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Tur Blogg

Die Liebe ist ein Gewebe von Bindungen, das einen werden lässt. (Saint-Exupéry)

Heute erinnere ich an Anita Augspurg, Martha Nussbaum, Elly Ney, Jennifer Morgan, Salome Surabischwili.

Ich habe spontan einen Orgel–und Klavier-Vlog begonnen, Organ and Piano Vlog #1: ORGAN PIANO VLOG #1 auf Englisch. Ich glaube, der erste Orgel-Vlog. Ich finde Vlogs auf YouTube spannend.
Gesegneten Karfreitag. Und morgen fahre ich nach Thüringen, ich freue mich sehr.

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2. April 2021

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Die Menschenrechte haben kein Geschlecht. (Hedwig Dohm)

Und top-Sprinterin Gina Lückenkemper. Sie genießt das Laufen so wie ich die Musik. Es ist schön, eine “Wettkampfsnatur” zu sein, konzentriert und gleichzeitig entspannt. Dahin zu kommen, eigene Leistungen zu 100 Prozent abrufen zu können. Vor allem, wenn man eine CD aufnimmt, jetzt.

Heute erinnere ich auch an Marie-Louise Coleiro Preca (Politik) und Kaisa Mäkäräinen (Sport).

Was ich an Bach mag, ist seine delikate, vokal sprechende, singende, flüsternde Tastenmusik, schwingend, fließend. Ohne Nähte. Danke für die lieben Ostergeschenke und Päckchen und Blumen.

1. April 2021

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Ich versuche, meine Schlachten weise zu wählen, mich nicht sinnlos zu verausgaben. (Lone Scherfig)

Dänische Regisseurin.

Gründonnerstag

Am Samstag lerne ich einen wundervollen Organisten kennen und tolle Orgeln, ich freue mich! Und in zwei Wochen ist es so weit: CD ❤️

Sehr empfehlen kann ich die Gedichte von Louise Glück, Averno, Lyriknobelpreis 2020. Gänsehaut! Aber bitte auf Englisch original links lesen – die deutsche Übersetzung rechts ist Katastrophe. Wobei Lyrik schwer zu übersetzen ist.

Ich freue mich auf das Interview in der Zeitung Zeitzeichen. Ich hoffe, der Redakteur wird von Hass-Emails aus dem neidischen Teil der “Kirchenmusikszene” und deren Männer-Semi-Club verschont, so wie meine Verlage und Agenturen Hate-emails bekommen haben. Große Teile dieser Szene sind eher wie ein Kegelclub als wie eine Künstlerszene. Ob da gleich Attacken kommen? Angeheuert von der Männer-Szene?

Ich habe mein erstes Tik Tok Video hochgeladen namens „Luftklavier Chopin“. Lachen verboten! ☺️

Ps: Das Einzige, was das Eierfest Ostern mit dem Evangelium gemeinsam hat, ist der Hahn, der 3x kräht.

Luftklavier: https://vm.tiktok.com/ZMeyvk9ma/

Luftklavier Chopin

Mein Beruf ist ein so erfüllender und auf gefährliche Weise vieles andere kompensierender Beruf. (Ulrich Matthes)

Das kann ich nur bestätigen. Schwindelerregend. Die Zeit öffnet sich zur Ewigkeit. Was ist die Triebfeder, die Gier für die Bühne? Warum liebe ich die Bühne? Das Leben, die Ewigkeit abzubilden? Einen Traum? Eine Wolke? Realität infragestellen? Etwas dazwischen? Die innere Wahrheit. Welterfahrung.

Ich bin nicht der Meinung von Theodor Lessing, dass Selbsttäuschung lebensnotwendig ist. Gerade die Geschichtsdeutungen sind verklärt und die angebliche Aufklärung in vieler Hinsicht selbsttäuschend. Viele, die die aktuelle Wahrheit sagten, wurden bedroht oder getötet. Die schweigende Mehrheit ist mit schuld (siehe David Hume).

Das Leben aber ist nicht nur als Unterhaltung gedacht. Die Kunst auch nicht und muss reine Unterhaltung und Täuschung durchbrechen. Denn viele Unterhaltung ist Täuschung.

Ich spüre am Atmen den Grad der Musikalität. (AHS)

Es war teilweise extrem einengend und nicht leicht, wieder Student gewesen zu sein, da ich zuvor Klavier studiert habe und schon weltweit auf Tour war. Aber sonst hätte ich NIE in so kurzer Zeit unter enormem Druck so gut Orgel gelernt. Das war alle Opfer wert. Ich liebe die Orgel, und ich möchte noch mehr lernen. Durch das schlimmste „Reguläre“ habe ich es geschafft (darüber könnte und werde ich auch ein Buch schreiben, was ich alles erlebt habe). Und es war auch eine wunderbare Zeit trotz des erneuten Studentenstatus. Die Orgel hat es tausendmal zurückgezahlt. 🙂 Und es gab wundervolle Leute.
Ich mag Langlais, vor allem die wirklich abstrakten, modernen Werke. Sie erinnern mich an meine, obwohl ich sie zuvor nicht kannte.

29. März 2021

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Dem wilden Verhängnis Musik ausgeliefert sein. (AHS)

Momentan bin ich der Dissertation ausgeliefert und bekomme Gehirnmuskelkater. Wichtig ist, viel Salat zu essen. Dass die Uhr umgestellt wurde, habe ich wieder einmal nicht mitbekommen. Es kommt mir vor, als würde man in einer Goldmine arbeiten und kann die Mine keine Sekunde verlassen. Man kann leider nicht aussteigen. Marienkäfer leisten mir Gesellschaft und zwicken mich.

Piano-Love-Song:

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I miss Melbourne!

28. März 2021

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Es gibt nicht nur eine Möglichkeit des Hörens. (AHS)

Ich liebe Kunstfilme. Der Film am seidenen faden von Katarina Peters ist unglaublich gut. Einen Oscar soll er bekommen. Es ist einer der besten Filme, die ich je gesehen habe. Authentisch, bewegend, wundervoll gefilmt. Es geht um den Cellisten Boris Baberkoff, der einen Schlaganfall erleidet mitten in der Karriere. Seine Ehefrau und Künstlerin Katarina Peters filmt das jahrelange Drama, um es irgendwie zu verkraften. Die Kraft der Musik und der Liebe werden deutlich. Die Seele ist so viel wichtiger als Karriere.

Hervorragend ist auch der Film Touch the Sound. Evelyn Glennie (Perkussion) ist wundervoll. Schön gefilmt. Man fällt einfach in die Bilder hinein, dickflüssig, zärtlich, liebevoll aufgezeichnet: Stadtleben und Reisen vor Corona. Ich reise mit. Ich reise nun per Film in die Welt. Da ich viel gereist bin, kann ich gut andocken. Gut, dass ich früher so sehr viel gereist bin. Ich kenne das alles, Großstädte, Bahnhöfe, Flughafen, Lärm, Hochhäuser… Aber es kommt auch Sehnsucht hoch.

Etwas seltsam, aber nicht uninteressant ist der Balletfilm Dance for a camera. Hervorragend finde ich den Film Kinshasa Symphonie. Da ich schon in Afrika war, konnte ich mitempfinden.

Was ich schade und ärgerlich finde, ist (wie mir nun auffällt in meiner Dissertation), dass es so viele Festschriften gibt für Männer in der wissenschaftlichen Literatur, da Männer sich gegenseitig gern ehren, aber kaum Festschriften für Frauen, schon gar nicht von Frauen oder Männern. Was muss man für ein Geschlecht sein, um Frauen zu ehren? Es müsste erst noch erfunden werden. Ich bin dieses Geschlecht. Es ist nicht d oder x oder queer, sondern ganz simpel: weiblich-und-nicht-gegen-Frauen-und-nicht-dafür-dass-Männer- nur- sich-gegenseitig-ehren. Jefraud. Ich denke, der Grund, warum Frauen nicht egoistisch sein dürfen, ist, weil dies den Männern Nachteile bringen würde, und zwar schon dadurch, dass Männer von Frauen geboren, versorgt und aufgezogen werden. Männer müssen Frauen also kontrollieren, anstatt dankbar zu sein. Dass Frauen milder von Natur aus sind, ist den Frauen zum Nachteil geworden aufgrund des männlichen Egoismus. Dieser Egoismus und diese Kontrolle haben weltweit unterschiedlich starke Ausprägungen.

27. März 2021

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Orgeln unter die Fittiche nehmen. (AHS)

Den Film Die Neunte von Salfati, über Beethoven, finde ich bedenklich, da Beethoven durchgehend als sehr politisch, humanistisch, gar als Freimaurer dargestellt wird. Der Film erscheint mir insgesamt atheistisch. Ich liebe Beethovens Talent, Klänge und mag nicht, wenn Beethoven als politischer Philosoph dargestellt wird. Schiller soll diesem Film nach ebenfalls Freimaurer gewesen sein, er, der Ode an die Freude schrieb. Ich mag Choräle. Ich sehe Beethoven nicht als Politiker.

Der Film Michael Nyman ist, wenn man zuvor Beethoven gehört hat, ein Gruselkabinett für meine Ohren.

Sehr gut ist der Film Spielweisen. Akademie der Künste, Berlin. Interviews mit Schauspielern an Theatern. Genial sind hier Sandra Hüller mit Yvonne Büdenhölzer. Aber auch Signa Köstler und Ulrich Matthes. Man lernt enorm über das Künstlersein. Hervorragend gefilmte Interviews mit weisen Menschen. Alles, was die reden, kenne ich von mir selbst:

  1. “Mutig und frech genug sein, sich anstarren zu lassen.”
  2. “Damit umgehen können, wenn andere Lust daran haben, einen Scheiße zu finden.”
  3. “Dem Publikum die Last der eigenen Emotionen abnehmen.”
  4. “Dass Zuschauer sich so entspannen können, dass sie beim Zuhören abschalten können, dass ihnen plötzlich einfällt, wo sie morgens ihren Füller hingelegt haben.”
  5. “Handwerk und Persönlichkeit.”
  6. “Energie!”
  7. “Es gehören immer zwei Seiten dazu: Der, der gibt, und der, der konsumiert. Wenn der andere die Vision brechen will, dann ist das seine traurige Entscheidung.”

Ich mag Künstler. Sie sind so sensibel. Ich liebe das. Der verletzliche Blick. Kindlich, eitel und größenwahnsinnig. Und gleichzeitig immer auf Schutz angewiesen.

Die Zeit fliegt. Ich arbeite an meiner Doktorarbeit im Bett statt am Tisch. Ich weiß, das macht sonst niemand. Aber ein wenig gemütlich muss es sein. Ich bin von Büchern umgeben. Es ist anstrengend und schlaucht. Ich nutze es auch, meine Bücher zu ordnen. Bin durchgehend gereizt und schlecht gelaunt. Ich muss sagen, es ist wie eine Krankheit. Irgendwie tröstet es mich, ab und zu eine Pause einzulegen und ein YouTube-Video von Kranken anzuhören, die kämpfen. Ich fühle mich genauso. Von manchen Videos bin ich dann aber so geschockt und kann es nicht fassen. Dann bin ich noch depressiver. Ich hoffe sehr, dass es bald fertig wird. Ich weiß noch, wie ich einer Freundin sagte: “Wenn man die Dissertation nicht macht und vor sich herschiebt, altert man”. Sie sagte: “Man altert erst recht, während man sie macht.” Na toll! Ein Lichtblick: Ich unterrichte wahnsinnig gern Orgel. Habe ein paar neue interessierte Kids. Im Gegensatz zum Klavier weiß ich genau, wie es war, als ich es lernte. Das inspiriert mich sehr.

Heute Vertrag Bachfestival und Tagung in München. Und schön ist: Ich habe die Sprache, die man für eine Diss braucht, endlich verstanden. Schwere Geburt für eine Lyrikerin. Es ist eine Sprache, die irgendwie vom Gehirn kommt. Meine andere Sprache kommt von Herz und Niere.

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26. März 2021

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Bin ich denn erkaltet, um unter Männern etwas zu werden? (Nina George)

Man muss Geschmack entwickeln. Wie beim Pedalspiel am Klavier. Man muss auch am Klavier Pedal-Geschmack entwickeln. Und Pedal für die linke Hand und für die rechte Hand fühlen. Und nicht mit dem ganzen Fuß, mit der Fußspitze. So ist es auch mit Menschen. Manche Menschen haben wenig Geschmack für Neues. Und für manche muss man erst Geschmack entwickeln. Vor allem, wenn jemand anders ist, aus dem Rahmen fällt, anders schmeckt. Ich mochte als Kind auch keinen Käse oder Spargel.

Ich werde manchmal nach den Chauvinisten und den “Forums-Trotteln” gefragt. Was soll man da antworten? Vielleicht das obige.

Mit Büchern wie “Zur Systemdynamik des Übens” kann ich nichts anfangen, dies für andere zu empfehlen. Ich bezweifle, dass solche Bücher zum Üben helfen.

Heute an meinem Literaturverzeichnis gearbeitet. Es ist furchtbar viel, anstrengend und langweilig.

Heute erinnere ich an Gertrude Belle Elion (Chemie), Bidhya Bhandari (Politik).

25. März 2021

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Ich liebe es, die alte Sehnsucht in neuen Dingen zu entdecken. Dem wilden Verhängnis Musik ausgeliefert zu sein. (AHS)

Und endlich: Aus meinem zweiten Examenskonzert live aus Hamburg der erste Teil: Mendelssohn – 4. Sonate B-Dur Allegro, Adagio 1./2. Satz Marcussen Mühleisen Orgel Hamburg Ann-Helena Schlüter
Merci an Christian Frank, St. Johannis Christopher und HfMT Hamburg.

Und mein eigenes Stück: The Pandemic Cry. Ich weiß, da werden wieder einige aufschreien, weil es nicht harmonisch klingt. Aber es soll ja auch nicht harmonisch klingen. Es ist ein Schrei. Ein SOS Schrei. Ein giftiger Zustand. Ein Schmerz. Ein Sirenen-Chor.

So, zuerst das Schöne und dann das Giftige. 🙂

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https://www.youtube.com/watch?v=Rlli6LPtJIk&list=PLBYnHDp65NIiUBOw8xuvk7vQMV1bNLgTT&index=3