8. Januar 2023: Die 1.056.000 Keramikteile der Schalen des Opernhauses in Sydney sind in Schweden hergestellt worden. Ich vermisse Australien. (AHS)
Klang wölbt die Handfläche. (AHS)
Foto: Der Schwedenkönig und ich
Ich empfehle den Film Serengeti.
Kirchenkunde: Ich komme aus der evangelischen Landeskirche, war aber auch in Köln einige Jahre zugehörig und musikalisch aktiv in einer Baptistengemeinde. Auch die methodistischen Gemeinden mag ich und habe hier viel gespielt. John Wesley war ein erstaunlicher Mensch, der sogar aber aus dem Calvinistischen kommt. Auch in der Brüdergemeinde Herrnhut war ich eine Zeitlang sehr aktiv. Ich mag auch die evangelikalen „Erweckungsbewegungen“ – jedoch nicht mehr fundamentalistischen Pietismus, frauenfeindlichen Evangelikalismus und am wenigstens die heuchlerische Arroganz von vielen Freikirchlern, denn das engt mich letztendlich ein. Ich liebe die Volkskirche.
Mein Beethoven kurz vor Corona in Saarbrücken:
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Mir gefallen die Cartoons von Peter Gaymann. Empfehlen kann ich den Film LOU. Es geht um eine Künstlerin in einer männerdominierten Welt um 1861, die sich nicht verlieben will, um an ihrer Karriere dran zu bleiben. Aber sie schafft es nicht: Sie verliebt sich in Rainer Maria Rilke. Ab da nimmt das Verhängnis seinen Lauf…
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Feiertag. Ich laufe durch Würzburg, und es riecht warm nach Frühling, obwohl die Weihnachts-Deko noch blitzt. Es erinnert mich an mein Weihnachten in Arizona!
Der sogenannte musikwissenschaftliche Forschungsstand ist oft bedenklich, finde ich. Da heißt es dann zB: „Es gilt gemeinhin als eine Art…“
Kurzum: Was die (subjektive) Meinung bestimmter Männer ist, was irgendein Stück 1803 oder 1707 etc. bedeuten könnte oder darstellt, gar das Resümee eines Jahrhunderts sein soll oder könnte, ist dann „State of the Art“. Das wird dann weitergenutzt und weitergetragen und weiterverbunden, bis es gar ein Fakt wird. Brahms 4. Sinfonie zB wird auf diese Weise „das Resümee der kompositorischen Errungenschaften des 18. und 19. Jahrhunderts“. Begründung: Denn es gilt gemeinhin als eine Art …
Aha. Als eine Art gemeinhin. Dazu passive Sprache. The male state of the art, die es zu Dutzenden gibt.
Menschen, die nicht mehr wissen, was gestern war, glauben auch dies: Vor 3,9 Billiarden Jahren gab es den Dinosaurier XYのよう素は hmm – alles klar.
6. Januar 2023: zum Trost aufsteigend in die Nacht hinaus (AHS)
dort den Mund kauen, wo Ton entsteht. (AHS)
Empfehlen kann ich den Saunagarten in Kist. Heimelig. Es gibt auch ein Heubad und eine Erdsauna mit Feuer draußen (mag ich am liebsten). Nur einen etwas zu großen Überschuss an alten Männern.
Ich habe schwedisches Wikingerblut und halte es beim Aufguss auch gut ganz oben aus. Wenn nach einer Extrarunde gefragt wird, bin ich die erste, die Ja und Hurra ruft. Und ich bin nach 10 min danach schon ready für den nächsten Gang. Da hängen alle anderen noch in den Seilen.
Ich lese gern über verklungene Zeiten. Was hat Bach besonders geprägt? Seine Zeit in Lübeck bei dem genialen Buxtehude (70), ein Vierteljahr, 1705. Buxtehude war damals 3x so alt wie Bach. Was Arnstadt von seinem Trip dachte, war ihm egal. Sein Eifer, immer weiterzukommen, trieb ihn. Die Zippel-Organisten sind ausgeflippt. Bach wurde in Arnstadt noch vieles andere vorgeworfen. Er wurde viel kritisiert, weil er sich nicht an die Regeln gehalten hat. Oh was würden die Zippel heute über ihn lästern, wenn sich dies alles heute zutragen würde.
Das eventuelle Portrait des jungen Bach gefällt mir.
Wenn Reincken Bachs „Idol“ war (wie Michael Maul schreibt, seltsame Formulierung), dann umso schockierender, dass man Gerücht und Anschuldigung: Reincken als Bordellbetreiber – weiter als „State of the Art“ stehen lässt. Bach hätte sich zudem sicher nie einen Zuhälter als „Idol“ ausgesucht.
Ich verehre Bachs Musik als „Erziehungsmittel“ zu Sitte und Schönheit, so wie Musik in der Antike und im Mittelalter und in den Hochkulturen als Erziehungsmittel gesehen wurde, zu Recht, denn Bach selbst hat seine Musik so bezeichnet.
Zu Bachs frühen Zeiten wurde Musik zum Gotteslob verwendet, zur Gemütsergötzung. Dann aber ab der Aufklärung, Klassik und der Romantik wurde sie selbst Religion, später von germanischen und anderen Mythen und magischem Zauber durchzogen.
Buxtehude
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Doch ist Bachs Musik eine seelisch formende Macht. Warum? Bach kannte sehr gut die Gesetze von Rede und Gegenrede. Seine Musik ist eine Rede, ist Sprachkunst zur Ehre Gottes. Er besänftigt Schmerz, spiegelt die Weltsicht und die Gesellschaft, kennt die kosmologische Weltordnung, die Symbole der Harmonien. Seine Sprache ist nicht die griechischen Götterfeste, sondern Gott. Nicht die Unterwelt und die attischen Tragödien, sondern Jesus.
Seine Musik ist ein verbindliches Erziehungsfach. Denn Bach war hochgebildet. Er kannte Trivium und Quadrivium, also Rhetorik und Arithmetik des christlichen Mittelalters (siehe Melanchthon und Luther), und die mathematischen und kosmologischen Musikelemente der „septem artes liberales“. Dinge, die heute oft verschüttet sind.
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Ich erinnere an Eva Strittmatter, Poetin, interessante Gedanken. Ihr Mann war ebenfalls Schriftsteller. Leider beide schon tot. Und doch, in ihren Gedichten leben sie, in ihren Stimmen. Ich habe sie heute kennengelernt. Ihre Töne waren in meinem Zimmer. Dinge, die dauern und fliehen. Die Sünde, die uns unterscheidet von den Tieren. Kluge Frau.
Mich verbindet es oft viel intensiver mit verstorbenen Menschen, weil ich weiß, dass diese weiser und weiter sind als ich. Ich spüre deren Demut und Läuterung, weil sie die Grenze durchbrochen haben. Sie haben die andere Seite gesehen und das Materielle hinter sich gelassen. Manchmal habe ich Sehnsucht danach. Kaum lebendige Menschen können das aufweisen. Die dämliche Dummheit vieler irdischer Menschen stört mich oft sehr.
Chopin
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3. Januar 2023: Außergewöhnliches schaffen. Kunst schaffen, Kunst machen. Für die Öffentlichkeit. (AHS)
Foto: Heissler
Alles erfahre ich, indem ich schweige, auf dass ich höre. (AHS)
Erstaunlich: Seit 1703, als Bach die Stelle in Arnstadt antrat, wurde von den armen Organisten Lakaien-Verhalten erwartet und gefordert, was sie unterschreiben mussten und teilweise von Künstlern kaum einzuhalten ist (das kann nicht gutgehen) und die Bach auch nicht eingehalten hat: Um gutes Orgelspielen ging es dabei nicht, sondern um unterwürfiges, abhängiges, nüchternes und treues Verhalten der Obrigkeit gegenüber. Treu im Sinn von Buckeln nach oben. Ist dies heute nicht immer noch der Fall bei Kirchenmusikern? Das prägt natürlich den Charakter.
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Es war sehr schön an Silvester: Raclette, Ausritt ins Gelände über Brücken und an der schönen Selke entlang, Aschenbrödel, Titanic, Dinner for One (ich schüttle hier wie jedes Jahr durchgehend den Kopf) und buntes Kinderfeuerwerk.
Das Rumgeböller finde ich unmöglich, da es Tiere total verschreckt. Hunde bellen sich heiser, Katzen verstecken sich und ich habe selbst gesehen, wie der schöne Fuchs-Wallach Bubi (eigentlich Deinhard), den ich später geritten bin, panisch wurde. Der Lärm ist einfach nur dumm, gefährlich, laut, dreckig und teuer.
in den armen des befreundeten akkords (AHS)
Neu: Drei Haselnüsse für Aschenbrödel
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Empfehlen kann ich übrigens die ätherischen Öle von doterra.
Es war sehr schön an der großen pneumatischen romantischen Orgel in Aschersleben von 1907 mit ihrer wunderbaren Walze.
Schaukelpferd:
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Pneumatische Röver Orgel 1907 St. Stephani Kirche Aschersleben Orgel Vlog
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30. Dezember 2022: Ich sehe es auch als meine Aufgabe, eine Kultur des Mutes (…) zu etablieren… (Tina Müller)
Man muss sich überwinden, aus dem Alten auszubrechen. (Kati Wilhelm)
Heute erinnere ich an Annie Easley, die sich nicht zurückdrängen ließ im Kampf für die Schwarzen. Und an Helena Demuth.
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Sehr krass finde ich das Leben von Helena Demuth. Der „berühmte“ Trierer Karl Marx steht bis zum Schluss nicht zu seinem unehelichen Kind mit seinem Hausmädchen. Karl Marx. Ein Feigling und ein Lügner? Dadurch ist Helena Demuth ebenfalls gezwungen, zu lügen.
Ich glaube, gesellschaftliche Konventionen zwingen Frauen zur Lüge. Die Lügner aber zuvor sind Männer, die Frauen etwas einreden, was nicht stimmt, so dass sie lügen. Zum Beispiel: Es ist die Frau schuld, wenn sie schwanger wird. Es ist die Frau die Ehebrecherin, wenn ein verheirateter Mann sie schwängert usw. usw. Die Frau muss sich schämen, wenn sie vergewaltigt wird. Die Frau darf Männer nicht anzeigen, da sie sich sonst in Gefahr bringt. Die Frau muss schweigen, darf nichts verraten.
Da Männer Frauen stets von Geld fernhielten und Frauen lange gar nicht arbeiten durften, waren und sind Frauen oft finanziell abhängig. Da Helena daher um das Leben ihres Kindes fürchtete (hohe Kindersterblichkeit), mußte sie bei ihm im Hause bleiben.
Jenny Marx, die betrogene Ehefrau, hatte Karl Marx auch belogen. Dabei war gerade sie eine wundervolle Frau, die vieles anders sah als Frauen ihrer Zeit. Sie wollte wohl schon damals das Establishment verändern eigentlich, aber wurde auch belogen und betrogen.
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