Sauer Orgel Kloster Neuzelle an der Oder, Brandenburg
kath. Stifts- und Klosterkirche Patrozinium Mariä Himmelfahrt (15. Jh.)
Orgelbauer:
Wilhelm Sauer (Frankfurt a.d. Oder) Opus 984
Baujahr:
1806 / 1906 / 1926 / 2001
Datum des Erstbesuchs:
Mai 2025
Disposition und Spielhilfen
Romantische, pneumatische Sauer Orgel Kloster Neuzelle an der Oder, Niederlausitz, Brandenburg, 2 M, 24 R, Kegelladen: Barockwunder Brandenburgs mit süffiger Orgel
Die vollständig erhaltene, gelbe Klosteranlage mit leuchtend rotem Dach zwischen Brandenburg und Ost-Sachsen an der polnischen Grenze im Bistum Görlitz liegt in der Niederlausitz.
Die Zisterzienserabtei in einer Parkanlage mit Springbrunnen und Museum liegt in der wunderschönen Lausitz. Die überreich geschmückte Barockkirche ist voller Votivbilder, Altäre, Wappen, Girlanden, Marmor, Putten, Fresken, Kapellen, berühmter Emmausgruppe und weißem Stuck und gilt als „gemalte Bibel“. Sie wird auch Marienkirche genannt.
Sie ist hell mit bemalter Decke und Freskenzyklen; jeder Meter ist „ausgestattet“ und geschmückt. Die Seitenaltäre schieben sich wie Kulissen ineinander.
Auf der Westempore thront die große Orgel von Sauer im Prospekt der Vorgänger-Orgel von Andreas Hesse. Der Sauer-Neubau befindet sich im und hinter dem großartigen Prospekt.
Der freie Spieltisch mit Wippschaltern ist angenehm zu spielen, mit Gesicht zum Altar. Allerdings ist man oben so weit weg, dass man kaum etwas sieht.
In der leuchtenden Akustik singt die pneumatische Orgel. Obwohl sie im großen Prospekt eher klein ist, füllt sie den Raum aus. Auf der unteren Empore, im Sängerchor, besitzt sie einen weiteren kleinen freien Spieltisch seit 1926, 1 M, für Chorarbeit und Stundengebet.
1999-2001 wurde sie von dem tollen Christian Scheffler saniert und rekonstruiert. Es gab nämlich Gott sei Dank kein Geld für einen weiteren Neubau, obwohl viel geplant wurde.
Die Kirche besitzt auch eine hübsche, beheizte Winterkirche und einen Kreuzgang.
Neuzelle (niedersorbisch Nowa Cala) gehört zum Landkreis Oder-Spree und wurde durch die Rückkehr der Mönche des Zisterzienserordens aus Heiligenkreuz 2018 bekannt.
Koppeln
II/I; I/P; II/P
Mezzoforte/Forte/Tutti
Zweitspieltisch auf der Chorempore
Pedal (C-d’) |
| Principal 16’ |
| Subbaß 16’ |
| Violon 16’ |
| Principal 8’ |
| Gedackt 8’ |
| Posaune 16’ |
II. Manual (C-f’’’) |
| Lieblich Gedackt 16′ |
| Geigenprincipal 8’ |
| Gedackt 8’ |
| Concertflöte 8’ |
| Salicional 8’ |
| Traversflöte 4’ |
| Fugara 4’ |
I. Manual (C-f’’’) |
| Bordun 16’ |
| Principal 8’ |
| Rohrflöte 8’ |
| Flûte 8’ |
| Gemshorn 8’ |
| Gambe 8’ |
| Octave 4’ |
| Rohrflöte 4’ |
| Rauschquinte 2fach 2 2/3’+2’ |
| Cornett 2-3fach |
| Trompete 8’ |






Das Kloster wird von einem romantischen Teich und von Weinbergen umflankt. Die Wiese mit dem Kreuzweg wird „Scheibe“ genannt. Im Museum “Himmlisches Theater” mit Shop kann man den Schmuck alter Gräber bewundern. In den dunklen Ausstellungsräumen kann man die historischen Bühnenbilder von Passionsszenen bestaunen.
Die Kirche betritt man durch eine Vorhalle. Auch der Dachstuhl und der Turm kann bestiegen werden.
Klang und Akustik

Der spätromantische, grundtönige Klang mit Flöten und Streichern trifft auf Barock und Gotik und verschmilzt tief und berührend. Dazu kommt die Posaune im Pedal. Keine Setzeranlage. Jedoch der untere, einmanualige Spieltisch besitzt eine Setzeranlage.
Persönliche Note

Kleine süße dicke Putten: Puttengespräch. Romantik küsst Barock
Die bombastische Orgel betritt man durch die spannenden, geheimnisvollen Katakomben und Labyrinthe hinter der Kirchenfassade; durch die Treppen und Gänge hinter Winterkirche und Kreuzgang.
Es war sehr schön, hier zu spielen.
Die Engel auf der Empore spielen alle Instrumente, Trompete, Geige, Harfe…
Sehr schön ist auch die Prozessionsorgel von 1765 von J.M. Heinitz.
Daniel Kunert und seine Seite haben mal wieder die falsche Opus-Zahl angegeben..
Danke!
Das sieht total schön aus