Aufruf zum Spenden! 

Das letzte Stream-Konzert war dann wieder in St. Sigismund in Plaue bei Arnstadt, von deren schöner Nußbücker-Orgel ich schon berichtet habe: Ein Ort der Ruhe und der Andacht mit einem herrlichen Ausblick auf Thüringen. Thüringen lässt ein Musikerherz höher schlagen. 

In Walldorf wurde u.a. auch mit einer Go Pro Action-Cam gefilmt (MDR), ein winziges Gerät, das man auf das Notenpult legen kann. Super!

Kirchen und Orgeln in Not

Deutschlandfunk Radio Interview

Und wieder zuhause! Bei der Barmer gibt es eine Gesundheitskarte, wenn man sie ausfüllen kann, bekommt man extra Punkte. Habe ich gemacht. Allerdings ist Blutabnehmen immer noch ein Drama bei mir selbst für erfahrene Ärzte. Meine Venen liegen tief, versteckt, klein und eng. Selbst wenn man sie findet, kommt kaum Blut. Mein Arm sieht hinterher aus, als käme ich aus einem Straßenkampf, und ich wie ein Gespenst.

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MDR Thüringen Journal

Ich begann Filme zu machen, weil ich mich äußern wollte; ich wollte nicht politisch sein oder die erste Regisseurin, sondern mich selbst verwirklichen. (Haifaa Al-Mansour)

Genauso bei mir. Es ist nicht leicht, Pionierin zu sein.

Anbei der Link:

MDR Beitrag Orgel

Im kleinen Dorf Großneuhausen bei Sömmerda, ca. 25 Minuten von Weimar, steht die älteste Rokoko-Kirche Thüringens: St. Georg, groß, gelb, elegant. Innen rosa-hellblau-babyfarben. Nach der ältesten Kirche Thüringens und der ältesten Barockorgel saß ich nun hier spielend an der wunderbaren Thielemann-Orgel. Sie ist gut erhalten, zwei Manuale, lässt sich gut spielen. Es gab ein paar Mängel, u.a. die hängende Pedalkoppel, diese habe ich adressiert und auch ins Orgelbuch geschrieben. Vielen Dank an Herrn Köther und Herrn Günther und an die Hiob Stiftung Schop. Kaum zu glauben, dass die Musikhochschulen Weimar und Erfurt kaum hierher fahren und die Orgeln in ihrer nahen Umgebung nicht anreisen, obwohl sie kontaktiert wurden. Dabei ist diese Kirche ein Kleinod, Barock Rokoko einheitlich aus einem Guss innerhalb von einem Jahr fertig gebaut, hell und von Richter, der auch das Schloss Belvedere Weimar baute.

Es war eine Stände-Kirche, sexistisch, die Männer saßen oben, die Frauen weiter unten. Aber deswegen können wir nun wenigstens die Frauennamen mit ihren festen Plätzen sehen.

Die Winterkirche duftet frisch renoviert nach Holz. Wie gewünscht schrieb ich mich in das Gästebuch. Die Orgel ist etwas ganz Besonderes.

Anschließend fuhren wir nach Greußen, St. Martini.
Eine mächtige riesige Kirche mit renoviertem Altar und wunderschöner Decke. Es müsste noch viel an den Wänden gemacht werden. In Millionenhöhe. Vielen Dank an Pfarrerin Theresa Hauser. Kaum zu glauben, dass es Evangelische gibt, die meinen, Frauen dürften nicht ordiniert werden. In Thüringen gibt es nur ca. 7 Prozent Kirchenmitglieder. Die Frage hierbei  ist, was ist eigentlich Christsein? Ohne Pfarrerinnen hätten viele Kirchen auf dem Lande niemanden mehr. Es ist keine leichte Aufgabe, hier draußen. Ich bewundere jede und jeden hier, denn es ist geistliche Wüste, im Lutherland, im Orgelland. Wir kauften etwas zu essen, und die Menschen dort hatten Hakenkreuze auf dem Hals tätowiert. Ohne Frauen könnten fast alle Kirchen in Deutschland einpacken.

Die wunderbare, vielseitige Trost-Hesse-Orgel in Greußen gefällt mir sehr. Schwergängig, typisch Trost. Trost 1701-1704:

Flammen. Weites Pedal. Schwergängige Manuale. Die Omen der Schönheit: Trost. Selbst wenn nur noch Symbole übrig sind. Hesse und Schönefeld bauten um. Liebliche und volle Klänge. Charisma. Geschichte. Keine ist so wie Trost.

Anschließend fuhren wir nach Greußen-Großenehrich an die letzte wundervolle große Witzmann-Orgel in St. Crucis, die dringend gemacht werden muss. Ihre Klänge sind lieblich. Sie passt genau in die Kirche. Aufruf zum Spenden! Mind. 100.000 €. Vielen Dank an Ingrid Senebald und Team.

Anschließend fuhren wir zu meiner 11. Ladegast-Orgel, diesmal in Gangloffsömmern. Ein Dorf mitten in Feldern, die große alte Kirche mitten im blühenden Nichts und in einem gepflegten Friedhof. Es war eine Überraschung! Zwei Manuale, Ladegast, glänzender schwarzer Spieltisch, Lack und Holz, typisches Ladegast-Omen, Omen für Klang, wundervoll restauriert und gepflegt, in einer duftenden Stein-und Holzkirche. Außen Stein, innen Holz. Danke an Pfarrer Bernhard Schilling und an Lisa, die filmt! Ich bekam u.a. griechischen Wein. Es wurde gestreamt. Ich bin die erste Frau im Orgel-Gästebuch. Bewundernswert, wie ein beliebter Pfarrer seine große Stelle verlässt, um hier auf dem Land neu anzufangen und Menschen für Gott zu begeistern. Gott wird das sehr belohnen, glaube ich.

Ganz besonders ist die wunderbare Rommel-Orgel in St. Blasii in Zella. Dies war die erste Orgel an Tag 3 unserer wunderbaren Thüringer Orgelfahrt. Die Kirche ist aus einem einheitlichen Gesamtkonzept. Ich mag die Kanzel-Altare in Thüringen, mit Vorhang. Manche Kirchen haben bereits etwas Mainfränkisches. Danke an Sebastian Schmuck und Hiob Stiftung Schop. Es ist eine zweimanualige Orgel mit Thüringer Farben, der Prospekt nicht überbordend, das Pedal beinahe so weitdimensioniert wie die Trost-Orgel in Waltershausen. Ich mag das. Zudem besitzt das Pedal Obertasten in Schnabel-Ausführung und führt schräg nach oben, was das Spielgefühl verzerrt. Die Außenpedale wirken so weit weg wie das ewige Eis. Aber nur in den ersten Momenten. Ich mag die Herausforderung. Dann fliegt man. Schuke Potsdam hat die Orgel 1988-90 restauriert. 

Die Orgel ist mindestens einen Ton höher gestimmt.

Besonders schön ist die Hohlflöte und die Traversflöte. Wie eine Harfe wölben sich die Pedal-Ecktürme nach außen. Dadurch bekommt der Prospekt Schwung und wirkt nicht klobig. (Was man tatsächlich manchmal Orgeln “vorwerfen” kann, dass manche etwas klobig aussehen bzw. sich klobig spielen lassen.) Wunderschöne Einzelstimmen, füllige Farben wie die einer Gospelsängerin. Schöner Zimbelstern. Johann Caspar Rommel, der Erbauer der Orgel in Zella-Mehlis, wurde 1721 in Roßdorf geboren. Sein erstes Instrument ist die Orgel in Herpf; mit 21 Registern auf zwei Manualen und Pedal bereits groß. Im Juni 1755 wurde der Vertrag über den Neubau in Kaltenlengsfeld geschlossen, und zugleich mit dem Orgelbau in Kaltenlengsfeld arbeitete er an der in 1756 fertiggestellten Orgel in Hümpfershausen und Wohlmutshausen. Meist handelt es sich bei Rommels Werken um zweimanualige Orgeln mit ca. 20 Registern. 1779 erstellte Rommel seine bedeutendste Orgel hier in Zella-Mehlis, 25 Register. Die letzte Orgel aus seiner Werkstatt steht in der Kapelle des Dorfes Geba, 1793 vollendet. Eine schöne große Rotbuche steht direkt vor der gelben Kirche, an der ein Schild prangt, dass der Schüler von Bach, Zang, hier getauft wurde.

Der Stream wurde wieder direkt ins Netz gestellt.

Wir fuhren also die ganze Gegend Meiningen, Suhl, Zella Mehlis, Schmalkalden, Arnstadt bis Sömmerda ab. Leute unterwegs waren stets fasziniert-erschrocken von meinen Noten.


SchIosskirche WeißenfeIs, Förner-OrgeI

Es gibt keine Formel, großartig auszusehen, es ist eine Frage der Persönlichkeit. (Isabel Marant)

Nach der Voigt-Orgel in Walldorf und der Rühlmann-Orgel in Rohr fuhren wir zur ev. Stadtkirche Meiningen zur Schlimbach-Walcker-Hey-Orgel: Große Orgel, nackte Pfeifen vor einer leuchtenden Rosette in einer großen Marktkirche. Danke an Sebastian Fuhrmann und Hiob Stiftung Schop! Hier konzertierte Max Reger und organisierte die Schlimbach-Orgel, bevor Walcker kam. Nun hat Hey Orgelbau sie neu und schön umgefärbt. Die romantische Orgel mit 3 Manualen und Walze und Schweller ist zum farblichen Austoben gedacht, perfekt für Reger, Liszt, Mendelssohn, Ritter… Ich habe auch meine eigenen Werke gespielt. Frau Schop meinte, man sieht dabei, dass ich völlig versunken bin, „gar nicht mehr da“, so dass sie eigentlich gar nicht filmen, sondern nur zusehen wollte, weil es wie ein intimer Moment war. Zu intim, um zu filmen.

Wenn ich meine eigenen Stücke spiele, bin ich wirklich in meiner eigenen Welt. Ich zoome in die Orgel hinein. Ich spiele aus meinen Nieren und verarbeite den Tag. Anders, als wenn ich fremde Literatur interpretiere.

Oben steht noch eine Truhenorgel von Hoffmann. 

Die Stadtkirche ist momentan Gastgeber von klanglichen Installationen. 

Anschließend, nach einem Fischbrötchen auf dem Markt, fuhren wir zur Abendandacht in die katholische Marienkirche in Meiningen. Die im Gegensatz zur Stadtkirche unscheinbar aussehende Kirche, jedoch mit einem großen schönen Innenfenster, besitzt eine kleinere Kastenorgel, 2 Manuale, etwas in die Ecke gedrückt, Orgelbau Dresden. Es machte Spaß, wieder einen katholischen Gottesdienst zu begleiten. Man muss etwas jonglieren zwischen den vier großen Ringbüchern. 

Vier unterschiedliche Orgeln an einem Tag – toll!

An Tag 2 unserer Orgelfahrt fuhren wir nach Suhl nach St. Kilian, Schuke-Orgel, 2 Manuale, Messe Christi Himmelfahrt, in einer Kirche in einer Villengegend, die fast selbst wie ein rotes großes Wohnhaus aussieht. Die Schuke-Orgel war früher im Theater. Der katholische Gottesdienst war schön, mit mehreren Sängern, da unten nicht gesungen werden darf. Er war gut besucht. 

Dann fuhren wir nach Plaue bei Arnstadt. Dort gibt es die hübsche, kleine Nußbücker-Orgel opus 1 in St. Sigismund. Die kleine Kapelle steht ganz oben auf einem engen Berg. Dort kamen wir mit dem riesigen Bus gerade so hin. Eine verwunschene Tür führt zur Orgel über eine vermooste Brücke. Es duftet innen nach neuem Holz und altem Stein, schöne Kombination. Es wirkt wie eine jüdische Synagoge innen, schlicht, heilig. Die Orgel hat ein Manual, geteilt, und würde noch schöner klingen als sie ohnehin schon klingt, wenn die gewölbte Stein-Decke restauriert ist (momentan Holz). Wir retteten ein Rotkehlchen. Katholische Kapelle, profaniert.

Alle Gastgeber, Pfarrer und Kantoren waren nett und interessiert. 

Dann weiter nach Großneuhausen bei Sömmerda zur ältesten Rokoko-Kirche Thüringens. Dieses Dorf mit 600 Einwohnern Richtung Weimar kennen nicht mal eingefleischte Zella Mehliser. Dazu morgen mehr. Dabei steht dort eine Wahnsinns-Orgel: Thielemann.

Hochgehadert – neu erfundenes Wort.

Mein Beetle steht noch immer im Garten des Pfarrers in Walldorf. Ich wohne aber gerade im Hotel Stadt Suhl in Zella Mehlis.

Achtung: Nochmal: Konzert am Samstag Frankreich ist auf 2023 verschoben wegen Corona.

kIeine WeißenfeIs Ladegast frisch renoviert und große Ladegast in der Marienkirche Weißenfels