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Klais Orgel Pfarrkirche St. Dionysius Neckarsulm

kath. Kirche St. Dionysius

Orgelbauer:

Klais (Bonn)

Baujahr:

2014

Datum des Erstbesuchs:

24. Mai 2021

Disposition und Spielhilfen

Früher Späth 1962. Katholische Gesamtkirchengemeinde Neckarsulm.

Dank an Christian Göckel

Erstes Manual – Hauptwerk C-g3‘:

  1. Bourdon 16‘
  2. Principal 8‘
  3. Flöte 8‘
  4. Gedeck t8‘
  5. Viola di Gamba 8‘
  6. Octave 4
  7. Rohrflöte 4‘
  8. Traversflöte 4‘
  9. Quinte 2 2/3‘
  10. Octave 2‘
  11. Mixtur IV 2‘
  12. Trompete 8‘

Zweites Manual – Schwellwerk C-g3‘:

  1. Principal 8‘
  2. Gedeckt 8‘
  3. Salicional 8‘
  4. Dolce 8‘
  5. Vox coelestis 8‘
  6. Fugara 4‘
  7. Flute d’amour 4‘
  8. Nasat2 2/3‘
  9. Flautino 2‘
  10. Terzflöte1 3/5‘
  11. Progessio II – III2 2/3‘
  12. Horn 8‘
  13. Oboe 8‘
  14. Cu Physharmonica 8‘

Tremulant

Pedal C – f1:

  1. Violonbass16‘
  2. Subbass16‘

29. Zartbass16‘

  1. Octavian 8‘
  2. Violoncello 8‘
  3. Gedecktbass 8‘
  4. Coralbass 4‘
  5. Posaune 16‘
  6. Trompetbass 8‘

Koppeln:

II – I, II – I sub, II – II sub, II – II super, I – P

I – P, II – P, II – P super

2014 wurde durch die Orgelbaufirma Johannes Klais aus Bonn die Orgel gebaut,  zuvor 1962 wunderschöne Späth-Orgel.

Die Weihe der Klais-Orgel fand 2015 statt.

Klang und Akustik

Wunderschöner, seltener, besonderer und geteilter Prospekt, das HW ist das Rückpositiv, das zweite Manual oben vor mir, dazwischen ein Fenster. Wunderbarer brillanter Klang und Pedal. Besonders schön ist die Physharmonika, aus Hoffenheim übernommen, von der wunderbaren historischen Walcker Orgel. Diese besitzt eine eigene Windzufuhr und ist auch noch mit dem Schweller verbunden. Wunderbar! Ein Zungenton. Die Schwellerausübung sitzt oben in der weißen Wand des Projekts. Die Orgel besitzt zwei Schweller. Der Schweller zur Physharmonika ist links und schwergängig, aber schön, und man sieht den Schweller vom Spieltisch aus in der Wand sich bewegen. Die Physharmonika lässt sich wunderbar mit anderen Farben kombinieren. Die Zungen sind einzigartig.

Persönliche Note

Die Kirche ist ein Schmuckstück, groß und lang, edel, hell, geschmückt, starker Nachhall, aber brillant.

Physharmonica

Die Physharmonica ist eine organologische Rarität und Spezialität der Region, ein außergewöhnliches Register: durchschlagende kleine Metall- Zungen, die wie ein Akkordeon oder eine Mundharmonika oder Bandoneon klingen, wie eine summende Hummel, von Klais nachgebaut. Erfinder und Erbauer: Der geniale E. F. Walcker, in Hoffenheim (bei Heidelberg) zum ersten Mal von ihm eingebaut.

 

Über den Schweller der Windzufuhr gibt es eine enorme dynamische Bandbreite von pp bis ff, aus dem Nichts kommend, entschwebend. Zudem steht die Physharmonica im Schwellkasten. So kann mit beiden Schwellern beeinflusst und reguliert werden, mit Schallaustritt und Windzufuhr, was klanglich spektakuläre Unterschiede macht. Nichts kommt der extra Windzufuhr gleich, auch kein Schwellwerk (Schallschlitze). Gemischt mit Zungen, Traversflöte 4 oder Nazard.

 

The white rider
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Die Physharmonika ist ein außergewöhnlicher Registerzug an einer außergewöhnlichen Orgel. Die Tonerzeugung und der Klang sind ähnlich einer Mundharmonika, mit einer unglaublich großen dynamischen Bandbreite. Die Töne entstehen durch durchschlagende kleine Zungen, viele Metallzungen; die Lautstärke wird mit dem Fuß über einen Windschweller geregelt. Mehr Wind: lauter, weniger Wind: leiser.

Der Klang erinnert mich an ein Akkordeon. Ein Akkordeon funktioniert auch mit durchschlagenden Zungen; ein Akkordeon ist auch eine kleine Orgel.

Summend, wie eine Hummel positiv beißend klingt es. Ich kann den Klang und die Lautstärke an der Klais Orgel nicht nur durch den rechten Windschweller steuern, sondern da diese Register im Schwellkasten stehen, zusätzlich genialerweise die Physharmonika durch beide Schweller beeinflussen (Schweller sind windregulierbare Schlitze, die den Austritt des Schalls regulieren; beim normalen Schweller ist der Schallaustritt, nicht die Windzufuhr für die Lautstärke verantwortlich).

Das ist aussergewöhnlich, dass ich die Physharmonika durch beide Schweller anschwellen und dynamisch bedienen kann, selbst in Hoffenheim gibt es das nicht. Nur noch an der Klais in Würzburg (Saal-Orgel). Es ist klanglich ein großer Unterschied, ob ich mit der Windzufuhr oder mit dem Schallaustritt arbeite. Das Pianissimo ist durch den Windschweller geradezu entschwebend oder aus dem Nichts kommend, wie es nicht durch ein Schwellwerk herstellbar ist. Ursprung der Physharmonika ist das vom genialen E. F. Walcker erstmals in Hoffenheim (zwischen Heidelberg und Heilbronn) eingebaute Register. Diese Orgel in Hoffenheim ist eine phantastische Orgel. Das von Walcker erfundene und in Hoffenheim (zudem in Schramberg 1844 und in Schwäbisch Hall 1837) erstmal eingebaute Register Physharmonika hat Klais wundervoll nachgebaut: Eine regionale organologische Rarität und Spezialität. Die Physharmonika habe ich mit Traversflöte 4, später mit Nasard und auch mit Schwebung gemischt – ich liebe diese verrückten und ausgefallenen Klangfarben. Dazu Zungen im Pedal, frisch gestimmt, und helle Aliquoten (Flötenmensur) und Klangkronen (Mixturen).


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