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Hey Orgel Burghaslach, Franken

ev. St. Ägidius

Orgelbauer:

Wolfgang Hey (Urspringen, Rhön)

Baujahr:

1982

Datum des Erstbesuchs:

1.1.2022

Disposition und Spielhilfen

Erster Tag des Jahres 2022: Wir fuhren nach Burghaslach an der Haslach nah bei Neustadt an der Aisch zur evangelischen St. Ägidius Kirche. Hübsches, großes, fränkisches Dorf mit ca. 2500 Einwohnerinnen. 1903 wurde die Kirche umgestaltet. Die Kirche ist weihnachtlich mit roten Schleifen geschmückt. Dort ist eine schöne Wolfgang Hey-Orgel von 1982 mit zwei Manualen, ca. 28 Register, also etwas größer, auch ohne Schweller. Hier spielten wir Valentin Rathgeber mit zwei Altblockflöten und Orgel, es machte Spaß. Ich mag den Klang einer Altblockflöte, lieber als Querflöte. Altflöte ist irgendwie wärmer. Als Kind mochte ich Blockflöte nicht. Ich erinnere mich, dass wir einmal unsere Flötentasche in der S-Bahn vergaßen und das Drama danach – sie sind aber wieder aufgetaucht. Niemand wollte sie haben. Aber jetzt mag ich den Klang von Blockflöten. Er hat so etwas Liebes, Unschuldiges. Die Luft in den (unter)fränkischen Dörfern ist irgendwie so ganz anders als in der Stadt. Es riecht nach Regen, Bauernhof, Blut und Weite.

Oberwerk:

10 Geigenprinzipal 8′

11 Gedeckt 8′

12 Salicional 8′

13 Prinzipal 4′

14 Holzflöte 4′

15 Quinte 2 2/3′

16 Schwiegel 2′

17 Terz 1 3/5′

18 Oktävlein 1′

19 Krummhorn 8′

20 Schwebung 8′

Tremulant

Hauptwerk:

1 Prinzipal 8′

2 Rohrflöte 8′

3 Gamba 8′

4 Oktave 4′

5 Kleingedeckt 4′

6 Nasat 2 2/3′

7 Superoktave 2′

8 Mixtur IV-V

9 Koppel II/I

Pedal:

21 Subbaß 16′

22 Violonbaß 16′

23 Oktavbaß 8′

24 Rohrpommer 8′

25 Choralbaß 4′

26 Nachthorn 4′

27 Oktave 2′

28 Pedalmixtur III

29 Fagott 16′

30 Koppel I/P

31 Koppel II/P

 

Eher trockene Akustik. Schöne, warme Klänge, freie Kombinationen, ein paar dynamische Setzer, schönes, grundtöniges Pedal. Großes, zentrales Deckengemälde und sehr schöne Kunstwerke an den Wänden und Fenstern. Die zwei ältesten Glocken sind von 1504. Es gibt sechs Glocken. Der Turm wurde 1748 fertiggestellt. Der barocke Orgelprospekt mit 1144 Pfeifen und 27 Registern wurde 2005 restauriert und ist einer der schönsten und größten der Gegend.

Klang und Akustik

Schöner, heller, direkter Klang in relativ trockener Akustik, mit warmem Pedalklang; leichtgängig. Die Orgel ist die größte der Gegend. Sie besitzt Schwebung, Oktävlein, Schwiegel, Zungen und Tremulanten.

Persönliche Note

Die recht große (etwas dunkle) Kirche, mit großem Weihnachtsbaum, besitzt auf einer schönen, bauchigen (grün-grauen) Empore eine runde, hübsche Orgel. Eine grün-goldene, wellige Orgel, heller Holz-Spieltisch.

Edgar Töpfer bekam den Zuschlag, nicht nur
die Schäden zu  beheben, sondern einen volleren Klang zu verleihen, zum anderen
mit zwei weiteren Registern (Schwebung und Krummhorn) die Vielfalt des Klangbildes zu erweitern. Die größte Pfeife hat eine Tonlänge
von ca. 5 m und einen Durchmesser von 300
mm; die kleinste Pfeife hat eine Körperlänge
von 5 mm und einen Durchmesser von 3 mm.
Der Orgelprospekt lässt erahnen, dass Burghaslach eine für eine Dorfkirche große Orgel hat.
Leider ist die seitliche Zier am früheren Kanzelaltar verloren gegangen, dennoch spiegeln sich die Verzierungen von Altar und Orgel und harmonieren miteinander.

3 Antworten auf “Hey Orgel Burghaslach, Franken”

  1. Katharina Rain

    Meine Heimatkirche, meine Orgel, auf der ich gelernt habe und vorher jahrzentelang meine Oma gespielt hat. Ist das schön, dass Kirche und Orgel hier einmal so würdevoll präsentiert werden. – Und welche Ehre, da mitwirken zu dürfen!

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