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Ann-Helena Schlüter

6. August 2025: … wenn ich zum Abgrund zöge, ich fände dich darin. (Thurmair, 1912)

Foto: IBUG Chemnitz

Ich bin in Rheda-Wiedenbrück angekommen.

Zu Darwin Teil III:

Man kann das sicher beobachten: Überlebensnachteile, Vererbbarkeit, Merkmale von Trägern, Fortpflanzungsüberschuss, stoffliche Grundlage von Vererbung … 

Aber daraus zu schlussfolgern, dass wir von Wilden oder Primaten abstammen, macht meiner Meinung nach keinen Sinn, auch dann nicht, wenn man an nichts glaubt. Obwohl ich z.B. viel von meinen Eltern geerbt habe, so bin ich so anders und einzigartig, dass mir klar ist, ich bin nicht in erster Linie Kind meiner Eltern.

Auch wenn dabei viel Fortpflanzungsüberschuss passiert ist (und warum auch nicht, wer sagt, dass es nur ein Ei und ein Same geben darf und das Leben auf Sparflamme gekocht wird), so war und ist es vorherbestimmt, wann welcher Mensch entsteht. Gene und Biologie erschaffen kein Leben. Im Gegenteil, Gene und DNA sind Stoffe, die wie Blut und Spucke erschaffen wurden. 

Das Leben ist so übersprudelnd, dass jeder Mensch einen anderen Gang und Hintern hat, und das wäre sogar dann noch so, wenn jedes einzelne Ei befruchtet werden und nichts absterben würde. Und dieses wahnsinnige, kreative und kämpfende Leben ist durch keine DNA oder Selektion der Welt zu erklären, denn es gibt etwas VIEL Größeres: Geist.

Und diesen Geist kann ich sehen, fühlen, atmen. Er ist das Beste, was unsere Welt zu bieten hat. Oder woraus sollte Mr. Makroevolution ein Forellenquintett von Schubert entwickelt haben? Musik zeigt am eindrücklichsten, dass Darwins Theorie nicht aufgeht. (Er muss übrigens eher unmusikalisch gewesen sein, sagt mir mein Bauchgefühl, als ich ihn las.) 

Es geht eben nicht nur um Wachsen, Fortschritt, Überleben und Entwickeln. Der Tod ist eines der spirituellsten Dinge überhaupt. Das alles spiegeln die Natur und Musik wider. Sie sind dem Gesetz des Geistes untergeordnet. Und der hat keine begrenzten Ressourcen. So etwas gibt es gar nicht. Es geht darum, auch in der totalen Fülle sterben zu können und sogar zu müssen. 

Die Natur kann man zwar teils als harten Konkurrenzkampf sehen. Aber so war es ursprünglich nicht gedacht, dass wir uns wegbeißen. Es ist eine Konsequenz. Es gibt nämlich neben dem spirituellen Tod noch einen sehr schlechten, einen echten, ewigen und schlimmen Tod, oder besser ein Totsein. 

Darwin und seine Anhänger sind fast versessen auf Überleben und Nachteile und Vorteile und übersehen total, dass wir Menschen unsere schlimmen gleichen Nachteile durch Jahrhunderte tragen und aus keiner Geschichte etwas lernen oder verstanden haben. Diese „Nachteile“ nennt man Sünde – und keine Evolution der Welt wird dieses „nachteilige Merkmal“ beheben können. Gäbe es Evolution, wäre dieses nachteilige Merkmal, das unsere Welt zerstört, längst „nach und nach verschwunden“. 

Aber Evolution hat gar keinen Einfluss auf Charakter, Kultur, Moral, Geist und auch nicht auf Leben.

Ich war erstaunt, wie kindlich, banal und normativ Darwin schrieb und wie man überhaupt auf die Ideen kommen kann bis heute, dass er die Schöpfung oder das Leben oder unsere „Abstammung“ erklären könnte. 

Ich finde seine Theorie weder logisch noch wahrscheinlich noch wissenschaftlich, eher dilettantisch. Ich verstehe, dass man die Natur erklären möchte. Aber doch nicht so.

Ich finde, Gott erklärt sehr schön unsere reale Welt und seine Schöpfung, und ich kann vor allem SEHEN, was er meint. Es gibt viel mehr Indizien, dass es genau so ist, wie er es beschreibt als so, wie Darwin es vermutet hat. 

Es wäre traurig, wenn wir so abstammen würden wie Darwin und seine Nachfolger und Forscher bis heute behaupten. Gott wäre nie so banal. Sein ganzer Charakter ist völlig anders, finde ich.

Denn Gott hätte es doch gar nicht nötig, uns oder überhaupt irgendwas von „niedriger Stufe“ immer weiter zu „höherer Stufe“ zu entwickeln. Man sieht doch auch deutlich, dass das gar nicht stimmt. Selektion mag es geben, auch Fortentwicklung. Aber bei ihm ist alles sofort perfekt.
Die ersten Menschen waren keine „Wilden” und auch keine Primaten. Gott hat keine Entwicklung nötig. Er ist kein Dilettant, der Millionen Jahre braucht, um etwas hinzubekommen und dafür Evolution braucht. Das ist menschliches Denken. Dieses wird oft mit Wissenschaft benannt, ist aber oft säkulares menschliches Denken. 
Was wissen wir schon, was vor 30 Millionen Jahren war, wenn wir sogar vergessen haben, was vor einem Jahr war und meist vor 100 Jahren nicht mal existiert haben auf der Erde? Egal, wie alt wir werden – wir sind und bleiben jung im Vergleich zu Gott und dem Universum.

Kann es sein, dass es Mikroevolution gibt, aber keine Makroevolution? Doch Evolution von Arten erklärt nicht, woher wir kommen, woher unsere Welt, unsere Schöpfung, woher wir stammen. 

Tiere sind natürlich sehr wertvoll, so auch Pflanzen, und auch Hunde, Katzen und Pferde haben wie wir Herz, Augen, Haut, Zunge  – aber das bedeutet nicht, dass wir von ihnen abstammen, sonst könnten wir auch von der Ameise abstammen. Natürlich sind Tiere von „Erde“ oder der gleichen Substanz gemacht wie wir und haben daher eine DNA wie wir – aber das bedeutet nicht, dass wir von Wilden, Primaten oder Affen abstammen. 

Porzellan und Keramik haben auch eine ähnliche Substanz, und auch Edelsteine sind Steine. Aber Edelsteine stammen nicht von Steinen ab.

Dass wir Menschen anders sind als Tiere, sieht man an Millionen von Indizieren. Auch daran, dass alle Tiere grundsätzlich Angst vor uns haben und eher sofort verschwinden, wenn sie uns sehen. 

Tiere werden vor keinem Gericht am Ende stehen. Die Würde des Menschen ist geradezu spirituell greifbar, selbst bei denen, die wir nicht leiden können, und wir haben Verantwortung. Woraus hat sich Verantwortung entwickelt oder selektiert?

Im Grunde ist vor allem alles, das Leben ein Wunder.

5. August 2025: … Nackte haben praktisch keinerlei Einfluss in der Gesellschaft. (Mark Twain)

Foto: Bad Homburg Gonzenheim

Der August ist voll mit schönen Konzerten in Rheda-Wiedenbrück, Binz (Rügen), Chemnitz, Bad Wildungen, CD Aufnahme BACH BERÜHREND, Eröffnungskonzert Schlossfest Zschopau im Erzgebirge, Bad Doberan und noch viele weitere Konzerte, und genauso auch der September.

Es ist dennoch manchmal nicht so leicht, in den (Landes)kirchen ein Zeugnis zu sein. Ich verstehe, dass Jesus viel größere Probleme mit den Schriftgelehrten hatte (der „Körperschaft von Geistlichen höheren Ranges“, vllt. vgl.bar heute mit dem Domkapitel und allen, die Macht in der Kirche haben), die er als Heuchler betitelte, als mit Kriminellen wie dem Mörder neben sich am Kreuz, der noch AM SELBEN TAG mit ihm im Himmelreich war.

Was für ein gesegneter Krimineller! Und wieviele Gutmenschen, Musiker und Geistliche werden im Vergleich dazu an einem ganz anderen Ort die Ewigkeit verbringen. Gott stellt eben alles auf den Kopf, und genau das liebe ich an ihm. Das spannendste Gerichtsverfahren werden wir erleben im letzten Gericht. Da wird vielen Anwälten und Richtern, Machtmenschen und den meisten Männern Hören und Sehen vergehen.

Kirche ist kein leichter Ort zu arbeiten. Weil dort so viel Hölle ist. Aber genau dort stellt Gott einen hin.

4. August 2025

Foto: Die Riesen-Orgel Wien im Stephansdom

Natürlich kann man Wien nicht ohne die Riesen-Orgel verlassen. Manche Orgelbauer bezeichnen sie als glatt und seelenlos. Orgelbauer, die an ihr gearbeitet haben, betonen stolz die Riesigkeit der Orgel, obwohl sie natürlich aus „ganz anderen Gründen Riesen-Orgel“ heißt. Es ist nämlich nur ein Zufall, dass sie riesig geworden ist und 130 Register hat. Das war gar nicht beabsichtigt. Eigentlich sollte sie eine Zwergen-Orgel werden und ist immer noch fast zu klein. Denn nur ab 130 Register wird Vielfältigkeit garantiert.

Es ist auch sehr wichtig, zu betonen von Riegers Personal Johannes Zander auf meinem YouTube Kanal, dass sie 231 Registerwippen hat. Zweihunderteinunddreißig. Erst ab 230 Registerwippen kann nämlich wahre Größe entstehen. Damit „könnte sie (sogar) als riesig bezeichnet werden“. Könnte. Das Instrument passt zur Bescheidenheit des Stephansdoms.

Sie ist geradezu das Symbol für Macht und Männer-Spielzeug. Vielleicht wird sie auf 400 Register aufgestockt. Je mehr Register, desto besser und mehr Seele. Und natürlich können auf diesem wahnsinnig komplizierten Geschoss zu 96 Prozent nur Männer spielen. Frauen wären völlig überfordert, zu ziehen und zu drücken. Ach, was sage ich. Es ist drücken und drücken.

Nun, ist diese Orgel der Rede wert? Was meint ihr?

Stephansdom Wien

3. August 2025: Das Mondschaf rupft sich einen Halm… (Morgenstern)

Foto: St. Karl Wien

Heute erinnere ich an die jüdische Opernsängerin Hilde Zadek, 1917, die über 100 Jahre alt wurde und auf dem Zentralfriedhof in Wien begraben.

Viele Menschen verlieren zur Zeit ihren Sinn für Identität, ihre Sicherheit in Wetter und Klima und sogar die Basis unseres christlichen Abendlandes im Christentum, das aus dem Judentum erwuchs. Ich komme mir vor wie in einer Vorzeit zum (letzten) (Dritten) Weltkrieg, ähnlich der Vor-Zeit um 1925 zum Zweiten Weltkrieg, wo man alle Anzeichen schon längst erkennen konnte.

Ich freue mich auf die ibug Chemnitz, bei der ich künstlerisch Teil bin und angefragt wurde: ibug 2025 – Festival für urbane Kunst, das Festival läuft von 22. – 24.08. / 29. – 31.08. / 05. – 07.09.2025. Chemnitz mausert sich!

In der Fuldaer Zeitung ist ein Bericht aus Flieden.

Und natürlich freue ich mich auch auf Cottbus:

Plakat Konzert Cottbus

2. August 2025

Foto: anonyme Barock-Orgel 1739 kath. Karlskirche Wien 2025

Heute erinnere ich an Eleonora Jerabek, 1869, in Wien auf dem Zentralfriedhof begraben, zusammen mit ihrem Mann.

Wunderschöne Barock-Orgel St. Karl Wien Wieden, 2 M, 31 R, Schleifladen, 1716 / 1739 / 1847 / 1972 / 1989 kath. Wiener Karlskirche (Rektoratskirche)

Die große weiße barocke Denkmalschutz-Kirche St. Karl am Karlsplatz in Wien gilt als Wahrzeichen Wiens. Der Karlsplatz liegt nah am Stephansplatz.

Die faszinierende Orgelempore mit Säulenvorbau zeigt die Barockorgel mit gebrochener Oktave in M und P, Zungen und begrenztem Umfang, die 1739 von Gottfried Sonnholz, 1822 von J. Deutschmann und 1847 von Joseph Seyberth aus Wien stark verändert und von 18 auf 31 Register erweitert wurde und mit einem freistehenden Spieltisch ausgestattet.

Die Seitenflügel stammen von 1847. Fast alle anderen Veränderungen dieser Art wurden 1972 wieder zurückgestellt durch Adolf Donabaum.

Orgelbau Gerhard Hradetzky renovierte die Orgel 1989 samt Klaviaturen.

Die Orgel der Karlskirche hat mechanische Traktur, besitzt 2 Manuale (C-c3) und Pedal mit Kurzoktav (C-a) – eine Besonderheit der Orgeln aus süddeutscher Orgellandschaft der Spät-Renaissance. Sie ist für Alte Musik konzipiert.

Die Orgel hat in der großen Oktav des Pedals kein “cis” , kein “es” , kein “fis” und kein “as”. Die Stimmung ist nicht gleich-temperiert, 450Hz.

Die Kirche nimmt normal 10 € Eintritt.

Das Instrument hat als Besonderheit eine im Spieltisch eingebaute Harmoniumstimme („PhysHarmonica“, 1989 rekonstruiert). Damit erinnert sie mich an zwei wunderbare historische Walcker-Orgeln in Süddeutschland.

Die Akustik ist durch die hohen Decken majestätisch brillant.

Es war sehr schön, hier zu spielen.
Während ich spielte, zog der Publikumsverkehr, der auf die Orgelempore darf, an mir vorüber bzw. machte Videos und Fotos. Faszinierend ist die Mischung aus Alt und Neu: das Design der alten Fresken und die Lichtinstallationen.

Schön war es auch, auf dem Turm die Aussicht zu genießen.

https://youtube.com/shorts/1ycKjBiQEzg?feature=share

  1. August 2025

Foto: Koenig Orgel Kapuzinerkirche Wien

Heute erinnere ich an Marco d‘Aviano, Kapuzinerpater, 1699 in Wien gestorben.

Französisch barocke, neue Koenig Orgel 2017 kath. Kapuzinerkirche „Heilige Maria von den Engeln“ Wien, 2 M, 21 R: Manufacture d’Orgues Kœnig 

Es ist meine erste Koenig-Orgel und ein mechanisches Schleifladen-Instrument im hellen Gehäuse und löst die vorherige Rieger-Orgel ab. Sie klingt in einer Werckmeister III (1691) – Stimmung, leicht modifiziert. Ein solch klares, neu-französisches Instrument „im alten Stil“ ist absolut spannend! Französisch-romantisch angehauchte Instrumente gibt es ja viele, aber eine Französisch-Barocke eher selten.

Wie die romantische Rieger-Orgel im neoklassizistischen Gehäuse von 1893 Opus 2844 klang, weiß ich leider nicht, aber auf jeden Fall völlig anders laut Disposition.

Die Unterschiedlichkeit von Orgeln fasziniert mich. Die Koenig-Orgel ist ja auch weltenanders – wie soll ich es sonst beschreiben? – als die Peterskirchen-Orgel. So auch die Kirchen – die eine überbordend, die andere, diese, schlicht.

Diese neue Orgel klingt weich, klar, samtig. Die Akustik der kleinen, schlichten, hellen Kirche fließt schwingend durch das Tonnengewölbe, der kleinen Vorhalle, zwei Seitenkapellen: die Kaiserkapelle (links) und die Pietàkapelle (rechts).

Es war sehr schön, hier zu spielen.

Echt empfehlen kann ich die große Kapuzinergruft, in der die Habsburger inklusive Sisi und ihr Mann, und auch weitere 150 Berühmte in ungeheuerlich teuren, prunkvollen Särgen bestattet wurden, direkt unter dieser bescheidenen Kirche und ihrem Bettelorden. Ein Muss (mit Führung) nach dem Zentralfriedhof! Total spannend und Geschichte pur!

Kaiserin Maria Theresia im größten Sarg in den Grufträumen wurde von ihrem Mann sehr geliebt. Schicksale, Tod, Macht und Wahnsinn, Glaube, Ohnmacht und Erbe – alles erfährt man hier unten in den Gruftsälen.

Die schlichte einschiffige Saalkirche des Wiener Kapuzinerklosters gefällt mir. 
Das Kapuzinerkloster mit Kirche und Gruft wurde 1618 von Kaiserin Anna gestiftet. Heute leben wieder 9 Brüder im Kloster.

31. Juli 2025: … frei nach Mörike …

Foto: Flügelgrab Zentralfriedhof Wien Tor II: Udo

Heute erinnere ich wieder an Hildegard Burjan (1883). Ihr Grab ist als Ehrengrab ebenfalls auf dem Zentralfriedhof in Wien Tor II: Erste christlich soziale weibliche Abgeordnete, steht dort, und: „In te Domine speravi, non confundar in aeternum.“ (Auf Dich, Herr, habe ich gehofft, in Ewigkeit werde ich nicht zuschanden.)

Es liegen hier viele Musiker, auch Strauß, Ligeti, Lehner, Inge Konradi, Udo Jürgens und Falco, dessen Grab von Plunder der Fans geradezu vermüllt ist, aber auch viele klassische Musikerinnen und Künstlerinnen. Der Friedhof ist so groß wie eine eigene Stadt.

Viele Grabsteine sind so kreativ und künstlerisch, bunt oder romantisch, dass man staunt.

Sehr empfehlen kann ich auch Schloss Schönbrunn, in dem ich schon war, mit dem großen Tiergarten mit Pandas, Gepards und Eisbären, die kein Eis haben, dem süßen grünen Winkelschwanzskink (dessen Käfig viel zu klein ist), den großen Arapaimas – und dem exotischen Palmenhaus.

Und ich muss an noch jemand erinnern: an die wundervolle Laura Dahlmeier.

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30. Juli 2025: Wenn das damals schon so war, wieviel schlimmer ist es jetzt!

Foto: Konzert Peterskirche Wien

Diesmal wohne ich mitten in der Innenstadt in Wien, nur wenige Gehminuten von der Peterskirche entfernt. Es ist exotisch, in der inneren Stadt zu wohnen. Ich höre die Brunnen und Glocken und Geräusche.

Leider ist Wien untertags unglaublich crowdy und laut.

Die Touristenkonzerte in der Peterskirche sind sehr gut besucht. Ich mag die dezenten Zungen und Röhrenglocken der Orgel hier in der Peterskirche. Vorne gibt es noch eine Rieger Truhenorgel von 1982 (Continuo-Instrument) und eine hübsche Chororgel von Walcker-Mayer 1961 Opus 4355 (ehem. Hausorgel von Rudolf Scholz).

Wunderbarer Klang in großer Akustik in der überreich geschmückten Kirche. Interessant ist die Registerwippe „Kirchenglocken.“

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29. Juli 2025: … wir müssen zu ihnen gehen, um zu erfahren, wie es mit ihnen steht. (Goethe)

Foto: Sonnholz Orgel Peterskirche Wien

Ich bin in Wien angekommen. Ich habe hier 2013, 2023 und jetzt 2025 gespielt:

Große pneumatische Sonnholz Swoboda Kauffmann Orgel, Barockkirche St. Peter, Peterskirche Wien, 1. Bezirk, am Graben, 3 M, 2175 Pfeifen, 34 R

Rektoratskirche St. Peter / Wien I : Die Kuppelkirche ist eine der ältesten Kirchen Wiens.

Vor der Kirche stehen die Pferdekutschen. Ich habe mich mit den Fahrern angefreundet und bin schon ein paar mal mitgefahren.

Innere Stadt, Österreich: Die prächtige Barockorgel von 1751 von Gottfried Sonnholz (Melk) hat in ihrem wertvollen Gehäuse nun die Orgel von 1903, noch mehrfach verändert. Leider ist von der ursprünglichen Sonnholz-Orgel nur noch das Gehäuse übrig, mit dem prachtvollen Schmuck von J. M. Steinl (1726). Steinl komponierte auch Kanzel und Skulpturen 1716.

Der damals berühmte Orgelbauer Sonnholz (1695-1781) hat hier bewusst auf ein Rückpositiv in der Brüstung verzichtet. Hinter der Brüstung wölbt sich sein wertvoller Barockprospekt mit Engeln, Muscheln und Gold mit den nun leider stummen Pfeifen. Seine ursprüngliche Disposition kennen wir leider nicht.

Die Balustrade ist sehr beeindruckend, darüber die Deckenbemalung von 1715.

Im 19. Jahrhundert aber wurde die Orgel stark verändert und dem Zeitgeist angepasst. Die Orgel war zudem in keinem guten Zustand mehr. Franz Josef Swoboda (1870-1934) aus Wien baute daher 1903 eine neue Orgel mit 34 Registern, pneumatisch. Man sieht hier noch das Kalkantenrad und die Kurbelwelle.

1939 – 1948 wurde Johann Marcellinus Kauffmann (1910-1965) aus Wien beauftragt, die Orgel zu sanieren. 2005 wurde sie von Walcker-Mayer saniert (E-Magneten). Jedoch müsste sie nun erneut saniert werden, am besten rückgeführt werden zumindest auf den historischen Zustand von 1903.

Der nun freie Spieltisch mit Radialpedal, bunten Registerwippen und Pistons steht links auf der Westempore. Schweller, Walze, freie Kombinationen, Tremulant und Spielhilfen (keine Setzeranlage) gefallen mir.

Das schöne Gehäuse unter der schmuckvollen Decke auf der WE, 1751 angefertigt durch G. Sonnenholz (Wien) und dem Schmuck von J. Matthias Steinl, die Orgel später neu erbaut 1903 durch F J Svoboda (Wien), verändert 1948 (J. M. Kauffmann, Wien) und 1973 ev. durch Ph. Eppel, besticht in dieser wunderbaren Akustik. 


Die Peterskirche gilt als die schönste Kirche der Millionenstadt Wien. Vor dieser weißen Barockkirche mit grüner Kuppel stehen die Kutschen. Innen an der Presbyteriumswand steht die Chororgel.

Es war sehr schön, hier an den Orgeln mehrfach zu konzertieren. Es war immer sehr gut besucht.

Auch der Nepomuk-Altar von 1729 gefällt mir sehr und die Rottmayr-Seitenkapellen.

28. Juli 2025

Foto: Pedal Friese Orgel III 1871 St. Georgen Parchim bei Schwerin, Mecklenburg 2025

Es war sehr schön, hier in Parchim zu spielen. Spieltisch und Prospekt erinnern mich an eine Mischung Ladegast-Rühlmann.

Das Konzert war schön und stand unter dem Motto Wein und Orgel. Man durfte trinken und zuhören. Manche liefen mit ihrem Weinglas ruhig in der Kirche umher und bestaunten unter meinen Klängen die Kunstschätze. Draußen tobte ein Gewitter.

Die langen Register-Züge sind schwer zu bewegen und quietschen etwas. Der Nachhall ist stark und majestätisch in der großen Kirche, eine besondere Akustik.

Parchim wird liebevoll Pütt genannt und hat ca. 20.000 EW. Als ich die Stadt voll Backsteingotik und Fachwerkhäusern betrat, kam sie mir wie eine Geisterstadt vor: Viele Häuser und Geschäfte stehen leer, auch die Strassen, dafür ein Dönerladen nach dem anderen, und aus den Türen der Häuser traten verschleierte Frauen.

Das Rathaus in Parchim stammt aus dem 14. Jahrhundert. Die kleinere, ältere Marienkirche von 1270 mit jüdischen Grabsteinen aus dem Mittelalter wird gerade renoviert, ebenso die romantische Orgel. Es ist eine wertvolle Faber-Orgel von 1908, die vor ein paar Wochen ihren Geist aufgab. Die Kirche erinnert mich sehr an die „dicke Marie“ aus Greifswald (Marienkirche).

Die Georgenkirche besitzt einen Möckelaltar von 1898, eine Glocke von 1618, Gewölbezwickel, den Leptzowaltar von 1421, Drolerien, Ratsgestühl 1608, große blaue Fenster und in der Winterkirche eine kleine neobarocke Sauer-Orgel von 1973.

Das evangelische Parchim hat auch eine kleine katholische Kirche.

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