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18. August 2020

Die Großen hören auf zu herrschen, wenn die Kleinen aufhören zu kriechen. (Schiller) 

Schöne Fiakerfahrt in Salzburg in der Sonne – nun, unser wettergegerbter Kutscher, der „schon mal Lang Lang fahren durfte“, konnte leider wenig zur Stadt sagen, obwohl er seit Jahrzehnten hier fährt (als ich ihn fragte, wer der Name auf einem Schild sei, antwortete er, das wisse er nicht, das Schild sei ihm noch nie aufgefallen). Die beiden Haflingerstuten trabten lieb an der Salzach entlang und dann immer rund um den großen Dom. Es ist wirklich ein Wunder, dass diese hübsche Stadt, etwas größer als Würzburg, nicht stark getroffen wurde im Krieg.

Abends war dann wieder Konzert im Festspielhaus. Wenn es dort jedesmal heißt, man würde empfehlen, “die Maske” auch im Konzert zu tragen und dann dennoch 80 Prozent “die Maske” abnehmen, dann muss das doch peinlich für die Veranstalter sein. Es haben hauptsächlich wenn, Frauen die Maske weiter getragen, gehorsam wie sie sind, während die vielen alten Männer (die Risikogruppe) keine Maske trugen. 

Auf allen sieben Konzerten fiel mir auf, da ich ja auch weit vorn saß, dass der “harte Kern”aller Orchester samt fast aller Außensitzen von Männern dominiert waren. Dort in diesem inneren harten Kern schlagen sich die Männer grinsend auf die Schulter, tuscheln und planen miteinander, schauen sich auch beim Spiel verschwörerisch an und bedanken sich hinterher beieinander. Die Frauen lächeln am Rande schweigend dazu. Sie sind im Grunde außen vor. Das alles hat mich sehr nachdenklich gemacht. Die beste Aufführung war mit Abstand Cosi fan tutte – von Frauen geleitet. Warum haben Männer so Angst vor dem Können von Frauen? 

Viele Organisten spielen vielleicht richtig artikuliert, aber ohne Seele, ihre Töne singen nicht, es klingt sehr spitz, herzlos, nicht süffig, ohne Rundungen, alles Knochen, lieblos. Man merkt, dass sie die Musik an sich nicht gelernt haben.  

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