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Heroldt Orgel Buttstädt/Sömmerda

ev. Michaeliskirche

Orgelbauer:

P. Heroldt/Fincke (Apolda)

Baujahr:

1696-1702/1766/1822/1933

Datum des Erstbesuchs:

März 2020

Disposition und Spielhilfen

Ein Mysterium! Eine geniale Orgel!

Bach Orgel! Prunkvolle St. Michaelis, wunderschöner Friedhof Campo Santo, leider sind die Kirche und Orgel dringend sanierungsbedürftig, der Turm ist bereits schief wie der Turm von Pisa. Der Bau wurde begonnen 1996 durch P. Heroldt, vollendet 1701 durch J.G. Fincke, erweitert 1766 durch J. Hartung, mehrfach geändert im 19. & 20. Jahrhundert, ausgereinigt und gestimmt 1949 durch G. Kirchner. Und nun?

1696 beginnen die Arbeiten für die neue Orgel auf der 3. Empore durch den Orgelbauer Heroldt, der stirbt 1700 in Apolda. 1701 werden die Arbeiten durch seinen Gesellen Fincke weitergeführt. Ein neues Abnahmegutachten wird 1724  durch den Organisten der Stadtkirche St. Peter & Paul in Weimar erstellt, Instandsetzungsarbeiten. 1722 – 1762 wird Johann Tobias Krebs, der Vater des Bachschülers Johann Ludwig Krebs Organist an der Michaeliskirche. Es geschah ein Umbau und eine Umdisponierung der Orgel 1764-1766 durch Johannes Michael Hartung (Schlossvippach). 1818 – 1822 war wieder eine Reparatur durch den Orgelbauer Wilhelm Ernst Kirchhof aus Herressen notwendig. Umbau- und Reparaturarbeiten erfolgten 1847 an der Orgel durch Orgelbauer Joh. Michael Menger, den Abnahmeprüfbericht stellte Prof. A. Töpfer aus Weimar. Die Prospektpfeifen werden für Kriege im Jahre 1917 ausgebaut. Der Wiedereinbau neuer Pfeifen aus Zink und eine Generalüberholung der Orgel geschahen 1933 durch den Orgelbauer Gerhard Kirchner / Weimar. Jetzt wurde ein elektrischer Gebläsemotor durch den Orgelbaubetrieb Sauer, Frankfurt/Oder eingebaut. Restaurierung der Orgel wird bescheinigt durch Landeskirchenmusikdirektor Erhard Mauersberger, späterem Thomaskantor Leipzig. 1978 wird die Orgel wegen der vorläufigen Schließung der Kirche aus bautechnischen Gründen das letzte Mal gespielt, was eine Tragödie ist. Die dauernden Veränderungen waren nicht immer gut für die Orgel.
SOS! Diese Orgel braucht dringend Hilfe! 

von 1696:

Oberwerck I

1 Quinta Thön 16‘

2 Principal 8‘

3 Gemshorn (Flachflöte) 8‘

4 Viola di Gamba 8‘

5 Gedackt 8‘

6 Octava 4‘

7 Quinta 3‘

8 Super Octava 2‘

9 Sexa

10 Mixture V-VI

11 Zimbelstimme III

Pedalwerk

20 Sub Baß 16’

21 Flötgen Bässgen 1’

22 Posaunen Baß 16’

23 Cornet Bässgen 2’

derzeitige Disposition:

Hauptwerk I CD-d

01 Bordun 16‘

02 Prinzipal 8’

03 Gedact 8’

04 Gambe (ohne Pfeifen) 8’

05 Oktave 4’

06 Hohlflöte 4’

07 Quinte 2  2 / 3’

08 Oktave 2’

09 Terz 1  3 / 5’

10 Mixtur 4fach 2’

11 Trompete 8’

Unterwerk II

12 Gedackt 8‘

13 Quinta Thön 8‘

14 Principal 4‘

15 Quinta 3‘

16 Sesquialtera III

17 Octava 2‘

18 Zimbelstimme III

19 Trompeten-Regal 8‘

Pedalwerk CD-d

20 Subaß 16’

21 Violonbaß 16’

22 Prinzipalbaß 8’

23 Choralbaß 4’

24 Posaunenbaß 16’

Brustwerk II CD-d

12 Prinzipal 8‘

13 Quintatön 8‘

14 Lieblich Gedact 8‘

15 Harmonika 8‘

16 Oktave 4‘

17 Flöte 4‘

18 Nachthorn 2‘

19 Scharff 3fach 1‘

Koppeln

II/I , I/P

Diese Orgel muss dringend saniert werden. Seit März 2020 plädiere ich dafür, dass diese Orgel – dringend – gemacht werden muss.

Klang und Akustik

Es muss ein wundervoller Klang gewesen sein

Persönliche Note

1510 an Pfingsten wird der Grundstein zur wunderschönen Kirche gelegt. Rote und ehemals geschmückte Kirche. Die Schönheit ist absolut zu fühlen trotz der fahrlässigen Vernachlässigung dieser Kirche. 


3 Antworten auf “Heroldt Orgel Buttstädt/Sömmerda”

  1. Jörg Mührmann

    Vielen Dank für die umfangreichen Informationen und die Schönheit dieser Instrumente

  2. Alexander Abs

    Ich möchte mich Ann- Helena Schlüter hier in jedem Fall anschließen! Je mehr Orgelbegeisterte sich dem Aufruf zur Restaurierung dieser wichtigen Orgel anschließen, desto mehr Gewicht sollte dieser Aufruf sicherlich haben.

  3. Andreas Friedrich

    Ein sehr emotionaler Hilferuf von Ann-Helena zum Erhalt und zur Restaurierung dieses großartigen Instruments. Dies ist eine besondere und deshalb so gelungene Information und zeugt einmal mehr vom großen Herzblut der Künstlerin für die Welt der Orgeln. Danke.

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