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Alte Kirche Hauenstein Pfalz

Kunst ist der Notschrei jener, die Menschheit an sich erleben. (Schönberg)

4. Juli 2025: Musik steht zwischen Geist und Materie. (Heine)

Heute erinnere ich an die finnische Autorin Petra Rautiainen.

Es wird noch immer darüber diskutiert, was „orgelmässig“ sei. Dieses „Orgelmäßige“ hat leider sehr steife, unkünstlerische Tendenzen nach sich gezogen. Das „Orgelideal“ ist spätestens seit Walcha extrem männerlastig geworden. Vielleicht begann es schon mit Albert Schweitzer, langsam und schleichend. Vielleicht schon mit Karl Straube.

Es wird Zeit, die Orgel anders zu sehen. Weniger steif, weniger autoritär, weniger machtgierig, weniger konservativ. Sie ist auf den Raum bezogen, auf den Geist, auf das Herz. Sie hat eine Sonderstellung. Sie ist Gesamtkunstwerk. Ein Organismus. Schwingend. Strahlend. Ihre enorme Abstrahlungsfläche ist symbolisch. Sie mildert und singt.

Sie ist Kunst.

Historische, romantische Witzmann Orgel ev. Kirche Witzleben, Thüringen, Ilmkreis, 2 M, 19 Register

Die romantische Orgel wurde neulich für knapp 100000 € saniert von Schönefeld (Stadtilm). Die schlichte Thüringer Dorfkirche romanischen Ursprungs (12. Jahrhundert) mit gotischen Fenstern und Portalen ist eine Augenweide. Die drei großen Kirchenglocken befinden sich im Kirchturm.

Die Witzleber Kirche wurde im 30-jährigen Krieg beschädigt und 1647-1649 restauriert. Die Orgel ist fast original erhalten.

1927 wurde der Turm der Kirche neu gebaut, hier wurde auch der Eingang an die Westseite verlegt, und 1936 wurde die Kirche innen restauriert.

Die mechanische Orgel ist fast verborgen und schaut hinten keck aus dem viel zu kleinen Bogen heraus. Die Kirche ist heimelig grün und rot gehalten, mit Stühlen und Teppich und niedlichen schiefen Emporen. Auch die Orgel ist hellrot im Style.

Die Disposition ist hier zum ersten Mal im Netz.

Schöne breite Registergesichter, nach vorn gerichtet wie bei vielen Knauf-Orgeln.

Samtig schöne Akustik, sie kommt mir grün-dunkelrot vor, samtig-trocken und weihnachtlich.


4 Antworten auf “Kunst ist der Notschrei jener, die Menschheit an sich erleben. (Schönberg)”

  1. Thomas Grimm

    Du hast das Zitat verschönert. Früher ging es so:
    „Kunst ist der Notschrei jener, die an sich das Schicksal der Menschheit erleben.“ [Arnold Schönberg]

  2. Mathilde Tauscherin

    Im Kölner Dom hat es der Assistent des Bönich nur kurz ausgehalten. Trotz Seitenlangen Vorablobpreisungen. Da war bei Brüggemann mehr Kontinuität. Nun ja Bönich geht doch bald in Rente. Ist er vielleicht schon in Teilzeit- sowenig Messen wie er spielt? Der nächste Dohhhmorganist wird bestimmt … endlich eine Frau. Oder doch wieder ein Mann – aus dem der typische alte weiße Mann wird wie wir ihn kennen

  3. Beo B

    Ein Organist bei dem alles der Genehmigung bedarf veröffentlichte wieder einen neuen Bach Krampf. Wer gewinnt in diesem Wettbewerb um den Besten Männlichen Bach?

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