VEB Orgelbau Dresden Gebrüder Jehmlich op. 1037 St. Marien Kirche Werdau Zwickau Sachsen
ev. Stadtkirche St. Marien
Orgelbauer:
VEB Orgelbau Dresden, vormals Gebrüder Jehmlich op. 1037
Baujahr:
1985 opus 1037
Datum des Erstbesuchs:
Mai 2026
Disposition und Spielhilfen
Mechanische weiße VEB Orgelbau Dresden (Gebrüder Jehmlich) op.1037 St. Marien Kirche Werdau Zwickau Sachsen, 2 M, 29 R, Neidhardt III-Stimmung, Setzeranlage
Das Schleifladeninstrument mit der Jehmlich-Orgel im alten schönen restaurierten Trampeli-Prospekt von 1801 hier in der Marienkirche im Erzgebirgsvorland ist eine Augenweide. Es ist meine 45. Jehmlich-Orgel. Trampeli-Orgeln habe ich ebenfalls schon gespielt. Die Registerzüge sind alle eng auf der linken Seite.
Die große Kirche hat drei fast durchlaufende Emporen.
Der weiß-goldene Orgelprospekt von 1801 schmückt die Westempore der Stadtkirche St. Marien in Werdau. Die Gebrüder Johann Gottlob und Christian Wilhelm Trampeli (1742-1812 bzw. 1748-1803) in ihrer Adorfer Werkstatt errichteten dieses Schmuckstück. Wie man erkennen kann: Ihre Orgeln standen in der Tradition der sächsischen Silbermann-Schule. In ihr lebt nun ein neobarocker Neubau mit schönen Zungen. Doch die Orgel hatte insgesamt auf dem Weg hierher einige Veränderungen erlebt.
Es war sehr schön, hier zu spielen. Die ganze Kirche wurde innen vor kurzem für viel Geld saniert und strahlt in makellosem Weiß, wie die Wertvolle oben in ihrem Denkmal-Gehäuse. Wie wohl die Originale klang?
HW I
Pommer 16’ Prinzipal 8’
Rohrflöte 8’
Oktave 4’
Gemshorn 4’
Rohrnasat 22/3’
Waldflöte 2’
Larigot 2fach
Mixtur 4-5fach
Trompete 8’
OW II
Flötenprinzipal 8’
Musiziergedackt 8’
Weidenpfeife 8’
Prinzipal 4’
Flötengedackt 4’
Oktave 2’
Terz 4/5’ g° 13/5’
Quinte 11/3’
Oktave 1’
Scharf 4fach
Holzdulzian 8’
Pedal
Prinzipal 16’
Subbass 16’
Oktavbass 8’
Spitzflöte 8’
Rohrflöte 4’
Mixtur 5fach
Posaune 16’
Helle Trompete 8’







Spielhilfen & Koppeln |
3 Normalkoppeln, Tremulant im Hauptwerk
Tremulant im Oberwerk Setzeranlage 2021 eingebaut |
Klang und Akustik

Sehr schön ist die Helle Trompete im Pedal, Holzdulzian, Rohrnasat und Musiziergedackt. Brillant-samtige Akustik, vollmundig, karamellisiert, untergärig und weich.
Persönliche Note

Mein Konzert war sehr schön. Und habe ich auch Blumen zum Konzert bekommen. Blumen gefallen mir nach wie vor am besten als Konzertgeschenk.
Ich habe meist manuell registriert, um farbig, süß, vollmundig zu colorieren – auch wenn ich dazu die Farben bzw. Registerzüge auswendig können musste, da die Register alle eng links waren.
Viele Menschen saßen oben nah der Orgel, auch Kinder.
1908 gab es hier ein süffiges, pneumatisches spätromantisches Instrument aus dem Betrieb der Dresdner Hoforgelbauer Emil und Bruno Jehmlich (1854-1940 bzw. 1856-1940) im historischen Gehäuse. Das war die neue Klangwelt.
Doch dann kam 1920 die sogenannte „Deutsche Orgelbewegung“. Ihre Ideologie war der Barockorgelbau, Rückkehr zum Alten. So entschied man sich auch in Werdau für eine klangliche Veränderung und Erweiterung der vorhandenen Orgel, 1940 ausgeführt von der Firma der Gebrüder Otto und Rudolf Jehmlich (1903-1980 bzw. 1908-1970).
Die technische Steuerung der Orgel wurde von Pneumatik auf die Elektropneumatik umgestellt. Man blieb bis heute bei Jehmlich aus dem nahen Dresden.

Schickes Teil! Tolle Orgel