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Ann-Helena Schlüter

13. Juli 2022: Meine Zeit in Vorpommern

Singen ist wie Schwimmen im Atmen. Nicht abtauchen. (AHS)

Foto: Nerlich Orgel Ziethen. Die Fotos der letzten Tage sind auch drin.

Vitte auf Hiddensee

Heute besuchte ich Vitte auf Hiddensee. Vitte ist die “Hauptstadt” vom Seebad Hiddensee. Ich bin mit der Kutsche dorthin gekommen. Es war “Zufall”. Ich kam aus unserem Gelände raus, und eine Kutsche fuhr just vorbei. Ich fragte den netten jungen Kutscher, wohin er fährt. “Nach Vitte”. Ich fragte, ob ich mit kann. Er sagte Ja. Ich wollte einfach weg. Er nahm mich mit. Der Hafen ist hübsch. Es tat mir sehr gut, mit der Kutsche über die Insel zu fahren. Ich saß vorne neben ihm. Die Kutsche war eine Art Planwagen wie aus “Unsere kleine Farm”.

Die beiden Mecklenburger Kaltblüter, aussehend wie große Haflinger, klapperten laut und beruhigend mit ihren beschlagenen Hufen über die Wege. Boris und Hartmut hießen die beiden. Boris, links, war der Freche. Es war noch Vormittag, die Sonne schien warm, es war leicht windig, und überall grasten glückliche Pferde. In Vitte hatte ich eine Stunde Zeit, dann wollte der Kutscher eine gebuchte Gruppe auf den Leuchtturm fahren.

Leuchtturm Dornbusch

Der Leuchtturm Dornbusch ist neben dem Seepferdchen auf der Flagge das Wahrzeichen von Hiddensee. Ich durfte wieder mit. Vorne. In der Stunde in Hiddensee besuchte ich den Strand, der ganz anders ist als der in Kloster, jedoch ebenfalls an der offenen Ostsee, jedoch ohne schwarze Steine, die das Meer zurückhalten. Nacktbader. Auch Frauen. Das Wasser ist furchtbar kalt. Ich schaffte es nur bis zu den Knien hinein. Ich habe mich nicht überwunden, zu baden, schon gar nicht nackt.

Dafür besuchte ich die Blaue Scheune, eine Kunstgalerie mit interessanten Gemälden, die man teilweise auch kaufen kann. Zeitungsladen, Zeltkino (eine Art Stadthalle), eine andere Kunst-Galerie, das Rathaus und das Henni Lehmann-Haus, eine Frau! Sie war jüdische Malerin und Autorin, politisch engagiert und sehr kontaktfreudig, und hat einige gewagte Projekte auf Hiddensee umgesetzt mit Malerei, die auf dem Festland nicht möglich waren. Jedoch wurde sie von den Nazis verfolgt und nahm sich deswegen das Leben. Wie traurig! Heute ist in dem Haus auch die Stadtbibliothek.

Daher erinnere ich heute an Henriette (Henni) Lehmann.

Grieben

Hiddensee ist nur ca. 17 km lang. Neuendorf ist das Fischerdörfchen, Grieben hat nur 35 Einwohnerinnen. Die meisten wohnen in Vitte. Insgesamt gibt es (ohne Touristen) nur ca. 1000 Inselbewohnerinnen. Dann fuhren wir also mit Boris und Hartmut im Trab zum Leuchtturm, erst nach Grieben, dann in die Dünen und an die Steilküste. Es war eine sehr schöne Tour. Alles duftete. Ich stieg auch auf den Leuchtturm hinauf, mit seinen 102 Stufen. Allerdings oben hatte ich kurz ziemlich Höhenangst, auch wegen des Windes, was die Höhe irgendwie verstärkt hat. Und zurück die erste Steiltreppe hatte ich kurz Probleme.

Ich warf meine Schuhe runter und gab jemand anderem mein Handy (ich hatte keine Tasche dabei) und stieg dann unter verschiedenster Ratschläge, wie ich es am besten zu machen habe, die erste steile Treppe zurück nach unten. Ab da ging es. Wichtig: Immer rückwärts runter. Auf keinen Fall von vorne. Der Leuchtturm-Wächter ließ mich auch kostenlos nach oben. Ich hatte nichts dabei, da alles spontan war. Ich liebe solche spontanen Aktionen, die mir Gott schenkt. Von der Tour habe ich etwas Sonnenbrand bekommen.

Inselkirche Kloster Hiddensee

Ich besuchte anschließend die kleine Inselkirche von 1330 mit ihrer hübschen kleinen Schuke-Orgel, Alexander Schuke (Potsdam), Opus 199, Anno 1942, 2 M. Sie steht unter einer gewölbten hellblauen Holzdecke voll gelber Rosen, gemalt von Nikolaus Niemeier. Abends nach dem Posaunenchor-Konzert (aus Königs-Wusterhausen) spielte ich die Orgel. Top in Schuss, sehr hübsch zu spielen. Freu mich auf meine Konzerte hier.

Und war am Nachmittag im Insel-Buchladen mit Hiddensee-Krimis.

Chorleitung

Nachmittags hatten wir dann Dirigieren und Chorleitung. Es ist immer interessant, ich erlebe viel, auch wenn die Leute anders sind als ich.

Aber ich schmelze oft wie eine Kerze, wenn etwas ist. Erschrecke mich, wenn eine tote Amsel auf dem Weg liegt. Ich denke über viele Dinge sehr viel nach. Ich finde, Charakter hat nicht unbedingt etwas mit sozialem Verhalten zu tun.

Maria von Oldenburg und Hans Graf von Lehndorff

Und ich erinnere an Maria von Oldenburg. An ihr erkennt man den sexistischen Apparat Wikipedia. Maria von Oldenburg war die Mutter von Hans von Lehndorff, der den wunderbaren Text zum Kirchenlied “Komm in unsere stolze Welt” geschrieben hat, in Greifswald vertont. Wikipedia listet unter Lehndorffs Eltern auf der mobilen Version nur den Vater. Nur der hat auch eine Wikipedia Seite. Genauso mit Lehndorffs Frau, Gräfin Margarete von Finckenstein. Als wären nur die Männer wert, gelistet zu werden. Weil diese studiert haben und Ärzte geworden sind? Dabei war es Frauen damals kaum möglich gemacht worden, zu studieren. So sind viele Männer: Sie listen ihr Geschlecht und machen die Regeln so, dass es für das andere Geschlecht schwer bis unmöglich ist, gelistet zu werden.

Aber das wirklich Berührende ist: Die Mutter Lehndorffs, Maria von Oldenburg, ist eine Heldin, ähnlich wie Bonhoeffer, größer und wird im Himmel größer sein als er. Sie wurde verhaftet, weil sie sich gegen die Nazis aufgelehnt hat, um einen Pfarrer zu beschützen, und später in Stuhm (Ostpreußen) von Russen erschossen. Wo steht ihre Geschichte? Unter Hans von Lehndorff. Nicht auf einer eigenen Seite.

12. Juli 2022: Bach Vlog. Bach weiß, wie man Emotion entwickelt. (AHS)

Niemand weiß so gut wie Bach, wie Emotion in Musik entwickelt werden. Seine Textvertonungen sind bis heute ungetoppt, und das trotz Schubert und Clara Schumann. Wobei diese auch genial sind.

Hiddensee

Ich bin auf der Insel Hiddensee. Wir fuhren von Greifswald nach Schaprode auf Rügen und von dort mit der Fähre Weiße Flotte über den Ortsteil Neuendorf (bereits Hiddensee) zum Ortsteil Kloster über den Bodden. Das Wasser ist so flach, dass man in einer bestimmten Spur fahren muss, um nicht auf Grund zu gehen. Unzählige Schwäne gibt es hier, ca. 70 habe ich gezählt, aber es sind bestimmt mehr. Wir hatten tolle Sicht und konnten die drei Kirchen von Stralsund und die Rügener Brücke glasklar sehen von der Fähre aus. Auch Wind und Sonne perfekt. So gab es viele Segelboote, die vom Wind her schräg in der Kurve lagen, so wie Organistinnen vom Wind der Orgel her in der Kurve liegen. Die Segelboote folgten der Fähre.

Kloster auf Hiddensee

Hier auf Hiddensee im Ortsteil Kloster gibt es eine “Biologische Station Hiddensee” der Uni Greifswald – eine hübsche Anlage mit roten und blauen schwedischen Häuschen, also Holzhäuschen im schwedischen Stil für Doktoranden. Hier wohnen wir, ich im roten Bungalow. Man hat von hier einen großartigen Blick auf das Meer. Und zwar auf die offene Ostsee, nicht auf den Bodden.

Das offene Meer ist natürlich kein Vergleich mit dem Bodden. Es ist rau, wellig, brausend, wild. Die Wellen brechen sich an den aufgetürmten schwarzen Steinen. Ich liebe das offene Meer viel mehr als den Bodden oder den Sund. Die Leute baden hier nackt (= springen kurz ins kalte Wasser), auch wenn nirgends FKK steht.

Früher gab es hier in Kloster ein Zisterzienserkloster. Ein weiterer Ortsteil heißt Vitte (mit F gesprochen). Man kann auch von Stralsund nach Kloster fahren.

Hiddensee ist ein schönes Wort. Die Insel ist gar nicht so klein wie ich dachte. Man fährt von Rügen schon eine kleine Weile, ca. 30 Minuten oder mehr, und dann angekommen gibt es hier ein echtes Inselfeeling, keine Autos, so wie auf Langeoog, und es gibt einen Bäcker, einen kleinen Supermarkt, kleine Läden mit Kunst und Schmuck, Eis, eine Kartenlegerin mit Stimmanalyse (aha), Ferienwohnungen, Kutschen. Aber alles in Miniatur, wirklich klein. Zwergenformat. Hiddensee ist viel mehr Insel als Rügen. Es ist heimelig und sandig, und man hat die offene Ostsee. Die Kiefern duften. Es gibt Sanddorn. Auf den Dünen gibt es in den grünen Büschen einsame Plätze mit Bänken, von wo das Meer wunderbar zu sehen ist, der Sonnenuntergang, der langsam in die Ostsee sinkt und alles in Schönheit färbt. Man kann die Insel an einem Tag durchqueren, zu Fuß. Die meisten sind mit Rädern da.

Es gibt hier Zecken, Mücken und Schlangen (Kreuzotter). Aber begegnet sind mir bisher nur Mücken. Die Inselkirche ohne Turm ist sehr hübsch. Berühmt ist der große Leuchtturm.

Die kleine Insel Vilm ist ein Naturschutzgebiet. Früher sollen Politiker diese Insel für sich als Erholung genutzt haben. Die Insel Riems ist wohl ausschließlich für Virenforschung zu nutzen, und zwar für Tierforscher. Ich kenne einen von diesen. Die große Insel Rügen nicht mit Fehmarn verwechseln!

Bach

Ich singe gerade Bachs “Aus Liebe will mein Heiland sterben” aus der Matthäus-Passion. Ich habe eine ungewöhnlich hohe Stimme. Die Arie ist mit ihren unglaublichen Sprüngen und ihrer Chromatik so kreativ, berührend und textlich auf den Punkt gebracht, dass die Mozart-Aria Zerlina in Don Giovanni, die ich auch singe (so wunderbar sie ist und mit ihrem lieben Schluss – und gilt nicht Mozart bis heute als “das Wunderkind” schlechthin?) völlig abfällt im Vergleich zu Bachs Musik. Auch wenn manche diese Aussage vielleicht undifferenziert halten: Aber ich differenziere ja gerade: Es ist geradezu erschreckend, wie sehr sie abfällt. Von ihrer Tiefe, von ihrem Inhalt. Mozarts Musik ist wenig im Vergleich zu Bach. Wieviel weniger sind alle anderen im Vergleich zu Bach. Ich weiß, das ist eine harte Aussage, und an manchen Tagen sehe ich es nicht ganz so scharf wie heute.

Foto: Hiddensee (Kloster)

Heute erinnere ich an Ursula Schlenker.

Orgel Vlog AHS

11. Juli 2022: Orgel Vlog

Sie ist eine Fixe. Eine Wassermännin (Doris über AHS). Ich finde es schön, aber manchmal auch nicht so leicht, schnell zu sein. So multitasking.

Uni-Gottesdienst

Es hat Freude gemacht, heute im Uni-Semester-Abschluss-Gottesdienst unseren Chor zu dirigieren. Helga Schubert war eingeladen, vorzulesen, die geniale 82-jährige Schriftstellerin, die in ihren Kurzgeschichten viel aus ihrer Kindheit in der DDR berichtet, Bachmann-Preisträgerin. Es wurde auch gefilmt. Im Gegensatz zu mir war der Chor jedoch nicht happy, gefilmt zu werden. Wie unterschiedlich Menschen sind. Aber zurück zu Helga Schubert. Ihr Stil ist eine Mischung aus gefilterter Trauer mit großer Authentizität, Lebensechtheit und Bescheidenheit. Ich habe danach kurz mit ihr gesprochen. Sie fand mein Dirigat schön. Früher war sie als Psychologin tätig und nie auf das Schreiben angewiesen und hat dennoch immer geschrieben. Sie schildert von ihren echten, hoch-persönlichen Dingen in ihrer Literatur ohne Scham, sogar mit Humor, und so, dass man sich identifizieren kann. Erstaunlich, wie sie das geschafft hat. Und sie wirkt so fit mit ihren 85 oder was. Der Dom war gut besucht.

Morgen geht es frühs nach Hiddensee.

Foto: Gutshaus Ziethen

Das Buch: “Die heilende Kraft der Musik” von Stefan Kölsch ist eine langweilige Ödnis-Katastrophe. Man kann mit 300 Seiten gut und gerne heidnisch am Thema vorbeischreiben. Nicht zu empfehlen.

Mir fällt auf, dass viele Menschen abergläubisch sind: Sie kreuzen ihre Finger, klopfen auf Holz, sagen Toi Toi Toi und andere heidnische Sprüche und Redensarten. Dabei essen sie vegane grüne Bratwurst. Ich meine, buchstäblich grün. Habt ihr schon mal eine grüne Bratwurst gegessen? Ich war neulich auf einem rein vegetarischen Grillabend. Das Gemüse schmeckte gut.

Bariton/Euphonium

Es macht Spaß, Bariton zu üben. Es ist ovaler und etwas kleiner als ein Euphonium. Beide sind B-Instrumente. Vier Ventile, runder warmer, tiefer Klang. Die ganz tiefen Töne fallen mir nicht so leicht. Die Bariton-Schule deHaske zeigt nur Fotos mit Männern am Instrument. Sexistisch, noch 1999. Als würden nur Männer Blech spielen. Auch der sogenannte “Büchmann” listet als “Geflügelte Worte” ausschließlich Männer (Knaur, 1959). Früher war Sexismus ganz normal. Auch und gerade für Frauen. Die Art, wie sich manche Frauen immer zurückhalten, nervt mich durchaus auch. Doch Bücher mit Weisheiten und Zitate listeten früher nur Männer. Was eigentlich absolut lächerlich ist. Gibt es nicht noch mehr Frauen wie mich? Die gern gesehen werden wollen?

Heute erinnere ich an alle Schriftstellerinnen aus der ehemaligen DDR.

Youtube AHS

Neu: Wie man Orgeln anschaltet

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Neu: Schwedisches Sommer-Liebeslied

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Orgel Vlog Ziethen: Wie schalte ich eine Orgel ein?

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Uti var hage

10. Juli 2022: Ich liebe Gesang.

Die Bibel ist ein Spickzettel für das Leben.

Ziethen

Es war sehr schön in Ziethen. Es ist ein süßes kleines Dorf bei Anklam und Wolgast hier in Pommern. Die rote evangelische Marienkirche von 1237 besitzt eine Nerlich Orgel um 1930, Orgelbauer aus Stralsund (um 1855). Das herrschaftliche Gutshaus gegenüber, vom Grafen zu Schwerin (sehr musikalische Menschen in der Grafschaft Schwerin) ist glücklicherweise erhalten geblieben. Viele “Herrenhäuser” sind leider zerstört worden. Doch das Gutshaus war eine Art Sommerresidenz für Wilhelm Kempff (Pianist), und sein Musiksaal mit dem Blüthner Flügel ist ein Wilhelm Kempff-Saal. Hier finden viele Kurse und Konzerte statt. Es ist ein Geheimtipp. Draußen gibt es einen Senkgarten und einen großen Park mit alten Bäumen. Der Flügel Kempffs ist leider verschwunden. Zuletzt spielte hier Justus Frantz (ja, den gibt es wirklich). Ich habe Händel, Bach, Mozart und Alfvens gesungen. Es war ein schönes Konzert und ein intensives Gesangs-Seminar. Auch mein Orgel Date mit der Nerlich Orgel hat Spaß gemacht. 

Nerlich Orgel St. Marien

Ich finde, Bach ist ein Tänzer. Er spricht mit Intervallen. Er tanzt mit Intervallen.

Das Cranberry Badeöl von Kneipp erinnert mich total an die USA. Es riecht nach meiner USA-Zeit. Fernweh. Bin seit Corona nicht mehr geflogen. 

Ann singt Händel

Neu: Händel Arie aus der Oper Rinaldo “Lass mich mein Loos beklagen”

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Foto: Wilhelm Kempff Saal 

Heute erinnere ich an alle wunderbaren Orgelbauer, deren Geschäft nicht mehr existiert.

Neu: Tierpark Greifswald

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Uti var hage

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Tierpark Greifswald

8. Juli 2022: Greifswalder Bodden und südlicher Strelasund

Ich wundre mich über jarnischt mehr (Otto Reutter) Nicht Bernd Reuther.

Gesang

Ach, ich liebe die Königin der Nacht. Am besten gefällt mir Rita Streich. Die alten Aufnahmen. Da muss ich fast weinen, das gibt es auch auf youtube. Wer das hört, weiß, dass Frauenstimmen so viel brausender und emotionaler sind als Männerstimmen. Ich liebe diese Höhe und die Pfeiftöne, diese Wilde. “Die wilde Rache kocht in meinem Herzen”… und dann geht sie richtig ab, die gute Königin der Nacht. Beide Arien der Königin der Nacht gefallen mir, auch die erste, die ist fast noch schöner. Und ich habe die gleiche Höhe. Ja, ich übe das jetzt. Warum nicht? Ist einfach toll.

Hoffentlich fallen meine Nachbarn nicht in Ohnmacht. Wenn ich hier oben die Königin der Nacht bin mit allen Koloraturen.

Gestern war unter mir eine Party. Man hört einfach alles. Die Musik, die unten gehört wird, ist eine völlig andere als meine. Nacht-Arien. Ich müsste sie eigentlich nachts singen. Das käme sicher noch besser an. Nachts singt die Königin der Nacht ihre Nacht-Arien.

Die Königin der Nacht

Für Gesang braucht man viel Ruhe. Singen geht nicht über Schnelligkeit. Doris meint, ich sei eine Wassermännin mit sehr schnellen Reflexen.

Ich trage ja gern viel in meine Noten ein, egal, in welche. Einmal schrieb ich drüber “Nicht ruhelos”. Beata meinte, man würde bei solchen Sätzen “ruhelos” lesen, wegen dem limbischen System. ? Ich habe es gleich wieder durchgestrichen.

Interessant sind die drei Seligpreisungen von Volker Bräutigam. Ich dirigiere Petzold und Salmo 150. Mein Lieblingslied aber ist Uti var hage, ein schwedisches Volkslied von Hugo Alfvén. Ein Liebes-Sommer-Lied.

Ich bade auch gern im Sommer. Ich mische dann verschiedene Badeöle zusammen: Mandarine mit Cranberry und Rooibus und Hanf. Ich freue mich auf Ziethen, Anklam, Greifswalds Umgebung und Hiddensee.

Hier ist übrigens alles Caspar David Friedrich: Caspar David Friedrich Straße, Caspar David Friedrich Wald, Caspar David Friedrich Pfütze, Caspar David Friedrich Eis, Caspar David Friedrich Platz…

Foto: Würzburg

Heute erinnere ich an alle Journalistinnen, die ihr Leben einsetzen.

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Kloster Eldena

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Orgel Vlog

3. Juli 2022: Made in Germany?

Wenn uns keine andere Schuld trifft, so die der Lieblosigkeit. (Margarethe Lachmund)

Beherzt und mutig und sensibel sein, wie sie.

Foto: Rühlmann Orgel

Heute erinnere ich an Emilie Schomann, die erste Promovendin, Greifswalderin.

Neu: gelernt: Videos via Spalten, Datum suchen, einfügen auch oben. 

Tierpark Greifswald

Heute besuchte ich den Tierpark in Greifswald. Er ist sehr schön, kann ich empfehlen, ein guter Tiergarten mit frei laufenden Tieren. Man kann über den Wall oder den Graben (Grund) dorthin laufen. Beides ist ein hübscher Weg, grün, flach, perfekt für Radeln und Gassi, am Wasser grün vor Entengrütze. Im Tierpark gibt es alte Eichen, einen großen Teich, Störche, Waschbären, Streichelzoo, Biber, Wildschweine, Alpakas, kleine Affen, Erdmännchen, Pfaue und ein Vogelparadies.

Ich habe alle mit Kirschen und Wassermelone gefüttert. Es gibt auch ein Cafe. Im Streichelzoo hatte ich eine Tüte mit Ziegenfutter. Die Ziegen und Böcke erkannten das Rascheln der Tüte. Ich setzte mich mit der Tüte auf einen Stein. Das war ein Fehler. Die Tiere rotteten sich sofort zusammen, umrundeten mich und fielen über mich her, entrissen mir die Futtertüte und bekämpfen sich zu meinen Füßen. In Schock verließ ich den „Streichelzoo“. ☀️Diese Ziegen waren jedenfalls noch nie in der Ziegenschule. Danach spazierte ich über den Wall zum Arboretum. Das ist der Botanische Garten der Uni. Es gibt zwei Botanische Gärten in Greifswald, einen mit neuen Gewächshäusern hinter dem Bahnhof, und einen auf dem Unigelände, wo das Klinikum steht. Hier gibt es asiatische und nordamerikanische und mitteleuropäische Bäume. In schattigen Ecken stehen Bänke. Der Garten mit seinen Büschen und Moos-Sorten und Blüten wirkt exotisch, verwunschen, ein verborgener Ort. Leider hört man noch die Autogeräusche von draußen. Ich mag Autogeräusche immer weniger. Am schlimmsten finde ich den Lärm von Motorrädern. 

Arboretum Greifswald 

Charlie und ich spazierten heute allein zusammen, er hat mich akzeptiert. Es war dennoch spannend, da er ein Rüde nicht, nicht kastriert, und zudem etwas ängstlich. Wenn er andere Rüden sieht, muss ich vorsichtig sein, dass es nicht zu einem Krawall kommt. Aber ich habe gelernt, wie ich ihm Sicherheit geben kann. Viel mit ihm sprechen, nahe bei ihm sein, Leckerlis geben und andere Hundebesitzer meiden. Besonders wenn Hunde angeleint sind, muss man sie leider voneinander fern halten. Es gilt Leinenpflicht. Zudem hat Charlie manchmal die Angewohnheit, an Joggern und Radfahrerinnen hochzuspringen. Bei mir war er aber sehr brav. Man muss halt konzentriert sein. Bellen tut er nicht. Und er kennt die Wege besser als ich. Wenn ich abweiche, schaut er mich schüchtern und trotzig an. Wenn es aber ernst wäre, könnte ich ihn nicht halten. Er hat enorme Kraft, springt über Zäune und zieht. Später fuhr ich dann mit dem Radl die Wolgaster Straße entlang mit der roten Basil-Klingel mit den weißen Tupfern.

Ich mag Mecklenburg-Vorpommern und die Ostseeküste. Die Hansestädte Stralsund mit dem weltberühmten Rathaus und Greifswald (ca. gleich groß), Schwerin und Rostock an der Warnow (die größte, aber immer noch kleiner als Würzburg, und Würzburg ist schon klein) und all die kleinen Städtchen und Dörfer. Dazu die Seenplatte und die Inseln. Neubrandenburg und Anklam finden viele nicht schön, ich finde es ok. Greifswald an der Ryck ist auf der einen Seite vom Wall geschützt und von der anderen Seite vom Fluss und vom Hafen. Greifswald liegt nicht an der offenen Ostsee, sondern am Bodden. Rügischer und Greifswalder Bodden.

Rostock liegt bei Warnemünde an der offenen Ostsee. Täglich gehe ich über Caspar David Friedrichs Marktplatz mit der alten Apotheke. Die wichtigsten Werke vom Casperl (1774-1840) sind nicht in Greifswald ausgestellt, sondern in Berlin und anderswo in der Welt. Greifswald hat noch richtig kleine individuelle Geschäfte in der Innenstadt, nicht diese riesigen schrecklichen Ketten. Ich mag die Giebelhäuser und die rohrgedeckten Bauernhäuser. Dumont listet unter “bedeutenden Persönlichkeiten” 15 Männer und eine Frau. Das ist der Männer-Hype. Männer bewundern Männer. Die einzige Frau, die genannt wird, ist Brigitte Reimann, Schriftstellerin. 

Neu: 

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Franck

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Franck

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Reger

1. Juli 2022: Die Kunst geht nach Brot. (Luther)

Heute erinnere ich an die Greifswalderin Käthe Kluth, erste Professorin in Berlin. Es gab in der DDR nur 25 Professorinnen! Die BRD war da aber nicht viel besser.

Und an die Greifswalderin Johanna Odebrecht, die (Armen-) Schulen für Mädchen gründete.

Das schöne neue Logo oben verlinkt im Shop übrigens zu meiner neuen Holy Spirit CD.

Foto: Rügen (Rambin)

Heute habe ich wieder Liszt B-A-C-H geübt. Es ist wirklich schön, mit einem Coach zusammen zu üben, auch wenn das enormer Luxus ist. Man muss dann nicht immer allein denken, was beim konzentrierten Üben das Anstrengendste ist, sondern jemand denkt mit einem zusammen, oder besser jefraud denkt mit mir und für mich, und so lernt man auch andere Denk- und Herangehensweisen beim Üben kennen. Das gemeinsame Üben ist gut, besonders dann, wenn man Stellen auswendig übt. Denn wie man übt, ist entscheidend. In Liszts B-A-C-H kommen viele virtuose Zungenbrecher vor, besonders Takte 65-72. Ich habe Liszt B-A-C-H an der Orgel gespielt, aber am Flügel ist es mehr als 5x so schwer. In der sehr prallgefüllten Kirchenmusik dazu zu kommen, große Werke zu üben und Blog zu schreiben, ist ein Wunder.

Ankerbass

Künstlerischer Ankerbass (Generalbaß) macht im Duo oder im Ensemble (Basso Continuo), wenn man mit anderen zusammen spielt, am meisten Spaß. Jetzt spiele ich mit einem Flötisten, einer Barockgeigerin und einem Sänger und einem Ensemble zusammen. Bach, Vivaldi, John Eccles (1668 London-1735), Quantz (Quants), Benedetto Marcello (1712), Rameau (1683-1764) mit seinen Verzierungen und Inegalität. Da wird einem in den Proben die Sprache und der Stil von historischem Ankerbass gut ins Herz gebrannt. Es ist natürlich noch mal etwas anderes, ad hoc, etwas direkt solo perfekt vom Blatt zu generalbassieren. Was mir am meisten Spaß macht beim Ankerbaß ist das Improvisieren. Allerdings muss das zart, gefühlvoll geschehen, eher passiv, ohne innerliche Übermotorik. Damit es schwer-leicht schwebt und schwingt und glitzert. Herzschlag.

Dies ist bei langsamen Sätzen schwerer als bei schnellen. Auch hier schwebend mit zwei- und viertaktigem Denken. Es ist erstaunlich: Eccles und Rameau sind so wunderbare Komponisten, zu Bachs Zeit, und dennoch (und das ist das Unglaubliche) kein Vergleich (und zu niemandem hinterher) zu Bach. Wenn man Musikerin ist, ist nichts Theorie, es ist alles Praxis. Man kann nicht sagen, man ist Musikerin und hat keine Ahnung von Gehörbildung, und man kann nicht sagen, man ist Organistenstar und spielt keine Kammermusik. Man kann nicht sagen, Generalbass ist Theorie – nein, es ist eine Sprache und führt intensiv zu Bach. Natürlich ist alles sehr sensibel, besonders Gehörbildung. Mit relaxten Leuten macht alles mehr Spaß. Ist jemand hart, arrogant und streng, dann ist es schwerer, Bestes zu leisten.

Ankerbass, Gehörbildung, Kammermusik, Korrepetition, Impro, Cembalo – das ist alles eine Einheit. Und dies alles ist nur die Kurzform und Spitze des Eisberges. So wie mein Blog insgesamt nur die Spitze des Eisberges ist.

Wen ich nach wie vor interessant finde, ist Albert Schweitzer (“Orgelbewegung”) und das Gegenstück Helmut Walcha. Auf der einen Seite zertörten die Männer der “Bewegung” viele romantische Orgeln, und doch spielten diese J.S. Bach im romantischen Stil legato. Ist das nicht ironisch? Das, was sie bekämpfen wollten, kam durch die Hintertür wieder hinein geschlichen. Ich muss sagen, dass ich mittlerweile weder Schweitzer noch Walcha besonders gern höre. Ich finde, beide haben nicht unbedingt getroffen, was Bach mit seiner Musik ausdrücken wollte. Ich bin gespannt auf das Schweitzer Buch “Deutsche und französische Orgelbaukunst.” Übrigens, ich nenne Pedal weder konkav noch konvex, sondern Radialpedal oder gerades Pedal.

Die Orgelbewegung:

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Gestern: Orchesterleitung hospitieren, Cembalo, Generalbass, Proben, Gruppenstunde

Vorgestern: LO, Partitur, Theorie, Dirigieren, Gehörbildung, Probe

Heute: Liszt B-A-CH am Klavier, Gesang, Bariton, “Glaubenslehre”, Theorie

Liszt:

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27. Juni 2022: Greifswald Bachwoche

Foto: Logo AHS mit Orgelpfeifen von Christoph Ermisch

Denk ich an Deutschland in der Nacht, dann bin ich um den Schlaf gebracht. (Heine 1840)

Meine neue Webseite ist da. Es hat länger gedauert als gedacht oder als geplant, aber es ist auch nicht so leicht, eine so große Webseite mit 500 GB zu relaunchen und von Grund auf neu zu programmieren, damit sie schnell läuft. Da dauern alleine die TTL-Umstellungen beinahe 48 Stunden. Ich muss mich erst an meine neue Webseite gewöhnen und einiges muss noch angepasst werden. Ich blicke hier hinten im Dashboard noch nicht ganz durch. Verzeiht also, wenn es noch etwas dauert, bis ich hier wieder die Dinge verstehe.

Ich bin wieder in Greifswald. Letzte Woche war ich im Pommerschen Landesmuseum. Es war schön. Es ist ein großes, helles Gebäude, eine weiße Villa, in dem auch einiges umgebaut wird. Die kleine Gemälde-Galerie gefällt mir am besten. Ich freue mich, dass auch Malerinnen ausgestellt wurden, wenn auch sehr viel weniger als Männer. Besonders gehyped werden die Gemälde von Friedrich und Frans Hals: Caspar David und seine Eldena in sämtlichen Landschaften der Welt: Die Klosterruine hier in Greifswald. Die hier ausgestellte Malerin Ilse von Heyden-Linden möchte ich lobend erwähnen. Und Dora Koch-Stetter. Um 1880 war es sicher noch schwerer als Malerin als heute. Und Sabine Curio: “Tür zum Garten”, 1999.

Übrigens: Greifswald war über 150 Jahre lang schwedisch gewesen. Es gibt also im ersten Stock auch viel über die schwedische Zeit hier in Pommern, Schwedisch-Pommern. Das war interessant für mich. Normalerweise interessieren mich Ausstellungen über alte Kronen, Schätze und alte Umhänge nicht sehr. Aber das schwedische Wappen – das zieht meine Aufmerksamkeit an. Die drei Kronen Schwedens. Im Juli 1630 kamen die schwedischen “Eindringlinge” mit Gustav II. Adolf in die schöne pommersche Gegend.

Ich möchte hier besonders an die schwedische Königin Luise Ulrike von Schweden erinnern, 1720-1782. In dem Raum mit den schwedischen Adeligen legte ich mich auf das weiche Sofa und hörte den Stimmen zu, bis ich eingeschlafen war. Glücklicherweise war das Museum fast leer und niemand weckte mich auf. Die erzählende Stimme ist so angenehm einschläfernd. Wie eine Gutenachtgeschichte kam mir das vor. Der schwedisch-brandenburgische Krieg 1674-1679 wird ebenfalls dargestellt. Schweden war damals groß wie nie. Die Schweden werden lustig gemalt: Wie große Michels aus Lönneberga, der gar nicht Michel heißt.

Auch das Schloss Griebenow wird erwähnt im Museum und die Holzmasken ausgestellt: An jeder der 15 Ecken der Schlosskapelle von 1653, die ich auch in meiner Orgel-Info erwähnt habe, ist eine Maske angebracht, die als Wächter fungieren und mit hässlichen Grimassen das Böse vertreiben und die Kapellen vor Dämonen schützen soll. (Hm, bedenklich.) Griebenow bei Groß Bisdorf (Biisdorf ausgesprochen, wo ich viele Wochen wohnte, nun wieder in der Innenstadt Greifswald) ist schon Nordpommern. Die Leute müssen übrigens die Kapelle in Wirklichkeit besuchen und ansehen, nicht im Museum, eine Maske aus dem Zusammenhang gerissen. Levenhagen hätte auch ausgestellt werden sollen.

Die Greifswalder Bachwoche habe ich fast ganz besucht. Es war interessant. Besonders gefallen hat mir Choreos – ein tanzender Chor, top Choreographie, super Licht, gute Stimmen (Profistimmen). Das einzige, was mich störte, dass (ich saß ganz vorn) sich sehr viel auf dem Boden gewälzt wurde mit vielen sexuellen Anspielungen und viel Nacktheit. Ich finde, das war eine Spur zu viel. Das müsste nicht sein. Immerhin, wir waren in einem Dom. Da gefiel mit der Madrigalchor aus Kiel doch besser.

Die standen zwar einfach nur und haben gesungen (keine Profis) und doch war es wunderschön. Sehr gut war Brasscussion. Ich liebe Blech und Perkussion, es war fabelhaft. Absolut mitreißend, laut und fabelhaft. Gershwin. Prokoffief. Das deutsche Publikum ist oft so träge und klatscht brav und dröge vor sich hin. Ich war die einzige, die “Bravo” rief – da haben sich dann einige mit Fußtrampeln angeschlossen. Seit neuestem finde ich unglaublich spannend, die Dirigenten zu beobachten. Das kann ich ununterbrochen tun.

Edward Elgar – hm, ich kann mich nicht so für all seine Musik begeistern. Es erinnert mich an Filmmusik, die ohne Ziel in Wellen vor sich hin schwimmt und mal irgendwo aufbrandet und dann wieder daliegt. “Light of Life” wurde aufgeführt. Ich bin eingeschlafen. Es ist sicher wuchtig und alles. Aber wuchtig allein reißt mich nicht vom Hocker. Es muss irgendwo Sinn haben und nicht sinnlos und ohne Ziel in emotionalen Wogen vor sich hinplätschern und immer gleich klingen.

Kein Vergleich mit den Bach-Kantaten. Ich habe fast überall mitgesungen. Barbara Dennerlein habe ich nachts auch noch gehört. Die coole Hammond-Orgel B3, die ihr zur Verfügung gestellt wurde, war schön beleuchtet. Sie selbst ist sehr authentisch, relaxed und nett. Sie macht keine Show. Leider, ich bin kein Fan von Boogie Woogie etc. Boogie Woogie kann ich 15 -20 Minuten an der Orgel anhören. Aber keine 2 Stunden. Der Hammond-Sound ist interessant. Aber keine zwei Stunden lang. Ich saß in der ersten Reihe, was ein Fehler war.

Ich konnte nicht weg und wurde unruhig und fühlte mich genervt. Schließlich rettete ich meine Unzufriedenheit darin, dass ich einschlief. Es war auch schon sehr spät und ich war von den vielen Konzerten und Eindrücken erschöpft. Es ist sicher toll und anstrengend, so einen Jazz-Abend zwei Stunden lang durchzuhalten, allein, dass der Groove stabil bleibt. Und sie macht das locker und sympathisch. Ich bin von Bach wahrscheinlich schon verdorben.

In Konzerten berührt zu werden ist eine wunderschöne Sache. Wo es nicht gelingt, bleibt Enttäuschung zurück. Aber alles ist Geschmackssache natürlich. Ich stelle schnell fest, ob mich etwas berührt oder nicht. Wenn es nur Gespiele ist, Effekte usw., dann schalte ich ab. Von Ombra e Luce war ich auch etwas enttäuscht. Toll war der Dirigenten-Workshop mit Friederike Woebcken. Ich habe viel gelernt. Die Balance zu halten zwischen Energie, Ruhe, lieber zu wenig als zu viel und dann doch viel und entscheidend auf den Punkt – ruhiger Kopf, aber Körperspannung und blitzende Augen. Es braucht eine starke Persönlichkeit, die Dynamik und Einsätze gut anzeigen kann. Und dann natürlich die Technik der Hände.

Neu: Mendelssohn in Großkorbetha an der Rühlmann Orgel

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Mendelssohn an der Rühlmann Orgel Großkorbetha

25. Juni 2022: Orgel Welt

Heute paktieren viele Männer miteinander und nennen das “Treue”. Viel davon ist gut gemeinte Bevormundung. Gut gemeint ist meist schlecht.

Foto: Großkorbetha Weissenfels, Sachsen-Anhalt

Neu: Storchi in Greifswald

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Lieber ein mittelmäßiger Frieden als ein glorreicher Krieg. (Maria Theresia)

Fürstin, Österreich. Heute erinnere ich an Haya bint al-Hussein. Jordanische Prinzessin.

Foto: Rühlmann Orgel Grosskorbetha, Weissenfels

Neu: Griebenow Schlosskapelle

Es war schön, im Liturgisches Morgengebet zu singen in der sonnendurchfluteten Kapelle, und die Kantate BWV 36 im Dom. Wir haben die Kantate in einer Stunde lernen müssen. Es ist spannend zu erleben, wie jede Dirigentin anders arbeitet.
Ob ich es zeitlich schaffe, Barbara Dennerlein zu hören? Ich habe sie noch nie live gehört und bin sehr gespannt. Ich kann erst am 23.6. wieder updaten, wie es war und was ich gemacht habe. 

Heute war ich mit Georg und Team in Dersekow an der Mehmel Orgel von 1861. Im frischen Grün liegt die ev. Kirche. Grüne Bänke (vorher rot), und oben unter dem weißen Gewölbe die vierflächige silbernweiße Orgel mit grün-roten Holzspitzen. 2 Manuale, 13 Register. In einem gepflegten Friedhof voller Blumen und großen alten Bäumen liegt die hübsche kleine Kirche mit braunem Glockenturm aus Holz, rotem Dach, Backsteinen, Innenraum grün. Meine Reportage über das schöne Pommern geht weiter. Danke an Georg Warnecke, Brunke Ziemann und Team Dersekow/Groß Bisdorf.

Orgel-Positiv Schloss-Kapelle Griebenow bei Greifswald

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Theodore Dubois

Rühlmann Orgel

Mehmel Orgel