22. November 2022: Meine Seele brennt instrumental. (AHS)
Sei eine Pionierin und folge deinem Herzen. (Sau Lan Wu, Physikerin) Heute erinnere ich an Betty Shabazz, die betont, dass Menschen zu sehr der Angst frönen.
Foto: Sandtner Orgel Augsburg
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Klaßmeyer Orgel Laggenbeck (Klassmeyer)
Freikirchen
Ich wurde gefragt, was ich von Freikirchen halte. Natürlich habe ich dort sehr viel gelernt. Und es gibt soo viele verschiedene, kleine, große, viele von der Außenwelt kaum beachtet. Dennoch haben die Freikirchen, in denen ich war, viele zusätzliche Gesetze und Regeln, die so wichtig wie die Bibel erschienen, viele ungeschriebene Gesetze, und es ist meist leider männerdominiert und konservativ. Es ist ein geschlossener Kreis, in dem paradoxerweise dennoch dauernd über Mission geredet wird.
Mir haben die Regeln anfangs Halt gegeben, aber später fühlte ich mich eingeengt und kontrolliert. Die Machtstrukturen sind verborgen und stark. Es gibt Cliquenbildungen, Grüppchen und viel Irrglaube. „Habe ich jetzt nicht genug gebetet, Herr, oder warum regnet es heute bei unserem Ausflug?“
Da die Pastoren im Grunde letztendlich von Mitgliedern bezahlt werden, scheinen die Abhängigkeiten dieser von den mehr zahlenden Mitgliedern (Ärzten, Lehrern usw.) groß. Diese Mitglieder sind dann auch ständig in Leitungsgremien zu finden und bestimmen Klima und Richtung. Geld spielt in Freikirchen eine viel größere Rolle, als es je nach außen gesagt wird.
„Jesus“ wird inflationär benutzt, und Manipulation ist versteckt, besonders durch Gebet, “Lobpreis“ und Musikstil. Ich habe das alles lange nicht verstehen wollen. Frauen sind gern untergeordnet – auch wenn das zumindest etwas moderner geworden ist.
Am gefährlichsten, besonders was die Machtstrukturen angeht, fand ich die Citychurch in Würzburg. Das gesamte Leben spielte sich für uns nur noch rund um die Citychurch ab, von aussen easy wie ein bunter Luftballon voll lieber “Unschuldiger“, aber er zerplatzte bald.
Die Bubble war wie eine riesige, private Blase, eine kindische Schulklasse, mit Beliebten und Unbeliebten, Klassenclows und Klassensprechern, Rising Stars und Dauer-Stars, Lästern, Show, Flirten, Vorurteile, Gerüchteküche, Konkurrenz und Haß – weltlicher als jeder Club, und als ich anfing, Abhängigkeiten zu kritisieren und Manipulationen zu erkennen, stieß ich auf enormen Widerstand.
Mit Jesus, Liebe und dem Evangelium hatte das Ganze für mich bald nichts mehr zu tun. Am Schluss war ich total geschockt, gebrainwashed, traumatisiert und verwirrt. Je sensibler und begabter und hinterfragender du bist, desto gefährlicher finde ich so eine Gruppe.
Aberglauben habe ich auch erlebt, beispielsweise im Umgang mit den „Losungen“, wie Horoskope gehandelt, und mit “Worshipliedern“ und dem Druck, die Landeskirche zu verlassen und auszutreten. Sowohl die katholische als auch die evangelische Landeskirche schienen nicht gut genug und „abgefallen“.
Ignis wurde dort sehr gelobt – eine eher laienhafte, bedenkliche Initiative zur Analyse der Seele und der Psyche – geradezu hervorragend für jede Art der Manipulation einsetzbar.
Ich bin froh, zur Landeskirche zurückgekehrt zu sein, auch wenn diese sehr liberal ist im Vergleich…
Allgemein freikirchliche Literatur war meist entweder sehr streng (zB Watchman Nee, dem es darum geht, wie man ein „brauchbares“ Gefäß für Gott wird und durch massiven Zerbruch gehen muss) oder sehr gefühlsbetont nach dem Motto „Nimm ein Bad in der Liebe Gottes – was, wie bitte, was meinst du damit, du fühlst ihn nicht??“
Bücher und Meinungen dieser Art lagen aus. Wagte man, Gott in irgendeiner Art und Weise zu kritisieren, traten sofort Gottes zornige Verteidiger auf den Plan. Als ob Gott nicht sowieso weiß, was jeder Mensch denkt!
Das, was auf der Hand lag, wie Neid, Machtstreben, Bequemlichkeit, Geld, Lobby bei Leitern usw. wurde gar nicht diskutiert – aber „Befreiungsdienstler“ wurden ausgebildet, das Dunkle zu durchstöbern und Rebellische und Ungehorsame zu strafen oder „Dämonisierte“ zu befreien.
Was soll ich in einem Verein voll sehr von sich selbst überzeugten Gutmenschen, Labilen und Laien, humanistisch angehaucht, weiter entfernt von der Bibel als ein säkularer Kegelverein?
Doch dennoch schrieb ich meine ersten christlichen Lieder und fing an, mich in die Orgel zu verlieben. Vllt wäre das sonst nie passiert..

Schloss Langenselbold

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