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Ladegast Orgel Neustadt im Harz (Thüringen)

ev. Sankt Georg (1800)

Orgelbauer:

Friedrich Ladegast (Weißenfels)

Baujahr:

1876/2004

Datum des Erstbesuchs:

Wonnemonat Mai 2022

Disposition und Spielhilfen

Meine 18. Ladegast

Wunderschöne rote Kirche im malerischen Neustadt im Südharz in Thüringen: 1871 bekam die Kirche ihren Turm mit dem hohen Helm. Die vier Nebentürmchen wurden 1972 entfernt. Barocker Kanzelaltar von 1705 mit Gemälden von 1959, Inschrift von 1678, Turmuhr von 1912. Die Orgel hat 2 Manuale, 17 Register und zwei Nebenzüge, 980 Pfeifen, wurde 1983 übernommen aus Eythra. Taufengel um 1700, 1960 übernommen, 3 Läuteglocken und eine Uhrschlagglocke, große Glocke 1998, 878 kg, mittlere Glocke, 1928, 722 kg, kleine Glocke, 1960 gegossen, 399 kg. Neben der Kirche gibt es den berühmten großen Roland aus Holz als Sinnbild für Treue in einer Ecke (1485 gab es hier den ersten Roland, 1678 Stadtbrand, 1730 neu errichtet, 1996 restauriert), ein Bierzelt und hübsche Restaurants und Fachwerkhäuser. 1678 ging die Kirche im Brand kaputt, 1686 wurde sie wieder neu aufgebaut, 1708 Einbau der Orgelempore – und 1712 entstand die erste Orgel hier: Papenius (Stollberg). 1893 eine schöne Strobel-Orgel. Die wurde von Weimar übernommen. 1983 wurde die Ladegast Orgel von Neustadt übernommen. Die Orgel ist ganz leise, da sich Motor/Gebläse unter dem Dach befindet. 

Die Inschrift auf der Rückseite der Spieltischverkleidung zeigt: „Im Auftrag des Herrn Alexander Anger auf Eythra gebaut und beendet am 14. Mai 1876 von Friedrich Ladegast in Weißenfels. Friedr. Wiegand dabei geholfen.“

Die heutige Orgel erlebte im Herbst 2004 eine gründliche Reinigung und Überholung durch die Firma Schuster aus Zittau und wird nun von Hüfken betreut. 

Aus u.a. Unterlagen der Kirchengemeinde Eythra:
“Am 29. Mai 1876 wurde die neue, von Friedrich Ladegast aus Weissenfels gebaute Orgel geweiht. Sie soll 5.478 Goldmark gekostet haben. David Anger, Rittergutsbesitzer auf Zweinaundorf, Eythra Mausitz (Großdalzig) seit 1819 und Patron der Kirche zu Eythra, hatte testamentarisch die Schenkung einer Orgel bestimmt. Die Ausführung erfolgte durch seinen Enkel Dr. Otto Alexander Anger. 1893 Einbau einer Strobel-Orgel. Den Auftrag bekam die Firma Julius Strobels Söhne aus Bad Frankenhausen für 4068 M (Goldmark). Laut Vertrag vom 26. August 1893 hatte die Firma das Instrument bis zum 1. Nov. gleichen Jahres zu liefern. Vom Herstellungspreis von 4348 M gingen 350 M ab, 150 M für die alte Orgel und 200 M für das Entfallen eines neuen Prospekts. Die Strobel-Orgel hatte 16 Register auf zwei Manualen und Pedal und dazu 4 Nebenzüge (Manualkoppel, Pedalkoppel, Windauslass, Calcantenglocke). 1984-85 Übernahme der Ladegast-Orgel von 1876. Als 1983 die Kirchgemeinde Eythra bei Leipzig wegen des Braunkohlentagebaus ihre Orgel anbot, wurde diese für 10.000 Mark von der Kirchengemeinde Neustadt erworben. In den Jahren 1984-85 erfolgte der Umbau, den die Firma Sperrschneider aus Weimar besorgte, welche auch die mittlerweile desolate Strobel-Orgel übernahm.“ Dank an Christine Heimrich

I. Manual (C – f3, Hauptwerk)
II. Manual (Hinterwerk)
Pedal

Bordun, Principal, Gambe, Rohrflöte, Principal,  Flauto minor, Nasat, Octave, Mixtur, Liebl. Gedackt, Flöte, Viola d’amour, Flauto dolce, Violon, Subbaß, Cello Octavbaß, Nebenzüge, Manuelkoppel, Pedalkoppel (I. Manual)

Pedal C-d

14 Violon 16‘

15 Subbaß 16‘

16 Cello 8‘

17 Octavbaß 4‘

 

Hinterwerk II C-f3

10 Liebl. Gedackt 8‘

11 Flöte 8‘

12 Viola d’amour 8‘

13 Flauto dolce 4‘

Hauptwerk I C-f3

1 Bordun 16‘

2 Principal 8‘

3 Gambe 8‘

4 Rohrflöte 8‘

5 Principal 4‘

6 Flauto minor 4‘

7 Nasat 2  2/3‘

8 Octave 2‘

9 Mixtur 2-4 fach

Normalkoppeln

Nebenzüge

Manualkoppeln, Pedalkoppel (1. Manual)

Klang und Akustik

Sehr samtig-trockene Akustik, hübsche schlichte weiße Orgel mit Engeln verziert, typisch schöner Ladegastspieltisch mit geliebten weißen Klaviertasten (Heimat), wunderbare süffige Achtfüße und Flöten, sehr gerades Pedal

Persönliche Note

Rauschende Bode, Moore, unberührte Wälder. Harzkäse. 1000-jährige Städtchen. Alpines Klima.

Die Orgel ist auch innen sauber und gepflegt und wird von Orgelbau Hüfken aus Halberstadt betreut. Vielen Dank an Christine Heimrich und Klaus Rödiger.

Die Ladegast wurde geweiht 1876, gebaut durch F. Ladegast (Weißenfels), umgesetzt 1985 aus Kirche in Euthra bei Leipzig und umgebaut durch Fi. Sperrschneider (Weimar) und gereinigt und überholt 2004 durch Fi. Schuster (Zittau).

Vorherige Orgeln:

1. gebaut 1712 durch Papenius (Stollberg) und abgerissen 1893

2. neue Orgel gebaut 1893 durch Strobel und diese wurde 1985 durch die Ladegast Orgel ersetzt

 Muttertag ❤️Das Konzert im Südharz hier in Thüringen war sehr gut besucht, die Kirche voll. Presse war auch da. CDs verkauft. Blumen bekommen. Danach kamen alle draußen zu einem kleinen Empfang zusammen. Leider konnte ich deswegen nicht mit auf das Proben-WE nach Binz (auf Rügen), schade, nicht mitfahren. Ich war schon mal in Binz mit der Fähre bei meinen Rügen-Konzerten. Sehr schön. Aber die Orgeltour hier in Thüringen war auch wieder sehr genial. Ich liebe den Harz. Wir waren in Neustadt im Harz an der wunderschönen Ladegast Orgel von 1876 (meine 18te) und an der Jehmlich Orgel in ev. St. Georg-Marien im malerischen Ilfeld (Harztor, bei Nordhausen), aus den 50iger Jahren, die nun gereinigt wird, nachdem die ganze Kirche restauriert wurde. Beide Orgeln werden von Hüfken (Halberstadt) betreut. Die Orgeln sind auch innen sauber und gepflegt. Vielen Dank an Christine Heimrich und Klaus Rödiger.

Letztes Mal waren wir Quedlinburg und in Hahnenklee. Der Südharz ist Karstgebiet mit Gips als Untergrund. Der kleine Fluss Wieda und der Fluss Bere versickern im Sommer im Gips. Ganz in der Nähe ist das KZ Dora. Hier wurde die V-2 Rakete im 2. WK als Vergeltungswaffe entwickelt. Und natürlich sieht man den Berg Kohnstein, die Burgruine Hohnstein mit Restaurant und den Brocken, den Goethe für seine Hexen-Stories verwendet hat. Goethe soll auch in Ilfeld abgestiegen sein. Dort hinauf auf den Brocken fährt die teure Harzer Schmalspurbahn mit echtem Dampf.

Es sind sehr viele Motorradfahrer unterwegs, die in Tunneln Gas geben. Die stärken sich dann im Netzkater. Die Thüringer Bratwurst hat das besondere Gewürz, das schon in Sachsen-Anhalt nicht mehr dasselbe ist.

Alles voller hübscher Fachwerkhäuser, Biergärten und gelber Rapsfelder. Pollen überall. Meine Nase juckt. Ich niese. „Haben Sie Corona?“ „Nein, ich habe Heuschnupfen“. Skeptischer Blick. Als ob Niesen etwas mit Corona zu tun hätte. German Angst. Ich habe leider eine ganz andere Angst: Wir waren nach den Orgeln auf der berühmten großen Hängebrücke im benachbarten Sachsen-Anhalt (Rappbode Talsperre). Die schaukelt ganz schön in ca. 70 m Höhe an der Staumauer. Ich konnte leider keine Fotos machen, weil meine Höhenangst meine Knie weich macht, ich musste mich den ganzen Weg an beiden Geländern festhalten. Da die Brücke breit ist, hatte ich danach lahme Arme. Ein Mitarbeiter hat mich beobachtet und sagte hinterher, wenn er das gewusst hätte – er hätte mich auch beauftragen können, wenn ich schon mal dabei bin, die Geländer mit einem Tuch zu wischen. Manche haben die Brücke extra schaukeln lassen, was natürlich verboten ist. Neben uns sausten die nach unten, die das Fliegen gebucht haben. Man bot es mir an, aber ich konnte mich nicht dazu durchringen. Es erinnerte mich an meine Münsterbesteigung in Ulm, als sich die ganze Bagasch hinter mir stapelte, weil ich wegen HA im Schneckentempo hochstieg. Zurück konnte ich auch nicht mehr. In Ilfeld hätten wir auch auf den Turm gehen können. Es sind dort 7 Glocken. Es ist dort nicht ganz gesichert, sehr steile Treppen. Ich habe es nur bis zur ersten Glocke geschafft, trotz guten Zuredens. Spät abends schauten wir dann noch 2 Krimis.

Danke an alle lieben Leute hier! Vielen Dank an Sabine Wegner und Gemeinde Obersachswerfen.


3 Antworten auf “Ladegast Orgel Neustadt im Harz (Thüringen)”

  1. Ausführlich, interessant mit tollen Bildern. Sehr gelungene Information von Ann-Helena.
    Ausblick und Überraschung für die Organistin: Ladegastorgel 19 & 20 sind in Vorbereitung für diesen Sommer …

  2. Peter Severin

    Oh welch ein schöner Bericht aus meiner geistlichen Heimat im Südharz, dort war ich als Kind im DiakonissenHaus in Neustadt im Haus “LEBENSWENDE” oft zu Gast und bei der DiakonissenOberin Schwester Charlotte Haase immer gern gesehen, sie war seither mit meiner leiblichen Mutter meine geistliche Begleitung, ein Leben lang bis sie im Mutterhaus in Elbingerode im beruflichen Ruhestand zu unserem liebenden Himmlischen Vater ging … Daher habe ich deinen Bericht liebe Ann-Helena mit besonderer Freude und herzlichen Gedanken gelesen, es war wie das Halleluja …
    Danke JESUS CHRISTUS ️
    … herzliche Grüße von der schönen Insel Hiddensee aus der Inselkirche in Kloster
    von Peter Severin & seinen Kindern und Enkeln
    JESUS CHRISTUS segne dich und dein Tun liebe Ann-Helena weiterhin durch IHN verbunden herzliche Segensgedanken und liebe Grüße aus dem Norden ⚓⛵ ️ ⚓

  3. Alexander Abs

    In der Tat eine erfreulich klingende Orgel! Auch die Akustik ist derart, daß der Klang keinesfalls verschwimmt. Dieses wäre auch schade, denn er eignet sich für eine ganze Menge interessanter Orgelwerke.

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