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15. März 2020

As an organist, practicing “social isolation” feels remarkably the same as ever. (Michael T.C. Hey)

So true. Und der lustigste facebook-Spruch so far. Das Wort remarkably gefällt mir hier besonders. Das gilt für PianistInnen natürlich genauso. Auch wenn ansonsten alles verrückt ist, lache ich mich über solche Dinge schlapp.

Der Klavier-Wettbewerb in Frankfurt heute in der Musterschule als Jurorin war sehr interessant, wenn auch anstrengend, 8-21 Uhr.

Es ist leider so, dass in Wettbewerben Politik eine viel zu große Dimension einnimmt. Männer sind sehr daran interessiert, Jungs mit Sonderpreisen zu versehen, vor allem dann, wenn Mädchen gewinnen. Da gewinnt ein Mädchen mit Höchstpunktzahl aufgrund einer hervorragenden Beethoven-Leistung, aber es wird dennoch ein “Beethoven-Preis” aus dem Hut gezaubert und jemand anderem gegeben, damit dieser “nicht zu kurz kommt”. (“Das Mädchen hat ja schon einen 1. Preis, sie wird schon genug Größe haben, ihm das zu gönnen.” (Zitat) Wenn ich nicht dabei gewesen wäre, wäre es sicher noch viel drastischer dazu gekommen, Jungs zu bevorzugen. Besonders laute Showoff-Stücke wurden überdimensional bepunktet. Ich war die einzige aktive Pianistin in der Jury. Es wurde sich nie darüber Gedanken gemacht, einem Mädchen einen Sonderpreis zu geben. Obwohl ich gelernt habe, dass man sich nicht darauf verlassen kann, bei der Förderung von Frauen andere Frauen mit im Boot zu haben (im Gegenteil, manche Frauen sind fixiert darauf, Männern zu gefallen), habe ich beschlossen, mit der Förderung von Mädchen und Frauen nicht nachzulassen. Auch wenn ich noch nicht genau weiß, wie dies aussehen wird. Ansonsten waren alle jungen Musikerinnen und Musiker heute beachtlich. Ich denke, Frauen und Männer mit Söhnen wollen Mädchen und Frauen nichts gönnen. Und Männer, die in der Schule Lehrerinnen hatten, von denen sie sich unterdrückt fühlten. Man kann sich nun genau vorstellen, wie es in (Orgel)wettbewerben wie ISAM und Wiesbaden etc. zugeht, in denen nur Männer in der Jury sitzen bzw. eine Frau (die meist eine ist, die Männern gefallen möchte, um beliebt zu sein, sonst wäre sie nicht ausgewählt worden, oder eine, die schweigt und lächelt), oder in denen Lohmann, Essl etc. in der Jury sitzen, die meist ihre eigenen Schüler gewinnen lassen und die es überhaupt nicht stört, dass in den Eignungsprüfungen und Wettbewerben nur Männer in der Jury sitzen und hauptsächlich Männer gewinnen. 

Dieses Stück wurde in der letzten Kategorie auch gespielt: 

 

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