Startseite Nach oben

Tur Blogg

5. Juli 2022: Insel Koos, Kooser See und Wampener Riff

Foto: Gerhard Orgel

Tadeln können die Toren. Bessermachen nicht. Langbein 1788. Das ist auch heute so. Heute erinnere ich an die Greifswalderin Luise Greger geb. Sumpf, lyrische Tondichterin, und an Sophia Dorothea Soldmann, die eine Stiftung zum Schutz unverheirateter Frauen gründete.

Ich liebe es zu baden, und auch herumzuplanschen. Leider mag ich Sonnencreme nicht so gern, denn sie riecht zwar süß, obersüßlich, aber hat scharfe Stoffe drin und brennt in den Augen. Sonnencreme ist Stress für die Haut.

August, der Welpe, weckt mich mit seinem Gequietsche unten im Garten. Wir sitzen dann mit den duftenden Petunien auf dem Balkon und hören die Möwen. Ich liebe ja Fisch, Krabben, Muscheln, wie meine Mutter, aber Hering mag ich nicht. Das schmeckt so sauer.

Ostsee und Nordsee

Man darf die verschiedenen Inseln nicht miteinander verwechseln: Nah an Heiligenhafen (ebenfalls an der Ostsee) ist Fehmarn (Puttgarden), weiter unten kommt die Mecklenburger Bucht. Die Inseln, die zu Greifswald gehören, heißen Rügen, Hiddensee und Usedom. Die Insel, die zu Emden und Rysum “gehört”, heißt Borkum, allerdings an der Nordsee. Und da sind auch die wunderschönen ostfriesischen Inseln meiner Kindheit, Langeoog etc., über Bensersiel zu erreichen. Ist es nicht schön, dass alles, was etwas bergig ist in Vorpommern (vieles ist ja sehr schön flach) gleich “Schweiz” heißt?

Sonnencreme

Übrigens: Wusstet ihr, dass Sonnencreme schon nach einem Jahr keinerlei Lichtschutzfaktor mehr hat und sogar giftig werden kann? Egal, welche Marke. Weg damit. Am besten einen Stick kaufen, oder kleine Proben, die man nicht insgesamt öffnen muss und die sich nicht aufheizen, und dann damit oder mit einem Stick um die Augen herum. Denn bei mir ist vor allem das Gesicht / Nacken / Schultern gefährdet. Alles andere wird ganz nett braun. Übrigens, der Krimi “Weinschröter, du musst hängen” ist eine Art von Krimi, von Doris Gercke, deren Stil für mich eigenartig faszinierend und fremd ist.

Ich mag gern Frontal-Unterricht in allen künstlerischen Fächern. Man bleibt dann eher bei der Sache auf beiden Seiten. Gesang, Kammermusik und liberal-akademische Theologie.

Youtube AHS

You are currently viewing a placeholder content from YouTube. To access the actual content, click the button below. Please note that doing so will share data with third-party providers.

More Information

4. Juli 2022: Eldena, Wieck, Lubmin, Wampen, Neuenkirchen, Kemnitz

Foto: Gerhard (bzw. Gerhardt) Orgel

Ich erinnere an Anna Christina Ehrenfried von Balthasar, eine der wenigen Frauen damals mit akademischem Titel.

Lubmin

Gestern waren wir in Lubmin, eine kleine Stadt in Pommern, mit weichem Sandstrand, zum Sonnenuntergang, umsäumt vom Kiefernwald und von Dünen und Heideröschen. Gegenüber sieht man den Süden Rügens. Es ist nicht das offene Meer, sondern der Bodden. Dadurch ist das Wasser zwar salziges Meerwasser der Ostsee, aber mild, auch bei “Flut”. Diese Flut wäre an der Nordsee nicht mal Ebbe. Es gibt einen Hundestrand und einen FKK-Strand (das war sehr “in” in der DDR, ein Hauch von Freiheit), eine süße Innenstadt mit Pizzeria und Eis, Dachhäuser, Finnhütten, Campingplätze, Reitplätze.

Der Kiefernwald duftet runter bis an den Strand. Als wir abends zum Sonnenuntergang hinwanderten, badeten wir mit Charlie, der viel Wasser trank und Algen aß und nicht allzu gut schwimmen kann. Glücklicherweise tummelten sich nur Hündinnen am Strand. Da noch Vorsaison ist, war es leer. Die Sonne ging unter und hinterließ auf dem Wasser eine goldene Strasse. Die Farben hier in Pommern sind wie silbrig blanke Seide. Das Meerwasser war warm und wir konnten baden, auch wenn das Wasser sehr flach war. Man muss sehr weit rausgehen, damit da Wasser irgendwann höher geht als bis zur Hüfte.

Wampen / Neuenkirchen

Dann besuchten wir am nächsten Abend den Strand in Wampen bei Neuenkirchen und genossen den einsamen Naturstrand, der versteckt in einem Naturschutzgebiet liegt: Vogelschutzgebiet “Insel Koos, Kooser See und Wampener Riff” und “Greifswalder Bodden, südlicher Strelasund”. Das Feld ist ca. 19 ha groß. Wilde Tiere, Vögel und Insekten sollen sich hier von den Badegästen erholen. Es blüht hier, duftet aber nicht wie in Korsika am Mittelmeer. Es gibt wahnsinnig viele Mücken (überall sonst scheinen Mücken ausgestorben zu sein).

Ich wurde als einzige zerstochen, da ich süßes Blut habe. Man muss einen kleinen Weg und dann durch Dickicht laufen, um zum geheimen Strand zu kommen. Die Pflanzen waren höher als ich. Schwalben fliegen in den Dünen und bauen dort ihre Nester. In den Dünen gibt es schwarze Löcher, in denen sie brüten. Die Farben zum Sonnenuntergang in Wampen waren noch intensiver wie in Lubmin. Es sieht fast unwirklich aus. Wie, als wäre man in einem Öl-Gemälde, in einem Gemälde von Monet.

Naturschutzgebiet Wampen

Es regnete in der Ferne, es gab Wolken und gleichzeitig ging die Sonne unter. Dadurch war der Himmel voll goldener, roter Wolken und jeder Zipfel des Himmels hatte eine andere Farbe dieser Mischung von Abendblau, Rot und Gold mit Strähnen von Regen, während die Wasseroberfläche dies alles widerspiegelte wie auf blanker, schimmriger Seide. Das Wasser war noch wärmer, aber sehr sehr flach. Man kann kilometerweit rausgehen gefühlt, und das Wasser bleibt bis zur Hüfte. Perfekt für Kinder, Flachwasserbereich. Die Mücken schwirren in Horden. Als Kind, bevor die Mücken ausstarben, war ich fast immer zerstochen. Der Strand liegt inmitten Salzwiesen. Es ist warm, ca. 29 Grad, aber immer angenehm windig. Wir fuhren auch durch Kemnitz durch – ja, mit K. Ein kleiner Ort in Pommern mit wunderschöner roter, ev. Dorfkirche, ebenso wie in Neuenkirchen.

Klosterruine Eldena

In Eldena spielte nachts die NDR-Bigband. Bei Jazz mag ich am meisten Big Band. Blech. Die große rote Ruine, ehemals Kloster, war wunderschön beleuchtet in allen Farben. In Eldena / Wieck (Wieck auf der anderen Seite der Holzklappbrücke) gibt es heißen Sandorn, Fischrestaurants, die berühmte Holzbrücke nach holländischem Stil. Man muss vom Museumshafen nur immer weiter dem Ryck folgen, dem Treidelpfad (4-5 km). Das Strandbad Elenda ist aber nicht sehr schön. In Wieck gibt es die Kirche Wieck, die evangelische Bugenhagenkirche. Der pommersche Reformator Bugenhagen ist hier sehr beliebt. Am Strandbad Eldena badeten wir in der Dänischen Wieck, eine Ausstülpung der Greifswalder Boddens. Süß ist die Bockwindmühle.

Museumshafen

Am Museumshafen gibt es den roten Fangenturm, in dem wirklich früher Leute eingesperrt wurden. Man muss hierzu den Hansering entlang. Hinter dem Bahnhof (mit den neuen Gewächshäusern, der Weg nach Groß Bisdorf) heißt es Fetten-Vorstadt. Ich wohne momentan in der 1a-Gegend von Greifswald, nah zum Falladahaus. Ich bin ganz schnell an der Europakreuzung und auf dem Münterwall. Die Platte der Stadt heißt Schönwalde. Die Platte in der DDR bekam immer die verlockendsten Namen. Am Museumshafen gibt es eine sogenannte Edelplatte.

Arboretum

Schön im Arboretum finde ich, dass die (exotischen) großen Tannen helle Spitzen haben. Ob daher die moderne Frisur kommt, dass Frauen die Spitzen ihrer langen Haare hell färben?

Neu:

You are currently viewing a placeholder content from YouTube. To access the actual content, click the button below. Please note that doing so will share data with third-party providers.

More Information

3. Juli 2022: Made in Germany?

Wenn uns keine andere Schuld trifft, so die der Lieblosigkeit. (Margarethe Lachmund)

Beherzt und mutig und sensibel sein, wie sie.

Foto: Rühlmann Orgel

Heute erinnere ich an Emilie Schomann, die erste Promovendin, Greifswalderin.

Neu: gelernt: Videos via Spalten, Datum suchen, einfügen auch oben. 

Tierpark Greifswald

Heute besuchte ich den Tierpark in Greifswald. Er ist sehr schön, kann ich empfehlen, ein guter Tiergarten mit frei laufenden Tieren. Man kann über den Wall oder den Graben (Grund) dorthin laufen. Beides ist ein hübscher Weg, grün, flach, perfekt für Radeln und Gassi, am Wasser grün vor Entengrütze. Im Tierpark gibt es alte Eichen, einen großen Teich, Störche, Waschbären, Streichelzoo, Biber, Wildschweine, Alpakas, kleine Affen, Erdmännchen, Pfaue und ein Vogelparadies.

Ich habe alle mit Kirschen und Wassermelone gefüttert. Es gibt auch ein Cafe. Im Streichelzoo hatte ich eine Tüte mit Ziegenfutter. Die Ziegen und Böcke erkannten das Rascheln der Tüte. Ich setzte mich mit der Tüte auf einen Stein. Das war ein Fehler. Die Tiere rotteten sich sofort zusammen, umrundeten mich und fielen über mich her, entrissen mir die Futtertüte und bekämpfen sich zu meinen Füßen. In Schock verließ ich den „Streichelzoo“. ☀️Diese Ziegen waren jedenfalls noch nie in der Ziegenschule. Danach spazierte ich über den Wall zum Arboretum. Das ist der Botanische Garten der Uni. Es gibt zwei Botanische Gärten in Greifswald, einen mit neuen Gewächshäusern hinter dem Bahnhof, und einen auf dem Unigelände, wo das Klinikum steht. Hier gibt es asiatische und nordamerikanische und mitteleuropäische Bäume. In schattigen Ecken stehen Bänke. Der Garten mit seinen Büschen und Moos-Sorten und Blüten wirkt exotisch, verwunschen, ein verborgener Ort. Leider hört man noch die Autogeräusche von draußen. Ich mag Autogeräusche immer weniger. Am schlimmsten finde ich den Lärm von Motorrädern. 

Arboretum Greifswald 

Charlie und ich spazierten heute allein zusammen, er hat mich akzeptiert. Es war dennoch spannend, da er ein Rüde nicht, nicht kastriert, und zudem etwas ängstlich. Wenn er andere Rüden sieht, muss ich vorsichtig sein, dass es nicht zu einem Krawall kommt. Aber ich habe gelernt, wie ich ihm Sicherheit geben kann. Viel mit ihm sprechen, nahe bei ihm sein, Leckerlis geben und andere Hundebesitzer meiden. Besonders wenn Hunde angeleint sind, muss man sie leider voneinander fern halten. Es gilt Leinenpflicht. Zudem hat Charlie manchmal die Angewohnheit, an Joggern und Radfahrerinnen hochzuspringen. Bei mir war er aber sehr brav. Man muss halt konzentriert sein. Bellen tut er nicht. Und er kennt die Wege besser als ich. Wenn ich abweiche, schaut er mich schüchtern und trotzig an. Wenn es aber ernst wäre, könnte ich ihn nicht halten. Er hat enorme Kraft, springt über Zäune und zieht. Später fuhr ich dann mit dem Radl die Wolgaster Straße entlang mit der roten Basil-Klingel mit den weißen Tupfern.

Ich mag Mecklenburg-Vorpommern und die Ostseeküste. Die Hansestädte Stralsund mit dem weltberühmten Rathaus und Greifswald (ca. gleich groß), Schwerin und Rostock an der Warnow (die größte, aber immer noch kleiner als Würzburg, und Würzburg ist schon klein) und all die kleinen Städtchen und Dörfer. Dazu die Seenplatte und die Inseln. Neubrandenburg und Anklam finden viele nicht schön, ich finde es ok. Greifswald an der Ryck ist auf der einen Seite vom Wall geschützt und von der anderen Seite vom Fluss und vom Hafen. Greifswald liegt nicht an der offenen Ostsee, sondern am Bodden. Rügischer und Greifswalder Bodden.

Rostock liegt bei Warnemünde an der offenen Ostsee. Täglich gehe ich über Caspar David Friedrichs Marktplatz mit der alten Apotheke. Die wichtigsten Werke vom Casperl (1774-1840) sind nicht in Greifswald ausgestellt, sondern in Berlin und anderswo in der Welt. Greifswald hat noch richtig kleine individuelle Geschäfte in der Innenstadt, nicht diese riesigen schrecklichen Ketten. Ich mag die Giebelhäuser und die rohrgedeckten Bauernhäuser. Dumont listet unter “bedeutenden Persönlichkeiten” 15 Männer und eine Frau. Das ist der Männer-Hype. Männer bewundern Männer. Die einzige Frau, die genannt wird, ist Brigitte Reimann, Schriftstellerin. 

Neu: 

You are currently viewing a placeholder content from YouTube. To access the actual content, click the button below. Please note that doing so will share data with third-party providers.

More Information
Franck

You are currently viewing a placeholder content from YouTube. To access the actual content, click the button below. Please note that doing so will share data with third-party providers.

More Information
Franck

You are currently viewing a placeholder content from YouTube. To access the actual content, click the button below. Please note that doing so will share data with third-party providers.

More Information
Reger

2. Juli 2022: Politik verdirbt den Charakter (Brigl 1881)

Foto: Sachsen-Anhalt

Es ist diese Kreativität, die mich inspiriert, das Geschenk, das ich erhalten habe. (AHS im Tableau Musical)

Heute erinnere ich an Charlotte Rostock, die erreichte, während ihrer Mutterschaft bezahlt zu werden – als erste. Und die als erste Bürgermeisterin in Greifswald heftig (nicht nur von Männern leider) diskutiert wurde.

Museumshafen 

Gestern waren wir am Museumshafen mit Charlie am Ryck spazieren. Plattboden-Gaffelketsch, DEN RUYGHENHIL, Tjak Schildkröte und das schönste Segelboot, schwedisch gelb-blau namens Cor. 13:13. Für jetzt bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; doch am größten unter ihnen ist die Liebe. Und eine französische Flagge hinten.

Abends hat es geregnet, Gewitter. Im Garten unten ist ein elfwöchiger Rauhaardackel-Welpen namens August. So etwas Süßes ist kaum zu ertragen, mit seinen riesigen Schlappohren. Im Wohnzimmer übt ein Streichquartett und ich lese, etwas kränklich, Ett Mörker mitt ibland oss. Am Vormittag hatte ich eine Schulung zu meiner Webseite. Es ist noch recht viel. 

Theologie

Wenn ich darüber nachdenke, was in der liberal-wissenschaftlichen ev. Theologie analysiert wird: Es gibt den historischen Jesus, den christologischen, also den Gedeuteten, und dann noch das persönliche Jesusbild, wie sich jeder seinen eigenen Jesus zusammenglauben kann. Aber was ist mit dem realen, wirklichen, lebendigen Auferstandenen?

Christ ist jemand aus der liberal-wissenschaftlichen Theologie, der eine der (christlichen) Deutungen annimmt. Aber was ist mit einer Begegnung mit dem lebendigen Auferstandenen?

Beispiel: Wenn ich sterbe, bin ich die historische Ann-Helena. Dann gibt es genug Leute, die mich deuten. Die ahs-tologische Ann-Helena. Und dann gibt es noch die verschiedene persönliche Meinung über mich, die jeder haben kann, der kropft, kreucht und fleucht. Aber bin das ich? Nein. Gibt es mich wirklich? Ja. Und wenn es schon kleine Menschen wie mich wirklich gibt, dann erst recht Gott. Er ist nicht nur historisch, gedeutet und gezeichnet durch die persönlichen unterschiedlichen Meinungen anderer. Es gibt ihn wirklich. Heute. Er lebt. Er ist nicht tot und historisch und gedeutet und Mittel und Zweck von Religion und Seelsorge. Er ist real. Eine reale Persönlichkeit. Er spricht. Berührt. Warum ist das in der Theologie so schwer zu erleben und zu verstehen? Selbst ich bin nicht nur historisch, gedeutet und gezeichnet durch die persönlichen Meinungen anderer, weder jetzt noch wenn ich sterbe. Erst recht nicht Gott. Wir alle kommen irgendwo her und gehen wohin. Entweder Himmel oder Hölle. Real. 

Neu:

You are currently viewing a placeholder content from YouTube. To access the actual content, click the button below. Please note that doing so will share data with third-party providers.

More Information
Mendelssohn

You are currently viewing a placeholder content from YouTube. To access the actual content, click the button below. Please note that doing so will share data with third-party providers.

More Information
Orgelbewegung

You are currently viewing a placeholder content from YouTube. To access the actual content, click the button below. Please note that doing so will share data with third-party providers.

More Information
Reger

Es ist diese Kreativität, die mich inspiriert, das Geschenk, das ich erhalten habe. (AHS im Tableau Musical)

1. Juli 2022: Die Kunst geht nach Brot. (Luther)

Heute erinnere ich an die Greifswalderin Käthe Kluth, erste Professorin in Berlin. Es gab in der DDR nur 25 Professorinnen! Die BRD war da aber nicht viel besser.

Und an die Greifswalderin Johanna Odebrecht, die (Armen-) Schulen für Mädchen gründete.

Das schöne neue Logo oben verlinkt im Shop übrigens zu meiner neuen Holy Spirit CD.

Foto: Rügen (Rambin)

Heute habe ich wieder Liszt B-A-C-H geübt. Es ist wirklich schön, mit einem Coach zusammen zu üben, auch wenn das enormer Luxus ist. Man muss dann nicht immer allein denken, was beim konzentrierten Üben das Anstrengendste ist, sondern jemand denkt mit einem zusammen, oder besser jefraud denkt mit mir und für mich, und so lernt man auch andere Denk- und Herangehensweisen beim Üben kennen. Das gemeinsame Üben ist gut, besonders dann, wenn man Stellen auswendig übt. Denn wie man übt, ist entscheidend. In Liszts B-A-C-H kommen viele virtuose Zungenbrecher vor, besonders Takte 65-72. Ich habe Liszt B-A-C-H an der Orgel gespielt, aber am Flügel ist es mehr als 5x so schwer. In der sehr prallgefüllten Kirchenmusik dazu zu kommen, große Werke zu üben und Blog zu schreiben, ist ein Wunder.

Ankerbass

Künstlerischer Ankerbass (Generalbaß) macht im Duo oder im Ensemble (Basso Continuo), wenn man mit anderen zusammen spielt, am meisten Spaß. Jetzt spiele ich mit einem Flötisten, einer Barockgeigerin und einem Sänger und einem Ensemble zusammen. Bach, Vivaldi, John Eccles (1668 London-1735), Quantz (Quants), Benedetto Marcello (1712), Rameau (1683-1764) mit seinen Verzierungen und Inegalität. Da wird einem in den Proben die Sprache und der Stil von historischem Ankerbass gut ins Herz gebrannt. Es ist natürlich noch mal etwas anderes, ad hoc, etwas direkt solo perfekt vom Blatt zu generalbassieren. Was mir am meisten Spaß macht beim Ankerbaß ist das Improvisieren. Allerdings muss das zart, gefühlvoll geschehen, eher passiv, ohne innerliche Übermotorik. Damit es schwer-leicht schwebt und schwingt und glitzert. Herzschlag.

Dies ist bei langsamen Sätzen schwerer als bei schnellen. Auch hier schwebend mit zwei- und viertaktigem Denken. Es ist erstaunlich: Eccles und Rameau sind so wunderbare Komponisten, zu Bachs Zeit, und dennoch (und das ist das Unglaubliche) kein Vergleich (und zu niemandem hinterher) zu Bach. Wenn man Musikerin ist, ist nichts Theorie, es ist alles Praxis. Man kann nicht sagen, man ist Musikerin und hat keine Ahnung von Gehörbildung, und man kann nicht sagen, man ist Organistenstar und spielt keine Kammermusik. Man kann nicht sagen, Generalbass ist Theorie – nein, es ist eine Sprache und führt intensiv zu Bach. Natürlich ist alles sehr sensibel, besonders Gehörbildung. Mit relaxten Leuten macht alles mehr Spaß. Ist jemand hart, arrogant und streng, dann ist es schwerer, Bestes zu leisten.

Ankerbass, Gehörbildung, Kammermusik, Korrepetition, Impro, Cembalo – das ist alles eine Einheit. Und dies alles ist nur die Kurzform und Spitze des Eisberges. So wie mein Blog insgesamt nur die Spitze des Eisberges ist.

Wen ich nach wie vor interessant finde, ist Albert Schweitzer (“Orgelbewegung”) und das Gegenstück Helmut Walcha. Auf der einen Seite zertörten die Männer der “Bewegung” viele romantische Orgeln, und doch spielten diese J.S. Bach im romantischen Stil legato. Ist das nicht ironisch? Das, was sie bekämpfen wollten, kam durch die Hintertür wieder hinein geschlichen. Ich muss sagen, dass ich mittlerweile weder Schweitzer noch Walcha besonders gern höre. Ich finde, beide haben nicht unbedingt getroffen, was Bach mit seiner Musik ausdrücken wollte. Ich bin gespannt auf das Schweitzer Buch “Deutsche und französische Orgelbaukunst.” Übrigens, ich nenne Pedal weder konkav noch konvex, sondern Radialpedal oder gerades Pedal.

Die Orgelbewegung:

You are currently viewing a placeholder content from YouTube. To access the actual content, click the button below. Please note that doing so will share data with third-party providers.

More Information

Gestern: Orchesterleitung hospitieren, Cembalo, Generalbass, Proben, Gruppenstunde

Vorgestern: LO, Partitur, Theorie, Dirigieren, Gehörbildung, Probe

Heute: Liszt B-A-CH am Klavier, Gesang, Bariton, “Glaubenslehre”, Theorie

Liszt:

You are currently viewing a placeholder content from YouTube. To access the actual content, click the button below. Please note that doing so will share data with third-party providers.

More Information

30. Juni 2022: aus: Ein feste Burg ist unser Gott.

Foto: Haardorf Osterfeld

Und wenn die Welt voll Teufel wär. (Luther)

Wenn euch Fehler an der neuen Webseite auffallen, schreibt mir bitte, was wo genau. Danke.

Heute erinnere ich an Ida Hahn-Hahn, Schriftstellerin, die schon 1840 über Frauen schrieb, über Heldinnen, und später zum Glauben fand. Sie ist Greifswalderin. Und an eine weitere Greifswalderin, Katharina Rubenow, Stifterin.

Greifswald im Sommer ist sehr schön. Sehr helles Licht, blauer Himmel. Wegen dem Licht kommen wohl Maler hierher. Der Wall ist schön. Ich wohne jetzt beim Wall. Allmählich habe ich nun Orientierung, wo was ist. Ich wohne in einer sehr schönen Altbauwohnung mit 172 Quadratmeter. Natürlich nicht allein, sondern in einer Frauen-WG. Wir waren heute vormittag mit Charlie (Entlebucher Sennenhund, ähnlich wie ein Berner Sennenhund, nur kleiner) spazieren. Er gehört Karla. Es ist schwarz mit Schlappohren. Ich mag ihn. Er hat ganz schön Kraft. Wenn man mit ihm spazieren geht, muss man einiges beachten: Fein sagen statt Brav, Sitz mit erhobenem Zeigefinger, wenn eine Straße kommt, und er darf nur dann loslaufen, wenn ich ok sage. Wenn er mich ins Gebüsch zieht, stehen bleiben und mit lauter Stimme: Charlie! sagen und mit der Zunge schnalzen. Allerdings habe ich den Eindruck, dass dies am wenigsten funktioniert.

Wenn Charlie eine Fährte aufgenommen hat, dann ist er kaum zu stoppen. Wir waren beim Tiergarten spazieren, beim Goethegrund mit dem Stadtgraben, an dem Enten unter Weiden liegen, und beim Müntergrund. Die Innenstadt von Greifswald ist sehr gepflegt. Es gibt zwei Botanische Gärten.

Ich habe heute Flunder probiert, es schmeckt schrecklich. Und das, obwohl er hier in Greifswald gefangen und geräuchert wurde. Aber: Schmeckt salzig und so herb und intensiv nach Fisch, ich konnte es nicht essen und habe es ins Gras geworfen für die Möwen. Ich hatte wirklich das Gefühl, ich esse einen toten Fisch. Was ja auch so war.

Das Problem war auch, dass die Augen ausgestochen waren. Da war es bei mir auch optisch schon vorbei. Wenn ich Heilbutt esse, was ich liebe, dann ist das ja ohne Kopf. Aber mit Kopf habe ich den Eindruck, ich esse etwas Totes und Vergammeltes. Es war eine unschöne Erfahrung. Buttermakrele mag ich auch nicht. Der Name ist auch irreführend. Es müsste Würzmakrele heißen. Denn es schmeckt keineswegs mild nach Butter, sondern sehr würzig. Das habe ich im Fischladen auch so gesagt. Da sahen mich die Fischverkäuferinnen nur milde lächelnd an. Seltsamerweise mag ich Makrele daheim aus der Dose, da schmeckt es auch bei weitem nicht so würzig.

Das Geschrei der Möwen mag ich. Das gibt es in Würzburg nicht. Nachts ist das Geschrei der Möwen sehr intensiv, so intensiv wie der Flunder schmeckt. Das hört sich dann an, als würde jemand abgemurkst werden. Es weckt mich aus dem Schlaf. Aber das Geschrei ist dennoch so tierisch, dass ich weiß, dass es kein Mensch ist.

Höre gerade die Moldau, ach die liebe ich unendlich. Um mich herum wird gestaubsaugt, aber das macht nichts, ich nehme den Staubsauger als Instrument wahr, das sich ins Orchester einreiht mit Gesummse. Die Bostoner. Boston Symphony. Die männerdominanten Berliner und Wiener kann ich nicht mehr hören.

You are currently viewing a placeholder content from YouTube. To access the actual content, click the button below. Please note that doing so will share data with third-party providers.

More Information
Liszt B-A-C-H

29. Juni 2022: Dritter Corona-Sommer

Das stimmt. Wie schwer muss es Clara Schumann gehabt haben. Eine Frau hat so viel zu beachten. (Clara Schumann)

Foto: Dersekow

Warmes Greifswald. Aber immer noch angenehm.

Heute erinnere ich an Suli Puschban, die Kinderlieder schreibt, in denen Mädchen Heldinnen sind.

Und an Sabine Ball, die mutig 1949 nach dem Krieg allein in die USA auswanderte, dort den reichen Clifford heiratete, aber merkte, dass diese Heirat nicht glücklich macht, und dann einen ganz neuen Weg einschlug und für andere Menschen da war. Sie hatte es damals in ihrer Zeit nicht leicht. Es ist für manche auch heute maximal verdächtig, wenn Menschen individuelles Verhalten an den Tag legen. Nicht angepasst sind. Es gibt Verbände, Bewegungen und Zünfte, die ein angepasstes Verhalten verlangen und fordern.

Wusstet ihr, dass Radfahren für Frauen lange verboten war? Frauen auf dem Rad wurden noch Ende des 19. Jahrhunderts verhöhnt, bedroht und verspottet. Es wurde behauptet, dass es unschicklich sei für Frauen, zu radeln. Auch im Radsport heute werden Profisportlerinnen auf dem Rad als radelnde Hausfrauen belächelt, während im Radsport die Männer als Stars gefeiert werden. Ähnlich im Fußball. Amelie Rother gründete als erste Frau 1894 in Berlin einen Radfahrklub für Damen, trotz enormer Widerstände in der Männerwelt. Ich merke noch immer Auswirkungen: Es ist eine Katastrophe, einen weichen, angenehmen Fahrradsattel zu finden. Ein Fahrradsattel für Frauen – ein Skandal. Wenn ihr einen solchen findet, sendet ihn mir.

Und ich erinnere an Christine Preißmann (es gibt so viele wunderbare Frauen, ich komme mit dem Erinnern kaum nach), die sich mit Asperger beschäftigt, da sie selbst betroffen ist, und hier Mädchen und Frauen hilft. Es ist wirklich erstaunlich, dass immer noch davon ausgegangen wird, dass Mädchen und Frauen schüchterner und stiller sind, und dass Frauen still zu leiden haben – so still, dass es oft gar nicht auffällt, dass sie leiden. (Bis sie austicken oder ersticken.) Frauen wollen oft nicht weiter auffallen. Flüchten. Passen sich stark an. Schlucken. Weichen zurück. (Zum Beispiel im Gedränge beim Einsteigen in den ICE, wenn sich unhöfliche, dicke Riesen-Männer vor kleine Frauen in den Zug pressen.) Dass auch Frauen und Mädchen genauso von Asperger etc. betroffen sein können wie Männer, wurde lange gar nicht angenommen, da Frauen stiller und schüchterner sind / zu sein haben.

Anders sein, verletzt, krank, alt sein – Frauen fürchten den Makel oder das Stigma in der Männerwelt – selbst bei Vergewaltigung leiden Frauen still, da sie das Stigma fürchten, dass die Männergesellschaft erfunden hat, so wie die katholische Kirche das Fegefeuer erfand. Das Stigma lautet: Wenn ein Mann eine Frau vergewaltigt, dann ist die Frau schuld, nicht der Mann. Dann ist sie schmutzig, nicht er.

Es verletzt und berührt mich als Frau, wenn andere Frauen sich von Männern erniedrigen lassen. Oder von ihnen verletzt werden. Wenn Frauen benachteiligt werden. Dass Prostitution noch immer nicht abgeschafft ist weltweit. Und wenn andere Menschen obrigkeitshörig sind, das verletzt mich als Mensch.

Ich wurde gefragt, warum ich gewisse Kommentare freischalte, vor allem von Leuten, die anonym bleiben wollen. Ich finde es zwar auch feige grundsätzlich, wenn man anonym schreibt. Es ist manchmal so witzig, dass ich Tränen lache. Was Leute sich einfallen lassen. Es sind zwar in vieler Hinsicht Insider-Sachen, die andere gar nicht wissen können, was jetzt damit gemeint ist. Aber ich finde, dieser ironische Humor, den manche haben, hilft mir, mit gewissen Lästereien humorvoll oder ironisch umzugehen. Humor jedenfalls hilft mir sehr. Wenn ich lache, ist alles wieder in Ordnung.

Neu: Pachelbel

You are currently viewing a placeholder content from YouTube. To access the actual content, click the button below. Please note that doing so will share data with third-party providers.

More Information

Neu: Wetterleuchten für Orgel:

You are currently viewing a placeholder content from YouTube. To access the actual content, click the button below. Please note that doing so will share data with third-party providers.

More Information

28. Juni 2022: Hochsommer in Pommern

Foto: Logo von Christoph Ermisch

Wiederholung ist nicht das Gleiche. (AHS)

Heute erinnere ich an Maya Angelou, Schriftstellerin.

Heute war es in Greifswald sehr heiß. Mein erster so heißer Tag in Pommern. Egal, welches Kleidchen ich anziehe, es ist zu warm. Abends gab es dann ein kurzes Gewitter. Da war ich noch im Institut mit einer Kollegin, wir haben die wunderschöne 2. Symphonie von Sibelius dirigiert und analysiert. Diese Symphonie hat einige sehr schöne Spitzen, die ich mag, und echte Motive.

Hier im Krupp Wissenschaftskolleg gibt es einige interessante Vorträge. Besonders modern ist gerade das Thema Resilienz in unserer Zeit. Ich frage mich, ob es wirklich so vorteilhaft ist, gegen alles und jeden resilient zu sein. Mir kommen solche Menschen manchmal kalt und leblos vor. Es ist doch völlig in Ordnung und außerordentlich wichtig, entsetzt über Dinge zu sein. Schockiert, wütend, empört. Mit Sachen nicht klar zu kommen, so wie sie sind. Menschen, die zu resilient sind oder dies als Ziel anstreben und sich an nichts mehr stören, brauchen am Ende keinen Gott mehr. Zu resiliente Menschen werden nichts verändern. Denn nur Schmerz bewirkt Veränderung.

Natürlich macht jeden Menschen etwas anderes wütend. Mich stört es beispielsweise, dass Menschen so merkwürdig unterschiedslos geworden sind. Und der Zeitgeist in vieler Hinsicht. Und wie Frauen behandelt werden. Laut EMMA müssen Frauen, die sich gegen Männer wehren und die es wagen, über die Gewalt von Männern zu schreiben, sei es Gewalt im Netz oder real, immer mit einer Verleumdungsklage rechnen, siehe Multimillionär Johnny Depp mit einer Armee von Anwälten gegen eine Frau. Das Machtverhältnis stimmte hier von Anfang an nicht. Häusliche Gewalt wird oft abgewimmelt. Als wäre häusliche Gewalt normal. Der Fall von Amber Heard und “Johnny” Depp ist fatal, allein schon, weil alles gegen Amber Heards Willen online gestreamt wurde (was Johnny Depp so wollte laut EMMA). Wusstet ihr, dass in der Jury 5 Männer und 2 Frauen saßen? Unfassbar.

Es waren viel mehr Männer in der Jury als Frauen. Typisch. Aber die wenigen Frauen, die es in Männerkreisen gibt, sind auch sehr gern am Lästern gegen andere Frauen interessiert, um Männern zu gefallen, weil sie sich dadurch Anerkennung von Männern erhoffen, siehe Wintzen und Co. EMMA schreibt, dass Frauen, die sich gegen Männer wehren, oft mit öffentlicher und finanzieller Vernichtung rechnen müssen. Bei mir haben das bestimmte Männer auch versucht, ihr wisst, welche, siehe mein Blog.

“Frauen, die erwägen, durch Männer erlittene Gewalt öffentlich zu machen, haben ihre Lektion nun also noch einmal gelernt: Es droht die öffentliche wie finanzielle Vernichtung.” (EMMA 2022) Gewalt, sei es nun bewusster Boykott im Netz, Hass-Rede im Netz oder reale körperliche Gewalt. Vor allem, wenn das männliche Gegenüber mehr Macht, Geld oder Erfahrung hat, besonders schlimm bei Anwälten, die das Recht verdrehen, siehe Rochus Schmitz. Solche soll es wohl sehr viele geben, auch in Deutschland. Schockierend ist, dass Amber Heard schon während des ganzes Falles in den Medien von Frauen (!) verspottet wurde, während Johnny Depp als “süß” bezeichnet wurde (Geschmacksverirrung?). Selbst Video-Clips, in denen Johnny Depp Frauen überheblich und autoritär behandelt, wurden mit dem Titel “Süßer Johnny Depp” versehen.

Der Spiegel berichtete von einer Hetzjagd gegen Amber Heard. Laut EMMA ist Johnny Depp ein brutaler Frauenhasser, der Frauen beschimpft. Ich finde, er sieht hart und brutal aus. Dass er von Frauen umschwärmt wird, schockiert mich. Dagegen möchte ich nicht resilient werden. #justiceforJohnny – während im Netz Amber gehässig nachgeäfft wurde.

Es mag sein, dass meine Kritik an solchen Dingen scharf wirkt. Aber ich finde, zu weiche Kritik ändert nichts. Unter dem queeren Regenbogen haben “normale” heterogene Frauen kaum einen Platz und eher das Nachsehen. Frauenrechtlerinnen, Reformistinnen, Influencerinnen etc. müssen erst einmal ihren Wunsch ablegen, Männern gefallen zu wollen. Das schaffen leider viele Frauen in ihrem ganzen Leben nicht. Die meisten Frauen wachen leider erst nach Trennung, Scheidung etc. auf und werden erst dann kreativ und eigenständig. Ich wünsche mir, dass es für alle Frauen aufhört, dass sie im Gedränge zurückweichen müssen oder Angst haben, gesehen zu werden, so wie sie sind.

Neu: Meine Komposition Wetterleuchten für Orgel, Ladegast Orgel St. Marien

You are currently viewing a placeholder content from YouTube. To access the actual content, click the button below. Please note that doing so will share data with third-party providers.

More Information

27. Juni 2022: Greifswald Bachwoche

Foto: Logo AHS mit Orgelpfeifen von Christoph Ermisch

Denk ich an Deutschland in der Nacht, dann bin ich um den Schlaf gebracht. (Heine 1840)

Meine neue Webseite ist da. Es hat länger gedauert als gedacht oder als geplant, aber es ist auch nicht so leicht, eine so große Webseite mit 500 GB zu relaunchen und von Grund auf neu zu programmieren, damit sie schnell läuft. Da dauern alleine die TTL-Umstellungen beinahe 48 Stunden. Ich muss mich erst an meine neue Webseite gewöhnen und einiges muss noch angepasst werden. Ich blicke hier hinten im Dashboard noch nicht ganz durch. Verzeiht also, wenn es noch etwas dauert, bis ich hier wieder die Dinge verstehe.

Ich bin wieder in Greifswald. Letzte Woche war ich im Pommerschen Landesmuseum. Es war schön. Es ist ein großes, helles Gebäude, eine weiße Villa, in dem auch einiges umgebaut wird. Die kleine Gemälde-Galerie gefällt mir am besten. Ich freue mich, dass auch Malerinnen ausgestellt wurden, wenn auch sehr viel weniger als Männer. Besonders gehyped werden die Gemälde von Friedrich und Frans Hals: Caspar David und seine Eldena in sämtlichen Landschaften der Welt: Die Klosterruine hier in Greifswald. Die hier ausgestellte Malerin Ilse von Heyden-Linden möchte ich lobend erwähnen. Und Dora Koch-Stetter. Um 1880 war es sicher noch schwerer als Malerin als heute. Und Sabine Curio: “Tür zum Garten”, 1999.

Übrigens: Greifswald war über 150 Jahre lang schwedisch gewesen. Es gibt also im ersten Stock auch viel über die schwedische Zeit hier in Pommern, Schwedisch-Pommern. Das war interessant für mich. Normalerweise interessieren mich Ausstellungen über alte Kronen, Schätze und alte Umhänge nicht sehr. Aber das schwedische Wappen – das zieht meine Aufmerksamkeit an. Die drei Kronen Schwedens. Im Juli 1630 kamen die schwedischen “Eindringlinge” mit Gustav II. Adolf in die schöne pommersche Gegend.

Ich möchte hier besonders an die schwedische Königin Luise Ulrike von Schweden erinnern, 1720-1782. In dem Raum mit den schwedischen Adeligen legte ich mich auf das weiche Sofa und hörte den Stimmen zu, bis ich eingeschlafen war. Glücklicherweise war das Museum fast leer und niemand weckte mich auf. Die erzählende Stimme ist so angenehm einschläfernd. Wie eine Gutenachtgeschichte kam mir das vor. Der schwedisch-brandenburgische Krieg 1674-1679 wird ebenfalls dargestellt. Schweden war damals groß wie nie. Die Schweden werden lustig gemalt: Wie große Michels aus Lönneberga, der gar nicht Michel heißt.

Auch das Schloss Griebenow wird erwähnt im Museum und die Holzmasken ausgestellt: An jeder der 15 Ecken der Schlosskapelle von 1653, die ich auch in meiner Orgel-Info erwähnt habe, ist eine Maske angebracht, die als Wächter fungieren und mit hässlichen Grimassen das Böse vertreiben und die Kapellen vor Dämonen schützen soll. (Hm, bedenklich.) Griebenow bei Groß Bisdorf (Biisdorf ausgesprochen, wo ich viele Wochen wohnte, nun wieder in der Innenstadt Greifswald) ist schon Nordpommern. Die Leute müssen übrigens die Kapelle in Wirklichkeit besuchen und ansehen, nicht im Museum, eine Maske aus dem Zusammenhang gerissen. Levenhagen hätte auch ausgestellt werden sollen.

Die Greifswalder Bachwoche habe ich fast ganz besucht. Es war interessant. Besonders gefallen hat mir Choreos – ein tanzender Chor, top Choreographie, super Licht, gute Stimmen (Profistimmen). Das einzige, was mich störte, dass (ich saß ganz vorn) sich sehr viel auf dem Boden gewälzt wurde mit vielen sexuellen Anspielungen und viel Nacktheit. Ich finde, das war eine Spur zu viel. Das müsste nicht sein. Immerhin, wir waren in einem Dom. Da gefiel mit der Madrigalchor aus Kiel doch besser.

Die standen zwar einfach nur und haben gesungen (keine Profis) und doch war es wunderschön. Sehr gut war Brasscussion. Ich liebe Blech und Perkussion, es war fabelhaft. Absolut mitreißend, laut und fabelhaft. Gershwin. Prokoffief. Das deutsche Publikum ist oft so träge und klatscht brav und dröge vor sich hin. Ich war die einzige, die “Bravo” rief – da haben sich dann einige mit Fußtrampeln angeschlossen. Seit neuestem finde ich unglaublich spannend, die Dirigenten zu beobachten. Das kann ich ununterbrochen tun.

Edward Elgar – hm, ich kann mich nicht so für all seine Musik begeistern. Es erinnert mich an Filmmusik, die ohne Ziel in Wellen vor sich hin schwimmt und mal irgendwo aufbrandet und dann wieder daliegt. “Light of Life” wurde aufgeführt. Ich bin eingeschlafen. Es ist sicher wuchtig und alles. Aber wuchtig allein reißt mich nicht vom Hocker. Es muss irgendwo Sinn haben und nicht sinnlos und ohne Ziel in emotionalen Wogen vor sich hinplätschern und immer gleich klingen.

Kein Vergleich mit den Bach-Kantaten. Ich habe fast überall mitgesungen. Barbara Dennerlein habe ich nachts auch noch gehört. Die coole Hammond-Orgel B3, die ihr zur Verfügung gestellt wurde, war schön beleuchtet. Sie selbst ist sehr authentisch, relaxed und nett. Sie macht keine Show. Leider, ich bin kein Fan von Boogie Woogie etc. Boogie Woogie kann ich 15 -20 Minuten an der Orgel anhören. Aber keine 2 Stunden. Der Hammond-Sound ist interessant. Aber keine zwei Stunden lang. Ich saß in der ersten Reihe, was ein Fehler war.

Ich konnte nicht weg und wurde unruhig und fühlte mich genervt. Schließlich rettete ich meine Unzufriedenheit darin, dass ich einschlief. Es war auch schon sehr spät und ich war von den vielen Konzerten und Eindrücken erschöpft. Es ist sicher toll und anstrengend, so einen Jazz-Abend zwei Stunden lang durchzuhalten, allein, dass der Groove stabil bleibt. Und sie macht das locker und sympathisch. Ich bin von Bach wahrscheinlich schon verdorben.

In Konzerten berührt zu werden ist eine wunderschöne Sache. Wo es nicht gelingt, bleibt Enttäuschung zurück. Aber alles ist Geschmackssache natürlich. Ich stelle schnell fest, ob mich etwas berührt oder nicht. Wenn es nur Gespiele ist, Effekte usw., dann schalte ich ab. Von Ombra e Luce war ich auch etwas enttäuscht. Toll war der Dirigenten-Workshop mit Friederike Woebcken. Ich habe viel gelernt. Die Balance zu halten zwischen Energie, Ruhe, lieber zu wenig als zu viel und dann doch viel und entscheidend auf den Punkt – ruhiger Kopf, aber Körperspannung und blitzende Augen. Es braucht eine starke Persönlichkeit, die Dynamik und Einsätze gut anzeigen kann. Und dann natürlich die Technik der Hände.

Neu: Mendelssohn in Großkorbetha an der Rühlmann Orgel

You are currently viewing a placeholder content from YouTube. To access the actual content, click the button below. Please note that doing so will share data with third-party providers.

More Information
Mendelssohn an der Rühlmann Orgel Großkorbetha

26. Juni 2022: Musikvermittlung 

Das ist wahr. Heute erinnere ich an Josefa Schmid, die originelle Wege in der Politik sucht. Seriös muss ja nicht unoriginell sein.

The greatest gift God could give to us was the ability to communicate. And a big part of communication is music. (Bernstein)

Foto: Grosskorbetha

Neu: Rühlmann Orgel Haardorf Osterfeld

You are currently viewing a placeholder content from YouTube. To access the actual content, click the button below. Please note that doing so will share data with third-party providers.

More Information

Geog Böhm in Sachsen-Anhalt