Steinmeyer Orgel Ersheimer Kapelle Hirschhorn am Neckar, Hessen
kath. ehem. Pfarrkirche St. Nazarius und Celsus
Orgelbauer:
Steinmeyer
Baujahr:
1973
Datum des Erstbesuchs:
Mai 2025
Disposition und Spielhilfen
Kleine neobarocke Steinmeyer Orgel Ersheimer Kapelle Hirschhorn am Neckar, Hessen, Odenwald, kath. ehem. Pfarrkirche St. Nazarius und Celsus, 1 M, 6 R
Die Fledermaus-Kapelle
Auf der anderen Seite des Neckars liegt Ersheim. Von dem ursprünglichen Ort stehen die Kirche – älter als die Kirche in Hirschhorn – und wenige alte Häuser. Die anderen Häuser sind Neubauten.
Ersheim: Der einzige Ort auf der linken Neckarseite, der zu Hessen gehört. Als die Burg gebaut wurde, hatten die Ersheimer
Schutz auf der Hirschhorner Seite gesucht, auch wegen ständiger Hochwasser.
Heute steht die wundervolle, urige, denkmalgeschützte Kapelle – die älteste im Neckartal und die einzige hessische – in einem gepflegten Friedhof am Fluss umrundet vom gesunden Odenwald und wird von vielen Fahrrad- und Biker-Touristen besucht. Zudem wird sie für Beerdigungen und Hochzeiten genutzt. Sie gehört aus politischen Gründen zum Bistum Mainz. Was es für die Hirschhorner schwierig macht.
Berühmt sind die vielen, geschützten Fledermäuse unter dem Dach. Sie werden gepflegt. Damit das Dach nicht kaputt geht von dem scharfen Urin und dem Ammoniak, wurde für die Tiere aus extra Brettern ein Zimmer gebaut.
Der Odenwald ist nicht zerfressen worden von den Borkenkäfern wie der Harz.
Es sind viele romanische Bauteile und Deckengemälde in der idyllischen Kirche. Auf dem Neckar-Radweg machen viele Halt und lesen auf den Tafeln die Geschichte des Ortes.
Die Disposition ist hier zum ersten Mal im Netz.







Gedeckt 8
Prinzipal 4
Rohrflöte 4
Oktave 2
Scharff 2-3fach 1 1/3
Subbass 16
Pedalkoppel

Die kleine solide Orgel steht zu weit hinten auf der Empore und ist daher nicht raumfüllend. Sie muss nach vorn. Manche würden sie als piepsig ohne Fundament oder als Kasten bezeichnen. Ich nicht. Es ist meine 30. Steinmeyer-Orgel.
Die Kapelle besitzt auch eine schöne Glocke.
Die Kapelle muss dringend saniert werden, bitte spendet und wendet euch hierzu an: PaulKessler@gmx.de
Klang und Akustik


Die Akustik ist samtig-trocken. Das Gras und die Büsche um die Kapelle wird von Ehrenamtlichen gepflegt. Besonders ist der sogenannte Ölberg vor und an der Kapelle.
Die Sanierung des Kunstwerks wurde für ca. 60000 Euro von einem Ehepaar finanziert. Dennoch verpasste das Bistum Mainz, für die Einweihung und Feier dieses wunderbare Ehepaar einzuladen!
Und das ist nicht das Einzige, was passiert ist. Der neue Bischof kam nicht einmal zu Besuch bisher, seit 6 Jahren.
Der wertvolle “Spätgotische Ölberg” ist von 1520.
Berühmt ist auch die gotische Totenleuchte von 1412. Sie muss dringend saniert werden. Kosten: 25000 Euro. Bitte spendet.
Persönliche Note

Der Stadtteil Ersheim ist hübsch. Die Kapelle betritt man durch ein spätgotisches Portal. Ältester Teil ist das Mittelschiff mit Fresken, Ornamenten und Konsolen aus dem 14. Jahrhundert.
Die vier Evangelisten prangen an der Decke des Gewölbes. An den Wänden sieht man die 12 Apostel.
Der prächtige Chor mit üppigem Netzgewölbe vorne ist von 1517. An den Wänden sieht man einen Verkündigungsengel, Petrus mit dem Schlüssel und den verschmitzt lächelnden Architekten Lorenz Lechler aus Heidelberg als Konsolfiguren.
Die Schlusssteine des Deckengewölbes mit schönen, bunten Wappen leuchten im roten Gerippe. Die schönen Glasfenster wurden leider größtenteils verkauft. Große Epitaphe von Ritter Hirschhorn und seiner Frau (1358) schmücken den Chor.
Schön sind auch die Wand-Tafeln mit geschwungenen Schriften.

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