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Schmid Orgel Landsberg am Lech

Schmid Orgel Mariä Himmelfahrt Kirche Landsberg am Lech

kath. Stadtkirche Mariä Himmelfahrt (1458)

Orgelbauer:

David Jacob Weidtner / Peter Paul Hörmiller / Gerhard Schmid / Siegfried Schmid

Baujahr:

1688 / 1826 / 1982 / 2003

Datum des Erstbesuchs:

2025

Disposition und Spielhilfen

Große romantische Schmid Orgel kath. Mariä Himmelfahrt Kirche Landsberg am Lech, Oberbayern, 4 M, 60 R

Das mechanische Schleifladeninstrument steht sehr weit weg, golden, alt, auf der WE, mich erinnernd optisch an die große Orgel in Schwaz, Österreich: Große Reinisch Pirchner Orgel kath. Kirche Schwaz, Tirol, Österreich, 4 M, 45 R, Kegelladen, ebenfalls mit Werken verteilt auf der Westempore. Jedoch diese hier in Landsberg ist nun eine romantische Orgel geworden.

Das historische Gehäuse von David Jacob Weidtner mit lebensgroßen, mächtigen Figuren wie König David und musizierenden Engeln aus der Werkstatt Lorenz Luidl mit ihren Seitenwerken rechts und links ist unten und oben majestätisch im Look. Wie schön, dass sich große Teile dieses alten imposanten Gehäuses erhalten ließ!
Das Hochdruckgebläse der sonoren Tuba mirabilis 8′ ist beeindruckend.
Diese Tuba wurde nach angelsächsischer Bauart gefertigt und wird über einen separaten Schlüsselschalter gesichert.
Das ganze Bombardewerk (Flûte harmonique 8′, Chamade 16′, Chamade 8′, Chamade 4′ und Tuba mirabilis 8′)
ist als floating divisionfrei an jede Klaviatur ankoppelbar.
Die Tuba erinnert mich an die englische milde Tuba in der Basilika St. Clemens Rheda, wo ich neulich konzertierte.
Die Orgelbauer Gerhard Schmid und Siegfried Schmid sind übrigens nicht verwandt, sondern zwei unterschiedliche Orgelbaufirmen. Beide Firmen kenne ich und habe sie bereits gespielt, besonders Gerhard in München und Berlin. Hier treffen die beiden aufeinander.
Die Orgel wurde 1982 neu erbaut im alten Gehäuse.
Die Orgel besitzt keine Transmissionen oder Extensionen. Das Großpedal steht hinter der Emporenwand.
Die Nebenregister (Schellencymbel, Glockencymbel, Glockenspiel = Schalenglocken) sind in der Schublade zu schalten. Auch die Registertaster für die Chororgel sind in der Schublade sowie der Schlüsselschalter für die Tuba mirabilis.
Die Seitenwerke sind von Peter Paul Hörmiller von 1826. 2004 und 2009 wurde die Orgel bereits erneuert bzw. ergänzt.

HW I

Principal 16′

Octave 8′

Nachthorngedeckt 8′

Gamba 8′

Octave 4′

Rohrflöte 4′

Spitzquinte 22/3

Octave 2’

Mixtur 5f 11/3

Cornett 5f 8′

Trompete 16′

Trompete 8’

Positiv links

Principal 8′

Rohrflöte 8′

Spitzflöte 4′

Sesquialter 2f 22/3

Octave 2’

Quinte 11/3

Scharff 3f 1′

Trompete 8’

Tremulant

Positiv rechts

Gedeckt 8′

Quintade 8′

Principal 4′

Waldflöte 2‘

Octave 1‘

Cymbel 3f 1/2

Cromorne 8’

Tremulant

SW III

Bourdon 16′

Geigenprincipal 8′

Hohlflöte 8′

Salicional 8′

Voix céleste 8′

Principal 4′

Traversflöte 4′

Nasat 22/3

Octavin 2’

Terz 13/5

Plein jeu 5f 2′

Basson 16′

Trompette harmonique 8′

Hautbois 8′

Voix humaine 8′

Clairon harmonique 4’

Tremulant

Bombadewerk VI

Flûte harmonique 8′

Chamade 16′

Chamade 8′

Chamade 4′

Tuba mirabilis 8′

Pedal

Untersatz 32′

Principalbaß 16′

Subbaß 16′

Quintbaß 102/3

Octavbaß 8′

Gedecktbaß 8′

Choralbaß 4’

Rauschbaß 4f 22/3

Bombarde 32′

Bombarde 16′

Trompete 8′

Trompete 4’

 

Spielhilfen & Koppeln

Koppeln

Normalkoppeln

II/I, III/I, III/II, IV/I, Bomb./I, IV/II, Bomb./II, Bomb./III, Bomb./IV, I/P, II/P, III/P, IV/P, Bomb./P, Chororgel/P

Suboktavkoppel: III/I

Spielhilfen
4000 Setzerkombinationen, Sequenzer +/-, Crescendowalze

Nebenregister

Schellencymbel, Glockencymbel, Glockenspiel = Schalenglocken

Klang und Akustik

Die 32′-Register sind eigenständig.

Die Chororgel ist vom II. Manual aus elektrisch anspielbar.

Die große Kirche wirkt etwas kühl und dunkel trotz Gold und Weiß, sehr hübsch sind jedoch der kleine Brunnen mitten im Gang, der barocke goldene Hochaltar 1679, die Kunstwerke und die bunten Farbglasfenster aus dem 15. Jahrhundert.

Persönliche Note

Die gelbe kleine, einzig evangelische Kirche im katholischen Landsberg ist innen schön geschmückt mit jüdischen Symbolen.

Das Konzert gestern war dort sehr schön und sehr gut besucht trotz des stolzen Preises von 18 Euro Eintritt. Die gelbe Christuskirche, schon ohne Menschen samtig-trocken, war nun komplett trocken – und da muss man fehlerfrei spielen, da die Pfeifen direkt und sprechend die Luft schneiden.

Ich bekam schöne Blumen, Schokolade und habe CDs verkauft. Als Zugabe spielte ich adventliche Improvisationen. Vorgestern bekam ich nach dem Konzert Rotwein aus Bethlehem.

Danach waren wir beim Griechen essen.

In der Nähe stürzt sich der Lech in die Tiefe (Lechwehr), und in der Altstadt „tobt“ der quirlige Weihnachtsmarkt.


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