10. Mai 2020

Wir sollen lieben, bis es schmerzt. (Mutter Theresa)

Muttertag. Ich denke gern an St. George’s Anglican Church in Hobart. Tasmanien! Was waren das für schöne Zeiten, in der Welt herumzureisen.

Ich erinnere mich auch an meine Zeit, in der ich viel in (frei)kirchlichen Gemeinden und Konferenzen gespielt habe. Oft wurde dort darüber geredet, dass Kreativität und (große) Gaben Götzendienst sein könnten, aber die, die dies sagten und kritisierten, haben nie ihre eigenen Dingen und Aufgaben gemeint, sondern die Dinge anderer. Und diese haben meist darüber bestimmt, wann und wie etwas als “Götzendienst” zu betrachten ist. Aber ich war zu naiv und jung, um das zu begreifen. Ich wusste nur: Ich bin lange noch nicht so kreativ, wie ich es sein möchte. Was ist, wenn Gott schon jetzt etwas dagegen hat, dass ich künstlerisch bin, wo ich doch noch nicht mal richtig angefangen habe? Erst viel später und außerhalb dieser Szene habe ich verstanden, wie sehr Gott Kunst und Kreativität schätzt und möchte. Seine Stimme ist leise.

Es gab  in dieser Szene eine bestimmte Sprache. Nur wenn man die richtig spricht und nichts in Frage stellt, gehört man dazu. Ich habe dort dennoch viel gelernt. Es ist, als hätte ich immer eine innere Alarmglocke in mir, wenn ich zu sehr auf mein Eigenes fixiert bin. Das ist ein guter Schutz. Ich bin innerlich geprägt worden von dem Fragen nach Gott, egal, in welcher Szene ich mich bewege. Und es gibt viele Szenen. Die Szenen sind sehr unterschiedlich, gar entgegengesetzt und doch immer gleich, denn die Menschen sind überall gleich. Ob Kirche, Gemeinde, säkulare, weltliche Orte, Hochschulen, Wirtschaft, Events, es geht oft um Macht. Daher bin ich dankbar, dass ich viele unterschiedliche (christliche) Szenen und Umfeld(er) intensiv erlebt habe. Mich kann eigentlich nichts mehr verwundern. Ich kenne alle diese Sprachen und Codes und durchschaue sie.

Nun steht also mein Cembalo mit den zwei Manualen hier bei mir. Ich bin gespannt, wie es wird, darauf zu spielen und es regelmässig zu stimmen. Ich glaube, dass ich mich bei meinem absoluten Gehör erst an diese besondere, spezifische Schwebung gewöhnen muss.

Eine Antwort auf “10. Mai 2020”

  1. Klaus Schlepphorst

    Herzlichen Glückwunsch zum Cembalo und viel Freude beim Stimmen. Absolutes Gehör ist nicht immer von Vorteil. Das kenne ich von Jonas. Aber zum Hören der inneren”Alarmglocke”auf jeden Fall!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.