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Musiker sind seit je her ein fahrendes Volk. (AHS)

22. Februar 2023: Harmonie macht das Unverträgliche verträglich. (Menuhin)

Heute erinnere ich an die Komponistin Marianne von Martinez, 1744, die das Musikleben in Wien geprägt hat und die Mozart sehr schätzte.

Und an die Frauen Tryphäna und Tryphosa aus der Bibel. Wer weiß, wo genau in der Bibel sie auftauchen?

Ich mag das ARD Nachtkonzert auf BR Klassik. ❤️

Musiker (und Musikerinnen) sind seit jeher, zumindest seit 1600, ein fahrendes Volk. Viel anders ist es heute nicht. Doch gleichzeitig sind wir Historikerinnen. Durch Musik und Kunst kann ich Geschichte schreiben und geschichtliche Utopien nachempfinden. Ich spüre, dass ich eine lange Geschichte  aufrolle, wenn ich Musik mache, und mich einreihe.

Es ist manchmal schwer erträglich und schmerzlich, da diese lange Geschichte meine eigene berührt. Ich spüre die Wunden des Missverstandenseins, die so vielen Musikerinnen zugefügt worden sind durch alle Jahrhunderte hindurch — und meine dazu, die mich persönlich betreffen. Musikersein ist ein Seins-Zustand, das viel abverlangt: Charakter und Reife.

Unendlichkeit und Geschichte

Wie viele Räume können sich in der vierten Dimension öffnen? Konvergieren und Divergieren, auch wenn sie Gegensätze sind, sind letztendlich das Gleiche im Bereich der Unendlichkeit, konkret nur an der Unendlichkeit interessiert.

Divergiert etwas nach Null? Nein. Konvergieren braucht erst eine Aufgabe und ist sehr abhängig von der Funktion, vom Verhältnis. Aber Divergieren ist davon freier, da Unendlichkeit keine Richtung kennt.

Ewigkeit und Unendlichkeit

Der Kopf und die Seele des Menschen sind auch ein Raum, denn auch hier gibt es Verhältnisse und Gesetzmäßigkeiten und Grenzwerte. Besitzt eine Folge, also ein Denkprozess, eine Summe und einen Grenzwert, eine Funktion, eine Abhängigkeit, so wird sie konvergent.

Denn ich liebe dich

Es mag sein, dass Divergenz und Denken nicht wirklich kongruent sind, aber ich finde dies ein schönes Bild, sie in Verbindung zu setzen. Konvergiert eine Kurve, wird sie oder das Ergebnis immer kleiner, obwohl die Zahl ins Unendliche geht. Divergenz hat keinen Grenzwert und ist auch nicht abhängig von einem solchen Grenzwert, um einen Sinn zu finden. Divergent zu denken hat für mich nur eine Grenze: die Wahrheit. Denn was oder wer ist die Grenze der Unendlichkeit? Gott.

Foto: Polen

Kreativität ist ebenfalls intuitives, innovatives, divergentes Denken: Denken mit Geist. Divergent bedeutet, dass man aus anderen Bereichen Erkenntnisse und Lösungen auf neue Probleme überträgt. Eigentlich kommt dieser Begriff „divergent“ aus der Mathematik, aus der Kurvendiskussion, und bedeutet „auseinanderdriftend“.

Kreativität und divergentes Denken

Konvergent und divergent sind hier Annäherungsbegriffe in der Analysis. Eine Kurve nähert sich Null an, wird nie Null, wird unendlich klein. Oder sie driftet von Null weg, divergiert ins Unendliche. Ist dies nicht sehr symbolisch? Sie bedingen einander, sind eine Einheit, auch wenn sie Gegensätze sind. Kreativität braucht auch beides.

Man müsste neue Begriffe erfinden und definieren. Was bedeutet der Begriff Kunst? Beim Divergenten wird aus Begrenzung ausgebrochen, es geht um Neues schaffen. So auch in der Kunst.

Kreativität ist Denken

Dass Kreativität Denken ist, sogar Problemlösungs-Denken, mehr als traditionelles, menschliches, „schulisches“ Denken, ist mir lange klar. Die Gesetzmäßigkeit des Denkens ist die Sehnsucht, die Suche nach Wahrheit, für diese man bereit ist, anzuecken und zu leiden, daher kann man auch divergentes Leiden, Suchen, Finden und Schaffen sagen. Kreatives Denken ist die Sucht nach Wahrheit.

Es geht dabei um Ästhetik, die für mich mit Denken und Wahrnehmen zu tun hat. Divergentes Denken ist in Ebenen verschachtelt und strebt nach außen, es ist ein Angriffsdenken, ein aus Systemen denkendes Denken, genauer, in Systembeziehungen denkend, ein Übertragungsdenken, im positiven Sinne.

Es mag sein, dass das Wort divergent, seit 1967 von Joy Paul Guilford für Coachingszwecke und Intelligenzforschung genutzt, irreführend ist. Für mich nähert er sich gut an: Ein sich vergrößerndes, sich vermehrendes Denken.

Es stimmt, dass Menschen mit hohem divergenten Denken, also Künstlerische, oft Not haben mit Routine –  oder Schwierigkeiten mit Menschen, die unflexibel, ungerecht, altmodisch und pedantisch sind, klein halten, ausbremsen. Sie kreieren, konstruieren gerne, haben Mut, Neues auszuprobieren.

All diese Fähigkeiten braucht man auch in der Musik, in Wissenschaften, in der Schriftstellerei. Hohe Werte haben sie meist auch in symbolischen und semantischen Fähigkeiten, in abstrakter Symbolik. Ich bin immer noch fasziniert, dass Kreativität und Problemlösung eins sind und eng zusammengehören.

14. Teil Kirchenkunde: Die Waldenser

Doch viele konventionelle Leiter haben keinen Mut, Neues zu schaffen, zu kombinieren und nicht die Kreativität, das Umsetzen und Erkennen von neuen Wegen. Künstler gehören daher trotz ihrer Mängel dringend auch in Leiterschaft.

Sie sind an ganz neuen Problemlösungen interessiert. Konvergentes und divergentes Denken sind eine Einheit und gehören zusammen. Dadurch passen auch Kunst und Wissenschaft gut zusammen und sind nicht konträr. Sie sind Gegenstücke, aber im guten Sinn. Wie bringt man Künstlersein und Leitersein unter einen Hut? Wie Wissenschaft, Musik und Kunst?

Dazu kommt für mich noch Frausein in einer Leiter-Herrscher-Männerwelt. Es wundert mich, dass viele Gebiete oft Männerdomänen geblieben sind. Ich glaube, dass viele Frauen kreativ begabt und divergent denkend sind und sich einfach nicht trauen, sich dementsprechend (vehement) einzusetzen.

Intelligenztests und Intelligenzforschung mögen umstritten sein, aber der SOI-Test hat meine Seele berührt, und Intelligenz hat viel mit Seele zu tun.

4 Antworten auf “Musiker sind seit je her ein fahrendes Volk. (AHS)”

  1. Weinmann

    Dietmar Korthals lästert auch ganz ordentlich mit. Das bringt mich auf die Frage: Hat er überhaupt ein Studium abgeschlossen? Soweit ich weiß, nicht. Aus Wikipedia wurde er auch entfernt mangels Relevanz. Das wurde sicher von ihm selbst versucht, einzutragen.

    • Maximilian Nicolaus

      Die Katholiken lästern nämlich fast so gut wie die Evangelischen. Ich: Fan von Dietmar. Und von DIR

  2. Heinz Weigandt

    Danke! Wieder viel neues gelernt. Deine Kirchenvermittlung finde ich auch klasse!