PianoLyrik

Musikgedichte. Bachgedichte

Lyrik opus

Die Wellen von Baumkronen, See.
Plural von Lichtung muss Lichte sein.

Flügelworte: Auf Tuchfühlung mit Klanggedanken

Die Gedichte entstehen auf Konzertreisen, sind musikalische Brückenbauer. Poesie erweitert Sinne, Empfindungen und den Spiegel der Seele. Lyrik ist Rhythmus, ohne Lärm, ohne Verschwendung, ist Kadenz. Die Kunst der Sprache ist wie die Kunst der Fuge Handwerk, Entdeckung, Klangwert und Vokabular.

Meine Lyrik schreibe ich meist am Instrument. In meinen Gedichten geht es um das Leben, Liebe, Gott, Musik, auch Gesellschaft und Politik. Meist vergleiche ich in meinen Texten das Leben aus der Perspektive des Instruments oder des Tons, der Melodie oder der Musik, als sind Sinnbild für unser Leben; Lyrik ist wie eine Person.

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Auf meinen Konzerten spiele meine eigenen Werke und lese aus meinen Romane, meiner Lyrik. Da ich meine Konzertprogramme mit meinen Liedern und Kompositionen zur klassischen Musik hinzu mische, kommen auch junge Leute zu meinen Konzerten – die meist erstaunt sind, wie wunderschön auch gerade Bach und Chopin klingen, was sie vorher nie gedacht hätten.

Ich liebe es, die Musikstile zu verbinden, damit auch junge Leute klassische Musik kennenlernen.

Fließend Deutsch, Englisch und Schwedisch spreche ich und schreibe in allen drei Sprachen meine Lieder und Texte, wobei Melodie und Text meist in einem Guss heraus drängen.

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“Mit demselben Zeichen ein Herz setzen, keine Launenden mehr sein.
Und der Nachtschwan so anders als der weiße am Tag.”

aus: Keine Wolke fällt tiefer als blau, op. 3

Einheit in Dreiklang.
Lyrik, Musik, Kunst.


Weilenklang

Ein Weilenklang schön,
dauernd;
ein Wellenklang auch:
rückkehrend aus Trümmern;
Aufstöhnen gehört von Blinden, von Tauben, Weiterklang.

Zukunft

Kirchturm und Himmel

Lauter Alltag gegangen

Der heute alles nicht mehr ist

Singt Meise Spatz Adler
Was er mal war

Singt Glocke

Singt leise


Flügelworte Textbild Ann-Helena Schlüter

Sehnsucht

Kopf rangiert
Züge im Kopfbahnhof

Ein- und Ausstellung
Der eine wichtige steht nicht dort

Wo
Einen sanften Durchschnitt habe ich nicht

Haar nach unten fällt

Gedankenfahrt

Nach oben weil Dutt dort der blonde Punkt

Duett



Konzert

Das laut knisternde Hustenbonbon
Satter Laien macht das Rondo
hungrig


Flügelworte Textbild Ann-Helena Schlüter

“Wie selten und schön, dass Kunst so ganzheitlich gelebt ist wie bei Ann-Helena Schlüter – zwischen Flügel, Feder und Lyrik, zwischen Konzertieren und Verkündigen, wobei das zwischen bei ihr gerade kein Zwischen, sondern ein Zusammenführen ist.”

Prof. Dr. Peter Lampe, Universität Heidelberg

Music is dreaming


Psalmen spielen


Herbst

Ein Stern liegt in der Luft.

Gott die große Kreative

in seiner Verblühtheit noch schön,

die fliegende Grobwurzel,

alles, was Kunst braucht.

Quelle wird Saat.

Dreifaltig Fermate.

Melodie

Einer Nebelkerze gleich ist die Fortspinnung der Melodie,

die ins Herz gewachsen,
in Wellen den Orgelpunkt
anzuspülen, die kleinste Frage von ihr erreicht.

Die Hände das Ufer

und fangen Heimat ein,
jede Zeit aufs Neue,
Notenflut.

Nachts singt es Lärm
und plötzlich still.
Eine lange Frage
in der Morgenfrühe.

Alltag steht und wartet,
ist kein gewöhnlicher,
gibt Wesen.

Die Hoffnung trägt einen Rock,
fliegt nie davon.


Bachfuge

In rissige Erde, das Wasser lang verwehrt, fällt eine goldene Zunge Klang.

Tief umgeleckt von feuchtem Ton, was brennst du, nasse Terz?

Schwarz vor Pupille
das Helle im Horizont
schürt Feuer in der Wolke und
wird Tag triolisch
ein flimmriges Wiederkehren in der Luft.

Musik II

Manchmal komme ich mir vor wie in einer Kiste Lärm.

Und der Mond mit Adern.

Sprechen wie zarte Schüsse durch die winzige Faust am Flügel, 

verströmt durch Finger in Brust und Bauch. 

Der Flügel

Der Flügelschatten kratzt

auf dem Boden

weiße Pirouetten

Lackballerina und steht wieder auf Spitze auf den Rollen.


Wie auf Beutejagd, wenn ich Bach spiele.
Sammle Noten wie Frösche.
Schmetterlingsfängerin.
Schätze! Fingersätze!

Küsse ich die Notenfrösche,
wird mehr als einer ein Prinz.




aus: Flügel auf Reisen, Fontis Verlag