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Tur Blogg

14. März 2021

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Das Bleibende im Denken ist der Weg.
(Heidegger)

Schöner Valentinstagsfilm.

Zoommeeting zum Orgelprojekt Königskinder. Jugendliche und klassische Musik, hier einen persönlichen Bezug und neue Zugangsdimensionen zu finden, das interessiert mich sehr.

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Ich gucke gern auf Menschen, die eine Vorstellung haben von dem, was sie erreichen wollen. (Margarethe von Trotta)

Jeder Mensch macht gern Sport. Ich auch. Momentan heißt dieser: Pflegen im Badezimmer, das macht viel Spaß und ist körperliche Ertüchtigung. Je mehr Farben und Düfte, umso besser. Gern mag ich Weleda und Sante. Rosenbad von Weleda mit einem Schuss Lavendel, dazu Gesichtsmaske mit Sanddorn, Ananas und Maracujá, und Vanille-Lotion. Zum Trinken Preiselbeer-Apfel-Smoothie.
Wenn man den ganzen Tag am Computer sitzt wegen der Dissertation, dann tun einem die Augen weh. Reed-Schalter an der Orgel noch nicht ausgetauscht.
Es ist interessant: Die meisten Posts in Orgelgruppen über Einzelpersonen werden kaum diskutiert. Außer Cameron Carpenter. Und ich. Die Lästermäuler sind immer dieselben. Ich kann nicht auf jeden einzelnen eingehen. Ich habe festgestellt, dass es nichts bringt. Es ist zwar nicht leicht für mich, aber: Ignorieren ist echt das Beste. Mir ist die Aufmerksamkeit viel zu viel. Aber es muss nur jemand anderes etwas von mir teilen, da geht es wieder los. Scheinbar treffe ich mit dem, was ich mitteile, genau ins Schwarze. Ihre Reaktionen bestätigen, was ich schreibe. Würde es nicht stimmen, wären gewisse Männer nie so feindselig und hintenrum. Aber leben und leben lassen.
Sehr empfehlen kann ich meine beiden Anwälte; besonders an Frauen: Wenn ihr Hilfe braucht bei Schikanen von Männern, schreibt diese an.

Ich hoffe, ich kann so etwas wie ein Raw Model sein gegen Sexismus in meinem Berufszweig. Es ist, als würde man nebenbei noch Jura studieren. Das Feld unseres Rechtssystems mit Polizei, Staatsanwaltschaft, Gericht usw. war mir vorher zwar völlig fremd. Es ist aber spannend und wichtig.

11. März 2021

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Frauen müssen sich bemerkbar machen, auch wenn es ihnen albern vorkommt. (Marion Knaths)

Gestern schrieb mir ein finnischer Fan, er habe meine Bachwerke (Klavier) auf dem Handy als Klingelton. Das freut mich.

Die ersten 20 Prozent für das Pedalclavichord ✅: erreichten die Niederlande. Eibe und Eiche, der perfekte Smoothie… heute übrigens Birne-Himbeere-Mandel-Hafermilch. Freue mich, mit Schachtner und anderen tollen Komponisten am 6. Juni eigene Kompositionen aufzuführen.

Ich bin Musikerin, die ihr Land liebt. (U. Kulthum)eine 

Ich auch.

Die Sorge, die viele Veranstalter und Pädagogen zu haben scheinen, dass Bachs Musik zu anstrengend oder zu monoton für Jugendliche sei, ist unbegründet, wenn man sie hinführt und abholt.


Eben nicht nur laute, schnelle Musik interessant zu finden entspricht in etwa der Bildung, die durch Bachs Musik automatisch (aus)gelöst wird. Man könnte es mit dem Vorgehen der Interviewanalysen in meiner Dissertation vergleichen: In den Interviews deutet und transportiert man Informationen mit Chiffren, eine Art Vokabular; Jargons; man standardisiert, hat Grundkenntnisse, ist sozusagen ein „Instrumentist“, um herauszufinden, was signifikant ist.

Man kommt aus der Halbausbildung in eine Ganzausbildung, lernt immer mehr dazu, ist nicht einfach nur „naturgewachsen“, gewinnt sogar eine Klangvorstellung für Gefühle, aus der Feinanalyse der Stimme; ähnlich dem Legatobogen im 18. Jahrhundert.

Welche Ausbildung und Artikulation sind signifikant? Es ist lehrbar. Man gewinnt eine Art Orthographie. So auch mit Bachs Musik, dem ersten Kontakt und den folgenden. Man bleibt nicht naturgewachsen. Man lernt dazu, wenn man möchte. Man entdeckt und erkennt das Vokabular, die Chiffren, bekommt eine völlig neue Klangvorstellung für Musik.

Neue Klänge zu entdecken, Klang neu zu entdecken und kennenzulernen gehört mit zu den schönsten, faszinierendsten musikalischen Erlebnissen überhaupt. Das möchte ich weitergeben.

Ich habe ein paar sehr begabte kleine Klavierschüler. Ich nehme wenig Schüler an. Nur dann, wo ich spüre, dass musikalisch geatmet. Ich erkenne am Atmen den Grad der Musikalität.

Für heute nacht nehme ich die Schöpfung zurück. (Günter Kunert)

Danke für die Blumen und Grüße zum Frauentag, ich fühle mich ja fast, als hätte ich Geburtstag. ❤️
Danke für das Lob, dass ich mutig und kompromisslos bin.

Ich werte die Interviews aus für meine Promotion. Es ist erstaunlich, zu sehen, wie Jugendliche auf Bachs Musik reagieren, in ihrem ersten Kontakt. 

Ich liebe es, die alte Sehnsucht in mir in neuen Dingen zu entdecken. In Klang, Wundern. Dem wilden Verhängnis Musik ausgeliefert zu sein.

Verbindung und Wechselwirkung zwischen Pianistin und Organistin  

In einer schwedisch-deutschen Pianistenfamilie bin ich aufgewachsen und habe Konzertfach Klavier (Konzertexamen) und Orgel (gerade zweiten Teil abgeschlossen) studiert – zwei sehr unterschiedliche Instrumente, die jedoch eine Einheit bilden, sich ergänzen und bereichern. Die Orgel mit ihrer Kraft und Größe fängt meine Energie anders auf als der Flügel, den ich zuerst liebe, da er meine Kindheitsliebe ist, der eher brillant, kompakt, spitz zulaufend ist, ein Muskelpaket von Klang. Die Orgel dagegen wartet und ist beinahe feminin. So groß sie (von unten gesehen) oben auf der Empore wirkt, so zerbrechlich ist sie, wenn man oben bei ihr angekommen ist. Sie singt und bläst einem warm entgegen. Ihren Klang suche und finde ich ganz anders, denn ihre Farben muss ich durch Wissen erfahren und erlernt haben, um die Register „zu beherrschen“ und zu kennen: Orgelspiel ist Wissen. Die Orgel ist meine zweite große Liebe, die größere vielleicht. Für mich als Pianistin war es spannendes Neuland, zu erfahren, wie eine Orgel aufgebaut ist, Prinzipale, Flöten, Zungen, das Mischen und das Zusammenspiel – hier geht es um musikalische Erfahrung. Am Flügel, da ich diesen schon seit meinem dritten Lebensjahr kenne und spiele, hatte ich stets das Gefühl, ich kann den Klang instinktiv und aktiv führen und bestimmen, das Klavier biegt sich mir hier entgegen. Jedoch an der Orgel ist es klares (beinahe sachliches) Wissen, Kalkül im besten Sinne. 

Auch die Technik in meinen pianistisch trainierten Händen braucht an der Orgel einen anderen Twist, teilweise eine gegensätzliche Herangehensweise: Am Klavier zählt vor allem, wie ich in die Taste hineingehe. An der Orgel ist wichtig, wie ich aus der Taste herausgehe. Das weiche Absprechen ist grundlegend wichtig an der Orgel für Dynamik und Artikulation. Je größer die Orgel, desto zärtlicher muss man sein. 

Das sehen viele Organisten (die meisten sind Männer) anders, da geht es viel um Macht und Lautstärke. Jedoch an einer Orgel musikalisch und virtuos und auch leise spielen zu können, das ist die Kunst. 

Mir macht es Freude, Chopin und andere virtuose Stücke auf die Orgel zu übertragen. Ich orientiere mich nicht an eine bestimmte festgelegte Strömung wie die, die nur eine Art Spiel oder eine Art Orgel akzeptieren und nichts anderes gelten lassen („nur Franzosen“; „nein, nur Bach“; „nein, nur Reger, sonst ist man kein richtiger Organist“ usw.). Da ich als Neueinsteigerin erst seit ca. 2018 in der “Szene” bin, bin ich dankbar dafür, dass ich nicht gebunden, festgelegt, manipuliert oder beeinflusst war oder werden konnte. Dadurch sehe ich die Orgel mit freien Augen, und ich sah sie automatisch als Konzertinstrument. Warum? Weil ich es vom Flügel nicht anders kenne. Es war für mich überraschend, dass die Orgel für viele (für mich nun neue) Kollegen nicht als Konzertinstrument gesehen wird oder gilt. „Spiele nicht zu schnell, sondern langsam, spiele nicht virtuos!“

Ich studierte Konzertfach Orgel zunächst in Franfurt am Main, dann in Heidelberg, Würzburg und Hamburg, und ich bin Christin, gläubig, noch überraschter, dass in der Kirchenmusik viele Kommilitonen an Gott nicht glaubten. In der pianistischen Welt spielt der Glaube kaum eine Rolle. Ich hoffte, dass es in der Kirchenmusik anders wäre; ist es oft leider nicht. Jedoch meine Liebe für die Musik, die Orgel und Gott überwand diese Hindernisse. Warum? Man kann auch mit schnellen Fingern, auch als Frau und Künstlerin mit einem konzertanten Willen die Orgel als heiliges Instrument begreifen und sprechen lassen. Gerade die Orgel kann in einem Konzert Gottesdienst sein. 

Dass ich meine Technik am Klavier an der Orgel einsetzen kann, freut mich sehr. Das Pedal musste ich neu lernen; hier einen guten, klugen Lehrer zu finden, war zunächst nicht leicht. Und das Zusammenspiel, die Koordination – den Raum der Kirche als Resonanzkörper der Orgel empfinden, die Wichtigkeit der Artikulation begreifen – dies lernte ich in sehr kurzer Zeit deswegen, weil ich seit 2017 über 240 Orgeln unter den Fingern und Fittichen hatte und wunderbare Orgelmeisterkurse besuchte und viele Konzerte spielte von Anfang an – auch Videos aufnahm, wofür ich dankbar bin. Ich liebe es, zu reisen, so konnte ich an allen Orten die Orgeln kennenlernen. Jede Orgel ist eine Lehrmeisterin. Sie hat mir geholfen, Raum, Register, Aufbau, Klang und Artikulation schnell umsetzen zu können, direkt vor Ort, auch an fremden Instrumenten. Meine virtuose Art vom Klavier war manchmal eine Hilfe, jedoch manchmal auch ein Hindernis. Warum? An der Orgel geht es nicht in erster Linie um Beeindrucken, sondern um Berühren: Um Fühlen des Raumes, der Resonanz, der Pfeifen, bis unter die Decke, bis hinter zum Altar. Die Kraft der Orgel, gleichzeitig ihre Zartheit – diese Kombination inspiriert mich, denn ich bin genauso. Daher habe ich neue Werke für die Orgel komponiert, um den „neuen Sound“ einzufangen (Laurentius-Verlag Frankfurt am Main, Furore-Verlag Kassel…). Dem Verhängnis Musik ausgeliefert. Orgeln unter den Fittichen haben.

8. März 2021

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Frauen fürchten nicht das Alter. Sie fürchten nur die Meinung der Männer über alte Frauen. (Jeanne Moreau)

Altersdiskriminierung, durch Männer verursacht. Männer dürfen alt und fett sein. Frauen müssen dünn und jung sein.

An meiner Hauptwerkorgel wurde wegen Reed-Schaltern herumgebastelt.

Angst vor Altersdiskriminierung, die ein Teil von Sexismus und Frauenfeindlichkeit ist, kann überwunden werden. Ich mag Maggie Kuhns Satz: „Das Alter ist eine wunderbare Zeit für Skandale. Mein Ziel ist es, wenigstens einmal in der Woche etwas Skandalöses zu sagen oder zu tun.“ Na dann!
Ich bin doch noch nicht sicher, ob ich Duruflé spielen werde. Dass er seine 20 Jahre jüngere Studentin geheiratet hat, mit der er dann gnädigerweise Konzerte teilte, war für mich ein Schock und macht ihn in meinen Augen zu einem typischen „Professor“, wie es sie zuhauf gibt – einer, der Probleme mit Frauen hat.

Wenn ich Ken Follet lese, dann, um zu analysieren, was ihn zu einem solchen Bestseller gemacht hat. Ich fand heraus: Er schreibt meiner Meinung nach spannend, plakativ, unrealistisch, in vieler Hinsicht oft leicht sexistisch oder machomäßig im Gesamtstil, über Frauen aus der Sicht eines Mannes, die in keiner Weise stimmt, aber irgendwie sinnlich, easy und angenehm – er reiht sehr geschickt spannende Teilgeschichten aneinander. Gutes Entertainment zu schreiben ist nämlich gar nicht so leicht. Nettes Entertainment ist auch die Staffel „Criminal Minds“. Jedoch eigentlich interessiere ich mich für Sprache aus einem ganz anderen Blickwinkel: Appräsentieren, Vollzugswirklichkeit von Sprache… was man alles lernt beim Analysieren von Interviews (Promotion).

„Wenn man sich zu alt für eine Sache vorkommt, sollte man sie erst recht probieren“. (Pablo Picasso)

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7. März 2021

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Warum willst du dich von uns allen und unsrer Meinung entfernen? – Ich schreibe nicht, euch zu gefallen. Ihr sollt was lernen. (Goethe)

Schönes Interview im Sonntagsblatt Nürnberg, ich bin auf dem Cover. Ich freue mich auch auf den Thüringer Orgelsommer und Bachfest Arnstadt und bin gespannt. Diese Orgeln sind Himmel.
Schreibe an meinen beiden Arbeiten. Jetzt ist Zeit da. Bewundere jeden, der es geschafft hat. Es ist wirklich hart.

Sehr empfehlen kann ich den Film „Der menschliche Körper“ von BBC. Phänomenal ist der erste Part davon:„Wie das Leben beginnt“.

Rivalität und das eifersüchtige Hüten von Orgeln mancher Männer erstaunt mich. Als würde man „die ganze Welt erobern wollen“, wenn man Orgeln der Welt spielt. Diese Ansichten bestimmen teilweise die Szene und waren schon zu Bachs Zeiten so. Aber er nahm die Rechte an sich, trotz aller Auseinandersetzungen, er war sozusagen hochberühmt und vielgeschmäht gleichzeitig. Auch er musste sich durchsetzen. Die Universität wollte daraufhin nichts mehr mit ihm zu tun haben. Bach war ein Kämpfer. Dennoch weiss ich bis heute nicht, wie er wirklich war. 

Wichtig ist immer die Ökonomie an der Orgel, und hierzu muss man die Grundsätze verstehen.

Ich habe übrigens wie der Pianist bei Snoopy eine blaue Kuscheldecke mit meinem Geruch (von einem Pastorenehepaar aus den USA geschenkt), die ich gern zum Einschlafen habe und in Hotels vermisse.

6. März 2021

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Jeder Clavierist soll einen guten Flügel und auch ein gutes Clavichord haben. (D. G. Türck)

Schon 1789 gesagt und auch 2021 für gut befunden. Habe ich! Habe ich beides. Die Musik an sich ist ein Vehikel des Gefühls. So ist das Clavichord auch bei mir wiederaufgelebt. Man kann einen modernen Flügel und auch ein Clavichord haben, einen prächtigen Nachbau. Jetzt nur noch Truhenorgel und Tafelklavier. Das schließt sich nicht aus, Neu und Alt! Man muss sich nicht spezialisieren, man kann beides lieben, Altes und Neues. Und ja, ich glaube dennoch, dass Bach die modernen Instrumente mit Freude vorausgesehen hat. Um beides zu lieben, das Alte und das Neue, brauche ich keine Streitschriften. Das Gute von Streitigkeiten ist jedoch die neue Aufmerksamkeit, die wichtig ist, um neue Dinge voranzutreiben. Ich unterstütze das Revival  alter Kostbarkeiten und will dennoch das ganz Neue: Das gehört zusammen, und genauso hat es auch Bach gemacht. Um Neues zu wollen, braucht man keinen Verbesserungsdrang, sondern muß das Alte lieben und ein historisches Bewusstsein haben. Entwicklung und Fortschritt ja, aber nicht auf Kosten des Alten. Ich schätze da auch sehr Wanda Landowska.

Wie kann man auch etwas so Hübsches wie ein bundfreies Pedal-Clavichord ablehnen? Es muss nicht alles laut sein.

Heute erinnere ich an die besonderen Frauen Ida Davidsen aus Norwegen, Hannah Stockbauer (Supersportlerin), die Geigerin Erica Morini und Martina Koederitz. Super finde ich auch Vera Birkenbihl.

ps: Happy Women‘s Day!

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So schlaf! Dein Name bleibt vom Untergang frei! Die Schüler deiner Zucht und ihrer Schüler Reih‘ bereiten für dein Haupt des Nachruhms Ehrenkrone. (Telemann über Bach) 

Wie schön und prophetisch, dass Telemann Bach ehrte und liebte, an das kollektive Musikergedächtnis dachte.


Das Finale des Literaturwettbewerbs Zeilen.lauf in Österreich findet online statt. Bin gespannt.

Bald kommt mein vierter Lyrikband heraus.

Ich freue mich, Orgeln im Ausland kennenzulernen. Und ich hoffe, dass Ende 2021 mein Clavichord kommt, das „sanfte Clavier“, das empfindsam ist, expressiv, Lieblingsinstrument vieler Musiker heute, damals. Manche schreiben über das Clavichord, es würde beruhigen, trösten, versüßen, eine Vertraute sein, zum Lächeln bringen.

Es sind einige neidisch auf meine Sponsoren. Aber es ist wichtig zu wissen: Sponsoren unterstützen, worin sie Potential und Kunst sehen. Harte Arbeit und Fleiß sind absolute Voraussetzungen. Zudem braucht es Kraft und Talent, Sponsoren zu generieren. Und eine Beziehung zu Gott, dem alles gehört und für den Millionen nichts sind. Vertrauen in Fülle muss man trainieren.

Ich war einmal vor längerer Zeit auf einer teuren Bibelschule im Ausland mit Jugend mit einer Mission. Damals wusste ich noch gar nicht, dass ich Organistin werde. Ich ging bewusst hin ohne einen Cent, um Gott zu vertrauen, ans Ende der Welt, nach Australien. Das war eine enorm wichtige Übung für mich. Eine schwere, verrückte. Am Ende hat Gott die gesamte Bibelschule (über 30.000 Dollar) nicht nur bezahlt, sondern ich hatte noch 10.000 übrig. Ab da vertraute ich ihm große Summen an. Ich bekam wenig später meinen nagelneuen Steinway-Flügel. Er war schon in den USA extrem großzügig zu mir. Gott ist zu jedem großzügig, er ist unendlich reich.

Aber das Geld ist es gar nicht. Oft kommt die Summe auf den allerletzten Drücker. Es braucht Vertrauen, viel Fleiß, Kraft, Mut, Arbeit und Hingabe. Denn ich bin abhängig von Gottes Segen, was mir eine Ehre ist. Als ich klein war, sagte er mir: Du wirst große Dinge tun. Das mag für Atheisten verrückt klingen. Aber wir werden am Ende sehen, wer recht hat.

Eine Frau hatte 2013 eine Art Vision und sah mich “mit den Füßen spielen”. Ich dachte: Wie verrückt, mit Füßen auf der Klaviertastatur, wie soll das gehen. Dass ich Organistin werde, habe ich nicht mal im Traum gedacht.

Empfehlen kann ich das Bach-Buch von dem leider verstorbenen Klaus Eidam, großartiger Mensch.

Es ist ja so, sagte mir jemand: Wenn man Erfolg oder Talent oder beides hat, möchte eine Art “finsterer Schatten” andere besiegen. Daher muss man immer stärker sein als dieser Schatten und an seiner Herzlichkeit genauso arbeiten. – Ich sehe bei mir diesen Schatten nicht, aber andere vielleicht haben Angst oder sehen ihn. Was ich sehe: Wenn man etwas hat, was andere wollen, tanzt man auf einem Hochseil. Doch kann ich mir nicht vorstellen, was bei mir diesen Neid oder dieses Missfallen auslöst, meine Fehler sammeln zu wollen, mir hinterher zu schnüffeln.

Manchmal gibt es Missverständnisse: Meine Offenheit wird von manchen Männern als Interesse gedeutet oder facht etwas an, was ich überhaupt nicht “in mind” hatte. Dann sind manche Männer beleidigt und nachtragend, weil sie etwas erwartet haben, was von mir überhaupt nicht so gemeint war, beispielsweise, dass ich sie heirate. Die Mischung von Verletzlichkeit und Stärke, die ich habe, irritiert manche Männer. Daher habe ich auch Fans, die Hater geworden sind. Das sind übrigens die schlimmsten Hater und die hartnäckigsten Fans. Weil jemand wie ich sucht, fragt, bittet, kindlich ist, Fehler macht, unbekümmert ist und trotzdem macht, was sie will – das ist ja nicht so normal in der heutigen Gesellschaft. Da ist ja jeder recht abhängig. Freiheit ist mir wichtig.

Manche posten da täglich, niemand interessiert es. Aber wenn ich da etwas poste, geht es rund. Ich bin übrigens beinahe die einzige Frau, die dort Orgelvideos postet. Das kapieren viele gar nicht. Jan Wilke und Benjamin Frensel sind üble Lästermäuler.
Ich habe nichts gegen Laien, im Gegenteil, viele Laien sind sehr musikbeflissen und lieben auch meine Kunst, wie Profis. Sie bringen oft respektable Leistungen. Noch haben diese Männer es nicht geschafft, mir freundlich, höflich und anständig zu begegnen. Ihr Interesse an meiner Kunst trauten sie sich bisher nur negativ auszuleben. Ich hoffe, dass sie es irgendwann schaffen, sich zu entschuldigen, und dass es eine Ebene gegenseitigen Respekts gibt und sie mir mit meinen Leistungen höflich, achtungsvoll begegnen, wir uns gegenseitig. Das würde der ganzen Szene gut tun und wäre dann so etwas wie Kirchenmusik. Würdig des Kirchenmusikalischseins. Jedenfalls bin ich nicht nachtragend. Ein gutes Gespräch, und sicher beruhigt es sich dann, und das Böse verblasst und nimmt eine positive Richtung. Versöhnung finde ich generell schön und christlich. Und durch das Mobbing habe ich viel gelernt. Das war neu für mich. Ich habe halt bisher noch nie Laien wie Lucas Kluck und seinen Kumpel Schmitz erlebt.

Meine Registrierungen für St. Katharinen in Hamburg habe ich in ein Buch namens „Kaiser Konstantins Taufe“ geschrieben, zwischen die Geschichte. Das kleine, braune Buch bewahre ich auf. Hans-Ola hat Recht: Man muss lernen, alles selbständig zu registrieren und zu blättern. Alle seine Studenten machen alles allein. Ich hasse Blätterer und Registranten, sie machen mich kirre. Ich werde mich in Zukunft daran halten und alles allein machen, so wie Hans-Ola sagt. Tack!

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