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Ann-Helena Schlüter

27. Juli 2025

Foto: Friese Orgel 1871 St. Georgen Parchim bei Schwerin, Mecklenburg 2025

Ich bin in beautiful Parchim im Norden angekommen. Nach der langen Reise duschte ich erst mal im Hotel.

Historische, norddeutsche, romantische Friese Orgel Georgenkirche Parchim am Wockersee: St. Georgen Kirche bei Schwerin, 2 M, 45 R, Strahlenmechanik, mechanische Schleifladen

Die Stadt Parchim liegt in Mecklenburg-Vorpommern und gehört zum Landkreis Ludwigslust-Parchim.

Das neugotische Gehäuse mit seitlichen Pfeifenfeldern, Mittelfeld mit hohem Giebel, Schwellkasten mit Jalousien und Ornamenten steht auf der Westempore, mit dahinter liegenden Windladen. Die mechanische Manualtraktur führt ohne Wellenbrett über die Strahlenmechanik zu diesen Windladen.

Im Turm der gotischen großen Kirche mit Fünfergeläut befindet sich die Balganlage, zwei Magazinbälge und zwei Keilbälge.

Die Orgel hat einige Veränderungen erlebt und durchlitten:

1925 wurden noch pneumatische Zusatzladen und neue Pfeifen eingebaut.

1955 erweiterte Barnim Grüneberg aus Greifswald die Orgel. Dann kam die Firma Jehmlich 1961 und erneuerte die Register Mixtur, Oboe 8’, Cimbel
3fach, die Aeoline 8’ und das Larigot 1 1/3’.

Schließlich kam noch Wolfgang Nußbücker und veränderte Register.

Endlich 2001 erfolgte die Rekonstruierung und Restaurierung auf den originalen Zustand der Erbauungszeit durch Wegscheider (Dresden) und Arnold (Plau).

Es ist meine erste Friese-Orgel.

Die dreischiffige, rote, neunjochige Backsteinkirche besitzt ihre erste Orgel von 1564 von Fabian Peters. Die Kanzel ist von 1580. Brillante Akustik. Der Spieltisch mit funktionierendem Calcant, geschnitztem Pult und Registergesichtern ist eine Augenweide. 

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Plakat Parchim



26. Juli 2025: Musik als Lebenselixier

Foto: Stadttor Wangen im Allgäu

Bin unterwegs nach Schwerin zum Konzert. Von dort nach Wien. Freue mich.

Meine Master-Prüfung in Chorleitung an der Folkwang Essen ist angenommen worden und muss bis Februar 2026 über die Bühne gebracht sein. Wenn ich mit einem Chor arbeite, springt der Funke über. Ich gehe vollkommen im Flow auf. Ich vergesse die Zeit.

Ich weiß noch, wie ich in Heidelberg an der HfK 2019 zum ersten Mal einen Chor leitete. Es war ein Rausch-Zustand, wie Träumen, genau wie beim Malen. Ich merke, dass mir meine Gabe der Synästhesie all dies in einen künstlerischen Ausdruck zusammen fließen lässt.

Es ist zwar zeitlich nicht möglich, sich allem gleichzeitig intensiv zu widmen: Malen, schreiben, spielen, komponieren, dirigieren… Aber ich glaube, dass es im Himmel so sein wird. Und in Kirchenmusik ist es fast schon ein bisschen so.

Zum Update Georg Enderwitz: Er hat in diesem Zusammenhang, da er wohl über mich Nachforschungen angestellt und dadurch von begeisterten Zusagen auch anderer Arbeitgeber erfuhr, auch dort hinterrücks aufwendigen Boykott betrieben.

Wangen ist eine hübsche Stadt nahe dem Bodensee, voll bemalter Häuser, Brunnen und Tore. Ich habe in einem schönen historischen Hotel in der kleinen Innenstadt gewohnt.

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25. Juli 2025: … Und der Regenbogen springt heraus und bringt mich tief zur Ruh. (Silja Walter, 1919. ps:Hier ist nicht der Pride Regenbogen gemeint, sondern der Regenbogen der Treue Gottes.)

Foto: Weigle Orgel Stadtkirche Wangen im Allgäu

Ich habe mich in Wangen beworben und wurde auch hier von allen einstimmig gewählt. Auch der Chor, völlig begeistert von mir. Die Weigle Orgel ist zwar klein, aber die Stadt süß. Es gibt jedoch einen Kollegen in Wangen, der als Diva bezeichnet wird, ich kenne ihn nicht, Georg Enderwitz, der sich wohl erfolglos im Dom in Rottenburg beworben haben soll und den ich noch nie auf einem Konzertplakat gesehen habe. In St. Martin Wangen konzertierten fast nur Männer.

Erschreckend finde ich, dass sich dieser katholischer Kollege Enderwitz wohl hintenrum geäußert hat, dass er nicht mit mir zusammen arbeiten würde. Wenn das die Auffassung für Ökumene ist, wird da wohl nichts draus werden.

Ist Enderwitz eine Konkurrenz in der Stadt durch eine Frau, die erfolgreicher ist oder werden könnte als er, unangenehm? Er ist hier im kleinen Wangen schon seit Jahren eine Art Alleinherrscher.


Die Pfarrerin Elisabeth Jooß wirkt für so eine Attacke nicht stark genug, eher feige. Schade für Wangen. Hier ist schon seit Jahren der Kinderchor zusammengebrochen. Aber ich bezweifle, dass hier je eine Kantorin oder Kirchenmusikerin glücklich werden würde. Dazu bräuchte es ein verlässliches, starkes Team gegen eine Übermacht des Boykotts.

24. Juli 2025: Die Wahrheit ist viel zu groß für so eine kleine Theorie.

Foto: Wegscheider Orgel Güldendorf Frankfurt (Oder)

Heute erinnere ich an Germaine de Staël.

Charles Darwin Teil II:

Die Erklärungen, die Charles zu den Themen Sprache, Ästhetik, Intellekt, Kunst, Kultur, Musik, Geschmack und geistigen Fähigkeiten findet, klingen erschreckend dilettantisch und so, dass man denken könnte, es wäre eine Satire oder so. Er widerspricht sich selbst zudem und entlarvt sich, wenn man genauer hinsieht. Beispiel:

„Es ist aber sicher ein Irrtum, von irgendeiner Sprache als einer Kunst zu sprechen, in dem Sinne, als sei sie mühevoll und methodisch ausgearbeitet worden“.

Im Grunde will er also in seiner Lehre sagen, dass sich alles entwickelt, angepasst und variiert hat, nichts wurde kunstvoll, methodisch und mühevoll ausgearbeitet, nicht mal die Sprache, nicht mal Musik. Es hat sich irgendwie abgespielt, ganz von alleine. Das steht in totalem Widerspruch zur Schöpfungsgeschichte und zum Christentum und lässt sich nicht vereinen. Laut der Bibel stammen wir nicht von Tieren ab. Unser Vorfahre ist nicht Orang Utan. Es widerspricht auch dem gesunden Menschenverstand.

Denn die gesamte Schöpfung, inklusive Erde, Tiefe, Meer und Himmel, jedoch besonders wir wurden genau das: kunstvoll und mühevoll ausgearbeitet. Deswegen ruhte Gott. Deswegen sollen auch wir ruhen und die Erde erhalten. Dies alles begründet unsere Würde und Verantwortung. Denn alles ist Kunst: dass wir atmen. Dass wir denken können. Dass wir lächeln.

Und woraus soll sich denn unsere Sprache und Grammatik entwickelt haben? Von „Barbaren, Wilden“, wie Charles es nennt, von „Vor-Affen, Tieren und Seelilien“? Charles spricht von „den niedrigsten Wilden und ihrer scheußlichen Musik“. Wer soll damit gemeint sein? Und woher kommen die „zivilisierten Rassen“? Und woraus hat sich das Universum entwickelt? Und was ist so schlimm daran, zu erkennen, dass es einen Künstler gibt, der Schönheit erschaffen hat? Denn woraus soll sich Schönheit entwickelt haben? Aus Scheußlichkeit?

Ich glaube, dass Darwin einige Dinge in der großen Kunst der Schöpfung erkannt hat: die Fülle, das Entwickeln, Wachsen, Abwerfen und Sterben, und daraus eine allgemeine philosophische Theorie entworfen hat. Eine, die falsche Schlüsse zieht, die nicht greifen kann. Die viel zu kurz und zu klein für die Wahrheit ist.

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23. Juli 2025: Ist Gott ein Menschenaffe? Ein Primat?

Foto: Wiegand Kreienbrink Orgel Fliedetal

Heute erinnere ich an D.H. Lawrence.

Ich wurde gefragt, was ich von der Lehre von dem britischen Biologen Charles Darwin halte, was von seiner Lehre „Abstammung des Menschen“ bzw. von seiner „Arten-Theorie“ durch „natürliche Selektion“ und Auslese. Nun, ich denke, es war seine Theorie, seine Selektionsvorstellung. Von seinen Beweisen oder gar „vollständigen Beweisen“ bin ich nicht überzeugt, auch wenn die Darwinsche Selektion und die Evolutionsbiologie oft als bewiesen dargestellt wird, um den Ursprung des Menschen (ohne Gott) zu erklären.

In der Evolutionstheorie wird der Mensch als „Form“ dargestellt, als „Menschenform“, als „Typus“, aus „tierischen Ahnen“ entwickelt, aus „niedrigeren Formen“, aus einer „tiefer stehenden Form“. Ich finde ein solches Denken problematisch, da Geist und Seele keine Rolle spielen. Die missing links sind bis heute klar auf der Hand.

Nichts gegen Entwicklung und Variation. Aber einen Stammbaum des Menschen durch eine Formenkette und durch Tierreihen dieser Art zu erstellen, erscheint mir sehr kurz gegriffen und typisch männliches oder menschliches Denken.

Wie erklären diese „Naturforscher“ die Existenz von Geist und Seele durch „subhumane Hominiden“ oder „Menschenartige“? Wie die Schöpfung um uns herum durch Morphologie? Wie Musik, Lachen, Tränen, Gott, die Entstehung der Welt und des Universums, die Schönheit von Frauen, Begabungen, Lyrik, Farben, Intuition und Sehnsucht durch „Darwinsche Selektion“? Das ist, als würde man mit einem Strand-Spielzeug, mit einem Sandförmchen das Meer erklären wollen.

Ich persönlich glaube, dass das Wichtigste unsichtbar ist, dass letztendlich alles geistlich ist. So gesehen glaube ich das Gegenteil von Darwin, der von rein irdischem Denken ausgeht, von Gebiss, Skelett, Eiern, Parasiten, der Babys mit Hunden vergleicht und von „Vor-Menschenaffen“ spricht. Im Großen und Ganzen kann man sagen, dass die Bibel (nicht die Theologie, sondern die Bibel) das Gegenteil von Darwins Theorie ist. Man muss sich entscheiden.

Stammen wir von Primaten ab, gehören wir zur Familie der Schimpansen oder sind wir ein Ebenbild Gottes? Oder ist auch Gott ein Gorilla, ein Menschenaffe? Ein „Menschenartiges“ nach Darwin? Was für eine Form und welches Gebiss hat seiner Meinung nach der Heilige Geist?

Und wie lässt sich Moral, Charakter und Verantwortung, Himmel und Hölle durch Selektion und Arten-Theorie erklären? Wie Liebe? Wie Glaube? Wie Zeit?

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22. Juli 2025: Mit dem Dampfer zum Dienst

Foto: Kreienbrink Orgel St. Goar Kirche Flieden Fulda

Heute erinnere ich an George Sand, eine symbolische und extreme Poetin.

Ich besuchte Musiker-Freunde, am Ammersee – ein sehr schöner großer Voralpensee in Bayern, stürmisch aufgepeitscht, umrahmt von Klöstern und Bergen. Die Schiffe sind edel innen verkleidet, mit viel Holz, es machte trotz Wind Spaß, hier zu fahren. Die Flotten sind Raddampfer; einige Menschen fahren zum Dienst mit dem Dampfer.

Die klassischen Musikerinnen und Musiker außerhalb der Kirchenmusik sind meiner Erfahrung nach (und ich komme ja aus einer Pianisten- und Streicher-Familie) meist eher scheu, zurückhaltend, sehr musikalisch, liebevoll unbeholfen (außer ich, ich bin sehr beholfen), an dynamischen Klang gebunden und blühen auf der Bühne auf. Sie stehen für den unverwechselbaren Klang von Klavierquintett. Für den Klang von Kammermusik. Durch und durch. Wie die Einrichtung der Raddampfer: Warmes, wertvolles Holz.

Viele Kirchenmusiker und ihre Semis dagegen lieben Tratsch, drücken und ziehen, verwechseln Machtposition, Revier und Sicherheit mit Kunst, sogar mit Gott, können kein dynamisches Instrument spielen, nicht mit Unkonventionellem und Künstlern umgehen, sind gebunden an Tradition, raffiniert, mafiös, lehrerhaft und verwechseln Lautstärke und Größe mit Klang. Woran liegt das?
Das Bittere, Zermürbende und Scheinheilige ist schwer zu verstehen.

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21. Juli 2025

Foto: Kreienbrink Orgel St. Goar Kirche Flieden Fulda

Mein Konzert heute Abend war sehr schön und gut besucht. Es war das Jahreskonzert.

Hinterher waren wir essen. Draußen gewitterte es später. Das Konzert fand im Rahmen des Kultursommers Hessen statt: Main. Kinzig. Fulda und wurde gefördert vom hessischen Ministerium für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur und unterstützt von der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen. Ich habe schöne Geschenke bekommen.
CDs habe ich verkauft. Es waren wieder viele liebe Fans da.

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20. Juli 2025

Ich bin in Flieden bei Fulda angekommen und freue mich auf mein Konzert: Auf die große Matthias Kreienbrink-Orgel von 1963/64 mit drei Manualen und 36 Registern in kath. St. Goar im Fliedetal, die eben gereinigt und nachintoniert wurde. Das Denkmalinstrument wurde finanziell gefördert, so dass die Arbeiten von Orgelbau Hey (leider mittlerweile insolvent) ausgeführt werden konnten.

Die besonderen Register Hellzimbel 3fach, Schalmeyregal 8‘, Nonsept 1 1/7‘ + 8/9‘, Hornoboe 8‘ und das Pedal mit reichen 7 Registern wurden sorgfältig saniert.
Es ist meine 7. Kreienbrink-Orgel. Kreienbrink stammt aus Osnabrück.

Sankt Goar ist eine barocke Saalkirche mit 4 Glocken und gehört zur Pfarrkirche der Kirchengemeinde Christkönig Flieden im Dekanat Neuhof–Großenlüder des Bistums Fulda.

Von 1728 stammt die erste (anonyme) Orgel und trug das Wappen vom Spender Adalbert von Dalberg. 1756 kam schon die nächste Orgel: Orgelbauer Johann Wolfgang Wiegand baute ein neues Instrument, dessen barocker Prospekt teilweise noch erhalten ist. Darin steht nun die heutige Orgel: Das Brüstungspositiv wurde von der Orgel von 1756 übernommen, ein Rundturm in der Mitte und zwei Harfenfeldern außen, dazwischen kleine Flachfelder.

Der Hauptprospekt wurde genauso barock nachgebildet mit Rundturm in der Mitte und großen Harfenfeldern darum herum.

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19. Juli 2025

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18. Juli 2025: Musik ist Wiederholung der Welt in einem einzigartigen Stoff. (Schopenhauer)

Foto: Sehnsuchtsort Orgel

Meine heißgeliebte 23jährige blaue Gurkenkutsche VW Beetle namens Drop bzw. Sweet Kübel von 2002 ist gerade wieder durch den TÜV gekommen, nach dem zweiten Anlauf, ich freue mich. Ich bin übrigens punktelos.

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