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Tur Blogg

Ich bin nicht die erste Frau, die mehrere Aufgaben hat, die arbeitet und ein Baby bekommt. (Jacinda Ardern)

Bin wieder daheim.
Oben: Neuseeländische Politikerin.
Heute erinnere ich auch an Elizabeth Warren, Politikerin, und Isabel Mundry, deutsche Komponistin.

Neu: César Franck an der Strebel Orgel

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Ein ganzes Jahr wieder durchgeschrieben. 

Alte Kalender weg. Neue aufgehängt. Ich schaue jeden Tag eine Folge von The Chosen. Mir fiel heute auf: Jesus liebt die Dummen und die Klugen. Er meidet die Dummen nicht. In seiner Nähe bleibt niemand dumm. Judas wird hervorragend dargestellt. Jesus wird als sehr unabhängig dargestellt. Das gefällt mir. 

Ich habe auch Hape Kerkerlings Buch „Ich bin dann mal weg“ gelesen. Der Gute hat geistlich nun gar nichts dazu gelernt. 

Wenn man mehr über Registrierung lernen möchte, empfehle ich jedem: Registrierungen aufzuschreiben. Per Hand. Oder per Computer. Es hilft so, wie wenn man Texte in einer fremden Sprache einfach abschreibt. Oder Noten. Das hat ja Bach ebenfalls sehr geholfen. 

1.1.2022, fränkische Orgelreise. Ich finde es wichtig, die Orgeln in ihre Geschichte mit der Kirche und dem Ort einzuflechten. Pretzdorf ist ein ruhiger, kleiner Ort in Franken bei Neustadt/Aisch. Orgelbau Bittner war in Nürnberg und Eichstätt sehr bekannt und war von 1800 bis 1990 tätig. Die kleine süße Bittner-Orgel (1 M) auf der Westempore von Ferdinand August II, unter der Decke mit kleinem, schlichten, dreiteiligen Prospekt, Schnitzwerk und freiem Spieltisch mit Gesicht zum Altar, ist oho. Sehr klingende Register, kräftig und fein, mechanische Schleifladen-Orgel, auf dem Dachboden der Doppelkeilbalg. Unverbaut, authentisch und direkt im Klang. August Ferdinand II hatte die Firma von seinem Bruder Johann Michael 1871 übernommen. Schwarzer besonderer Schiebedeckel an der Orgel (klemmt etwas), schöne Schweif-Schrift (erinnert mich sehr an die Schrift Blüthner auf den Flügeln), sehr natürlich behauene Steinbänke und alte, historische, gefährliche Treppen mit glatten, ausgedienten und engen Stufen. Die Kirche wurde Mitte des 19. Jahrhunderts renoviert: Drei gotische Fenster, Fenster vergrößert, der Bogen erweitert. 1984-1989 wurde die Kirche renoviert. Seit 1988 gibt es ein schönes Eichenholzrelief von Clemens Heinl: Kreuzigung, die Evangelisten, Martin Luther.

1250 begann die Kirche, 1250 und 1282 erste Erwähnung, 1486 wurde sie (“ewige Pfründe”) so errichtet, wie wir sie heute kennen. Kanzel und Taufstein stammen aus dem Jahr 1606. Im Schiff der Kirche befinden sich gemauerte Grüfte. Der blaue Taufstein ist wunderschön mit biblischen Schnitzereien (Das Leben Jesu).

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Dann die geniale Strebel-Orgel in Altershausen:

Oben: Bittner Orgel Pretzdorf

Neu: Orgel-Information: Alle drei sind jetzt fertig:

Bittner Orgel Pretzdorf, Franken

Strebel Orgel Altershausen, Franken

Phantastische Strebel-Orgel, meine fünfte Strebel: Wunderschöne evangelische Kirche (Urkirche aus dem 15. Jahrhundert) mit historischer, einmanualiger Strebel-Orgel hier in Franken bei Neustadt/Aisch. Es ist eine schöne halbpneumatische Strebel-Orgel. Manual: Mechanische Kegellade. Pedal: Pneumatische Taschenlade. Das ist sehr besonders. 1730 gab es die erste Orgel: eine Münchsteinacher Kirchenorgel. 1896 wurde die Strebel-Orgel angekauft.

Ich liebe den Klang der süddeutschen Orgeln. 1986 wurde die Orgel von der Firma Thonius aus Roßtal restauriert. Ein schöner Altarraum mit barocker Kreuzigungsgruppe, an der Wand Reste der ehemaligen Chorraumbemalung. Neues Holz-Lesepult. Die ganze Kirche ist eine der niedlichsten, drolligsten in Franken überhaupt. Ein sehr lieblicher, kleiner Weihnachtsbaum nur mit Strohfiguren geziert, ohne Kugeln. Sehr geschmackvoll. Daneben eine Krippe wie von Kindern gemacht, mit kleinen dicken, weichen Puppenfiguren, wie aus einem Bilderbuch, absolut adorable. Man muss lächeln. Alles wirkt wie eine Kirche aus Bullerbü.

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Ich würde lieber einen sinnvollen Tod sterben, als ein bedeutungsloses Leben zu führen. (Corazon Aquino)

Beliebte und kluge Politikerin aus den Philippinen. Heute erinnere ich auch an Louise Bourgeois, Künstlerin aus New York City, die sich in Kunst-Lobby durchsetzte. (Ich muss ja nicht erwähnen, welches Geschlecht die Lobby bis heute dominiert.)

Oben: Steinmeyer Orgel Rothenburg/Tauber

Es war ein sehr schöner erster Tag der Jahres 2022: Ein Orgel-Tag läutete das neue Jahr ein. Was für eine schöne Zahl, 2022. 1.1.2022. Katharina, Kantorin in Schornweisach, die wie ich in Nürnberg geboren ist, hat mir folgende wunderbare Orgeln hier in Franken zwischen Würzburg und Nürnberg gezeigt:

Zuerst waren wir im fränkischen Uehlfeld an der Aisch in der ev. Jakobskirche (früher Gallus-Kapelle, Mönch Gallus 1550) an der schönen romantischen, historischen Strebel-Orgel (Nürnberg), zwei Manuale. Die Kirche liegt malerisch im Ort. Uehlfeld in der Nähe von Neustadt/Aisch ist bekannt für seine vielen Störche. Und tatsächlich, wir sahen direkt an der Kirche ein wunderschönes großes Storch-Ehepaar. Ich habe das symbolisch genommen. Sie haben auf dem Dach des Nachbarhauses zur Kirche ein großes Nest gebaut. Da die Aisch auch jetzt wieder über die Ufer getreten ist, liegt die Seenlandschaft perfekt mit Fröschen für die Störche da. Die hübsche Kirche hat hellblaue Emporen und rote Bänke. Sie ist wunderschön und liebevoll geschmückt mit Weihnachtsbaum, Krippe, Kerzen, Schmuck. Alle die (unter)fränkischen evangelischen Dorfkirchen sehen aus wie Schmuckstücke. Die Orgel besitzt die Form einer Ziehharmonika, weiß-gold-blau. Ihre schönen romantischen Farben habe ich für Cesar Franck genutzt. Obwohl sie keinen Schweller und natürlich keine Setzeranlage besitzt, singt die Orgel warm und flirrend in den oberen Lagen. Die vier Spielhilfen klemmten etwas, das ist oft das Problem mit historischen “Setzern” wie p, mf, f, und ff. Sie sind oft nicht verlässlich, klemmen und sperren sich, wenn man sie schnell hintereinander verwenden möchte. Man muss also sehr vorausschauend spielen. Es ist meine vierte Strebel-Orgel. Ich liebe die fränkischen Strebel-Orgeln.

Wunderschön sind die leisen, warmen Klänge, Dolce, aber auch die kräftige Rauschquinte. Alle Sounds sind lieblich, manchmal leicht heiser, was ihr etwas Sprechendes, Verletzliches, Zartes gibt, als wäre die Orgel ein Werk, ein Wesen mit Seele – was sie ist. What she exactly is.

Besondere rosa-weiße Registerknöpfe. Schöner Altar und Deckengemälde. Ganz gerades Holzpedal. Die Engel an der Orgel singen: Alles, was Odem hat, lobe den Herrn. Gepflegte Friedhöfe und Brunnen. Es war ein sehr schöner erster Tag der Jahres 2022.

Erster Tag des Jahres 2022: Wir fuhren dann nach Burghaslach an der Haslach nah bei Neustadt an der Aisch zur evangelischen St. Ägidius Kirche. 1903 wurde die Kirche umgestaltet. Dort ist eine schöne Wolfgang Hey-Orgel von 1982 mit zwei Manualen, ca. 28 Register, also etwas größer, ohne Schweller. Hier spielten wir Valentin Rathgeber mit zwei Altblockflöten und Orgel, es machte Spaß. Ich mag den Klang einer Altblockflöte, lieber als Querflöte. Altflöte ist irgendwie wärmer. Als Kind mochte ich Blockflöte nicht. Ich erinnere mich, dass wir einmal unsere Flötentasche in der S-Bahn vergaßen und das Drama danach – sie sind aber wieder aufgetaucht (niemand wollte sie leider). Aber jetzt mag ich den Klang von Blockflöten. Er hat so etwas Liebes, Unschuldiges. Die Luft in den unterfränkischen Dörfern ist irgendwie so ganz anders als in der Stadt. Es riecht nach Regen, Bauernhof, Blut und Weite.

In Neustadt/Aisch habe ich schon 5x Konzerte gespielt. Ich mag diese Gegend hier sehr.

Anschließend fuhren wir zu den Orgeln in Pretzdorf (Bittner Orgel), Altershausen (Strebel Orgel), Vestenbergsgreuth (Hoffmann Orgel 1963, Gottesdienst), Kleinweisach (Strebel) und noch mal Schornweisach (Wiegleb). Darüber berichte ich morgen.

Neu: Orgel-Information: Strebel Orgel Franken:

Strebel Orgel Jakobskirche Uehlfeld

Hey Orgel Burghaslach, Franken

Strebel Orgel 1907

Wir verschwenden zu viel Zeit damit, uns zu fürchten, während wir eher fürchten müssten, zu viel Zeit zu verschwenden. (Stephanie Shirley)

Willkommen, liebes Jahr 2022. Vielen Dank für allen Segen, alle Hilfe, Gebete, Geschenke und Sponsoring. Vor allem auch ganz überraschende. Merci! Gott segne euch und segne alles! Bitte betet für mich, ich kann es gebrauchen. Heinrich Schütz-Jahr 2022. Kultureller Gedächtnisort.

Das Jahr endete mit wunderschönem Sonnenuntergang, da es ein sonniger Tag war, und mit schönem Gottesdienst mit Kerzen und Schmuck und Beichte, womit das neue Jahr auch begann: Mit Wiegleb Orgel, Dankliedern, Glocken und Feuer. Feuer in einer alten Waschtrommel auf einem feuerfesten Platz im Garten. Durch die Löcher leuchtete das Feuer und bog sich wunderschön im Wind. Dazu gab es Blasmusik, Fackeln, liebe Menschen und Sekt. Zuvor leuchteten noch die Sterne über dem Friedhofs-Nachthimmel. Vereinzelt Feuerwerk. Sonst ruhig. Und Raclette ❤️ Die hübsche weiße Kirche in Schornweisach in einem gepflegten Friedhof wurde im Gottesdienst an Silvester 2021 in allen Farben angestrahlt bis zum nächsten Abend.

Stephanie Shirley (siehe Zitat) nannte sich “Steve”, um in der Männer-Branche IT schneller Fuß zu fassen. Wahrscheinlich würden Neider dies “Betrügen” nennen, genauso wie bei mir mein Kopftuch. Dabei ist völlig klar, dass es ein Armutszeugnis für die Männerwelt ist, dass Frauen zu solchen Mitteln greifen müssen. Und auf der anderen Seite ein Brillanz-Zeugnis für Frauen.

Sehr interessant ist das Buch “Unterwerfung der Frauen” von John und Harriet Mill  – das Ehepaar hat das Buch gemeinsam geschrieben, bei Reclam 2020 ganz neu erschienen. Es geht um die Geschlechterfrage. Früher wurden die Gedanken nur John zugeschrieben (wie oft in der Geschichte wird es so gewesen sein, dass wichtige Gedanken, Kunst, Ideen und Talente statt den entsprechenden Frauen allein Männern zugeschrieben wurden? Männern aus ihrem nahen Umfeld).

Meine Noten zu meinem Orchesterwerk LICHTUNG kommen 2022 heraus!

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31. Dezember 2021

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Mögen Spötter ihrer Schlangenzungen, Zweifler ihres Flattersinns sich freun. (Hölderlin)

Gesegneten Rutsch ins 2022! Shalom 2022!

In den Kirchen leben nicht die Kirchenmäuse, sondern die Schlangen. Unbewaffnete Seelen beißen sie besonders gern.

Doch Gott segne das neue Jahr, 2022, so dass (unbewaffnete) Seelen mit seinem Geist bewaffnet sind und in Frieden leben können. 

Oben: Mühleisen Orgel Hamburg 

The Chosen bringt wunderbar rüber, wie die Bibel entstanden ist, mit klugen und weisen Rückblenden und Querverweisen zurück und vor. Es hilft, die Bibel zu kennen. Der Film macht Lust auf die Bibel. Jesus war auch in Syrien. Syrien ist heiliges Land. Wie hätte er wohl auf mich reagiert, wenn ich in seiner Zeit gelebt hätte? 3 Jahre ihm zu folgen, mit ihm zu reisen – es wäre das Schönste und Wichtigste auf der Welt gewesen. Jonathan Roumie  spielt Jesus, es ist 47 und aus den USA.

Ich lese weiter über Emilie Mayer. Ihre Werke sind noch immer kaum Bestandteil des männlich-dominierten Musikbetriebs. Warum? Woher kommt die Scheu und Furcht vor weiblichem Talent, vor weiblicher Konkurrenz? Warum suchen Männer Privilegien und Vorteile über Frauen? Fühlen sie sich nur dann wohl? Emilie wurde 1883 begraben; erst seit August 2021 (!) wurde ihr Grab als Ehrengrab in Berlin erklärt. Eine weitere Komponistin dieser Zeit: Aline Hundt, Dirigentin! 1872 in Berlin gestorben. 

Ich lese Martin Bubers “Stationen des Glaubens”. Glauben ist Vertrauen. Nicht blindes, sondern sehendes Vertrauen. Nicht passives, sondern kühnes Vertrauen. Er schreibt von Mose im Wunderfeuer. Ich möchte auch gern “Stationen des Glaubens” schreiben. Meine Stationen des Glaubens.  – Ich sammle die schönen Insel-Bücher mit ihren bunten Rücken.

Heute erinnere ich an Stephanie Hummer, 18, von einem Mann ermordet. Sandra Newton, 16, von einem Mann ermordet. Darlene Carlson, 23, von einem Mann ermordet. Ich werde 2022 die unheimliche, große Anzahl ermordeter Mädchen und Frauen (meist Sexualmorde), Femizide, weltweit durch Männer begangen, aufdecken.

Was auch immer das Fernsehen an Krimis bietet – es ist nichts gegen True Crime. Alle Krimihersteller im Fernsehen mit ihren unrealistischen Stories sollten sich mit True Crime beschäftigen.

Die Silvester-Konzerte fallen aus, aber der Gottesdienst um 18 Uhr findet statt. 

Neu: Das letzte spanische Video aus dieser Serie:

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Bach Fuga G minor
Winter. Vinterstämning. Öppen Spis – Späth Orgel, Konzertmitschnitt, Dank an Prof. Gerhard Schmidt 

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Wenn es Sie nicht geben würde, müsste man Sie erfinden. (Armin Langer)

Über mich.

Heute erinnere ich an Priyanka Chopra, indische Schauspielerin, und an Simone Young, Dirigentin aus Australien.

Oben: Basilika Saarbrücken

Heute war ich beim Frisör. 3 1/2 Stunden. So lange war ich noch nie beim Frisör. Ist ein guter Freund von jemand, den ich kenne. Nicht, dass ich eine Frisör-Phobie habe. Aber ich gehe nicht oft. Da hat er mit mir geschimpft, weil ich mich zu wenig um mein schönes, langes Haar kümmere. Er hat mich beraten. Jetzt sieht es wieder schön aus. Spitzen schneiden. Viel weg. Jetzt sind sie grad nur noch mal schulterlang. Gut, dass es schnell wächst. Kur drauf. Von einer schwedischen Marke. REF Stockholm. Duftet. (Hab ich jetzt daheim.) Schön geföhnt. Strähnchen: Erst mein 2. Mal, dass ich mich das getraut habe. Ich hatte sogar wegen den Schals und Teddypullis, die ich liebe, hinten etwas verfilzt gehabt. Also: Nicht waschen vor dem Schlafengehen. Schade. Irgendwie mag ich oft gerade das, was nicht geht. Abends baden und Haare waschen. Geht nicht. Mit nassen Haaren ins Bett. Geht nicht. Haare im Winter ohne Föhnen. Geht nicht. Chips essen. Geht nicht. Nachts aufbleiben. Geht nicht. Beim Frisör bin ich eingeschlafen, obwohl sie zu zweit an mir dran waren, er und seine Frau. Lustig, die zwei. Ich schlafe ganz still und leise und habe einfach die Augen zu. Und bin wirklich weg.

Zudem wurde ich eingeladen auf eine Spritztour durch Schweinfurt. Schweinfurt hat, obwohl leider total zerbombt worden, eine sehr hübsche Altstadt und noch alte Villen, Hinterhöfe, frühere Latein-Schulen, Kirchen, ein schönes Rathaus (1397, 1555, 1570-72), Friedrich Rückert- Denkmal. Es gibt sogar eine fränkische Bachlinie (Kantor Georg Christoph Bach, gestorben 1697). Das älteste Bauwerk, ev. St. Johannis, 12. Jahrhundert, besitzt ein wunderschönes Altarbild von Adolf Kleemann. Die Kirche ist hell, barocke Kanzel von 1694, Steinmeyer Orgel, vielfach verändert und zerstört worden. Sehr schön auch die ev. St. Salvator, mit dem Wetterengel oben: Bläst die Engelsposaune in die Stadt, gibt es gutes Wetter. Bläst die Engelsposaune aus der Stadt (dreht sich also der goldene Engel), gibt es schlechtes Wetter.

Hier im schönen unterfränkischen Schweinfurt bei Würzburg: Älteste bekannte Orgel in St. Johannis von 1570, von Hermann Raphael Rottenstein aus Zwickau. 1662 wurde sie abgelöst von einer Orgel von Matthias Tretzscher aus Kulmbach mit schönem, barockem Prospekt. 1867 komplett erneut durch Steinmeyer. 1911 gab es eine zweite Steinmeyer-Orgel, mit Rokoko-Prospekt aus Rothenfels am Main, nun auf der südlichen Querhausempore. Diese Orgel wurde im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt. Im Turm unter und neben der Uhr sind noch immer die Bombenkugeln-Einschlagslöcher zu sehen. So gab es 1951 eine dritte Steinmeyer-Orgel, die 1992 restauriert und vergrößert wurde.

Es war alles wie ausgestorben. Wir liefen an der alten Burgmauer entlang, am unteren Wall, am Main. Besuchten den alten schönen Schrotturm. Die Leute sagen: Wir sind zuerst in Unterfranken, dann in Bayern, dann erst in Deutschland. Warum ich so „preußisch hochdeutsch“ reden würde und nicht fränkisch? Hm. Ich kann schon. Aber meine Eltern sind ja keine Franken.

Wir besuchten auch ein Antiquariat. Es riecht dort so wundervoll nach alten Büchern. Ich liebe die Insel-Taschenbücher mit den bunten Rücken.
Am Ende waren wir viele Stunden im Georg Schäfer Museum. Hier habe ich mal vor Jahren gespielt am Flügel. Der steht noch da.
Das Museum ist toll. Es war 2+ oder geboostert. Wir haben den Test gemacht. Für Kunst schon.

Wir waren in der genialen Ausstellung über frühe Fotografie, genauer über Daguerreotypie. Der Franzose Louis Daguerre, 1851 gestorben, war ein interessanter Künstler, der herausfand, wie man Fotografie festhalten, also tatsächlich fixieren konnte. Vor dem Tageslicht retten. Er war zudem ein sehr guter Maler, aus armen Verhältnissen stammend. Er starb als sehr reicher Mensch. Diese alten Fotografien sind alle Kunstwerke. Wunderbar fand ich „Streetlife in London“ von John Thomson (Fotoserie), wie er das reale Leben abfotografierte als einer der ersten, Armut.
Es gab auch zwei wunderbare Malerinnen (ich suche immer nach weiblichen Namen). In dieser Zeit durften Frauen ja gar nicht lernen und malen. Daher findet man nur weibliche Ausnahmetalente. Nicht, dass es nicht genug weibliches Talent gab. Aber sie wurden beraubt und kleingehalten. Wie willst du mithalten können, wenn du das Handwerk nicht lernen darfst? Bin ich deswegen so sehnsüchtig, alles zu lernen, weil ich die Sehnsucht all dieser verflossenen Frauen in mir spüre, die beraubt worden sind?
Wie hätte ich ohne Wissen Organistin werden können? Talent alleine reicht nicht. Diese weiblichen Ausnahmetalente sind deswegen aussergewöhnlich, weil sie die Kraft hatten, sich gegen die Beraubung zu stellen. Das ist eine Extra-Gabe, zusätzlich zur Kunst. Manchmal muss dafür ein hoher Preis gezahlt werden. Diese Ausnahmetalente in dieser Show waren die wunderbaren Malerinnen Angelika Weiß (1797-1876, Kempten) und die Schweizerin Angelika Kauffmann (1741-1807) und Gabriele Münter (1877-1962, Berlin).

Meine Sache ist das Sehen, das Malen und Zeichnen, nicht das Reden. (Gabriele Münter, 1952)

Eine wunderbare Malerin (1877-1962). Sie hat lange gelebt in dieser Zeit. Die Fotos, wie die mit ihren Malsachen um 1900 herumläuft, finde ich berührend. Ihre Gemälde sind bunt und klagend. Sie lernte privat, war aus reichem Hause, lebte in Dänemark, Bayern und Berlin und war verlobt mit Kandinsky. Dadurch war sie im Netzwerk involviert (die Künstler des Blauen Reiters), auch mit der Malerin Lulu Lazard.

Kunst der Fuge:

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Neu: Das letzte Video aus der spanischen Serie:

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Bach Fuga g-Moll

Standesämter gehen mit der Zeit: „Hiermit erkläre ich euch zu Person und Person.“ (Czech/Domzalski)

Heute erinnere ich an Sasha Waltz, Tänzerin – mit dem passenden Namen. Sie war für Gleichheit und Mitgefühl.

Hautarztcheck – TÜV ohne Mängel, sagte sie. 🙂

Daniel hat seiner Frau Annalena Baerbock zuliebe, um ihre Karriere zu unterstützen, seinen Job aufgegeben. Endlich mal anders herum. Schön. Das ermutigt mich.

Sehr gut in The Chosen ist das Weihnachts-Special: The Shepherd. Der Hirte. Es ist fast unmöglich, das anzusehen und nicht voll Anbetung zu sein. Es ist sehr geschickt und sensibel gemacht. Es geht um die Geburt Jesu.

Die Komponistinnen Sabine Lepsius und Louise Adolpha Le Beau (1850 geboren) bewundere ich, die in ihrer Lebenszeit komponierten und als Pianistinnen öffentlich auftraten, als Männer Frauen offiziell nicht in ihre Komponisten-Reihen aufnahmen (heute inoffiziell), die dennoch viele Symphonien komponierten. Emilie Mayer nahm die herablassende und gönnerhafte Kritik, “ihre Stücke seien gar so übel nicht”, mit Gleichmut hin und ging ihren Weg weiter. Solche Kritik kenne ich auch. Mit der Gleichmut allerdings hapert es bei mir.

Da Frauen Komposition nicht studieren durften, hatte Emilie Mayer Privatunterricht bei Carl Loewe genommen. Louise Adolpha nahm Privatunterricht, bei Joseph Rheinberger – der eigentlich nichts von komponierenden Frauen hielt; daher endete diese Beziehung letztendlich in einem Zerwürfnis. Das kenne ich auch. Louise Adolpha (schöner Name) lernte auf ihren Konzertreisen Liszt und Brahms kennen.
Selbst Malerei zu studieren war Frauen lange Zeit verboten, bis 1919. Jedoch die Komposition schien der schwerwiegendste Punkt des Verbots zu sein, was in vielen Frauen eine Opposition gegen die von Männern aufgestellte Ordnung aufsteigen ließ bis heute. Das traditionelle Frauenbild (schon damals schrieb man “die Dame” und “Fräulein” – das kenne ich auch, 2021) reichte so weit, dass der überhebliche Musikkritiker Wilhelm Tappert (oho, wir haben ihn schon kennengelernt) in der Allgemeinen Deutschen Musik-Zeitung 1880 ernsthaft über “Frl. Louise Adolpha” meinte, “die Mutter Natur (?) würde für gewöhnlich nicht so viel musikschaffende Töchter hervorbringen. Würden nicht viele Männer schlechte Musik schreiben, würde ich mein Lob in die Worte kleiden: Sie komponiert wie ein Mann.”

Weiter faselt er über die Schöpferkraft des Mannes. Louise Adolpha gründete bald darauf eine Musikschule für Mädchen und Frauen, Emilie hatte 8 Symphonien komponiert.

Nur ein Privatleben führen heißt, in einem Zustand leben, in dem man der Wirklichkeit, die durch das Gesehen- und Gehörtwerden entsteht, beraubt wird und der Möglichkeit, etwas zu leisten, das beständiger ist als das Leben. (Hannah Arendt, 2016)

Dies bedeutet, dass Frauen jahrhundertelang von Männern beraubt und zu einem Privatleben gezwungen wurden. Und ja, auch heute – wehe, eine Frau verlässt ihr Privatleben im großen Stil. Wehe, sie will gehört, gelesen und gesehen werden.

Neu: Neue Registrierung Bach a-Moll 543

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Bach a-Moll 543

28. Dezember 2021

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Fehler machen erst erfolgreich. (AHS)

Oben: Mayer-Klais-Orgel Basilika Saarbrücken

Heute erinnere ich an Julia Hill, Umweltaktivistin, die mit ihrem Körper schützte, was sie konnte und was ihr wichtig war.

Ich übe Sigfrid Karg-Elert. Seine Musik wurde als angeblich jüdische lange Zeit eliminiert. Er war wie ich ein Jahr Klavierlehrer am Magdeburger Konservatorium. Offenbar hat es ihm da auch nicht sehr gefallen, mir auch nicht. Durch die ideologische Orgelbewegung hatte Karg-Elert mit seiner sinnlichen Tonsprache Schaden. Das tut mir sehr leid für ihn. Warum nur haben es manche Künstler so schwer? Die Orgelbewegung hat der deutschen Orgelwelt ebenso geschadet. Karg-Elert und andere ließen lange Zeit die Orgel links liegen. Menschen schaden sich leider gegenseitig.

Ich hätte nicht gedacht, dass ein Harmonium, gut gespielt und ein schönes, zweimanualiges Kunstharmonium, so gut klingen kann. Es hat so etwas Klagendes, „Altes“ im guten Sinne, etwas Weiches, Romantisches.

Es ist traurig, wie Männer komponierenden Frauen das Leben schwer gemacht haben bis heute. Kein Vergleich hier mit allen Schwierigkeiten, die künstlerische Männer hatten. Da ist das Leben von Karg-Elert etc. noch ein Zuckerlecken dagegen. Und zwar spreche ich hier von akademischen Männern ab dem 17. und besonders dem 18. Jahrhundert, von Theologen, Philosophen, Kritikern in Musikzeitungen, Historikern, Juristen, Medizinern, Musikwissenschaftlern; sie versuchten, die “Frauenfrage” lächerlich zu machen, als sich Frauen ab 1850 zu wehren begannen. Ein Prof. Heinrich von Treitschke schrieb, das “zweite Geschlecht dürfe nicht studieren” und ” die germanischen Vorfahren seien von gesundem Sinne, wenn sie Frauen von der Regierung ausschlossen”. Prof. Heinrich von Sybel schrieb, “die Frau sei im häuslichen Leben aktiv, der Mann habe seine Domäne in der weiten Welt da draußen, in der Wissenschaft, der Rechtsordnung, dem Staat.” In solchen Aussagen sehe ich der Kern unserer bis heute frauenfeindlichen Gesetze. Ein Dr. Hermann Zopff schrieb, dass sich “Frauen nicht zu so hervorragenden Leistungen aufzuschwingen vermochten in der Komposition wie in anderen Künsten.” Wie auch, wenn es ihnen verboten war? Diese Namen dieser sogenannten Gelehrten möchte ich hier lächerlich machen, so wie sie Frauen lächerlich gemacht haben, die wie Emilie Mayer in dieser Zeit Komponistinnen waren. Auch heute noch nennen sogenannte Professoren Frauen “begabt”, wenn sie bereits Künstlerinnen sind und künstlerischer als sie selbst.” Begabt” ist so gerade das Äußerste, was eine Frau sein darf. John Stuart Mill aus England jedoch half den Frauen, weil er seine Frau Harriet liebte, und er schrieb 1869 “Subjection of Women” (Die Unterwerfung von Frauen, Neuausgabe 2012, ich lese es). Gesegnet seien alle Männer, die Frauen helfen, aus was für Gründen auch immer. Ich rate allen Frauen, sich mit solchen Dingen zu beschäftigen, um die Zusammenhänge der Geschlechterpolarität bis heute zu verstehen. Sehr hilfreich ist hier das neue Buch “Emilie Mayer” von Dr. Barbara Beuys, 2021, Historikerin.

Frau braucht geradezu ein eisernes, unbeugsames Wollen in einer Männerwelt, vor allem in der Komposition. Es ist sicher kein Zufall, dass die Musik nicht “der Musik” heißt. Dass die Kunst nicht “der Kunst” heißt. Dass sie weiblich sind.

The Chosen Staffel 2 etc. gibt es bereits auf Englisch auf der App. Der Dialekt wirkt zwar etwas künstlich und gestelzt auf mich. Aber die Art und Weise, wie die Gleichnisse und das Evangelium durch neue Seiten, Zusammenhänge und Perspektiven gezeigt wird, ist hervorragend gelungen, zum Beispiel „Der barmherzige Samariter“, aus der Sicht eines der Verbrecher berichtet. Es sind definitiv Gläubige, die die Bibel kennen und atmen, die diese Serie hergestellt haben. Heute habe ich gelernt, Staffel 2 Teil 1, dass Jesus nicht das gebracht hat, was alle erwartet hatten vom Messias. Das war das Problem. Ist es oft bis heute. Und dass seine größte Gabe nicht die der Heilung ist, obwohl die allein schon pur Gott und unfassbar ist – sondern die der Vergebung und Versöhnung, die noch viel unbegreiflicher und sogar noch größer ist. Hervorragend gelungen ist auch, dass bisher nicht die Spur von Frauenabwertung zu bemerken ist (ich bin da ja ein sehr empfindlicher Gradmesser (ich hatte mir da schon Sorgen gemacht), wenn ich das also sage, bedeutet das was), und dass ein insgesamt großer biblischer Zusammenhang und Bezug aller Evangelien (und deren Abweichungen) bis zum Anfang und zum AT gemacht wird. Wo sind solche Predigten in den Kirchen zu hören? Ich kann das nicht anschauen, ohne von Jesus bewegt zu sein. Ich befürchte, Jesus ist der einzige und erste Mann auf Erden, der Frauen wirklich liebte und achtete. Er ist so anderes als alle anderen Männer. Wenn Gott so ist, dann ist es schon mal gut bei ihm im Himmel. Ich vermisse ihn.

Neu: Beckerath Orgel:

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Neu: Orgel-Information:

Beckerath Orgel St. Johannis Würzburg

Obwohl ich ernste Kunst mag, bin ich im normalen Leben (drumherum um die ernste Kunst) sehr gern lustig. Humor ist Intelligenz. (AHS)

Oben: St. Paul ev. Würzburg Heidingsfeld

Heute redeten wir über meine neue CD, die bald herauskommen wird. In meinen Werken, in meinen Kompositionen ist die Form (den Deutschen besonders wichtig, so wie Regeln, Liturgie usw.) das Konzept, das ich habe. Das Klangkonzept. Mein Ideen-Konzept. Die vielen kreativen Türen, die ich bereits am Anfang meiner Werke öffne, habe ich während der Komposition nicht vergessen. Ich verarbeite sie aber nicht nach typischen Regeln. Ich finde sie wieder, da haben die Zuhörer die Türen vielleicht wieder vergessen. Warum sollte ich Themen, Motive oder Türen so verarbeiten, wie man es bereits kennt? Ich tanze zu ihnen zurück, jongliere mit ihnen. Reiße sie auf. Oder ab. Und wo steht, dass ich überhaupt zu ihnen zurückkehren muss?
Wer sagt, dass etwas so oder so eine Form zu sein hat, um nicht beliebig zu sein? Und wo steht, das die, die regelkonform spielen können, Komponisten werden? Ein Konzept zu haben bedeutet also nicht, keine Form zu haben. Bei mir sieht die musikalische Form einfach anders aus. Und zwar ganz bewusst.

Es ist mir jedoch wichtig, dass meine Werke Tiefe haben.

Heute gab es Ente und Käsekuchen und Die kleine Farm und sogar etwas Schnee. Ich höre Franz Xaver Schnizer. Sehr nett. Nice. Mozartlike.

Bärbl Kehrer aus Stuttgart ist bis heute zu geizig, meine sechsstündige Probe für die Kulturenmühle Stuttgart zu bezahlen. Man muss sich mal vorstellen, dass diese Frau einer Profimusikerin wie mir nicht mal die Fahrt bezahlen will und eine sechsstündige erste Probe als “Kennenlernen” bezeichnet. Und diese beziehen noch „Künstlerhilfe“ und Neustarthilfe etc., wollen aber andere Künstlerinnen nicht bezahlen und nutzen sie aus. Der Grund ist, dass ich keine Zeit und Kraft habe, solche Shows weiter zu begleiten, auch wenn sie ganz nett sind. Zudem musste ich dauernd nach dem Vertrag fragen. Hier sieht man deutlich, dass auch Frauen sehr frauenfeindlich sein können.

Neu: Hamburg (Master-Prüfung):

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Chopin Hamburg

Weihnachten 2021

Neu: Orgel-Information Saarbrücken:

26. Dezember 2021

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Sei tapfer und habe keine Angst davor, Fehler zu machen. (Peggy Porschen)

Oben: Floradomie

Heute habe ich den Weihnachts-Gottesdienst verpasst. 

Aber dafür spielte ich Alt-Blockflöte mit Thomas am Flügel:
Valentin Rathgeber, Weihnachts-Pastorellen. Und wir haben daheim privat Andacht gefeiert zu dritt und dreistimmig alle Weihnachtslieder aus dem EG gesungen. Auch von Jochen Klepper. Und „er schleußt“.. 

Wichtig: Adventslieder dürfen hierbei nicht dabei sein. Die Liturgik muss bis exakt auf die Sekunde eingehalten werden.

Von The Chosen Staffel 1 haben wir weitere Teile gesehen. Ich habe die ganze Staffel 1 gesehen. Es ist doch sehr zu empfehlen. Ich musste weinen. Jesus ist hervorragend besetzt. Das Treffen mit Nikodemus. Die Frau am Brunnen, die Samariterin. Maria von Magdala gehört mit zu den Jüngern. Jesus ist durchweg extrem gut zu Frauen. Die Pharisäer erinnern mich an die Hater. Hatisäer. Pharitäer. Hatis. Wunderschön ist der Teil Hochzeit zu Kanaan. Ich bin am meisten berührt, dass Jesus seine unfassbaren Gaben der Heilung so bewusst für sich behielt, bis seine Zeit kam. Das ist – unglaubliche Selbstdisziplin. Und noch etwas: Alle Gaben, die Jesus einsetzte (und wer hatte Gaben wie er?), setzte er ausnahmslos für die Liebe ein. Nie für Anerkennung. Immer für Beziehung. Ohne Spektakel. Das ist nicht Bescheidenheit. Das ist viel mehr. Das ist … ja, was ist das? Bitte schreibt mir, was ihr denkt.
Das ist Größe, glaube ich. 
Das ist Kraft. Das ist Identität. Souveränität. Unabhängigkeit. Das ist Gott. Das kann nur Gott.

Ich lese (über) Jochen Klepper. Er hat wirklich geliebt. Eine Frau, die älter und Jüdin war und daher eine Menge Ärger brachte aufgrund der Nazis. (Die meisten Männer wollen gern eine jüngere Frau, die keinen Ärger macht.) Sie soll eine schöne, kleine und recht reiche Frau gewesen sein. Er war ganz anders, wohl sehr gutmütig und weich und eher ängstlich und fühlte sich schon zuvor zu älteren Frauen hingezogen.
Jochen Klepper hatte eine sehr schwere klinische psychische Krise. Ich glaube, viele sensible und begabte Menschen haben solche oder ähnliche Krisen, in denen sie nicht mehr wissen, wer sie sind. In der sie an sich und ihren eigenen Ansprüchen (ver)zweifeln, am Leben, an ihrem Ehrgeiz und Verlangen. In dieser Zeit brach der Hochbegabte sein Theologiestudium ab, worunter er sein Leben lang litt. Die „Wunde seines gescheiterten Studiums“. Aber er wollte Autor werden, Künstler. Krise ist immer Durchbruch. Ich sehe mich wie er auch als künstlerisch-literarische Journalistin. Und alle künstlerischen Menschen schreiben Tagebuch, weil sie innerlich so voll sind. Wir versuchen, eine ureigene Linie einzuhalten. Wir unterstellen unseren künstlerischen Beruf in dieser Welt und damit auch das Finanzielle Gott. Von Kunst zu leben verändert die Persönlichkeit. Klepper wurde mit „Der Vater“ Bestsellerautor, seinem einzigen vollendeten Roman. Zuvor gab es viele Krisen und Achterbahnfahrten.

Poesie hat eine Hauptmotivation: Zu trösten.

Seinen Selbstmord finde ich trotzdem problematisch, vor allem den des jungen Mädchens – war sie nicht zu retten gewesen? Auf der anderen Seite war diese Zeit wohl so unvorstellbar schlimm. Dennoch: Die Entscheidung, die Bonhoeffer traf, war die christlichere und wesentlich schwerere Wahl, die Jesus-like-Wahl.

Peggy (siehe Zitat) war Bäckerin. Fehler machen einen erst erfolgreich. Sonst wird man sich nie etwas trauen.
Heute erinnere ich an Zeruya Shalev, israelische Autorin. Sie schreibt, dass der Mensch sich vor der “großen, romantischen Liebe” besser schützt. Ob das stimmt? Gott ist, seine Liebe ist eine große Liebe, die viel mehr als nur romantisch, die echt, mächtig und gut ist. 

Empfehlen kann ich Frau Ella – auch wenn dieser romantische Film sehr unrealistisch ist. Außerdem heute: Rosenkohl. Eierlikör. Kakis.


Neu: Bachs Schübler Choräle:

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Schübler

Umarme deine Verrücktheit. (Cara Delevingne)

Gott tut das auch.

Der Weihnachtsgottesdienst fand im Freien statt, und es regnete in Strömen, aber es war schön, mit Kerze und Feuer im Regen. Dafür durften alle singen. Und der arme Thomas musste E-Piano ohne Pedal spielen (es klemmte). Aber die Kinder haben trotzdem wunderbar Krippe gespielt, ich war früher Engel und auch Maria.
Dann Raclette, Bescherung, sahen Die Weihnachtsgans Auguste ❤️ (DDR-made) und The Chosen – die neue englische Serie über das Evangelium (7 Staffeln), zu der es auch eine App gibt. Es ist nicht schlecht, aber es stört mich, dass die Jünger alle wie Models aussehen und manches sehr klischeehaft dargestellt wird. Natürlich ist auch vieles erfunden. Doch immer, wenn eine Wahrheit, also Jesus drin vorkommt (Heilung, der Charakter Jesu usw.), ist es sehr berührend. Es gibt es auch in Deutsch.

Heute habe ich für meine Studien der Diss auch über das AG (absolutes Gehör) gelesen. Ich habe ein sogenanntes klangfarbenorientiertes AG, das heißt, es ist von Klangfarben abhängig, in meinem Fall von Tasteninstrumenten, von Klavier und Orgel. Alle anderen Klangfarben (zB Gesang) kann ich laut Wissenschaft ebenfalls absolut hören, jedoch manchmal mit einer Fehlerquote von einem Halbton, maximal Ganzton (partielles AG). Ich persönliche finde, dass das absolute Tonbewusstsein auch von persönlicher Laune und Stimmung abhängt und ob ich vorher Musik gehört oder gespielt habe. Habe ich vorher Musik gehört/gespielt, habe ich ein AG in allen Klangfarben. Wenn ich müde und hungrig bin, bin ich in allem schlechter und durchaus auch mit meinem AG.
Ich habe den Eindruck, dass ich mein absolutes Gehör ein- und ausschalten, also switchen, umdenken kann. Oft. Nicht immer. Manchmal ist es ein Hindernis, ein absolutes Gehör zu haben: Wenn Instrumente verstimmt oder anders gestimmt sind etc. Daher habe ich schon als Kind gelernt, es ausstellen zu können: Jedes Klavier hatte bei uns eine andere Tonhöhe. Da ist ein relatives Gehör wichtig. (Wenn ich gestresst bin, gelingt das nicht so gut.) Tatsache ist, dass bei mir Synästhesien (Farb-Assoziationen) dazu kommen. Ich gehe davon aus, dass auch Bach ein AG hatte und ebenfalls Synästhetiker war. Ich denke, dass das AG genetisch bedingt ist, auch mit Synapsenbildung im Mutterbauch und in den ersten Lebensjahren zu tun hat und  eine Gottesgabe ist. Das AG ist ein Hinweis für Gabenkombinationen; Merkfähigkeiten, Blattsingen, innere Klangvorstellungen… Komposition. Schon immer waren Komponisten auch Autoren. Damals hatten sie Tagebücher, heute bloggen sie.

Heute gibt es auch viele (informelle) Subtypen des AG. Interessant: Eine männerseitige Häufung des AG, von 1946, konnten neue Studien nicht bestätigen.

Bedenklich finde ich, dass „Musikalität“ ein Fach-Terminus ist, denn – gibt es wirklich unmusikalische Menschen? Viele sagen Ja. Ist Musikalität nicht eher ein Konstrukt? Gut, das Bedürfnis nach Musik, Fähigkeiten, Erlebnisfähigkeit… da gibt es massive Abstufungen. Und Genialität ist auch ein anderer Punkt. Immerhin gibt es ja nicht den Terminus „Unmusikalität“. ☺️

Heute erinnere ich an Dore Jacobs, Bewegungspädagogin, und Beth Chatto, britische Gärtnerin, die genauso wie ich glaubt, dass Pflanzen und Blumen Vorlieben haben, so wie Menschen. Ich weiß meistens, wo meine Pflanzen am liebsten stehen. Ich habe eine Aloe Vera, die hasst es, draußen zu stehen. Sofort hängen ihre Blätter. Innen wird sie wieder hellgrün und hebt sich. Das liegt daran, dass sie einmal von zu viel Regenwasser abgeschreckt wurde.

Empfehlen kann ich den Film „Kurzer Prozeß“. Wenn ich ein Mann kurz sein wollen würde – dann um diese Art Männerfreundschaft zu erleben. 

Es stimmt schon, ich kann es nicht jedem Recht machen. Sich von kuscheligen Gedanken trennen, von allen Zustimmung und Verständnis zu bekommen, ist nicht leicht. Manche Menschen sind noch nicht mal in ihrer eigenen Branche professionell, taktvoll und fair, geschweige denn im Bereich Musik, der für die meisten der Gesellschaften nur Hobby ist.

Eine öffentliche Person hat eine Führungsaufgabe. Da ich weiß, wie katastrophal viele Menschen führen, möchte ich anders führen. Frauen äußern Kritik oft diplomatisch, kämpfen nicht ums Rechthaben und halten sich mit Selbstdarstellung zurück. Daher sind Männer bei mir sehr irritiert. Ich halte es aber aufgrund der Falschheit vieler dummer Menschen für extrem wichtig, Standards zu ändern.

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