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Tradition ist nicht das Halten der Asche, sondern das Weitergeben der Flamme. (Morus)

Das verstehen viele nicht.

Als Musikerin und Influencerin ist es wichtig, sowohl praktisch begabt zu sein als auch abstrakt denken zu können. Beides.

Heute empfehle ich Elsa Bernstein, Literatin, und Deborah Barnhart, NASA, und Anne Schwanewilms (Oper). Frauen auf Weltniveau mag ich, vor allem Senkrechtstarterinnen.

Es ist absolut unmöglich für mich, Atheistin zu werden. Es ist, als müsste ich leugnen, dass es Luft zum Atmen, Musik, Farben gibt. Gott hat mich gefangen, eingenommen, gecatched. Selbst wenn ich ihn hasse, muss ich ihn loben. Da hilft leider nichts dagegen. Er ist Teil meiner DNA geworden. Ich könnte ihn nur loswerden, wenn ich mich, wenn man meine DNA zerstört. Wenn man unter der Erde liegt und sich begraben fühlt, denkt Gott ganz anders: Er hat einen gesät, und das erste Grün bricht hervor.

ps: Wegen Corona kosten Pakete in die USA ab 55 € (nur Premium Versand erlaubt)! Heute ging ein solches los mit meinen CDs an einen amerikanischen Fan.

12. April 2021

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Dies ist nicht die Zeit, Angst zu haben.

(Maria Ressa)

Ich mag Die Kunst der Fuge gespielt vom Hamburger Kammerorchester, eine ältere Aufnahme, so schön, mit Solo-Oboe.

Und Giesekings historische Bach-WTK-Aufnahmen, Bachs Tonartenzyklus. Gieseking war der Lehrer meines Halbbruders.

Es stimmt, dass man manchmal bei Bach an einem „modernen“ Flügel der Verlockung erliegen könnte, manches „romantisch“ zu spielen. Wobei Bach so exemplarisch, fortschrittlich und anders war, dass ich glaube, dass sich sein Spiel sowieso unterschied von dem Stil seiner damaligen Zeit, außergewöhnlich und zeitlos. Ich stehe mehr auf zeitlos als auf hysterisch historisch. Giesekings Bachspiel ist viel mehr „schöner Vortrag“ als korrektes Spiel – mit eigenem Stil und Ungenauigkeiten. Wer heute so Bach spielen würde, der würde verrissen.

Ach, und wenn dem armen Gieseking mit seinen rasend schnellen Bach-Tempi und Trillern auch eingefallen wäre, noch Orgel zu studieren wie ich – oh, ich weiß nun genau, was gewisse neidische Kirchenmusiker an ihm auszusetzen gefunden hätten. Wenn so richtig  “pianistische Pianisten”, wie auch ich einer war (jetzt bin ich beides, P und O), auf gewisse Kirchenmusiker treffen, dann clasht es viel mehr, als wenn Pianisten auf Schulmusiker treffen.

Sehr schön finde ich auch Käte van Tricht an der Orgel. Heute erinnere ich auch an Kirsten Boie und Lena Dunham. Ich mag, wenn Frauen unangepasst sind und auch unvollkommen sein dürfen. Sehr empfehlen kann ich auch Renate Rubinstein, Dichterin.

ps: Der neue Thermomix ist toll, leider ist es nicht so, dass man auf einen Knopf drückt und Kartoffelpüree mit Schnitzel serviert bekommt. Man muss doch leider noch immer zerkleinern, schälen und auch in der Pfanne anbraten. Dennoch geht es schneller, abwechslungsreich und gesund zu kochen. So, ich denke: Ich nehme ihn. Aber teste ihn erst mal. Wir haben gestern sehr viel gekocht. Es war lustig. Auch Eis geht, sogar spülen kann er, nur Musik spielt er nicht ab. Bitte, Menschen, erfindet eine Maschine, die alles von alleine kocht und raspelt! Ich mache die Musik.

Ich mag meinen weißen bzw. Creme-Vintage-Sommer-Pelzmantel, geerbt (Lamm).

Piano Organ Vlog #3:

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Es gibt Momente, in denen sich plötzlich die Zeit öffnet, dann kann man sie von allen Seiten ansehen. (Joachim Meyerhoff)

Ich mag sehr die Komponistinnen und Pianistinnen Maria Theresia von Paradis, Ingeborg Starck-von Bronsart, Germaine Tailleferre, Teresa Carreno, Agathe Backer-Grondahl; ich habe schöne, alte Aufnahmen von ihnen. Und Emilie Mayer, die erste „Berufskomponistin“, „weiblicher Beethoven“, mit Klavier-Trios.

Es ist erstaunlich, wie völlig anders Weinberger Liszt Ad nos spielt.
Heute erinnere ich an Martina Merz (Maschinenbauerin) und Ewa Kopacz (Ärztin und Politikerin).
Ich lese „Die Nadel“ und höre Platten, sehr gern Schütz-Motetten, lieblich, beruhigend, klagend. Aber meist arbeite ich. = Üben CD und Diss.

Heute wird mir ein Thermomix vorgestellt. Es geht darum, dass ich will, dass eine Maschine gesund kocht, während ich übe, das spart Zeit.

Sonnenorgel Görlitz

10. April 2021

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Klang zu entdecken gehört zu den faszinierendsten Erlebnissen im Leben. (AHS)

Leguano Interview mit Ann-Helena

Es waren 10 Finalisten aus 800 Teilnehmern im Livestream des Literaturwettbewerbs gestern. Habe den 6. Platz von 800 bekommen.
Mein iPhone heißt wohl noch immer Phönchen. „Phönchen, bitte nicht niesen.“ Ok. Meine Erwartungen an Literatur sind hoch. Aber so geht es wohl jedem.

Endlich hat mein begabter kleiner Klavierschüler (10) gestern ein eigenes Klavier bekommen, ich war dabei. Ein Ibach-Klavier. Das freut mich.

Wie wichtig das Visuelle der Noten beim Üben ist, ich kann es deutlich genug nicht betonen. Daher habe ich meine Noten hochkant verkleinert, das macht etwas aus, wenn man vieles auf einmal sieht.

9. April 2021

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Ohne Angst sagen zu können, was man denkt, ist so wichtig. (Katarina Sikku)

Das ist in Deutschland ja schon länger nicht mehr möglich.

Eine tolle Frau aus Schweden, eine Sami.

Heute bzw. morgen, also am Freitag, der jetzt beginnt, dem 9.4. ab 18 Uhr:

Finale Literaturwettbewerb Zeilenlauf via Stream, mit Passwort: zeilen+lauf

im live-stream www.gassnerfilm.stream

Ich lese eigene Prosa (Kurzgeschichte).

Anbei mein geliebter Brahms, as-Moll-Fuge auf YouTube – Nachtaufnahme gestern mit meinem iPhone 12 an meiner Hauptwerkorgel daheim. Ich weiß, es gibt ein paar Dumme, die denken, dieses Stück wäre vielleicht nicht so schwer. Das denken die, die es nie gespielt haben.

Es ist sehr schwer:

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Brahms Fuge as-Moll WoO8

Geniale Menschen beginnen große Werke, fleißige vollenden sie. (Leonardo da Vinci)

Bach war beides: Genial und fleissig.

Ein Literaturwettbewerb wollte, dass ich folgende Fragen beantworte:

Welchem Buchstaben können Sie nicht verzeihen?

Dem E. Wenn man meinen Vornamen falsch ausspricht und Ä daraus macht.

Wie stehen Sie zu (künstlerischen) Grenzüberschreitungen?

Sehr wichtig: Grenzen durchbrechen und doch dabei genau wissen, dass echte Kunst nur unter Grenzen möglich ist.

Shoshin: Kindliche, unschuldige Anfänger-Einstellung zum Leben, wie ich es hatte, anfangs bei der Orgel – das will ich beibehalten, mich nicht von der negativen “Alleswisser”-“Besserwisser”-Einstellung von anderen behindern und einengen lassen.

Das freie Spiel von früher mag ich, aus dem 18. und 19. Jahrhundert, indem man sich auf Augenhöhe mit dem Komponisten stellen darf, mit körpergewöhnten Augen, so wie Debussy, Messiaen, Saint-Saens, Mahler sich selbst gespielt haben (Welte), frei, selbstbewusst und individuell – nicht das fade, fahle Fehlerlose und Korrekte von heute, schülerhaft duckend unter den Komponisten, ohne Risiko – vor allem die, die selbst nie komponieren. Heute haben alle nur Angst, dass sie Fehler spielen.

Heute erinnere ich an Vee Lawnhurst, Broadway-Komponistin und Pianistin mit Power. Und Luise Rainer, Ada Hegerberg, Raffael Busse, Nadia Murad.

Leider gibt es keine/kaum Orgelaufnahmen vor der Orgelbewegung. Wieviel die Orgelbewegung wohl insgesamt beeinflusst hat? Ist sie mit verantwortlich für diese “Mode” des duckenden, korrekten Spiels? In der es wenig Persönlichkeit, keine Impro, keine Kompo gibt? Wenn ich die ganz alten Aufnahmen anhöre von Pianisten – wieviel Selbstbewusstsein, “Ungenauigkeiten” und Individualität! Wo ist dies heute?

Bach hat alles fehlerlos und korrekt gespielt? Nein, ich stelle mir sein Spiel ganz anders vor: Hochpersönlich, wild, groß, frei. Was haben viele aus dem Bachspiel gemacht? Angeblich historisches. Schwarz-weiß-Filme, obwohl die Welt damals schon in Farbe mehr, mehr als heute. Wenn man erkennt, wie Komponisten ihre eigenen Werke spielen…

Anbei Organ Piano Vlog Part 2 #2: Piano Organ Vlog #2 Diesmal geht es um Legato und Überlegato; ich merke, manche werden nicht meiner Meinung sein, nicht schlimm, es geht mir um das Überlegato, welches ich vom Klavier kenne, und es ist nicht als Kritik gemeint, denn ich liebe die Orgel. 

Ich würde im Zweifel lieber etwas anderes machen, als meine künstlerische Integrität zu verraten. (Fries)

Mimin. Ich freue mich, Orgeln um Osnabrück herum kennenzulernen, Erich Stoffers wird sie mir zeigen. Ich freue mich.

Ich übe gern an meiner Hauptwerkorgel. Tägliches Training ist wichtig. Ein Tag ohne Üben macht mich unzufrieden.

Anbei der Link zum Finale des Literaturwettbewerbs am Freitag in Österreich online:  Zeilenlauf Literaturwettbewerb

Ab 18 Uhr kann man per öffentlichem live-Stream live dabei sein, am 9.4. Ich bin mit meiner Prosa die Nummer 4 zum Vorlesen. Man loggt sich folgendermaßen ein:

www.gassnerfilm.stream und dann das Passwort „zeilen+lauf“ – ich weiß nicht, ob mit oder ohne Anführungsstrichchen – einfach ausprobieren.

Früher im 18. Jahrhundert gab es die “schöne Interpretation”, die frei und je nach Persönlichkeit war, da waren Persönlichkeit und Körper das Interface. Heute gibt es oft nur noch das „korrekte Spiel“. Oft gleichförmig, langweilig. Für alle mit großer Persönlichkeit ist die korrekte Gleichförmigkeit (je nach Mode-Erscheinung) eine Zumutung. Manche kommen über das korrekte Spiel nicht hinaus. Sie bleiben immer Schüler.

Unser Leben ist abschiedlich. Wird vom Tod nicht  nur beherrscht, sondern durchherrscht. (Theunissen)

Doch ist Michael Theunissen nicht zum richtigen Fazit gekommen, wie es bei Philosophen leider der Fall ist: Er schreibt, die Zeit würde bestimmen und unser Ende daher bevorstehen. Das Gegenteil ist aber der Fall: Es herrscht die Ewigkeit, und unser Ende ist nur der Anfang. Ich glaube, ich habe keine Angst vor dem Tod, weil ich die, die ich bewundere und liebe, (wieder)sehen werde. Angst habe ich vor Krankheit und Schmerz, weil ich so empfindlich und ängstlich bin und meinen Körper mag, nie etwas gebrochen habe, nur einmal oder zweimal krank war.
Mir fällt auf, dass Philosophen oft von Vernunft und Individuum und Macht sprechen – damit meinen sie Männer. Männer aber haben oft das Fetisch Gewalt, in Worten, in Positionen, im Gewinnen- und Rechthabenwollen. Und wollen nicht von Frauen besiegt werden. Oft gewinnen Männer mit Hilfe von Frauen, auch gegen Frauen.

Heute bin ich wieder daheim (nachdem ich in der Lausitz mein erstes veganes Schnitzel gegessen habe, von Matthias gebraten) und erinnere an Anna Schudt, Verena Kast, Maria Tallchief (Ballerina), Almudena Grandes (spanische Schriftstellerin).

Es ist seltsam, plötzlich Atheistin zu sein. Irgendwie gelingt es mir nicht ganz so gut.

Ich liebe Onkel Tom‘s Hütte von Harriet Beecher-Stowe, ich bewundere sie sehr.

Empfehlen kann ich Acta Organologica. Ich habe erst vor kurzem davon erfahren; ist zwar eine absolute Männerreihe, aber ich habe einiges gelernt. Ist Spannend. Sammle es. Sendet mir eure Doppelheiten, habe Band 13 und 24.

Jetzt bin ich auf dem Lebensschiff den Winden der Welt ausgesetzt. (Josef Angster, Orgelbauer aus Ungarn)

Sehr empfehlen kann ich das Buch „Das Tagebuch eines Orgelbauers“: Josef Angster schreibt von 1834-1918 über sein Leben. Wie ich.

Es ist Ostern, sonnig, und ich bin noch in Ost-Sachsen. Meine Osterhasen esse ich immer vom Ohr her.

Es stimmt, dass der letzte Teil von Piece d’ Orgue ein ungarisches Cymbal ist. Dass mir das nicht vorher aufgefallen ist! Dadurch verändern sich Spielweise und Betonung, weil beim Cymbal (Percussion) der Schwung von unten kommt und es „kräftige Männer“ braucht. Mir gefällt das Ungarische in Bachs Musik. Und das Jüdische in Mendelssohns Musik. Es macht wirklich etwas aus in der Interpretation, wenn man dies heraushören kann.


Heute am Ostersonntag fuhren wir von Lausitz nach Schlesien. In Görlitz habe ich einige Stunden meine mit bisher schönste Orgel gespielt, die wunderschöne Sonnenorgel in Görlitz, 4 Manuale, Nachtigall, Kuckuck, Tamburin, Vogelgezwitscher und Pedalsonnenmixtur mit Terz und Zunge, 12fach, Zimbelstern, 32-Fuß, Recit, eine unfassbar singende Ondamaris im OW (2. M) noch vom genialen Casparini aus Lausitz/Schlesien, schwebend zusammen mit Grobgedackt, und auch schön zusammen mit Quintadena 16 oder 8 im OW. Görlitz ist wunderschön. Ich war schon ein paar Mal da, sogar oben auf der Empore, aber noch nie gespielt. Heute ja. Matthias Eisenberg war auch hier maßgeblich an Wiederherstellung und Weiterbau beteiligt.
Die grün-silberne Orgel in der Peterskirche mit schöner Akustik besitzt einen herrlichen Spieltisch und einen aussergewöhnlich kreativen Prospekt mit 17 klingenden Pfeifen-Sonnen, Engeln, grünen Holzverzierungen, Palmblättern, und man kann fast alles auf ihr spielen, Bach, Buxte, deutsche und französische Romantik… Die erste Orgel mit einer Trommel, die mir gefällt. Warm und freundlich spielbar. Süße Klänge. Nichts ist spitz. Perfekter Winddruck und Hohlflöte im HW (1. M) genial. Orgelbau Mathis hat dies hervorragend gemacht. Dagegen gefällt mir die Mathis-Orgel in Freiburg bei weitem nicht so gut.
Brahms, Bach und Mendelssohn gespielt. Matthias hat improvisiert. Ich mag seinen Stil. Er ist sehr echt. Er hat eine eigene Aura entwickelt. Die Leute dachten, ich sei seine Tochter.

Ich habe durch Matthias Eisenberg ein Gefühl für Winddruck bekommen. Eine Orgel muß springen, darf nicht zäh sein, das heißt, der Winddruck nicht zu niedrig (Gewicht auf den Balg erhöhen). Wie eine Orgel „katholisch“ oder „evangelisch“ klingt, habe ich auch von ihm gelernt. Damit ist die Gegend gemeint, aus der der Orgelbauer kommt, und die Ansprache des Klangs.

Jehmlich Dresden hat die schöne, einzig erhaltene Strohbach-Orgel wiederhergestellt (es gab ursprünglich vier). Besonders schön sind die Registerzüge. Ach, ich mag den Osten!

Empfehlen kann ich Erich Stoffers (Orgel-CDs). Er hat typische Dorforgeln unterstützt, besonders auch vollpneumatische Kegelladen-Orgeln, die zuvor als verpönt galten. Der Organist und Kirchenmusiker Erich Stoffers war lange vor meiner Zeit der erste Mann meiner Mutter. Wer hätte gedacht, dass auch ich einmal Organistin werde? Nun habe ich Erich nie kennengelernt. Aber Matthias hat CDs von ihm und kannte ihn. Falls ihn hier jemand unter meinen geschätzten Leserinnen und Lesern kennengelernt hat, bitte meldet euch bei mir mit euren Erlebnissen.

Von Matthias habe ich einige lustige Insider-Geschichten von früher erfahren, ich habe Tränen gelacht. Wir waren Eis essen und betrachteten die Brücke nach Polen. Er kennt auch ein paar meiner Hater. Durchschnitt hat wohl schon damals gern gelästert? Viele Kirchenmusiker werden schlecht bezahlt, müssen irgendwie mit der Kirche klarkommen, buckeln oder leiden unter dem Pfarrer, üben nicht und sind verbittert – oder hassen ihren Brotberuf. Das ist oft die Ausgangssituation für Neid. Matthias hätte immer witzige Antworten parat gehabt. „Natürlich hatte ich keine 1,0. Es war ein Tippfehler. Es war eine 5.0.“ Oder: „Stimmt, es war in Wirklichkeit noch viel schlimmer als ihr denkt…“ Aber er ist auch an Anfeindungen gewöhnt. Ich war es nicht. Ob man sich daran gewöhnt? Er ist auf jeden Fall demütig geworden. Viel demütiger als die meisten, die ich kenne. Viel demütiger als ich. Top-Lehrer. Und hier endlich mal ein richtiger und künstlerischer Orgelsachverständiger, und wie!

Matthias kennt die ganze Szene. Er war auch in Kropfs Vorspiel in Lübeck dabei…

Die ungarischen Notenausgaben von Liszt gefallen mir.

Die gelungenen Formen des In-der-Welt-Seins sind nicht die abgeschnittenen, sondern die verbundenen. (H. Rosa)

Ich spielte in Ost-Sachsen. Und zwar in Bischofswerda, Bautzen, Görlitz und Elstra. Bach war auch in Görlitz. Einmal. Um sich über die Orgel zu beschweren. Mir gefiel alles wunderbar. Ich spielte vor einiger Zeit in Zittau und Herrnhut. Heute war ich zunächst einige Stunden an der wundervollen, seltenen, historischen Abraham Strohbach Orgel 1751-1755 in der ev. St. Michaelis zu Elstra.

Sie sieht aus wie eine späte Silbermann, weiß, golden, klingt mit Power, selbe Range, kein d, leichtgängig, sehr gerades Pedal, 2 M. Ich war dort mit Matthias Eisenberg, der sich für sie eingesetzt hat. Strohbach arbeitete in einer Mühle, die haben wir auch besucht. Es ist ein großes Geheimnis, wie er Orgelbau gelernt hat. Anschließend besuchten wir das große schöne Nonnenkloster St. Marienstern mit der Eule-Orgel, die sich links (!) an der Wand befindet. Es gibt hier in der Gegend natürlich sehr viele Eule-Orgeln.

Wir fuhren am ehemaligen Wohnhaus/Werkstatt Eule vorbei. Die Region Lausitz ist sorbisch und katholisch, nah an Polen und Tschechien. Abends waren wir im Dom zu Bautzen. Dort spielte in der ellenlangen Ostermesse Eisenberg an der Kohl-Orgel (romantisch, 2 Manuale). Gegenüber vom Altar steht noch die größere Eule-Orgel.

Eisenberg hat mir gezeigt, wie man Trio-Sonaten auf einmanualigen Orgeln spielt. Und er spielt mit Socken und trinkt viel.
Zuhause hat er u.a. eine unfassbar witzige Allen-Orgel aus den USA, die richtig laut werden kann.

Auftritte und Persönlichkeit sind wichtig, die Musik ist nur das i-Tüpfelchen  – ja und nein. Nein, wenn es um Klassik geht. Ja, wenn es um Populärmusik geht. Und ja immer bis zu einem gewissen Grad. In der Öffentlichkeit bekommt “jeder alles mit”.